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	<title>Kommentare zu: Ein hilfloser Philipp Rösler</title>
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	<description>Quer durch die Botanik</description>
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		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/#comment-12730</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 17:08:24 +0000</pubDate>
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		<description>@&lt;a href=&quot;http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/comment-page-1/#comment-12728&quot;&gt;Ralf&lt;/a&gt;: Und du meinst eine Einheitskasse würde dann billiger? War die Telekom billiger, als sie noch Einheitstelefongesellschaft war? Woher soll Preisdruck entstehen, wenn jeder gezwungen wird, Kunde einer einzigen bestimmten Versicherung zu werden? Wer hindert die Manager einer solchen Versicherung daran, sich die Taschen nach Belieben voll zu machen, wenn der Kunde absolut kein Druckmittel in der Hand hat?

Was dieses bescheuerte Privatversicherungsbashing angeht: Es geht doch schon damit los, dass sich gar nicht jeder da einfach so da versichern kann. Ich z.B. kann das nicht, ich verdiene einfach zu wenig. Insofern hilft mir der tolle Rabatt, den meine Partei da für mich ausgehandelt hat auch nichts. 

Mit der Bahn hat sie übrigens auch einen Großkundenrabatt ausgehandelt, ebenso mit Sixt und anderen Unternehmen. Komm schon, wo bleiben die Vorwürfe, die FDP sei zu Bahnfreundlich? Zu Autofreundlich?

Es ist billig, aufgrund solcher Rabatte (die jeder größere Verein aushandeln kann und jede größere Firma nutzt) irgendwelche Unterstellungen zu machen. Viele Grüne investieren privat in Windmühlen - sollen wir jetzt deswegen Windmühlen abschaffen, oder wie? Weil ja eindeutig Interessenskonflikte bestehen und so.

Übrigens hast du ziemlich genau das Gesundheitssystem beschrieben, dass die FDP gerne hätte, für das ihr allerdings leider die demokratische Mehrheit fehlt. Wobei ich nicht der Meinung bin, das Aktionärsdividenden in dieser Hinsicht überhaupt ein Problem darstellen würden, denn ohne zufriedene Kundschaft gibts in der Regel auch keine Dividenden, nicht auf Dauer jedenfalls.

Die Trennung von Grundversorgung und Zusatzleistungen halte ich auch für alternativlos. Die Medizin ist &quot;zu gut&quot;, es gibt für immer mehr immer bessere Therapien. Das ist zwar eigentlich toll, führt aber dazu, dass wir irgendwann den Punkt erreichen, an dem wir alles für alle schlicht nicht mehr finanziert kriegen. Ich bin jedenfalls nicht bereit, 40 oder 50 Prozent meines Einkommens irgendwann nur noch für Gesundheit auszugeben - nichtmal meine eigene aber erst Recht nicht für die wildfremder Menschen. Und diese Entscheidung sollte jeder von uns treffen dürfen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@<a href="http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/comment-page-1/#comment-12728">Ralf</a>: Und du meinst eine Einheitskasse würde dann billiger? War die Telekom billiger, als sie noch Einheitstelefongesellschaft war? Woher soll Preisdruck entstehen, wenn jeder gezwungen wird, Kunde einer einzigen bestimmten Versicherung zu werden? Wer hindert die Manager einer solchen Versicherung daran, sich die Taschen nach Belieben voll zu machen, wenn der Kunde absolut kein Druckmittel in der Hand hat?</p>
<p>Was dieses bescheuerte Privatversicherungsbashing angeht: Es geht doch schon damit los, dass sich gar nicht jeder da einfach so da versichern kann. Ich z.B. kann das nicht, ich verdiene einfach zu wenig. Insofern hilft mir der tolle Rabatt, den meine Partei da für mich ausgehandelt hat auch nichts. </p>
<p>Mit der Bahn hat sie übrigens auch einen Großkundenrabatt ausgehandelt, ebenso mit Sixt und anderen Unternehmen. Komm schon, wo bleiben die Vorwürfe, die FDP sei zu Bahnfreundlich? Zu Autofreundlich?</p>
<p>Es ist billig, aufgrund solcher Rabatte (die jeder größere Verein aushandeln kann und jede größere Firma nutzt) irgendwelche Unterstellungen zu machen. Viele Grüne investieren privat in Windmühlen &#8211; sollen wir jetzt deswegen Windmühlen abschaffen, oder wie? Weil ja eindeutig Interessenskonflikte bestehen und so.</p>
<p>Übrigens hast du ziemlich genau das Gesundheitssystem beschrieben, dass die FDP gerne hätte, für das ihr allerdings leider die demokratische Mehrheit fehlt. Wobei ich nicht der Meinung bin, das Aktionärsdividenden in dieser Hinsicht überhaupt ein Problem darstellen würden, denn ohne zufriedene Kundschaft gibts in der Regel auch keine Dividenden, nicht auf Dauer jedenfalls.</p>
<p>Die Trennung von Grundversorgung und Zusatzleistungen halte ich auch für alternativlos. Die Medizin ist &#8220;zu gut&#8221;, es gibt für immer mehr immer bessere Therapien. Das ist zwar eigentlich toll, führt aber dazu, dass wir irgendwann den Punkt erreichen, an dem wir alles für alle schlicht nicht mehr finanziert kriegen. Ich bin jedenfalls nicht bereit, 40 oder 50 Prozent meines Einkommens irgendwann nur noch für Gesundheit auszugeben &#8211; nichtmal meine eigene aber erst Recht nicht für die wildfremder Menschen. Und diese Entscheidung sollte jeder von uns treffen dürfen.</p>
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		<title>Von: Ralf</title>
		<link>http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/#comment-12728</link>
		<dc:creator>Ralf</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 16:33:44 +0000</pubDate>
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		<description>Bei dem Thema Gesundheitssystem in Deutschland verstehe ich nicht wirklich warum keinr das Problem &quot;richtig&quot; angeht oder fehlt es uns etwa an Politiker mit Rückrad?  
Wie es besser geht, zeigen doch mehrere Länder um uns herum (z.B. Schweiz, Belgien, Dänemark). Wir leisten uns einen riesen Gesundheitsapparat mit zwei verschiedenen Systemen und einer zu mächtigen Pharmaindustrie. 
Das wir im Gesundheitssystem immer mehr Geld benötigen ist klar, wenn sich aber noch jeder extra bedienen kann wird das Geld nie reichen, egal wie hoch der Betrag sein wird.
Das aber ein z.B. FDP-Politiker wie Rösler nicht das nötige Rückrad besitzt um z.B. eine Einheitskasse  (egal ob nur gesetzlich oder nur privat) für alle einzuführen ist mir dagegen schon klar. Dazu muss man nicht Hellseher sein, sondern nur etwas in den PKV Bedingungen lesen. Wenn man z.B. bei der FDP Mitglied ist, gibt es bei der PKV schöne Rabatte. 
So zeigt sich wieder einmal wer die Welt (Deutschland) regiert, Akkermann und Co.
Mein persönlicher Favorit, wäre dabei das System wie es in der Schweiz heute existiert. Schaffen wir die GKV und PKV in ihrer heutigen Form ab und stattdessen gibt es noch &quot;private&quot; Kassen für alle. Wobei &quot;privat&quot; bedeutet die Kassen müssen wirtschaftlich arbeiten, sind aber keine AG&#039;s welche Ihre Aktionäre eine Dividende zahlen müssen. Diese neuen Kassen stellen eine Grundversorgung sicher, die jeder egal ob Harz4 oder Milionär haben muss.  Diese Grundversorgung wird &quot;sozial&quot; durch x-Prozent vom gesamten Einkommen eines einzelnen finanziert, wir leben ja im Sozialstaat. 
Alles weitere zusätzliche, alle weitere Leistungen, ist/sind privates Vergnügen des Einzelnen.
Das so ein radikaler Wechsel nur ein politisches System durchführen kann welches ein enormes Rückrad hat, ist mir klar und deshalb wird dieses so schnell nicht sein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bei dem Thema Gesundheitssystem in Deutschland verstehe ich nicht wirklich warum keinr das Problem &#8220;richtig&#8221; angeht oder fehlt es uns etwa an Politiker mit Rückrad?<br />
Wie es besser geht, zeigen doch mehrere Länder um uns herum (z.B. Schweiz, Belgien, Dänemark). Wir leisten uns einen riesen Gesundheitsapparat mit zwei verschiedenen Systemen und einer zu mächtigen Pharmaindustrie.<br />
Das wir im Gesundheitssystem immer mehr Geld benötigen ist klar, wenn sich aber noch jeder extra bedienen kann wird das Geld nie reichen, egal wie hoch der Betrag sein wird.<br />
Das aber ein z.B. FDP-Politiker wie Rösler nicht das nötige Rückrad besitzt um z.B. eine Einheitskasse  (egal ob nur gesetzlich oder nur privat) für alle einzuführen ist mir dagegen schon klar. Dazu muss man nicht Hellseher sein, sondern nur etwas in den PKV Bedingungen lesen. Wenn man z.B. bei der FDP Mitglied ist, gibt es bei der PKV schöne Rabatte.<br />
So zeigt sich wieder einmal wer die Welt (Deutschland) regiert, Akkermann und Co.<br />
Mein persönlicher Favorit, wäre dabei das System wie es in der Schweiz heute existiert. Schaffen wir die GKV und PKV in ihrer heutigen Form ab und stattdessen gibt es noch &#8220;private&#8221; Kassen für alle. Wobei &#8220;privat&#8221; bedeutet die Kassen müssen wirtschaftlich arbeiten, sind aber keine AG&#8217;s welche Ihre Aktionäre eine Dividende zahlen müssen. Diese neuen Kassen stellen eine Grundversorgung sicher, die jeder egal ob Harz4 oder Milionär haben muss.  Diese Grundversorgung wird &#8220;sozial&#8221; durch x-Prozent vom gesamten Einkommen eines einzelnen finanziert, wir leben ja im Sozialstaat.<br />
Alles weitere zusätzliche, alle weitere Leistungen, ist/sind privates Vergnügen des Einzelnen.<br />
Das so ein radikaler Wechsel nur ein politisches System durchführen kann welches ein enormes Rückrad hat, ist mir klar und deshalb wird dieses so schnell nicht sein.</p>
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		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/#comment-10638</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 22:10:34 +0000</pubDate>
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		<description>Die Frage ist vielleicht (auch), wie wir &quot;kommerziell&quot; definieren. Ist es überhaupt möglich, zu verhindern, dass Kommerzialität in einem System, dass ohne Leute nicht auskommt, die in ihm hauptamtliche Dienste leisten zu verhindern?

Oder anders gefragt: Wie verhindert man, dass Ärzte auswandern, wenn nicht durch marktfähige Löhne?

Es ist so, dass selbstverständlich alle am System beteiligten Menschen an ihm verdienen und ich wüsste gar nicht, wie das anders funktionieren könnte. Niemand kann ehrenamtlich Medikamente entwickeln oder ein Krankenhaus betreiben.

Statt so zu tun, als ginge das, wäre es besser, Tatsachen als Tatsachen zu akzeptieren und den Fokus auf das eigentliche Problem zu lenken, nämlich medizinische Versorgung für jeden anzustreben.

Das nicht jeder alles kriegen kann und dass manche Dinge dann vielleicht doch eher der Geldbeutel entscheiden könnte, müssen wir so oder so in Kauf nehmen. ich sehe allerdings auch keinen Grund, warum Dinge wie Einzelzimmer im Krankenhaus nicht unbedingt die Allgemeinheit tragen muss. Eine Herztransplantation dagegen muss ein Gesundheitssystem wie unseres meiner Meinung nach auch weiterhin jedem finanzieren können. 

Es ist sicher nicht immer so einfach, abzuwägen und ausser der steigenden Patientenzahl sorgt natürlich auch der technische Fortschritt dafür, dass das System insgesamt teurer wird. Es ist absehbar, dass alle menschenmögliche Medizin für jeden auf Dauer kein Gesundheitssystem der Welt wird schultern können. Das ginge höchstens, wenn wir jeden technischen Fortschritt erfolgreich verhindern. 

So gesehen ist das immer teurer werdende Gesundheitssystem sicher auch ein Luxusproblem. Dass die Medizin immer besser wird und immer mehr tun kann, ist ja etwas Gutes und dass die Leute älter werden auch. Wir können nur eben nicht jedes Jahr ein halbes oder ein Prozent höhere Beiträge als Preis dafür zahlen. Da ist irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht und bei vielen Leuten ist das so weit nicht mehr entfernt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage ist vielleicht (auch), wie wir &#8220;kommerziell&#8221; definieren. Ist es überhaupt möglich, zu verhindern, dass Kommerzialität in einem System, dass ohne Leute nicht auskommt, die in ihm hauptamtliche Dienste leisten zu verhindern?</p>
<p>Oder anders gefragt: Wie verhindert man, dass Ärzte auswandern, wenn nicht durch marktfähige Löhne?</p>
<p>Es ist so, dass selbstverständlich alle am System beteiligten Menschen an ihm verdienen und ich wüsste gar nicht, wie das anders funktionieren könnte. Niemand kann ehrenamtlich Medikamente entwickeln oder ein Krankenhaus betreiben.</p>
<p>Statt so zu tun, als ginge das, wäre es besser, Tatsachen als Tatsachen zu akzeptieren und den Fokus auf das eigentliche Problem zu lenken, nämlich medizinische Versorgung für jeden anzustreben.</p>
<p>Das nicht jeder alles kriegen kann und dass manche Dinge dann vielleicht doch eher der Geldbeutel entscheiden könnte, müssen wir so oder so in Kauf nehmen. ich sehe allerdings auch keinen Grund, warum Dinge wie Einzelzimmer im Krankenhaus nicht unbedingt die Allgemeinheit tragen muss. Eine Herztransplantation dagegen muss ein Gesundheitssystem wie unseres meiner Meinung nach auch weiterhin jedem finanzieren können. </p>
<p>Es ist sicher nicht immer so einfach, abzuwägen und ausser der steigenden Patientenzahl sorgt natürlich auch der technische Fortschritt dafür, dass das System insgesamt teurer wird. Es ist absehbar, dass alle menschenmögliche Medizin für jeden auf Dauer kein Gesundheitssystem der Welt wird schultern können. Das ginge höchstens, wenn wir jeden technischen Fortschritt erfolgreich verhindern. </p>
<p>So gesehen ist das immer teurer werdende Gesundheitssystem sicher auch ein Luxusproblem. Dass die Medizin immer besser wird und immer mehr tun kann, ist ja etwas Gutes und dass die Leute älter werden auch. Wir können nur eben nicht jedes Jahr ein halbes oder ein Prozent höhere Beiträge als Preis dafür zahlen. Da ist irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht und bei vielen Leuten ist das so weit nicht mehr entfernt.</p>
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		<title>Von: ap</title>
		<link>http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/#comment-10634</link>
		<dc:creator>ap</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 21:00:23 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Wir sind dabei (oder ist es längst passiert?), dass das Gesundheitswesen kommerzialisiert wird. Ob das richtig ist? Natürlich ist das eine sehr komplexe Fragestellung, weil sie impliziert, dass stets genügend Geld vorhanden wäre und z.B. die Menschen mit ihrer Gesundheit verantwortlich umgehen. Heute werden medizinische Leistungen rationiert. Leute, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen oder Leute, die unterhalb eines (un-)bestimmten Alters liegen, kriegen andere, bessere Leistungen. Und das schlimmste ist, die Betroffenen bekommen das nicht einmal mit. Sie wissen schlicht und einfach nicht, dass es bessere Medizin, erfolgversprechendere Therapiemöglichkeiten gibt, als die, die ihnen in diesem System zur Verfügung gestellt werden. Diese Entwicklung haben wir einerseits der Kostenentwicklung im Gesundheitssystem zuzuschreiben (damit auch zum Teil uns selbst), zum anderen bin ich allerdings davon überzeugt, dass schon die ersten Zeichen der Kommerzialisierung des Systems dazu geführt haben, dass die übliche Dynamik solcher Prozesse in Gang gekommen ist. Wir müssen nur so weitermachen und das Gesundheitssystem komplett den Märkten überlassen, und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir definitiv amerikanische Zustände haben werden. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Politiker sollten Mut fassen und nicht immer sofort davon ausgehen, dass die Ankündigung von höheren Kosten für die Versicherten gleich zum Liebesentzug führt. Offener, plausibler und damit vertrauensbildender Umgang mit dem Thema wäre angebracht. So glauben die Menschen in erster Linie, dass alle am System beteiligten ausschließlich ihren eigenen Interessen nachgehen und das Solidarsystem unweigerlich vor die Wand fahren muss. Ich fürchte, dass genau dieses von gewissen Kreisen auch beabsichtigt wird.&lt;/p&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sind dabei (oder ist es längst passiert?), dass das Gesundheitswesen kommerzialisiert wird. Ob das richtig ist? Natürlich ist das eine sehr komplexe Fragestellung, weil sie impliziert, dass stets genügend Geld vorhanden wäre und z.B. die Menschen mit ihrer Gesundheit verantwortlich umgehen. Heute werden medizinische Leistungen rationiert. Leute, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen oder Leute, die unterhalb eines (un-)bestimmten Alters liegen, kriegen andere, bessere Leistungen. Und das schlimmste ist, die Betroffenen bekommen das nicht einmal mit. Sie wissen schlicht und einfach nicht, dass es bessere Medizin, erfolgversprechendere Therapiemöglichkeiten gibt, als die, die ihnen in diesem System zur Verfügung gestellt werden. Diese Entwicklung haben wir einerseits der Kostenentwicklung im Gesundheitssystem zuzuschreiben (damit auch zum Teil uns selbst), zum anderen bin ich allerdings davon überzeugt, dass schon die ersten Zeichen der Kommerzialisierung des Systems dazu geführt haben, dass die übliche Dynamik solcher Prozesse in Gang gekommen ist. Wir müssen nur so weitermachen und das Gesundheitssystem komplett den Märkten überlassen, und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir definitiv amerikanische Zustände haben werden. </p>
<p>Die Politiker sollten Mut fassen und nicht immer sofort davon ausgehen, dass die Ankündigung von höheren Kosten für die Versicherten gleich zum Liebesentzug führt. Offener, plausibler und damit vertrauensbildender Umgang mit dem Thema wäre angebracht. So glauben die Menschen in erster Linie, dass alle am System beteiligten ausschließlich ihren eigenen Interessen nachgehen und das Solidarsystem unweigerlich vor die Wand fahren muss. Ich fürchte, dass genau dieses von gewissen Kreisen auch beabsichtigt wird.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/#comment-10631</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 20:32:47 +0000</pubDate>
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		<description>Es ist doch nicht nur im Gesundheitswesen so, dass erst echter Kostendruck dazu führt, dass sich jemand Gedanken macht, wo gespart werden kann und ob dieses oder jenes wirklich nötig ist. Natürlich kann und sollte man dieses Prinzip nicht auf grundlegende Leistungen im Gesundheitswesen anwenden - das will aber weder der größte Teil der FDP noch der Gesundheitsminister. Aber in der Verwaltung von Kassen zum Beispiel bin ich mir sicher, dass da Dinge zu finden sind, die man verbessern kann.

Oder was spräche zum Beispiel für einen gnadenlos marktwirtschaftlichen Wettbewerb im Apothekenwesen? Ausser der völlig beknackten Position der FDP fällt mir wirklich gar kein Grund ein, wieso nicht da Kosten gesenkt werden könnten - was sich nun wirklich nicht negativ auf die Gesundheit der Kundschaft auswirken kann.

Man kann Wettbewerb und Marktwirtschaft so installieren, dass auch Leute mit wenig oder keinem Geld nicht darunter leiden. Muss man halt wollen, was voraussetzt, dass man der Meinung ist, der Markt und seine Mechanismen könnten besser machen, was bisher ein Haufen gut bezahlter Funktionäre in quasi-staatlichen Institutionen versucht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist doch nicht nur im Gesundheitswesen so, dass erst echter Kostendruck dazu führt, dass sich jemand Gedanken macht, wo gespart werden kann und ob dieses oder jenes wirklich nötig ist. Natürlich kann und sollte man dieses Prinzip nicht auf grundlegende Leistungen im Gesundheitswesen anwenden &#8211; das will aber weder der größte Teil der FDP noch der Gesundheitsminister. Aber in der Verwaltung von Kassen zum Beispiel bin ich mir sicher, dass da Dinge zu finden sind, die man verbessern kann.</p>
<p>Oder was spräche zum Beispiel für einen gnadenlos marktwirtschaftlichen Wettbewerb im Apothekenwesen? Ausser der völlig beknackten Position der FDP fällt mir wirklich gar kein Grund ein, wieso nicht da Kosten gesenkt werden könnten &#8211; was sich nun wirklich nicht negativ auf die Gesundheit der Kundschaft auswirken kann.</p>
<p>Man kann Wettbewerb und Marktwirtschaft so installieren, dass auch Leute mit wenig oder keinem Geld nicht darunter leiden. Muss man halt wollen, was voraussetzt, dass man der Meinung ist, der Markt und seine Mechanismen könnten besser machen, was bisher ein Haufen gut bezahlter Funktionäre in quasi-staatlichen Institutionen versucht.</p>
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	</item>
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		<title>Von: ap</title>
		<link>http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/#comment-10630</link>
		<dc:creator>ap</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 15:36:37 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;@Jan: Du gehst davon aus, dass das Geld im System nicht hinreichend ist. Bist du dir da sicher oder gibt es die Möglichkeit, auch durch mehr Transparenz, ein paar schieflaufende Dinge zu ändern. Natürlich kann es sein, dass das System aufgrund der von dir genannten Faktoren immer teurer werden muss und wir nur die Wahl haben, dieses teurer werdende System durch höhere Beiträge zu halten. Ich kann das im Moment noch aushalten, aber natürlich gibt es viele andere Menschen, die genau das nicht (mehr) können. Wir sind denen gefolgt, die das Gesundheitswesen, jedenfalls partiell zu einem Markt mit seinen speziellen Gesetzen machen wollten. 
Es wird immer behauptet, dass im System noch eine Menge Effizienzreserven stecken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese nur erschließen kann, wenn man mehr Wettbewerb zulässt. Mehr Transparenz (da sind wir einer Meinung) ist das Gebot. Wenn diese wirklich gewollt und durchgesetzt wird, kämen wir einen ordentlichen Schritt vorwärts. &lt;/p&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Jan: Du gehst davon aus, dass das Geld im System nicht hinreichend ist. Bist du dir da sicher oder gibt es die Möglichkeit, auch durch mehr Transparenz, ein paar schieflaufende Dinge zu ändern. Natürlich kann es sein, dass das System aufgrund der von dir genannten Faktoren immer teurer werden muss und wir nur die Wahl haben, dieses teurer werdende System durch höhere Beiträge zu halten. Ich kann das im Moment noch aushalten, aber natürlich gibt es viele andere Menschen, die genau das nicht (mehr) können. Wir sind denen gefolgt, die das Gesundheitswesen, jedenfalls partiell zu einem Markt mit seinen speziellen Gesetzen machen wollten.<br />
Es wird immer behauptet, dass im System noch eine Menge Effizienzreserven stecken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese nur erschließen kann, wenn man mehr Wettbewerb zulässt. Mehr Transparenz (da sind wir einer Meinung) ist das Gebot. Wenn diese wirklich gewollt und durchgesetzt wird, kämen wir einen ordentlichen Schritt vorwärts. </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://www.querblog.de/2010/02/04/ein-hilfloser-philipp-roesler/#comment-10629</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 11:54:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.querblog.de/?p=5618#comment-10629</guid>
		<description>Wir werden zu einem Gesundheitswesen kommen, dass entweder noch teurer wird oder in dem nicht jeder alles aus der normalen gesetzlichen Krankenversicherung finanziert bekommen kann. Das sind im Kern die beiden Möglichkeiten, würde ich sagen. Günstiger kanns nicht werden, solange die Leute älter werden und entsprechend mehr medizinische Versorgung nötig wird.

Natürlich können und sollten einzelne Prozesse günstiger werden, bzw. muss politisch dafür gesorgt werden, dass das möglich ist. Und genau da wird Rösler wahrscheinlich versuchen anzusetzen. Der nachweislich beste Motor dafür sind natürlich wettbewebliche Elemente - es muss Kostendruck entstehen, sonst wird da überhaupt nichts effizienter werden. 

Die Aufforderung, die Kasse zu wechseln ist darum auch weniger Ausdruck von Hilflosigkeit, sondern vielmehr ein Vorbote genau dieser Politik.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wir werden zu einem Gesundheitswesen kommen, dass entweder noch teurer wird oder in dem nicht jeder alles aus der normalen gesetzlichen Krankenversicherung finanziert bekommen kann. Das sind im Kern die beiden Möglichkeiten, würde ich sagen. Günstiger kanns nicht werden, solange die Leute älter werden und entsprechend mehr medizinische Versorgung nötig wird.</p>
<p>Natürlich können und sollten einzelne Prozesse günstiger werden, bzw. muss politisch dafür gesorgt werden, dass das möglich ist. Und genau da wird Rösler wahrscheinlich versuchen anzusetzen. Der nachweislich beste Motor dafür sind natürlich wettbewebliche Elemente &#8211; es muss Kostendruck entstehen, sonst wird da überhaupt nichts effizienter werden. </p>
<p>Die Aufforderung, die Kasse zu wechseln ist darum auch weniger Ausdruck von Hilflosigkeit, sondern vielmehr ein Vorbote genau dieser Politik.</p>
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