Im öffentlichen Dienst wird, jedenfalls in den unteren Lohngruppen, nicht viel verdient. Da kann man die Verdi – Lohnforderung von 5 % verstehen. Aber nur auf den ersten Blick! Die Argumente der Gewerkschaft sind platt, ja abgenutzt. Sie will mit 5% mehr Lohn für den öffentlichen Dienst sicherstellen, dass der ohnehin aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise zu erwartende Nachfragerückgang etwas abgemildert wird. Hat das denn in den vergangenen Jahren so funktioniert, wie Verdi es uns “verkaufen” möchte?

Der wirtschaftliche Erholung der letzten Jahre und der erst später einsetzenden besseren Binnennachfrage ging doch eine deutliche Verbesserung der allgemeinen Konjunktur voraus. Der Grund dafür war das gut laufende Exportgeschäft, nicht die Binnennachfrage. Die Prognosen für das Jahr 2010 sind aber, was diesen für Deutschland so wichtigen Bereich angeht, nicht so rosig. Generell wird erwartet, dass die Binnennachfrage aufgrund steigender Arbeitslosenzahlen zurückgeht. Wir fallen in alte Verhaltensmuster zurück, die wir aus den ersten Jahren des neuen Jahrtausends kennen. Natürlich ist dies verständlich. Die Menschen machen sich Sorgen und geben, solange sie noch welches verdienen, weniger Geld aus.

Daran würde eine 5%ige Lohnerhöhung wohl eher wenig ändern. Sicher ist aber, dass die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst durch die zusätzlichen finanziellen Belastungen ebenfalls stark unter Druck geraten würden. Das Risiko, auch dort den Job zu verlieren, würde erheblich steigen. Die Diskussion um die Finanzlage der Städte- und Gemeinden ist (auch wenn die aktuelle zeitliche Abfolge uns etwas misstrauisch machen kann) allen präsent. Es gibt keine Spielräume. Fast lächerlich wirkt da die Forderung von Gewerkschaftern, die meinen, man könne durch Verlagerung finanzieller Schwerpunkte bzw. Prämissen an diesem Tatbestand irgendetwas ändern.

Die Arbeit der Gewerkschaften wird immer schwieriger. Auch deshalb, weil die Menschen heute vielleicht mehr als früher beurteilen können (oder nehmen sie das nur an?), wie die Zusammenhänge zwischen Kostenerhöhungen und Zunahme der Arbeitslosigkeit sind und sich deshalb ihr eigenes Urteil über Forderungen dieser Art bilden. Lohnforderungen werden von der Bevölkerung nicht unbedingt mitgetragen, wenn klar wird, wie diese wirken werden. Sie schlagen vielleicht auch negativ auf die Gewerkschaften zurück. Das kann man an den rückläufigen Mitgliederzahlen nachvollziehen.

Und die wenigsten sind bereit, sich mit solchen Konsequenzen auf Dauer anzufreunden oder diese womöglich als normal zu betrachten:

Der Winter setzt Kölns Straßen zu. Schlagloch reiht sich an Schlagloch und der Frost reißt mehr Asphalt auf, als die Arbeiter flicken können. Das Wetter ist allerdings nicht das einzige Problem. Für Instandsetzung fehlt auch das Geld. Da ist der Verfall programmiert. Quelle: Unterwegs auf Kölns Schlagloch-Pisten – Kölner Stadt-Anzeiger


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2 Antworten : “Ich will 5% und fertig!”

  1. Das hier, ist doch viel interessanter!
    Publikumswirksam d...ogenheit versteckt

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  2. Danke für den Link!

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