Der Anbau des Bedburger Schlosses, die so genannte Ritterakademie und die Schlosskapelle, wird wohl endgültig abgerissen. Die 3 1/2 Mio. bis 5 Mio. Euro hat die Stadt Bedburg nicht übrig. Bürgermeister Koerdt: “Ich weiß nicht, so dieses Geld herkommen soll”.
Unser Bürgermeister befindet schließlich, dass der Anbau (die Ritterakademie und die Schlosskapelle) von Anfang an den Blick auf das eigentlich Schloss gestört hätten:
„Ihr Anbau würde heute nicht mehr genehmigt, weil er den Blick auf das Schloss verschandelt hat.“
Allein die Instandsetzung der Schlosskapelle würde ca. 1 Mio. Euro kosten. Auch diese könnte nur mithilfe eines Sponsors gelingen.
Mit Interesse las ich in einem Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers, dass die RWE bzw. ein Vorgängerunternehmen (Rheinbraun?) das Schloss im Jahr 1922 erworben hatte, um unter diesem Kohle abzubaggern. Das hat Rheinbraun in unserer Region seit Jahrzehnten getan und tut es auch noch heute. Heute heißt das Unternehmen “RWE Power”.
Schloss Bedburg: Der linke Teil soll ggf. abgerissen werden.
Der Bürgermeister erklärte, dass bis heute unklar sei, welchen Einfluss die vorliegende mangelhafte Gründung, die tektonische Störung sowie die Grundwasserabsenkung durch das RWE bzw. Rheinbraun gehabt hätten. Es hat sich also in dieser Hinsicht an der bereits einmal geschilderten Sachlage nichts geändert. Dass es in unserer Gegend sehr viele Bergschäden gibt, für die das RWE Schadensersatz geleistet hat, wird auch in diesem Artikel nicht angesprochen.
Ich bin kein Geologe, aber ist es nicht naheliegend, dass die “tektonische Störung” durch die massiven Grundwasserabsenkungen entstanden ist? Wenn das Unternehmen sogar Eigentümer des Schlosses gewesen ist, hätte es dann nicht auch für die Instandhaltung aufkommen müssen (Eigentum verpflichtet, habe ich irgendwo mal gelesen). Aber mit einem gewerbesteuerzahlenden Unternehmen der Größenordnung der RWE kann sich eine kleine Stadt wie Bedburg wohl nicht anlegen?
So wird also nun wohl der Abriss erfolgen. Ich finde es albern und zugleich ausgesprochen ärgerlich, dass Koerdt der Öffentlichkeit einzureden versucht, Anbau und Schlosskapelle würden das Gesamtbild des Schloss “verschandeln”.
Das RWE verdient kräftig an den viel zu hohen Strompreisen und macht Jahr für Jahr Milliardengewinne. Sollen sie. Aber die Stadt könnte sich im Interesse ihrer Geschichte mehr engagieren als sie scheinbar dazu bereit ist. Warum besteht sie nicht auf einer gerichtlichen Klärung? Wofür gibt es schließlich Gutachten? Warum diese Klärung der Ursache für die Einsturzgefahr nicht erfolgt ist mir schleierhaft.
Ich verlinke hier meinen ersten Artikel zum Thema noch einmal, damit man sich die Fotos des “verschandelten Schlosses” noch einmal ansehen kann.
Friedensmedaille vom Friedensnobelpreisträger (o.N.)
Der Boulevard im Blog








Da kannst du wettern, wie du willst – die haben das längst “ausgekartelt”. Da wird die Abrissbirne kommen. Tja. :miesdrauf:
Mir tut das jedenfalls weh. Schließlich bin ich kein Kulturbanause.
Da werden sich bestimmt auch noch eine Menge anderer Bedburger die Augen reiben, wenn ihr Schloss auf einmal zur Hälfte futsch ist.
Naja – als kleinen Trost hab ich dir oben das Herz angekreuzelt. In Wuppertal gabs mal die “Bergbahn” – so ham wir das genannt. Ich hab dir mal den Link rausgesucht.
http://www.google.de/search?as_q=Bergbahn+Wuppertal&hl=de&num=10&btnG=Google-Suche&as_epq=&as_oq=&as_eq=&lr=&cr=&as_ft=i&as_filetype=&as_qdr=all&as_occt=any&as_dt=i&as_sitesearch=&as_rights=&safe=images
Als kleiner Junge bin ich da ein paar mal mit gefahren – dann wurde die platt :daumr: gemacht. Lohnte sich nich mehr – aber lies selber. Heute wären sie vielleicht froh, wenn sie die noch hätten. Aber damals war ja Wirtschaftswunder, da gings nur vorwärts… :miesdrauf:
Hallo, RWE kann man nichts mehr anhaben da die feinen Herren bevor Sie das Schloss damals verkauft haben im Grundbuch einen Verzicht auf Bergbauschäden eingetragen haben. Fein eingefädelt oder?
Ja, das ist ganz schade. Es tut einem in der Seele weh, wenn man denkt, dass bald nur noch ein 1/2 Schloss übrig bleibt. Vielleicht war schon die damalige Privatisierung ein Fehler. Die Verantwortung wurde abgegeben. Die Quittung dafür kriegen wir jetzt.
Hallo,
finde schön, dass sich endlich auch mal kritische Stimmen zum “unvermeidlichen” Abriss der Schlosskapelle und der Akademie finden lassen.
Ich empfinde es auch als `abgekartet´, wie sich die “Oberen” wieder mal so schön einig sind.
Plötzlich verschandeln die Kapelle und die Akademie das `Gesamtbild´ des Schlosses, gleichzeitig weist der Bürgermeister (eigentlich Vertreter der Bedburger Bürger) aber auch darauf hin: “….dass gemäß Ratsbeschluss vom 31.08.2010 nunmehr eine vertragliche Vereinbarung mit der Eigentümerin ausgearbeitet werde, wonach die Entwicklung der nach der Niederlegung freiwerdenden Flächen in Zusammenarbeit mit der Stadt Bedburg einvernehmlich vorzunehmen und zu betreiben sei.”
Hört sich doch so an, als ob schon mit Investoren gemeinsame Sache gemacht worden ist, da wieder was hinzuklotzen! Da werden wieder mal Tatsachen geschaffen.
Damals (toom-Markt) musste ein Teil des Schlossgartens dran glauben, nun sogar Teile des Schlosses selbst. Beim vorletzten Sturm war ein Teil der Schlossfassade herunter gestürzt; also ist demnächst das ganze Schloss für den ‘Abriss freigegeben?
Eine Bürgerinitiative gegen den Abriss, der wieder über die Köpfe der Bürger hinweg durch-gemauschelt wurde, bekäme dem Stadtbild, dass immer mehr zerstört wird, und den `über allen stehenden´ Politikern nicht schlecht, damit die Politiker wieder auf Bodenhöhe herab-geholt werden.
Ach nein, es ist ja demokratisch, wenn ein paar Ratsmitglieder die Entscheidung abgesegnet haben; da hat der Bürger also selber Schuld, wenn die von ihm gewählten und ihn vertretenden `hochstehenden´ Ratsmitglieder etwas beschließen, auch wenn es gegen die Bürgermeinung ist.
Die Kapelle und die Akademie gehören zum Schloss, sind architektonisch außergewöhnlich und erhaltenswert und sind dem Schloss sehr angepasst.
RheinBraun (RWEPower) und die Politiker haben uns die Bergschäden eingebrockt, nun sollten sie auch die Verantwortung tragen und die Schäden reparieren; nicht mit der Holzhammer-Methode ihre Sünden mit falschen und irritierenden, den Bürger für dummer verkaufenden, Erfindungen wegfegen.
Millionen unter Denkmalschutz stehende Häuser und Schlösser auf der Welt sind baufällig oder `einsturzgefährdet´; werden die einfach abgerissen? Ach ja, wenn Politiker und ihre “Investoren” was ausgeklüngelt haben, dann wird auch schon mal der Denkmalschutz übergangen!
Ich verstehe Sie sehr gut. Ich bin auch schwer enttäuscht über die Entscheidung des Rates. Aber ist es für eine Bürgerinitiative nicht jetzt zu spät? Rheinbraun (RWE-Power) hätte eigentlich einspringen müssen. Dass sie das nicht tun, liegt für meine Begriffe auch daran, dass unsere Kommunalpolitiker keinen Arsch in der Hose haben. Oder sind es einfach nur andere Interessen? Um das mal so auszudrücken.
Es ist nie zu spät, siehe Stuttgart21.
Dort ist von Politikern, Behörden, Investoren und Bahn alles `als endgültig´ entschieden worden. Nun, wo alles zu spät zu sein scheint, regen sich auch die `nicht betroffenen´ Bürger, die bisher nicht einbezogen waren, und äußern ihren Unmut über die `Unanständigkeit´ der Entscheidungsgründe und -wege.
Auch wenn alles als `demokratisch´ (Entscheidungen durch von Bürgern gewählte Politiker, die nur ihr Geltungsbedürfnis und ihr Weiterkommen im Sinn haben; Einbeziehung von einigen betroffenen Bürgern, die vielleicht mit Geldern abgespeist wurden und somit den Mund gehalten haben) dargestellt wird, wurden viele Gesichtspunkte den Bürgern vorenthalten oder verfälscht, sodass von Demokratie nicht gesprochen werden kann.
Nun sich den `endgültigen´ Entscheidungen zu unterwerfen, ist falsch. Nur weil Politiker und Behörden sagen, alles war demokratisch entschieden worden und ihre Entscheidungen seien rechtskräftig, ist dies noch lange nicht so.
Wenn Politiker, Behörden und Investoren was heimlich untereinander ausklüngeln, wird sich dies leider für die Bürger immer erst im Nachhinein herausstellen; doch dann sind schon unabänderliche Tatsachen geschaffen.
In Stuttgart denken die Politiker und Behörden kein bischen daran nachzugeben, werden die Bürger mit diesen öffentlichen (Schein-) Schlichtungsgesprächen nur ruhig und hingehalten.
Die Politiker und Behörden denken sich was aus, ändern dafür zielbringend Gesetze und verfassen Beschlüsse unter minimaler oder keiner Einbeziehung der Bürger. Das ist Demokratie in diesem Land.
Leider sehen die Politiker nur ihre Profilierung und Teilhabe an den “Geschäften” (dass sich untereinander viel zugeschoben wird, ist durch ihre Beteiligung an verschiedensten Organisationen ersteinmal gar nicht erkennbar und im Nachhinein schwer durchschaubar.)
Wenn Rechtssprechung, Beschlüsse und Gesetze nur von einigen so verfasst werden, um für ihren Vorteil zu sorgen, können diese nicht endgültig und demokratisch sein; und somit nicht bindend., auch wenn Politiker und Behördenvertreter es in ihrer Selbstherrlichkeit sich selbst und uns so darstellen!
Auch in Stuttgart, wo der Bürger nicht ernst genommen wird und die `Sache gelaufen ist´, also alle Entscheidungen der Politiker und Behörden im Sinne eines Rechtsstaates verbindlich sein sollen, wird es auch nach Beendigung der Schein-Schlichtungsgespräche nicht zu spät sein.
Anstand und Moral wird die Politiker und Behördenvertreter ihre Entscheidungen überdenken lassen.
So lange die Ritterakademie und die Schlosskapelle noch stehen, so lange ist es nicht zu spät.
Nicht nur die Behörden, Politiker und die RWEPower, sondern auch der Eigentümer, dem seinerzeit das Schloss (wie viele andere) `fürn Appel und Ei´ `geschenkt´ wurde (was schon damals nach Mauschelei roch), sind für den Erhalt des Gesamtschlosses verantwortlich.
Kein Politiker, ob Kommune, Kreis-, Land- oder Bundesrat /-tag zeigen standfesten Charakter, weil ihr Ziel eben nicht die Bürgervertretung, sondern nur ihr eigenes ist, sich aber als Bürgervertreter verkaufen.
Den Beitrag von `Anke Müller´ vom 04.06.2010 finde ich bemerkenswert:
Zum einen wohnt sie noch nicht einmal in Bedburg, und
zum anderen geht sie sehr sachlich an das Problem heran.
Dazu frage ich mich, wo die einflussreichen, betuchten und bekannten Bedburger Bürger bleiben, die mehr Möglichkeiten hätten, das von Anke Müller beschriebene umzusetzen.