Zum Karneval in die Eifel

Ich spiele nicht gern die Spaßbremse. Aber auch dieses Jahr Karneval sind meine Frau und ich abgehauen. Vor dem Karneval – in die Wildnis. Genauer gesagt in die Eifel. Als ich meiner Frau sagte, dass wir Karneval ein paar Tage nach Gerolstein fahren, fragte sie: “Zum Wassertrinken?”

Kleider lüften vor dem nächsten Schlag

Erstmal Kleider lüften und dann geht's weiter...

Nachdem wir über Karneval schon zweimal im Sauerland waren, wollten wir gern mal was anderes sehen. Weniger Schnee, jedenfalls weniger als seinerzeit in Attendorn, wäre nicht schlecht gewesen. Es heißt ja: “Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt”. Und tatsächlich. Unser Weg heute morgen war rein schneetechnisch noch einigermaßen ok. Allerdings konnte man im Bereich von Rheinland-Pfalz gleich sehen, dass die Streugut-Vorräte so ganz allmählich aufgebraucht sind. Selbst die Autobahn A1 war nicht gestreut. Ein Auffahrunfall hatte sich ereignet und ein kleiner Stau gebildet. Im Großen und Ganzen kamen wir dennoch gut durch bis nach Gerolstein. Ein paar Landstraßen waren ganz unbehandelt. Zum Glück kamen wir die Steigung zu unserem Hotel gut hoch. Auch deshalb, weil der Verkehr auf der engen Zubringerstraße sich sehr in Maßen hielt. Schnee liegt hier aber wirklich reichlich. Mehr noch als seinerzeit im Sauerland. Bei uns im Rheinland war schon wieder fast alles abgetaut. Hier liegen dafür wahre Schneeberge – für unsere Verhältnisse jedenfalls.

Übrigens wird auch in der Eifel wie seinerzeit  im Sauerland auch Karneval gefeiert. Allerdings etwas weniger heftig als bei uns. Die Abgeschiedenheit des ausgewählten Hotels wird uns vor übermäßiger Berührung mit Närrinnen und Narren vielleicht bewahren. Wir werden es erleben.

Das hatten wir auch in den 90ern irgendwann mal geglaubt, als wir mit Freunden über die tollen Tage nach Berlin gereist sind. Dort ging, ich wollte es nicht glauben, schon damals einen Rosenmontagszug. Der war nicht einmal mickrig, sondern konnte sich durchaus sehen lassen. Natürlich konnte er den Umzügen von Köln, Düsseldorf oder Mainz nicht das Wasser reichen aber … der gute Wille zählt schließlich.

Übrigens habe ich im Radio kürzlich gehört, dass vom Karneval (im gesamten Bundesgebiet) ca. 50.000 Arbeitsplätze abhängen und dass ein Umsatz in einer Größenordnung von etwa 5 Mrd. Euro generiert wird. Da sollten sich die Karnevalsgegner, von denen ich hier ja auch schon Besuch bekommen hatte, mal überlegen, ob sie ihre Einstellung nicht doch überdenken wollen. Auch alte Spaßbremsen können sich schließlich noch ändern.

Wahre Schneeberge liegen hier

Wahre Schneeberge liegen hier.

Dem Kölner Karnevalsmotto muss man nichts abgewinnen, kann man aber: Dröm mat üch Spaß und Freud’, denn dat Leve duert keen Ewichkeit. Oder so ähnlich.

Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Ooch – ich brauch zum Karneval gar nicht abhauen. Hier ist das nur in der Innenstadt (ein bißchen) und auf so Bällen. da krieg ich “gaanix” von mit.

    Ich hab mal mit 2 ehemaligen Schulfreunden Karneval gefeiert (geben tuts die noch, den einen hab ich 2004 getroffen – nach 2 Stunden waren die alten Sachen “durch” – das wars dann. Jeder hatte sein eigenes Leben gelebt. Einige hundert Kilometer entfernt. Da hab ich heute mit dir mehr Gemeinsamkeiten – aber das nur nebenbei).

    Damals ich war so 24/25 sind wir in die Nähe von Köln gefahren – zu einem Bundeswehrkumpel von denen (ich war ja nie bei der Truppe). Wir haben von Donnerstag bis Dienstag “durchgemacht”. Mit 5/6 Mann. Rosenmontag in Köln waren wir 6 – zu Anfang. Und das ging rund – aber wie. Bis so 3:00 früh hatten wir uns alle verloren. Einen hab ich dann wieder getroffen. Wir sind dann mit der Rheinbahn zu dem Kumpel gefahren, wo wir “gewohnt” haben. Um ca. 8:30 Morgens waren wir da – leicht verkatert. Der allerletzte von den anderen kam nachmittags… aus Krefeld – mit dem Taxi. Wir mussten ihn auslösen beim Taxifahrer…. :-)

    Der hatte nachts ´ne Frau getroffen, die hat ihn mit nach Krefeld genommen. Zum naja, kannste dir ja denken. Und frühnachmittags kam der Mann von der – unser Kumpel konnte gerade noch flüchten. Mit 5,- Mark oder so in der Tasche. Da hat er sich ein Taxi geschnappt, und stand dann in der Tür. Wir haben ordentlich gelacht und zusammengelegt, um den Taxifahrer zu entlohnen. Danach konnte ich eine Woche kaum sprechen – die Stimme war fast weg. So hatten wir beim “Zoch” mitgeschrien. :klatschen:

    Das hat mir dann erstmal gelangt. Ich hab dann noch einmal, so 10 Jahre später, in Erlangen/Nürnberg mit einem Bekannten was “faschingmäßiges” unternommen. Das wars. Bis heute.

    PS: und die Sendungen: “Mainz, wie es singt und jodelt” – die hab ich schon immer gehasst wie die Pest. Deswegen werd ich mir heute abend im ORF 2 ´ne Wiederholung vom Matula ansehen, den guck ich gerne. :daumenh:

  2. Ellen Bohnen meint:

    … der Mann hat überall sein Laptop dabei….

    Kümmere Dich mal lieber um Irmchen :-)

    Ein paar schöne Tage wünsche ich Euch !!

    Bis nächste Woche.

    LG
    Ellen

  3. ap meint:

    Hehe, du Ellen, du. Pass auf, ich lass das jetzt sofort Irmchen lesen und die schreibt dir jetzt mal was:

    Das haben Sie gut beobachtet, Ellen. Aber ich kenne ja meinen Pappenheimer. Er muss gleich alles ins Laptop bringen – sehr zu meinem Leidwesen.

    Viele Grüße – unbekannter Weise –
    Irmgard Schulte

  4. JürgenHugo meint:

    Was? Wie? Du läßt deine Frau in die Nähe von deinem Laptop, Horst? Seeehr unvorsichtg – lass die nich die “schlimmen” Bilder finden, grins. :-)

    Aber wie ich dich einschätze, hast du gar keine schlimmen Bilder. Recht so! Ich bin aber nicht so charakterstark wie :harry: du. Leider, leider… :-) :klatschen:

  5. ulysses meint:

    %%% Übrigens habe ich im Radio kürzlich gehört, dass vom Karneval (im gesamten Bundesgebiet) ca. 50.000 Arbeitsplätze abhängen und dass ein Umsatz in einer Größenordnung von etwa 5 Mrd. Euro generiert wird. %%%

    Ein Genußwochenende in der Eifel generiert ja auch ein bisschen Umsatz, oder?

    Bloß kein falsches schlechtes Gewissen!

    Kulinarischer Solidaritätsgruß
    ulysses

  6. ap meint:

    @JürgenHugo: Ich habe keine schlimmen Bilder auf meinem Laptop. Die bewahre ich im Datensafe (extern) auf. :cool:

  7. ap meint:

    @ulysses: Für ein schlechtes Gewissen ist schon jetzt kein Platz mehr (um den Bauch herum jedenfalls) :-) Danke für den Solidaritätsgruß. Heute Abend berichte ich vom 4Gang-Menü.

  8. JürgenHugo meint:

    Mampf! Mampf! Mampf! Und :prost: Ich ess jetzt mal ein “1-Gang-Menü” = Currywurst aus der Mikrowelle und ein Brötchen. So. Und :cafe:

  9. ap meint:

    Wir haben um 10:30 Uhr ausgiebig und gut gefrühstückt und uns dann ins Schneetreiben geworfen.

  10. Also, ICH kann die Eifel nur empfehlen. grinst

    Aber sicherlich nicht um Schnee zu vermeiden.
    Wenns im warmen Rheintal noch “drüsch” ist, liegt hier teilweise schon 10cm feinster Pulverschnee.

    Aber ein Tip um zu viel Karnevals-Mit-Hotel-Gäste zu vermeiden:
    Ferienhäuser sind eine total feine Sache.
    Die eigenen vier Wände, ruhe und wenn das Wetter mal nerft genug Platz um auch einfach mal so durch zu hängen. ;)

    Gruß,
    Tom