Von wegen, der Tod ist umsonst! Man muss schon mit einigen Tausend Euro rechnen. Und es kann ziemlichen Ärger geben – auch nach dem Tod. Vor Wochen hatte ich im Kölner Stadt-Anzeiger gelesen, dass ein 25jähriger Mann beim Versuch, seinen Hund aus dem Fühlinger See zu retten, ins Eis einbrach und ertrunken ist. Seine schwangere Freundin musste dies vom Ufer aus mit ansehen. Der Hund konnte sich noch selbst retten.
Der Leichnam ist bis heute nicht beerdigt worden, weil niemand für die Bestattungskosten aufkommen will. Es ist deshalb auch noch kein Bestattungstermin in Sicht. Die Angehörigen des Toten verweigern die Übernahme der Kosten. Die Behörden streiten sich um Zuständigkeiten. Rechtsanwälte wurden eingeschaltet.
Inzwischen hat sich die Stadt Köln zuständig erklärt, weil der Mann, der aus Bergisch-Gladbach stammte, in Köln ums Leben gekommen ist. Allerdings liegen seither die nötigen Papiere der geschiedenen Ehefrau des Toten noch nicht vor. Deren Anwalt wiederum will gegen die Stadt am Montag eine einstweilige Verfügung erwirken, falls diese weiterhin nicht reagieren solle. Das Sozialamt der Stadt Köln kann die entstandene Aufregung nicht verstehen. “Wenn wir die Einkommensverhältnisse geprüft haben und die Kosten für die Bestattung übernehmen müssen, werden wir das natürlich auch tun”. So ist es vom Kölner Sozialamt zu hören. Die Information ist beim Anwalt der Ex-Frau des Toten noch nicht angekommen, so ihr Anwalt.
Was für ein Durcheinander. Der Mann war erst 25 Jahre. Mir scheint, der Sinn für geordnete Verhältnisse noch nicht so stark ausgeprägt gewesen zu sein. Aber die Kosten für diese Beerdigung sollen 3000 Euro betragen. Das kann auch nicht jeder aufbringen.
Keiner beerdigt den Eis-Toten
Quelle: Keiner beerdigt den Eis-Toten – Kölner Stadt-Anzeiger
Was ist eine Blondine...








3000 – das is is aber dann in D noch nix besonderes. Meistens ist das noch teurer.
verbrennen ist schon deutlich billiger!
Ich weiß das konkret nur von meiner Tante. Das hat (2001) alles in allem (mit Prediger, kleines Totenessen ect.) so um die 7000,- DM gekostet. Für eine anonyme Erdbestattung – die wollte meine Tante so. Und das ist schon 9 Jahre her.
Prediger bräuchte ich nicht, vielleicht jemand, der ein paar Worte sagt.
Das mit dem Prediger hab ich nicht gemacht. Meine Tante hatte noch zu Lebzeiten ihre beste Freundin gebeten, das mit der Beerdigung zu erledigen. Die hatte auch Bankvollmacht dafür. Ich hab zwar angeboten, etwas eher nach Wuppertal zu kommen und zu helfen – DAS wurde aber abgelehnt. Also hab ich die mal machen lassen.
Als sie bei der Beerdigung gestöhnt hat (über die viele Arbeit) hab ich ihr gesagt: “Mehr wie anbieten kann ich meine Hilfe nicht, und wenn sie die nicht wollen ist das ihre Sache!”
Die evangelische Gemeindeschwester hatte die aufgestachelt :miesdrauf: – eine unsympathische Person. Ich war aber der nächste Verwandte, außerdem lag ein Testament vor. Also hab ich eine Retourkutsche gefahren. Ich habe ja während der Zeit in in der Wohnung meiner Tante gewohnt – auch später zur Wohnungsauflösung – das mußte ich ja machen.
Und da wollte mir die beste Freundin dann alles übergeben – Rechnungen, Ersatzschlüssel Sparbuch etc. – mit der Gemeindeschwester als Zeugin. Hab ich sofort abgelehnt: “Ich habe hier das Hausrecht, und die Gemeindeschwester kommt genau bis VOR die Wohnungstür – weil ich ihr hiermit den Zutritt ausdrücklich untersage!” Tja – DA mußte die Schwester zu Hause bleiben (eine Nachbarin hat dann als Zeugin gedient)! Nicht mal den alten Sessel (wo die “Schwester” beim ersten Besuch so gierig nach geguckt hatte) hats gegeben – den habe ich anderweitig verschenkt.
So macht der JürgenHugo das! Beim “Totenessen” nach dem Friedhof gabs auch noch einen Eklat. Da hat doch tatsächlich so ein angeheirateter Verwandtschafts-Dödel gewagt, mir vorzuzählen, das ich schon den 2. Kognak getrunken hatte. “Lieber Mann” hab ich gesagt “solange du das nich bezahlen mußt, geht dich das einen feuchten Kehricht an. Und wenn ich mir die ganze Flasche dahinstelle”.
Ich bin dann auch gegangen, und habe die Mischpoke da sitzen lassen – beim gemütlichen Kognak noch anmaulen lassen, das hab ich nun nich nötig…
Du erlebst ja Geschichten. Jürgen, der streitbare Geist. Bald sind deine Verwandten (wie meine väterlicherseits leider auch) tot und dann wirst du denken, hätte ich sie doch früher nicht so fies behandelt.
Wenn man sich doch nur bei so traurigen Gelegenheiten wie Beerdigungen sieht. Die Zeit der Hochzeiten und Geburten ist in unserem Alter ja leider vorbei.
Na, Horst – der das mit dem Kognak gesagt hat, das war der zukünftige Schwiegersohn von der Tochter vom Horst F. (der heißt/hieß wirklich so…). Und der ist der Sohn von der Schwester meiner Großmutter. Dessen geschiedene Frau war mit ihren Kindern da. Um mal wieder umsonst das exotischste Essen abzugreifen, das sie kennen: Toast Hawaii…
Die Verwandtschaft (und die Sympathie) hält/hielt sich da doch gegenseitig sehr in Grenzen…
Ich hab denen ja auch gesagt: “Liebe Leute, wir sehen uns höchstens noch einmal im Leben – bei der Beerdigung meines Vaters. Deswegen ist mir ziemlich egal, was ihr von mir haltet…” (zu erben gabs bei denen eh nix…).
Aber das hat sich ja auch aufs trefflichste erledigt – mein Vater ist ja im Ausland gestorben und auch da begraben worden. Ohne Verwandte (außer mir) – aber dafür mit einer sehr schönen und würdigen Beerdigung – mit 2 Pfarrern, evangelisch und katholisch. Bestimmt 50 Leute waren da – die meisten, die ihn da kennengelernt hatten. Und das Totenessen mit ca. 20 von denen war auch harmonisch. Der katholische Pfarrer (ein Bekannter) war auch da.
Für die Männer habe ich eine Flasche leckeren Brandy (Stock 84) auffahren lassen, da hat dann auch jeder (waren so 5 mit mir) ein gutes Schlückchen genommen – in Maßen. Und keiner hat nachgezählt…
Und zu: “Die Zeit der Hochzeiten und Geburten ist in unserem Alter ja leider vorbei.” Tja – das is wohl wahr – wenn du dich bei der Bäckerei-Verkäuferin zurückhälst – die scheint ja eine heimliche Schwäche für dich zu haben…
:schneemann: