Bloß kein Streit in der Familie

Wenn ich einen Grundsatz habe, dann den, keinen Streit innerhalb der Familie zuzulassen. Das ist nicht immer leicht aber es geht. Ich meine keinen kleinen Krach, eine hitzige Diskussion über irgendwas, sondern richtigen Streit, der zu einer Entfremdung von der eigenen Familie führen kann.

Es gibt einen konkreten Anlass, weshalb ich das Thema anspreche. Eine Freundin meiner Mutter ist gestern plötzlich während einer Operation verstorben. Das ist sehr traurig. Viel trauriger ist aber, dass sie seit Jahren keinen Kontakt mehr mit ihrem einzigen Sohn und dessen Familie hatte, der in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wohnt. Sie war schon lange gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe und hätte ganz bestimmt ihre Familie gebraucht. Aber aus unerfindlichen Gründen hat selbst vor diesem Hintergrund keine Aussöhnung stattgefunden. Keine Ahnung, wer da nicht über seinen Schatten springen konnte und weshalb das so war. Jetzt ist es zu spät.

Vielleicht nimmt der eine oder andere, der diese Zeilen liest, dies zum Anlass noch einmal über die eigene Haltung nachzudenken und sich zu überlegen, ob es wirklich Meinungsverschiedenheiten gibt, die diesen Preis wert sind.

Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Horst – deine Meinung ist ehrenwert. Aaber: DAS klappt nich immer!

    1) man kann/soll nicht alles schlucken – irgendwo ist die Grenze…auch in der Familie.

    2) zum Frieden – da gehören immer zwei – zum Krieg, da langt einer!

    Lieber hab ich ein gesundes Feindbild – da weiß ich, was mich erwartet. Das ist 10x besser, als wenn dich einer oben freundlich anlächelt – und unten versucht er dir dauernd, vor die Kniescheibe zu treten!

    Einige von meinen Verwandten aus W. – die würd ich noch nicht mal zur Tür rein lassen (nun gut, es gibt da ja keine “engen” Verwandten mehr – und die anderen kommen sicher nich…).

  2. psychoMUELL meint:

    wünschenswert wäre es, aber es funktioniert nun mal nicht immer. So ist das Leben.

  3. Luigi meint:

    Grundsätzlich hast du recht, aber es klappt nicht. Ich weiß bis Heute nicht was ich meiner Schwester getan habe, trotzdem schaut sie mich mit dem Ar* nicht mehr an. Was will man da machen?

  4. JürgenHugo meint:

    @Luigi:

    Rumdrehen – dann kann sie deinen Ar* auch besser sehen… :soldier: :cool1:

  5. ap meint:

    @Alle: Wahrscheinlich habe ich mit meiner Familie und der meiner Frau mehr Glück als andere. Aber auch bei uns gabs schon mal Meinungsverschiedenheiten, die wir ausgetragen haben. Vor allem meine Schwester und ich sind häufiger mal anderer Meinung. Dennoch würde ich mir nie im Leben gestatten, durch einen Streit den Kontakt abzubrechen. Ich könnte so einfach nicht leben. Ich würde bestimmt nicht mehr froh werden. Und man kann ja auch mal einfach den Mund halten. Zumal dann, wenn man sich gegenseitig gut kennt.
    Zum Glück gibt es in unserer Familie kein Geld, um das wir streiten müssten. Das ist ein Punkt, der ja leider vielfach zu Zerwürfnissen führt.

  6. JürgenHugo meint:

    Zum Glück gibt es in unserer Familie kein Geld, um das wir streiten müssten. Das ist ein Punkt, der ja leider vielfach zu Zerwürfnissen führt.

    Was – kein Geld? Ich will dir mal was sagen: als ich Anfang 20 war, da ist die Tante Selma gestorben – eine Schwester meiner Großmutter. Es waren noch 6 Geschwister da – alle dicke über 60. Die haben sich um 8000,- DM gestritten, die übriggeblieben waren…

    Natürlich nich “mit offenem Visier” – ne, ne – “hintenrum”. Hinterher ist das so gekommen, wie sies gleich hätten machen sollen: 8000:6. So. Das letzte Mal hab ich die Nachkömmlinge von denen bei der Beerdigung meiner Tante gesehen – wie, das steht ja in einem anderen Artikel (da war ich 50). Das vorletzte mal war bei der Beerdigung meiner Großmutter (da war ich 23).

    Ich hatte mir von der Friedhofsverwaltung die Erlaubnis erbeten (und bekommen) meinen Opa mit dem Auto direkt bis vor die Kapelle zu fahren und auch abzuholen – war normal streng verboten. Was meinste, was die gegiftet haben! Fast geplatzt sind die…

    Und dann mußte mir auch noch jeder von denen am Grab die Hand geben und kondolieren…bei dem nachfolgenden Totenessen war ich auch nich lange… :soldier:

  7. ap meint:

    @JürgenHugo: Oh, ich denke, ich weiß, was du meinst. Ich würde mich in einen solchen Streit nicht einmischen. Die könnten sich das Geld durch 7 teilen. Zum Glück ist meine Frau da einer Meinung mit mir. Ich würde mich nicht um Geld streiten. Da müssten die Beträge schon höher sein. Klingt von mir aus großkotzig, soll es aber nicht. Ich kneife vor solchen Auseinandersetzungen. Aber das soll jeder halten wie er mag.

  8. JürgenHugo meint:

    Ich kneife vor solchen Auseinandersetzungen” Das tun viele -so nach dem Motto: “Friede, Freude, Eierkuchen…”

    Oder: “Über was man nicht redet, das gibts ja eigentlich garnich…”

    Das nutzt aber nix – wenn so was in der Luft liegt, dann “knallts” irgendwann doch. Dann lieber gleich. Wenn man sich dem entziehen kann, na gut. Geht aber nicht immer. Nimm mal an, ich hätte mir dir fiesen Ärger. Du wohnst weit weg, ich seh dich nie und les eben deinen Blog nich mehr. So What. Wenn ich aber so´n latenten Streit mit meinem Nachbarn hätte, den ich dauernd auf der Treppe seh – dem kann ich mich nich entziehen.

    Ich würde wahrscheinlich so tun, als würde ich den garnicht sehen. Einfach weggucken und nich mehr grüßen. Wenn der mich dann ansprechen sollte, würd ich ihm das glasklar sagen. Und weiter nich grüßen…

    Gott sei Dank hab ich aber keinen so fiesen Nachbarn. Manche im Haus sind zwar ein bißchen komisch (der wo unter mir wohnt, hat zwar einen Comp, aber keinen Internetanschluß. Weil er Angst vor Viren hat. Sagt er…da grins ich ein bißchen, und gut is), aber da kann ich schon mit leben. Immer such ich ja nu auch keinen Streit.

    Aber manchmal ist ein “Ende mit Schrecken” besser als ein “Schrecken ohne Ende”. Ganz so friedliebend wie du bin ich zweifelsohne nicht… :-)

  9. ap meint:

    Das tun viele -so nach dem Motto: “Friede, Freude, Eierkuchen…”

    Ich will mal so sagen: Für mich gibt’s auch Grenzen. Allerdings neige ich nicht zur Streitsucht. Du weißt, wie viele Leute sich heute vor Gericht streiten, weil diese “Sucht” sich arg ausgebreitet hat. Schon mal darüber nachgedacht, dass es manchmal auch besser sein kann, einfach die Klappe zu halten?

    Natürlich kann ich mich streiten. Ich kann sogar ganz schnell die Beherrschung verlieren und dann geht’s richtig ab. Die Frage ist nur, ob man nachtragend ist und sich auch wieder einkriegt. Es ist doch keine Frage von Rechthaberei, sondern ganz einfach der Prioritäten. Wenn man die Tür zu anderen Menschen zuschlägt, weil man meint recht haben zu müssen, dann ist das genau das, was ich meine. Dieses Gefühl der Genugtuung wäre mir nicht so wichtig, weil es schon nach kurzer Zeit verraucht.

  10. JürgenHugo meint:

    In sowas bin ich stur. Einmal Feind – immer Feind! :soldier: Meistens jedenfalls…