Im Moment habe ich es scheinbar mit dem Selbstbewusstsein. Warum komme ich heute schon wieder mit dem Thema um die Ecke? Die Olympiade hat mich darauf gebracht. Oft kamen die Gewinner/innen ja aus Bayern, wie man anhand des Dialektes deutlich heraushören konnte.
Es gibt ja diesen netten Werbespott, in dem behauptet wird, die Schwaben, Entschuldigung, die Baden Württemberger, könnten alles, außer Hochdeutsch. Ich finde es schade, dass wir Rheinländer, jedenfalls nach meinem Eindruck, keinen so selbstverständlichen Umgang mit unserem Dialekt pflegen. Mir scheint es eher so, dass wir uns dafür schämen. Immer weniger junge Leute sprechen Dialekt. Deren Eltern, also unsere Generation hat sich damit “abgefunden”, dass wir vielfach so genanntes Hochdeutsch mit Knubbeln sprechen. Unsere Kinder werden den Slang war mitunter immer noch hörbar mich sich herumschleppen aber “es” wird immer weniger. Bald werden zumindest in unserer Gegend die charakteristischen Klangfarben wohl ganz verschwunden sein. Ganz so, wie es irgendwann mit den Trachten, sofern es hier mal solche gegeben hat, längst geschehen ist.
Ich arbeite, wie einige Leserinnen und Leser aus anderen Artikeln von mir wissen, in Rheinland-Pfalz. Dort hört man ebenfalls noch den typischen Dialekt. Mir kommt es allerdings so vor, dass man sich auch dort größte Mühe gibt, diesen möglichst nicht hören zu lassen. Ich glaube, ich spreche damit eine Sache ist, die ein bisschen heikel ist. Viele werden es von sich weisen, Menschen mit rheinischem Dialekt mit Vorurteilen zu begegnen. Bestimmt bin ich in dieser Beziehung wieder mal einfach zu empfindlich. Aber ich habe es schon vor Jahren gehasst, wenn ich im Urlaub auf meinen Dialekt angesprochen wurde: “Und du kommt bestimmt aus Kölle”. Noch schlimmer fand ich, wenn einer versucht, meinen Dialekt nachzuäffen. So von oben herab. Dabei sind gerade das oft Leute, die selbst einen unüberhörbaren Dialekt haben.
Aber gut, ich denke, ich bin einfach zu empfindlich. Aber wenn ich recht habe, weshalb verlieren dann so viele Menschen im Rheinland ihren ursprünglichen Dialekt? Vielleicht liege ich mit meiner Vermutung ja doch nicht so falsch?
» Wilsberg: Münsteraner Dorf ins Rheinland verlegt
» Lana Del Rey - Born To Die
» Unsere Top-Kaufempfehlung: Das Sicherheitsband für Kleinkinder
» Tote auf unseren Straßen








Ich war mal so mit 17 mit meinem Vater in der “Ostzone” – der stammte ja aus Thüringen. Da war ich mit dem Sohn von einer ehemaligen Klassenkameradin im Freibad.
Da waren zwei SUPER-Mädels – um die 20, knapper Bikini und klasse gebaut. Die haben uns natürlich nich mit´m Arsch angeguckt – leider…Aber dann hat die eine ihren Mund aufgemacht und zu ihrer Freundin was gesagt – im allertiefsten “thüringisch” – grauenhaft :daumr: :daumr: hat sich das angehört.
Wenn sie nix gesagt hätte, wärs längere Zeit sicher mein Traumbild gewesen – aber so? Ich hab gedacht: wenn die´s mal mit so einem richtig tollen Westler treibt, und während der “Verrichtung” was sagt – dem schrumpft alles…
Also wirklich, Jürgen. Du denkst aber auch immer zuerst immer an Sex. Es geht doch nicht um Bikinis oder Mädels. Mich kann so ein bisschen Slang nicht so irritieren. Ich bin phonetisch nicht so sensibel. Ich höre meine Musik ja, wie du weißt, mit iTunes.
Bißchen Slang? Das hat sich schlimmer angehört wie 24 Std. nonstop Heino…
Das stell ich mit toll vor: der liberale Horst hört Heino mit iTunes – und thüringische Mädels singen kreischend mit – richtig laut. Ich steck mir dann aber die Finger in die Ohren! :prost: :klatschen:
Als Schwabe kann ich das Problem der “Pälzer”, wie eine Arbeitskollegin aus der Pfalz ihre Leute nennt, nicht nachvollziehen.
Jeder Mensch hat irgendwie und irgendwo seinen Dialekt. Die türkischen Mitarbeiter vom Daimler schwätzen pardon sprechen automatisch auch ein bisschen schwäbisch und das teilweise sogar besser als die anderen Leute, die hier aufgewachsen sind.
Von dem her: Jeder soll reden wie er will, nur im Ausland (beispielsweise in Hamburg) musste eben dann wieder hochdeutsch reden, sonst verstehen die dich einfach nicht mehr. Aber das ist egal, ob du nun Bayer (des samma mia, jawohl), Badenser oder Schwabe (mir können alles, sogar hochdeutsch wenn wir wollen!) oder eben Rheinländer bist.
Von dem her: Ich mag dialekte, die zeigen was von der Kultur.
Manchmal klingt das lustig. Die Katharina Witt z.B., die hat (ich weiß nicht, ob sie das heute noch tut) ganz gut Englisch gesprochen – aaber: Englisch mit Thüringer Dialekt. Aber wie! Verstehen konnte man das gut, es klang aber schon etwas seltsam.
Ich fände es auch schade, wenn der Dialekt irgendwelchen falsch verstandenen Vorbehalten zum Opfer fiele. In Schwaben und Bayern tut er das, wie ich sagte, weniger. Bei uns im Rheinland stirbt der Dialekt meinem Eindruck nach mehr und mehr aus. Und das finde ich sehr schade.