Monatsarchiv: Februar 2010
Wikio ist nicht besser als Technorati
Die Artikel von heute sind in WIKIO wieder mal nicht angekommen. So wird das nie eine richtige Freundschaft zwischen uns werden. Vielleicht verstehe ich aber auch diese diffizile Technik wieder nicht. Doch, doch, daran wird es liegen. Trotzdem finde ich es Scheiße!
iMix “Melancholie im Februar”
Hach, bin ich wieder poetisch! Mein iMix hatte noch 3 Titel mehr. Leider kennt die aber iTunes nicht. Mal gucken?
Das soll weise sein?
Ich habe ja heute schon was dazu geschrieben, aber hat sich der Franz eigentlich überlegt, dass die Zahl der Leute mit Niedrig- und Niedrigsteinkommen danach noch einmal deutlich erhöhen wird und dass damit der Druck auf die Sozialsysteme weiter zunehmen wird? Vielleicht ist es ein reines Rechenbeispiel und ich kann deshalb nicht folgen
Die Leute würden gezwungen sein, jeden Niedriglohn anzunehmen und der Druck in diesem Bereich würde sich noch einmal verstärken. Ist es das, was er Franz möchte? Nee, Franz. So nicht.
Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz plädiert für eine Kürzung der Regelsätze für Langzeitarbeitlose um 30 Prozent.
Um Arbeit attraktiver zu machen, sollten Hartz-IV-Empfänger im Gegenzug mehr hinzuverdienen dürfen, sagte der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und Vorsitzende des Sachverständigenrats in einem am Samstag veröffentlichten Interview der “Wirtschaftswoche”.
via Chef-Wirtschaftsweiser fordert niedrigeren Hartz-IV-Regelsatz | Top-Nachrichten | Reuters.
Airbag-Rucksack rettet Skiläufer bei einer Lawine
Ich kann nicht Skilaufen, also kenne ich mich mit Ausrüstungsgegenständen wie dem Airbag-Rucksack nicht aus. Aber das ist doch mal echt eine tolle Innovation.
Der Wintersportler – nähere Angaben zur Person lagen noch nicht vor – war mit einem Lawinen-Airbag-Rucksack ausgerüstet und konnte diesen noch auslösen. Dadurch wurde er zwar von den Schneemassen mitgerissen, blieb aber an der Oberfläche und wurde nicht verschüttet.
via Lawine: Airbag-Rucksack rettet Skiläufer das Leben « DiePresse.com.
Der Lohn und die Menschenwürde
Wir achten nicht genügend auf unsere Sprache: “Für viele Beschäftigte in Deutschland lohnt sich ihre Arbeit nicht.” So lese ich es in der Online-Ausgabe der FAZ. Man hätte auch schreiben können: “Viele Menschen in Deutschland verdienen heute zu wenig Geld”. Es hätte das Dilemma der betroffenen Menschen gleichgut beschrieben, wäre aber weniger tendenziös und nicht so spektakulär. Und ich glaube, um letzteres geht es zunehmend. Auch in der professionellen “Berichterstattung”. Vielen wird in diesem Zusammenhang der schlichte Satz wieder einfallen, den ich in den letzten Wochen häufiger gehört haben und über den wir, aufgrund maßlos übertriebener “Wettervorhersagen”, die den Status von Katastrophenvorhersagen eingenommen hatten, schmunzeln durften: “Früher nannten wir es einfach Winter”. Heute hingegen, so könnte man es ausdrücken (Harald Schmidt tat das am Donnerstag so ähnlich) ist Deutschland in diesem Winter das weiße Haiti.
Den Artikel habe ich “Der Lohn und die Menschenwürde” genannt, weil von den Befürwortern des Kombilohnes nicht berücksichtigt wird, dass Menschen in Deutschland sich über ihre Arbeit und ihr Einkommen definieren. Vielleicht ist es spießig oder unzeitgemäß und doch wissen wir, dass gesellschaftliche Anerkennung, Beruf und Einkommen eng miteinander verbunden sind.
Man kann sich vorstellen, wie Menschen sich verändern, weil sie sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen. Irgendwann wird man trotzig und ist nicht deshalb nach einiger Zeit nicht mehr ohne weiteres bereit, eine Arbeit annehmen. Das wird man nicht offen eingestehen, da auch dies wiederum existenzielle Konsequenzen mit sich brächte – nicht einmal sich selbst gegenüber. Man wurde von der Gesellschaft ausgeschlossen und ist deshalb nicht mehr bereit, die Anstrengungen zu unternehmen, die für diesen Menschen sonst vollkommen normal gewesen wären. Vielleicht hat man sich schon aufgegeben. Das hängt vom Typ, vom Alter und von allen möglichen anderen Faktoren ab. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Prozess auch im Unterbewusstsein abläuft. Menschen verfügen nämlich über Schutzmechanismen, die häufig ganz exzellent funktionieren. Wir sollten uns davor hüten, pauschal zu urteilen.
Das Lohnabstandsgebot soll dazu dienen, dass Empfänger sozialer Transferleistungen nicht mehr Geld zur Verfügung haben, als jemand der in der untersten Lohngruppe einer Arbeit nachgeht. Wir wissen, dass unsere Gesetze (aus aktuellem Anlass: unsere Steuergesetze) nicht eingehalten werden. Warum sollte das mit diesem Gebot auch anders sein? Dieser Konflikt würde sich durch eine Anhebung des Hartz-Regelsatz (359 Euro) verschärfen, wenn nicht auf der anderen Seite das Lohnniveau der unteren Einkommensbezieher steigt. Den Zusammenhang ist sehr einfach zu begreifen. Daraus wird die irreführende und oberflächliche Headline “Wo sich Arbeit nicht mehr lohnt” gemacht.
Das wird der komplizierten Lage nicht gerecht und es impliziert, dass Menschen, jedenfalls die mit geringem Einkommen, zunächst knüppelharte Kosten-Nutzen-Erwägungen anstellen würden. Es geht um viel mehr als um Geld!
Wäre es so, dass ein ungelernter Geringverdiener in Deutschland wirklich 1.823 Euro brutto verdient (was sicher nicht der Fall ist!) und er als Alleinstehender netto 1.256 Euro zur Verfügung hätte, wäre die Welt wohl in Ordnung. Er läge damit sehr deutlich über der Leistung, die ihm aus Hartz IV (637 Euro) zustehen würde. Anders wäre seine Situation, wenn dieser Geringverdiener eine vierköpfige Familie zu ernähren hätte. Inkl. Kindergeld würde das Familieneinkommen dann nur noch 152 Euro über dem Hartz IV-Anspruch liegen. Da wird man ins Grübeln kommen und sich vielleicht fragen, ob sich die Plackerei unter diesen Umständen denn noch lohnt. Deshalb auch die Feststellung der FAZ: “Für viele Beschäftigte in Deutschland lohnt sich ihre Arbeit nicht.”
Nach dem FAZ-Beitrag gibt es in Deutschland derzeit 330.000 Vollzeitbeschäftige, die ihre Einkünfte durch Hartz IV aufstocken. Ich hatte anderswo auch schon von 1/2 Mio. Menschen gelesen, die das tun müssen. Ist wirklich davon auszugehen, dass all diese Menschen sich die Frage stellen, ob sich ihre Arbeit unter solchen Voraussetzungen überhaupt lohnt? Sie würden dann nämlich nicht als Aufstocker gelten, sondern wären in Hartz IV. Zur Sicherheit: Ich meine damit nicht, dass ich diese Denkweise Hartz IV-Empfängern unterstelle!
Der FAZ-Artikel beschreibt, wie stabil die Zahl der Erwerbstätigen trotz Rezession und Weltwirtschaftskrise bisher geblieben ist. Dies ist eine der Auswirkungen der Arbeitsmarktreform der rot-grünen Regierung. Die Arbeitslosenzahlen wurden reduziert. Das lässt sich durch die Statistik belegen. Allerldings haben sich nicht nur die Bedingungen am Arbeitsmarkt verändern, sondern auch die Grundlagen für Statistiken dieses Bereiches. “Sozial ist, was Arbeit schafft”. Diese Prämisse wurden gnadenlos umgesetzt. Die Kapitalisten konnten sich auf die Schenkel klopfen. Die Gewerkschaften hatten dieser Entwicklung nichts entgegenzusetzen.
Der Niedriglohnsektor wächst weiter. Die Zeitung beschreibt dass, sollte das Verfassungsgericht in der nächsten Woche entscheiden, dass der Hartz-IV-Regelsatz erhöht werden müsste, “200.000 Beschäftige aus dem Arbeitsmarkt “zurückziehen” würden, eben weil sich die Arbeit für sie dann nicht mehr lohnen würde”.
Man kann sich wünschen, dass ein vernünftiger Abstand (aber was ist das?) zwischen Sozialleistungen und Niedriglöhnen durch staatliche Maßnahmen erhalten wird. Man sollte aber wissen, dass dieser Staat mittel- und langfristig keine finanziellen Spielräume hat, um dafür zu sorgen. Und die Arbeitgeber werden keine höheren Löhne zahlen.
Nach den NRW – Wahlen wird diese Regierung entscheiden, dass die Sozialleistungen gekürzt werden. Sie wird den vorliegenden Konzepten von Franz und Sinn folgen, also die Regelsätze kürzen und die Hinzuverdienstmöglichkeiten erhöhen.
Das Einkommensniveau für abhängig Beschäftigte wird sich im Allgemeinen wohl weiter nach unten entwickeln. Jedenfalls sieht zurzeit alles danach aus. Den aktuellen Lohnforderungen des Öffentlichen Dienstes zum Trotz. Wie soll es unter dieser Prämisse dazu kommen, dass die Sozialleistungen steigen? Warten wir mal ab, was das Bundesverfassungsgericht am Dienstag dazu meint.
Die Schlussfolgerung der FAZ, dass viele so genannte Niedriglöhner ihre Jobs aufgeben, weil sich die Plackerei bei solchen Sozialleistungen nicht mehr “lohne”, finde ich beleidigend! Dabei gibt es Leute, die das so sehen und auch entsprechend verfahren und die machen uns (leider) ihren Standpunkt via TV klar. Aber darf man daraus auf die Einstellung von Menschen schließen, die heute in schlechtbezahlten Jobs arbeiten oder die aus den unterschiedlichsten Gründen in Hartz IV gerutscht sind?
Der neue Toyota – Slogan: Wir sind nicht zu bremsen
Quelle: Harald Schmidt
Nicht das Sie das verwechseln: Vorn am Weihwasser steht der Taliban und was von hinten kommt, das ist der Jesuit. (H. Schmidt)
FDP nähert sich wieder der 5% Hürde
Mancher wird denken, dass die 8% Zustimmung sich der “Normalform” der Partei annähern. Ich auch. Aber: Opposition ist Mist. Das wusste schon Münte. Wie schwer es doch ist zu regieren. Aber die Große Koalition hat sich am Anfang auch schwer getan. Schwach begonnen und kläglich gescheitert. Und natürlich könnte das wieder passieren. Die Leute sind sooo undankbar!
Warten wir mal bis Mai. NRW wird so etwas wie eine Nagelprobe und auch dort sieht es, wie man liest, nicht so toll aus. Nicht, dass jemand glaubt, ich würde mich darüber freuen. Neeeeeiiin.
Nur noch acht Prozent Zustimmung – so schlecht schnitt die FDP im ARD-DeutschlandTrend zuletzt vor zwei Jahren ab. Die Partei erhält damit offenbar die Quittung für den konfliktreichen Start der schwarz-gelben Koalition. Profitieren können davon die Grünen: Sie stehen bei 15 Prozent.
Quelle: ARD-DeutschlandTrend: FDP stürzt ab – Grüne im Rekordhoch | tagesschau.de
Lafontaine wird bald nicht mehr für die LINKEN da sein. Eine andere Integrationsfigur für die Ost-West-Partei wird nicht schnell zu finden sein. Davon könnte die SPD vielleicht profitieren. Noch liegt sie mit 26% oder so 10% hinter der Union deutlich zurück. Aber die FDP verliert auch in NRW viele Sympathien. Wenn demnächst der Rösler-Vorschlag zur nächsten Gesundheitsreform auf den Tisch kommt und der Streit mit der CSU richtig hoch kocht (natürlich erst nach der NRW-Wahl) wird die FDP noch mehr Federn lassen. Davon bin ich überzeugt.
Ungesund leben und doch 100 werden
Nun ja, Joopi tut es schließlich auch (noch). Keine Regel ohne Ausnahme — heißt es ja schließlich auch.
Burka, Schleier und kein Ende
Den Grund für den Streit über burka-tragende muslimische Frauen hatte ich hauptsächlich darin gesehen, dass durch das Verbot die Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus eingedämmt werden sollte. Ob Frauenrechte davon auch berührt sind, kann man annehmen aber wohl schwer beweisen.
Es gibt wahrscheinlich genügend muslimische Frauen, die ihre Rechte durch das Tragen solcher Schleier nicht beeinträchtigt sehen.
Soll man Frauen verbieten, sich zu verschleiern – und kann ein solcher Schritt wirklich zu mehr Emanzipation führen?
Quelle: Burka-Debatte: Schleierstreit entzweit Europa – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
Viele Leute irritiert und stört es, wenn ihnen vermummte Frauen begegnen. Wenn diese auch durch ihre Äußerungen zum Thema den Eindruck erwecken, als wollten sie damit ein politisches Statement verbinden, ist der Grund für die klare Ablehnung gefunden.
Cem Özdemir hat recht, wenn er vor einer Symboldebatte warnt, die an den wahren Konflikten vorbeigeht.
Es ist das alte Thema! Verschleierte Frauen wirken fremd in dieser Gesellschaft. Und auf Fremdes reagieren wir mit Ablehnung. Reflexhaft und irgendwie immer gleich. Hinzu kommen die Hetzrituale der Rechtspopulisten. Und so ergibt sich eine falsche Schlussfolgerungen und ein Bild, das diese wiederum zur Verstärkung ihrer Kampagnen nutzen.





