Die Spekulanten machen munter weiter

Wie können die europäischen Regierungen es zulassen, dass ausgerechnet die, die die Finanzkrise verursacht haben, munter weiter ihre Wetten auf den Untergang des Euro abschließen? Hätten sie ihre Versprechungen eingelöst, also etwas gegen den Turbokapitalismus und gegen das Spekulantentum unternommen, wären wir jetzt vielleicht nicht so in der Bredouille.

Europa bzw. die Währungsunion diktiert Griechenland einen drastischen Sparkurs, der von der Bevölkerung abgelehnt wird. Die Streikbereitschaft ist größer als in vielen anderen Ländern Europas. Wer weiß also, ob der erzwungene Sparkurs durchgehalten werden kann? Schlimmer ist aber wohl, dass das restriktive Sparen das Gegenteil von dem bewirken wird, was man sich anscheinend davon verspricht. Zu Beginn der Weltwirtschaftskrise wurde doch von allen Fachleuten davon gesprochen, dass in dieser Situation nicht gespart, sondern azyklisch gehandelt werden müsse, um die Wirtschaft nicht vollends zum Erliegen zu bringen. Das war bekanntlich eine der Lehren aus der großen Depression Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Das stimmt im Fall Griechenland wohl nicht? Die Angst der Politiker vor den Spekulanten (und nur die reagieren nämlich (ein Blick auf die Börsen genügt) auf die erzwungenen Sparmaßnahmen) fordert wieder einmal ihren Tribut.

Nicht, dass der am Ende größer ist, als wir uns das im Moment überhaupt vorstellen können. Denn die Währungsspekulationen, davon ist wohl auszugehen, werden durch die jetzt beschlossenen Maßnahmen nicht auf Dauer ausbleiben. Im Gegenteil: Bald wird klar werden, dass Griechenland mit dieser Politik an die Wand fahren wird. Auf diesen Fall ist man vielleicht noch nicht vorbereitet. Allerdings werden die verbrecherischen Spekulationen der Kapitalisten dieser Welt sich ggf. sofort danach das nächste Ziel suchen. Oder ist das nicht längst gefunden? Spanien hat im Vergleich zu Griechenland einen viel größeren Anteil an der Wirtschaftsleistung Europas. Die Probleme werden also keineswegs kleiner


Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Du ereiferst dich ja wieder mächtig, Horst. :bombe: Tja, soo ganz nur nostalgisch waren also die damaligen Bedenken gegen die €-Einführung wohl nicht… :miesdrauf:

    Die Folgen sieht man ja jetzt. Aber das war wohl der Preis, damit der Kohl die Ostzone kaufen durfte (m.E. völlig überteuert). Tja. Und jetzt is die Kacke europäisch am dampfen. :mies:

  2. janos meint:

    @ JürgenHugo keine Ahnung wie du jetzt mal wieder Ost gegen West ausspielen willst, das ist stellenweise mehr nervend als der Euro selber, einfach mal nach 20 Jahren damit aufhören, das ist alles Deutschland, denn schon mal überlegt wer den Grossteil der Reperationsleistungen getilgt hat und wer den Marschalplan bekommen hat, und dann Gegenrechnen :)

    Und das die Spekulationen nicht aufhören werden das war doch wohl klar, wenn eine Wirtschaft nur darauf schaut was Ihre Börse macht kann auch so nichts geändert werden.

  3. JürgenHugo meint:

    @janos:

    Fakt ist: das war keine “Wiedervereinigung” – die sind vom Kohl schlicht “aufgekauft” worden – ob dir das nun gefällt oder nicht. So, wie die Dinge lagen, hätte der nur etwas zuwarten brauchen. 1, 2, 3 Jahre vielleicht. Dann hätten die anderen Europäer auch irgendwann ihr Placet dazu gegeben.

    Auch ohne den Euro. Und die DDR – na DIE hätten sicher mitgemacht. Aber dann hätte das alles ruhiger und in geordneten Bahnen ablaufen können. Und nicht nach der Manier: “das bezahlen wir aus der Portokasse…”

    Nur aus dem Bauch heraus: “Aber das sind doch alles auch Deutsche, die Brüder und Schwestern aus der DDR, die müssen jetzt gaaanz schnell zu uns!” – das klingt zwar schön, aber was ist denn bei der Hektik rausgekommen? Unsummen Geld sind “verbrannt” worden – DAS ist rausgekommen dabei!

  4. janos meint:

    @ JürgenHugo Ich will ja nicht motzen, aber mal überlegt was im Grundgesetzt stand, die Wiedervereinigung http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wiedervereinigung
    , es war einfach erklärtes Ziel und Pflicht, wenn Kohl was richtig gemacht hat dann das, und ohne diesen Kaufschub den es durch die Wiedervereinigung gegeben hat würden die wirtschaftlichen Probleme des Westens schon viel eher zu Tage getreten sein!

    Unsummen werden auch jetzt noch verbrannt und das nicht in den Osten, sonder zb Afganistan, Irak, Kongo oder schaue dir das Schwarzbuch der Steuerzahler an wo in D überall geld verbrannt wird.
    Wenn ich zb hier in Stuttgart an Stuttgart21 denke, oder ich in der Umgebung mal mit den Auto fahre, da sehe ich neue Brücken ohne Fahrbahnanschluss schon jahrelang stehen, das hat ja wohl wenig damit zu tun das der Osten dazugekommen ist.

    Ich denke nur die Leute die einseitig denken weil sie zb nie solche Sachen in der DDR miterlebt haben sind stinkig und versuchen jetzt Stimmung zu machen, genau wie der Westerwelle der gegen die hartz4 Bezieher solche Stimmung macht, ohne die wahren Hintergründe wissen zu wollen. Fakt ist auch da das 2,5 Mill Hartz4 Empfänger Vollzeit arbeiten gehen, können die was dafür das man keine Grundlöhne in D hat und das Mieten etc enorm hoch?
    Ich finde es einfach unerträglich wenn man jetzt versucht einen Schuldigen zu finden, dieses Ost- West gemotze geht mir so auf die Nerven weil es meist von den Leuten ausgeht die noch nie im Osten waren, aber denken sie wissen darüber Bescheid, ich wette du warst noch nie im Osten?

  5. Peter2509 meint:

    @Jürgen Hugo
    Da ist nichts “verbrannt” worden. Das Geld hat nur den Besitzer gewechselt. Das hat der Ennoch Kohn zu Beispiel aus den Sozialkassen in den Osten überwiesen und dann ist es auf direktem Wege zu ALDI, Deutsche Bank, VW, LBS usw. usw. geflossen. Das hat genau so schön funktioniert wie man es bei der Entwicklungshilfe macht. Das Geld geht nach Afrika und ist 2-3 Tage später ist es auf Konten in der Schweiz. Ich verstehe auch nicht was mit aufkaufen gemeint ist. Wenn man für so etwas solch hohe Schulden macht und Firmen dann für eine DM an zwielichtige Gestalten aus dem Westen “verkauft” , die dann die Firma mit Schulden belasten und die Maschinen verscherbeln, dann würde ich so etwas Raub und Plünderungszug nennen. Da Rohwedder nicht mitmachen wollte wurde er genau wie der Herrhausen von einer nichtexistenten Terrorgruppe mit Geheimdienstausrüstung beseitigt.
    Zum Glück weiß ich wovon ich rede. Ich habe über Zeitarbeitsfirmen bei einigen Schweißereien und ähnlichem in Bayern gearbeitet. Da standen dann die 30 Jahre alten Bohr -, Fräs- und Stanzmaschinen. Da konnte ich mir dann von den Bayerischen Unternehmern dann anhören wie toll und langlebig diese Maschinen sind. Und die sind genau so wie ich oben beschrieben habe an die Sachen gekommen. Ein Plünderungszug und nichts anderes. Genauso läuft es jetzt mit Griechenland. Erst mit wertlosen aus dem Nichts geschaffenen Papiergeld verschulden und jetzt verlangen, das sie ihre Inseln verpfänden sollen. Die Plünderer stellen sich ein weiteres Mal als die armen abkassierten Opfer dar.

  6. JürgenHugo meint:

    ich wette du warst noch nie im Osten?

    OK – 1000 €? Schick sie schon mal her! Ich war 1958, 1967, 1968, und 1990 (und zwar jeweils einige Wochen) in der Zone/DDR – wie man das auch nennen mag. Ich war auch schon öfters in den anderen östlichen Gebieten, die jetzt zu Polen gehören: Schlesien, Ostpreußen, Danzig, Stolp ect.

    Und – das Geld verbrannt worden ist – das stimmt nun mal. Der Hinweis: “aber da und dort wird auch Geld verbrannt” – der macht das nicht besser.

    Ich werde die Diskussion über das Thema aber nicht weiterführen – wir würden uns eh nicht einig. Bleibt eben jeder bei seiner Meinung – und gut ist! :-) Nicht das du denkst, ich hab Angst verbal zu verlieren – ich kann schon ganz gut gegenhalten – der Horst weiß das…es ist aber eben sein Blog, und ich will ihn nicht zu sehr ärgern. :miesdrauf:

    Sonst haut er mich noch – oder schimpft. Das will ich ja auch nicht. :-)

  7. janos meint:

    @Jürgen Hugo kein Thema musst ja nicht weiter darüber schreiben, weil du siehst dieses sowieso einseitig aus einer Richtung, auf andere Hinweise wer wie lange für Krieg bezahlt hat gehst du auch nicht ein, es ist eben nur die pauschal Aussage alles Sch…. viel Geld verbrannt, ohne zu wissen vom wem, und wie, denn wie Peter auch schon sagt, da wurden über die Treuhand ganze Betriebe für 1DM verscherbelt, mit Zuschüssen und rate mal an wem? An Wessis die dann die Maschinen abgebaut und in Westen geschafft haben.

    Aber das ist im Grunde vorbei das kann man nicht ändern, und die Vorwürfe das hat aber der Wessi und das haben die Ossi, das ist das Problem was ich sehe. und genau so Leute wie du bringen eben diese Vorurteile immer wieder hoch, wollen aber die eigene Schuld dabei nicht sehen, denn du hast damals Kohl gewählt :)

  8. Griechenland meint:

    Griecheland dient vielleicht auch nur als Übungsobjekt für die Länder im EU Raum, welche eine grössere und relevantere (im Gesamtkontext) Wirtschaft haben. Ist vielleicht ein bisschen verschwörerisch, würde aber so einiges erklären.

Trackbacks

  1. CONTRACOMA sagt:

    NetNewsGlobal: Die Spekulanten machen munter weiter: Wie können die europäischen Regierungen es zulassen, dass aus… http://bit.ly/9EPS0a

  2. Info-Junkie sagt:

    Die Spekulanten machen munter weiter http://2j8a.sl.pt

  3. Hans Kraft sagt:

    RT @Schreikrampf: Die Spekulanten machen munter weiter http://2j8a.sl.pt