Abgehobener Scheiß

Lena Meyer-Landrut ist die neue Hoffnungsträgerin derer, die nicht wahrhaben wollen, dass Qualität und intelligente Unterhaltung nichts mit dem Eurovision Song Contest zu tun haben. Die nicht hinschauen mögen, wenn Püppchen und Knastbrüder sich zu deutschen Superstars erheben.
Quelle: "Unser Star für Oslo": Wir sind gar nicht so | Kultur | ZEIT ONLINE

Die Autorin, Rabea Weihser, hält nicht viel von Fernsehunterhaltung und noch weniger vom “Eurovision Song Contest”, dem Lena, jedenfalls nach Meinung von Frau Weihser, durch das Publikumsvotum von gestern Abend sozusagen ausgeliefert wurde. Wir hatten erst eben einen kleinen Diskurs hier im Blog über die Klamauk-Veranstaltung, die jährlich unbeliebter zu werden scheint. Man muss das nicht gucken und doch ist es wohl eine Chance für Künstler, die sich diese wahrscheinlich nicht gern nehmen lassen würden. Auch nicht von einer Journalistin aus dem Feuilleton von Zeit Online.

Seit gestern Abend hat der deutsche Popnachwuchs ein feines Schneewittchengesicht, ohne falsche Wimpern, ohne Spachtel-Make-up, ganz frisch und offen, wie es sich das Publikum des deutschen Vorentscheids gewünscht hat. Wir sind keck, charmant, mutig, zeitgemäß, geschmackvoll, intelligent, mitreißend. Ach.
Quelle: "Unser Star für Oslo": Wir sind gar nicht so | Kultur | ZEIT ONLINE

Mir gefielen Kandidaten, Kandidatinnen und Auswahlmodus, sogar die Jury der Pro7/ARD-Sendung besser als das “Paket” von DSDS. Nur … hätten die “Püppchen und Knastbrüder” nicht ein bisschen mehr Respekt verdient? Auch im ShowBiz haben noch nicht alle Abitur und eigentlich braucht man es zum Singen auch nicht unbedingt.

Sie muss sich verbiegen, um ihr Heimatland zu vertreten. Denn so charmant, frech und intelligent wie Lena Meyer-Landrut sind Deutschland, sein Pop, seine Jugend noch lange nicht.
Quelle: "Unser Star für Oslo": Wir sind gar nicht so | Kultur | ZEIT ONLINE

Kommentare

  1. Sven meint:

    Ach du,

    ich habe da heute schon meinen Streit durch und habe im Blog jetzt meine Gedanken dazu niedergeschrieben. Jeder hat einen anderen Geschmack, dass sei jedem gelassen und soll auch so sein, aber alles Schlecht zu reden nur weil man es selber nicht mag, dass kann ich einfach nicht mehr ab.

  2. psychoMUELL meint:

    Ich habe die Sendung gestern gesehen und habe mich gut unterhalten gefühlt!

  3. ap meint:

    @Sven & @Sven: Aber ihr habt schon verstanden, dass ich beide Sendungen ganz gut finde. Kritisiert habe ich die Kritik.

    http://www.querblog.de/2010/03/12/ich-hatte-einen-schnen-abend/

  4. Siegfried meint:

    Nun ja, die Sprüche eines alternden ex-Stars sind die eine Seite, die andere sind durchaus talentierte Sänger und Sängerinnen. Man sollte vielleicht die Kandidaten bei DSDS nicht mit dem Rahmenprogramm verwechseln.

    Umgekehrt gilt das zwar für USFO auch, aber da scheint die Verwechslungsgefahr doch etwas geringer zu sein.

  5. Rayson meint:

    Als Intellektueller darf man vor allem eins nicht: Etwas gut finden, das viele andere auch mögen. Und man muss immer den erhobenen Zeigefinger parat haben, um den Nichterleuchteten zu zeigen, wie dumm und primitiv sie doch sind.

    Ach ja, und Optimismus geht schon gar nicht. Die Schlechtigkeit der Welt ist jeden Tag zu entlarven.

  6. JürgenHugo meint:

    “Auch im ShowBiz haben noch nicht alle Abitur”…Einige von diesen “Super”stars können bestimmt nicht einen ganzen Satz fehlerfrei formulieren, geschweige denn hinschreiben… :-)

  7. Siegfried meint:

    Die Schlechtigkeit der Welt muss man nicht täglich entlarven, die wird einem täglich kostenlos um die Ohren gehauen.

  8. Rayson meint:

    Oh, ein Intellektueller…

  9. JürgenHugo meint:

    Tja – es scheint mindestens noch einen Intellektuellen auf der Welt zu geben… :-)

  10. Siegfried meint:

    Tja, darauf antworte ich am Besten heirmit: http://www.lastfm.de/music/Tarja+Turunen/_/I+Walk+Alone
    :)

  11. JürgenHugo meint:

    Au weia – von der möcht ich mich nich hauen lassen! :arzt: Dann lieg ich ja gleich flach.

    Aber so nette ältere Herren wie mich haut die sicher nich, die Frau Halmich. Ich würd ihr auch listig gleich ein (oder mehrere) Kompliment machen – müßt ich noch nich mal lügen. Ich find die ganz nett.

    Die Mädels, die sie verhauen hat, finden sie sicher nich ganz so nett, grins. :-)

  12. Siegfried meint:

    Hmmm ja, die Guteste hat Stefan Raab flach gelegt :grins:

    Mit Antwort meinte ich allerdings eher das Musikstück :)

  13. ap meint:

    @Siegfried: Ja, das ist auch eine meiner liebsten Darbietungen. Ich lach mich jedes Mal schlapp, wenn ich es sehe. :-)

  14. Siegfried meint:

    Musik wird oft nicht schön gefunden,
    Weil sie stets mit Geräusch verbunden.
    (Wilhelm Busch)

  15. ap meint:

    @Siegfried: Der Spruch gefällt mir gut. Auch wenn er nicht passt, fällt mir ein weiterer von Wilhelm Busch ein, der zu Westerwelle passt: Und ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

    Ist aber wohl gar nicht von Busch, hätte es aber doch sein können :-)

    Ist der Ruf erst ruiniert, Lebt es sich ganz ungeniert. Dieses Zitat wird neben Wilhelm Busch u. a. auch Bert Brecht zugeschrieben. Tatsächlich soll das Zitat vom Kabarettisten Werner Kroll um 1945 erstmals öffentlich vorgetragen worden sein. Es ist allerdings nie in gedruckter Form erschienen, so dass der Ursprung im Laufe der Zeit im Dunkel verschwunden ist.
    Quelle: Wilhelm Busch – angebliche Zitate

  16. Siegfried meint:

    Ja, Wilhelm Busch ist heute so aktuell wie damals. Denk nur an “Die fromme Helene” :)

Trackbacks

  1. Teufel100 sagt:

    http://www.bit.ly/dpKL1l <– schön mitdiskutieren über Lena ;-)