Gestern morgen habe ich auf dem Weg zur Arbeit Pfarrerin Silke Niemeyer im Radio (WDR5) gelauscht. Vielleicht gibt es angesichts der momentanen Voreingenommenheit gegen Kirchenleute keine große Bereitschaft, diesen zuzuhören. Das wäre in diesem Fall allerdings ein Fehler.
Ich empfehle euch, die paar Minuten zu investieren. Ihr werdet wieder mal staunen, wie viel Kluges in der Bibel steht, das auch in unserer modernen Welt seine Überzeugungskraft hat. Vielleicht nicht nur für linke Gutmenschen?!
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Wer nicht lesen möchte, kann den Beitrag hier anhören.












Tja, in der Bibel mag ja eine Menge gutes drinstehen – fragt sich immer, was daraus gemacht wird…
Das war übrigens das Wort, was ich letzthin mal gesucht habe für dich: es gibt eben nich nur “Gut”menschen wie du. Leider, leider!
Mutig, Sowas zu veröffentlichen
Aber Du hast absolut Recht. In der Bibel steht jede Menge sehr sehr Kluges. Schade nur, dass es so wenige lesen und noch weniger ernst nehmen. Und klar kann man Alles verdrehen. Ist mit der Bibel allerdings nicht ganz so simpel. Nicht umsonst war der Besitz einer Bibel früher verboten. Bibel vorlesen und auslegen (oder eben auch nicht) oblag früher allein der Geistlichkeit. Klar, dass man so auch Kreuzzüge und Hexenverbrennungen durchdrücken konnte. Heute ist die Kunst der verdrehung subtiler. Es ist nicht mehr verboten, eine Bibel zu besitzen. Es ist noch nicht mal verboten, sie zu lesen. Aber wer tut das denn heute noch ernsthaft?
Ich war ehrlich gesagt, etwas baff, als diese sich zum Teil sehr modern anhörenden Begriffe hörte.
Das Wort Rechtsanspruch gab’s sogar schon in der Bibel? Man mag fast nicht glauben, wie lange Rechtsanwälte uns Menschen schon pisaken. :zitrone:
@Horst:
Die Bibel ist im Lauf der Zeit 1000x übersetzt worden, und bei der hier gebrauchten da gabs das Wort “Rechtsanspruch” eben schon.
In der Bibel vor 2000 Jahren wird da schon was anderes gestanden haben.
@HORST, HORST:
Deine Blog-Uhr geht falsch! Sie geht eine Stunde nach. Es ist Sommerzeit!
Guck gleich mal auf deine Armbanduhr, ob du die auch noch stellen mußt. Auf ALLES muß ich aufpassen, grins!
Richtig, die Bibel ist viele Male übersetzt worden. Und der begriff “Rechtsanspruch” lautete damals sicher anders. Aber die Bedeutung dahinter dürfte ähnlich genug sein.
Was auch bemerkenswert ist: Die Bibel wurde zwar viele viele male übersetzt, aber die Originaltexte existieren immer noch. Eine Bibel im heutigen DEeutsch ist also nicht die Kopie einer Kopie einer Kopie … einer Kopie, sondern eine Kopie des originals.
Was es allerdings tatsächlich zu berücksichtigen gilt: Nicht nur die Sprache war damals eine Andere. Auch die Begriffs- und Gedankenwelt war damals eine andere. Das so an die heutige Zeit zu adaptieren, dass die eigentliche Aussage nicht verloren geht, ist nicht immer einfach.
Nur mal ein Beispiel, das in seiner konkreten Auswirkung besobnders krass ist. Der Papst als Institution wird ja zurückgeführt auf eine Aussage Jesu, wo er zu Petrus sagt (auf deutsch übersetzt): “Du bist der Felsen, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen”. Und der Papst legitimiert sich a) durch diese Aussage und b) durch die Nachfolge Petri. So, als ob damals der Stellvertreter Gottes von jesus selber eingesetzt worden wäre und dies einfach nur per Nachfolger fortgeschrieben wurde.
Der Haken daran: Das, was da eigentlich steht, ist etwas Anderes. “Du bist der Felsen” bedeutet ein Substantiv. “Der Felsen” ist ein Substantiv. Aber im Original sthet dort kein Substantif, sondern ein Adjektiv. Das mag im ersten Moment wie eine Marginalie aussehen. Aber es macht, wenn man darüber nachdenkt, einen riesigen Unterschied aus, ob man von einem Substantiv ausgeht, oder von einem Eigenschaftswort.
Dieses Eigenschaftswort gibt es im deutschen so nicht. theoretisch müsste es heissen: “Du bist ein felsiger”. Aber das Wort gibt es eben so nicht. Man könnte es umschreiben: “Du bist Jemand mit der Eigenschaft eines Felsens”. Das leitet über zu einem tatsächlich im deutschen existenten Eigenschaftswort: “Felsenfest”. Man könnte also sinngemäß sagen: “Du bist ein Felsenfester”. Aber auch das ist in der deutschen Sprache noch immer schwammig. Besser wäre: “Du bist Jemand mit einem felsenfesten Glauben” oder “Du bist Jemand mit einer felsenfesten Überzeugung”. Und dann macht der zweite Teil dieser Ausage auch Sinn: “…und auf diese felsenfeste Überzeugung will ich meine Gemeinde bauen”.
Wie man sehen kann, wird aus so einem marginalen Übersetzungsfehler plötzlich ein ganz essentieller Unterschied. Denn es ist absolut nicht das Gleiche, ob die Gemeinde auf eine Person (Petrus und seine Nachfolger) aufgebaut wird, oder auf einer felsenfesten Überzeugung.
Das Gute ist: Die originaltexte gibt es eben noch, und man kann solche Übersetzungsfehler immer noch korrigieren.
Tja – ihr seid ja arg bibelfest. Ich weiß aber auch was: ein superausführliches Bibelprogramm für den PC. Mit Unmengen von verschiedenen Übersetzungen. Natürlich auch mehreren verschiedenen in Deutsch – von der Lutherbibel bis zu neuzeitlichen.
Die ganze Bibel, Vers für Vers – klitzegenau. Und zwar vollkommen umsonst. Sogar ich als halber “Heide” hab das installiert – man weiß ja nie…
Hier ist der Link:
http://www.theword.gr/index.php?home&l=english
Lasst euch nich schrecken, man kann das fast alles auf deutsch einstellen. Wers nich schafft, kriegt von mir Hilfe – auch umsonst! So. Guckt euch das ruhig mal an – ich empfehl schon keinen Schrott.
Ist nicht schlecht
Übrigens, wenn Du statt l=english mal l=german probierst, klappt’s auch.
@Siegfried:
Ich sprech ´n ganz brauchbares Englisch – war zwar Anfang 2007 (als ich mit dem Comp angefangen hab) was eingerostet – ich hab aber erkannt, das das zumindest nicht schadet. Beim “computern”
Und seitdem polier ich das so nebenbei immer mit auf – ich hab das ja mal richtig gelernt – war halt lange her. Bei Flock und Opera hab ich sogar die Benutzeroberfläche auf Englisch laufen. Bißchen üben schadet nie.
Auf jeden Fall hätt ich in einem englischsprachigen Land nicht arg viel “problems” – von der Sprache her gesehen. Die hätte ich eher im amerikanischen “Bible-belt” – wegen meiner “liberalen” Ansichten. Liberal ist in Amerika ja fast ein Schimpfwort…
Ja, ohne Englisch geht heute fast Nix mehr. Was früher mal Latein war, ist heute Englisch.
Ich komme auch recht gut mit Englisch zurecht. Ausserdem mit brasilianischem Portugiesisch und ein Bisschen mit Spanisch. Und das eine oder andere Wort Franzosisch ist auch noch drin. Trotzdem ziehe ich i.A. Deutsch vor.
Aber Sprache, die damit verbundene Denkweise sowie Identität, das ist ein anderes und ganz eigenes Thema
@Siegfried: Ich habe mich bis heute durchgewurschtelt – ohne Englisch. Das ist nicht zu empfehlen! :gespenst:
@Horst:
Du bist noch jung, du kannst das noch lernen! (wenn du ein bißchen weniger am Blog fummelst). Mich wundert überhaupt, das du das bei deinem Job kannst, ohne Englisch. Ich hab zuerst doch immer geglaubt, du willst mich ver”a********” – mit dem “kann kein Englisch”.
:blume:
Das mit dem Sprachen lernen ist so eine Sache. Ich meine, das wird vor Allem von der Schule völlig falsch angepackt. Rein verkopftes Theoriewissen. Aber Sprache ist nicht Theorie. Sprache ist Leben.
Als ich 1999/2000 in Rio Portugiesisch gelernt habe, da habe ich nach wenigen Wochen angefangen, nachts gelegentlich auf portugiesisch zu träumen. Einfach, weil ich mich ganz und gar auf diese Sprache eingelassen habe. Mit einer Sprache ist auch immer eine Kultur, eine Art zu denken und zu leben verbunden. Eine Sprache zu lernen bedeutet also notwendigerweise, dieses Lebensgefühl zu verstehen. Inwieweit man das übernimmt, ist eine andere sache. In dem einen oder anderen Punkt war ich damals der Inbegriff eines Deutschen. In anderen punkten habe ich gerne die brasilianische Denkweise übernommen.
Aus genau diesem Grund ist es interessant und nützlich, abdere Sprachen zu lernen. Man kommt raus aus seinem Hinterhof und stellt fest, dass es noch viel mehr Hinterhöfe gibt, und jeder ist anders. Wenn man genügend solcher Hinterhöfe gesehen hat, bekommt man langsam einen Blick für die Struktur der Welt.
Ich kann es Dir also sehr empfehlen, z.B. Englisch zu lernen. Aber mach das vorzugsweise nicht hier in Deutschland. Mach es in GB, und dort nach möglichkeit nicht in einer Großstadt, sondern in einer Kleinstadt. Oder dort, wo Du sowieso ein Interesse für die lokale Kultur hast. Lass Dich ein auf das Leben dort. Und keine Angst, wenn es nicht perfekt ist. Ich habe festgestellt, dass die Meisten sich freuen, wenn Du durch ihre Hilfe sichtbar lernst.