Monatsarchiv: März 2010

Schließung aller 6 Jugendzentren in Bedburg?

Schließung aller 6 Jugendzentren in Bedburg?
März 5, 2010 3 Kommentare »

Als ich heute durch die Innenstadt von Bedburg ging, fielen mir Flugblätter ins Auge,  die mein Interesse weckten. Auf ihnen wurde um Hilfe gebeten, denn die Stadt Bedburg zieht es in Erwägung alle 6 Jugendzentren der Stadt zu schließen. Deshalb wird es morgen eine Demo vor dem CAPO in Kirdorf geben, wo dagegen protestiert wird. Ab 12 Uhr wird sich getroffen und man hofft, dass viele Menschen kommen.

eva

Der Grund der Schließungen ist mir leider nicht bekannt, aber ich denke, es geht wie in so vielen Angelegenheiten um Finanzen.

Dass ich als angehende Sozialarbeiterin damit ganz und gar nicht einverstanden bin versteht sich von selbst. Ich stelle mir mehrere Fragen: Zum einen Frage ich mich, wo sollen die Kinder hin, wenn Treffpunkte wie die Jugendzentren geschlossen werden? Ich erinnere mich noch, dass es mal eine Diskussion gab, wo die Frage gestellt wurde, wo die Jugendlichen sich aufhalten sollen und jetzt das. Nicht nur, dass den Kindern ein Treffpunkt genommen wird. Nein, auch wird vielen eine wichtige Hilfe, eine Anlaufstelle genommen. Einige Zentren bieten Hausaufgabenbetreuung an. Wo soll diese nach der Schließung der Jugendzentren stattfinden?

Für 2011 könnten das Freibad, die Alte Schule in Pütz und eben auch die Alte Schule in Kirchtroisdorf stillgelegt werden. Verkauft werden soll dann der ehemalige Toom-Markt, gekündigt werden der Vertrag mit der katholischen Kirche über die Jugendzentren Kirdorf und Rath. In den Jahren danach soll der Vertrag mit den Caritas-Jugendzentren in Bedburg, Kaster, Kirchherten und Kirchtroisdorf gekündigt, das Gebäude des Kasterer Jugendzentrums stillgelegt und das Tennishallengelände vermarktet werden.

Quelle: ;Horror-Liste; gegen Defizit – Kölnische Rundschau

Es gibt Jugendzentren, die viele Kinder dazu bringen, sich zum Beispiel musikalisch zu betätigen und dabei sind schon viele gute lokale Bands zum Vorschein gekommen.

Den Kindern und Jugendlichen in Bedburg wird ein wichtiger Sozialraum durch diese Schließung genommen, und ich frage mich wirklich, was die Stadt damit erreichen will. So wird es dazu kommen, dass sich Kinder und Jugendlichen wieder an Orten aufhalten werden, wo sie „störend“ für die Anwohner oder sonst wen sind.

Es ist traurig wie wenig über solche Dinge und Zusammenhänge nachgedacht wird, aber in solchen Zentren werden Kinder und Jugendliche für die Zukunft geprägt. Und das möchte man einfach beenden!

Vielleicht erreichen die Initiatoren der morgigen Demo ja etwas und die Jugendzentren bleiben bestehen. Ich hoffe das Beste und bin gespannt, wann die Stadt Bedburg eine Entscheidung trifft!

Gastbeitrag von Eva Schulte

Maybrit macht Guido fertig

März 5, 2010 8 Kommentare »

Toyota ruft Westerwelle zurück. Eigentlich wären das die Schlagzeilen, die mir gefallen hätten. Aber ich konnte es nicht abwarten und habe mir Maybrit Illner live angesehen und nicht auf die Medienberichte gewartet. Meine Enttäuschung war groß. Ich kann nämlich nichts anführen, was ich an Guido Westerwelles Einlassungen auszusetzen hätte. Übrig bleibt allerdings der Vorbehalt, dass er zwar “sein Thema” populär platziert hat, bisher aber keine Vorschläge zur Lösung dieser ihm doch so wichtigen Problematik vortragen konnte. Damit macht man sich unglaubwürdig.

Vielleicht war ich aber auch eine Weile zu stark abgelenkt. Ich habe Herrn Stephan Schwarz, Präsident der Berliner Handwerkskammer und Chef eines Gebäudereinigungs-Unternehmens, aufmerksam zugehört und mir anschließend Gedanken über dessen Geschichte und seine Glaubwürdigkeit gemacht.

Er suchte für sein Unternehmen 100 Mitarbeiter/innen. Mithilfe verschiedener Berliner Jobcenter fanden sich 135 Interessenten. Von diesen 135 Arbeitslosen standen am Schluss 5 Leute zur Verfügung. Die anderen wollten oder konnten nicht!  4 von den ursprünglich 5 Leuten haben nach 2-3 Tagen den Job wieder aufgegeben, weil die Arbeit zu schwer war.

Die Firma suchte 100 neue Mitarbeiter/innen und fand einen!

Es stellte sich bei mir zwar gleich ein ziemliches Unbehagen ein, aber ich fragte mich zunächst (wohl der typische Sozireflex?), ob es vielleicht an dem “Hungerlohn” liegen könnte, den die Firma vielleicht nur zu zahlen bereit wäre. Denkste! 8,40 € ist der niedrigste Lohn, der von dieser Firma gezahlt wird. Schwarz führte aus, dass er sich in seiner Branche ausdrücklich für einen Mindestlohn stark gemacht habe. Einen anderen, vielleicht halbwegs nachvollziehbaren Grund für das Verhalten, fand ich nicht.

Die Geschichte ließ mich also ratlos zurück. Ich hoffe nicht, dass man mir deshalb vorhält, naiv zu sein. Auch nicht, dass ich doch mal ein paar Tage diesen Job machen soll, um mir dazu eine Meinung zu erlauben. Ich frage mich, welche Schlüsse wir eigentlich aus solchen Erfahrungen ziehen wollen. Oder machen wir einfach weiter wie bisher?

Habt ihr es gemerkt?

März 5, 2010 Kommentare deaktiviert

Diese Woche ist manchen ein wichtiges Argument abhanden gekommen. Nicht gerade krachend, aber es lohnt sich wohl, es noch einmal anzusprechen. Die Arbeitnehmer werden nämlich (neuerdings statistisch belegt) nicht nur vom Staat, in Form von hohen Abgaben,  sondern auch von ihren Arbeitgebern in die Zange genommen.

Bruttolöhne sinken erstmals seit 1949, Kölner Stadt-Anzeiger

Niemand wird sagen, dass die Differenz zwischen Brutto- und Nettolohn nicht ein großes Ärgernis wäre. Allerdings lässt sich seit dieser Woche nicht mehr behaupten, allein die große Abgabenlast sei das Problem, das den Menschen auf den Lebensstandard schlägt. Nachweislich ist es nämlich nicht nur der Staat, der es von den Lebendigen nimmt und unser sauer verdientes Geld umverteilt. Die Bruttolöhne sind, wie Medienberichten zu entnehmen war, erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland gesunken.

Die Sachzwänge, die das bewirkt haben, heißen vermutlich: Produktivität, Wettbewerb und freie Märkte. Unsere neoliberalen Freunde fügen sich eben leichter in ihr Schicksal.

Ich bin auch geprügelt worden

März 5, 2010 2 Kommentare »

Die Behörden müssen vielen Fällen von Missbrauch in katholischen Einrichtungen nachgehen. Hoffentlich werden die Täter, sofern sie noch leben, zur Rechenschaft gezogen. Mir macht es aber Probleme, die katholische Kirche in eine Ecke gedrängt zu sehen, in die sie in meinen Augen nicht gehört. Den Grund für meine Probleme kann ich nicht so richtig erklären, aber es wird von Tag und Tag schlimmer. Meine Aversion gegen die Berichterstattung in unseren Medien wächst gleichermaßen.

Auch ich hätte eine Reihe verschiedener Gewalterfahrungen aus meiner Schulzeit zu bieten. Die waren längst verdrängt vergessen und wurden nun, durch die investigative Berichterstattung unserer Medien, wiedererweckt. Wen kann ich jetzt dafür haftbar machen? Es war eine katholische Hauptschule. Also wäre der Fall ja klar.

Soll ich mich an die Presse wenden oder selbst den Namen meiner Schule, sofern dieser in meinen sozialen Netzwerken nicht erscheint, bekannt geben? Muss ich vielleicht sogar Zeitzeugen benennen?

Obwohl ich ein schüchterner, braver Schüler war, habe ich Ohren langziehen, Ohrfeigen (mit Schmackes) und Kopfnüsse am eigenen Körper erfahren dürfen. Das war, wie sich vermutlich einige Zeitzeugen erinnern, in den 60ern Gang und Gäbe. Für Fehlverhalten setze es was. Die Prügelstrafe war noch nicht abgeschafft. Ich habe miterlebt, wie in meiner Klasse einem Jungen ein Zahn ausgeschlagen wurde – und zwar von einem Lehrer. Ein anderer Schüler wurde, auch von einem Lehrer, mit Fäusten traktiert, ein anderer mit einem Bambusrohr der Arsch verhauen. Das war alles überhaupt nicht witzig, wenngleich es sich, vor allem, wenn man es mit großem zeitlichen Abstand im Freundeskreis zum besten gibt, ein bisschen nach den “Lümmeln von der ersten Bank” anhören mag.

Wollen die Jahrgänge ihre Prügelerfahrungen jetzt an die Öffentlichkeit bringen oder sind nur die erwünscht, die in den Einrichtungen der katholischen Kirche passiert sind?

Die Spekulanten machen munter weiter

März 4, 2010 11 Kommentare »

Wie können die europäischen Regierungen es zulassen, dass ausgerechnet die, die die Finanzkrise verursacht haben, munter weiter ihre Wetten auf den Untergang des Euro abschließen? Hätten sie ihre Versprechungen eingelöst, also etwas gegen den Turbokapitalismus und gegen das Spekulantentum unternommen, wären wir jetzt vielleicht nicht so in der Bredouille.

Europa bzw. die Währungsunion diktiert Griechenland einen drastischen Sparkurs, der von der Bevölkerung abgelehnt wird. Die Streikbereitschaft ist größer als in vielen anderen Ländern Europas. Wer weiß also, ob der erzwungene Sparkurs durchgehalten werden kann? Schlimmer ist aber wohl, dass das restriktive Sparen das Gegenteil von dem bewirken wird, was man sich anscheinend davon verspricht. Zu Beginn der Weltwirtschaftskrise wurde doch von allen Fachleuten davon gesprochen, dass in dieser Situation nicht gespart, sondern azyklisch gehandelt werden müsse, um die Wirtschaft nicht vollends zum Erliegen zu bringen. Das war bekanntlich eine der Lehren aus der großen Depression Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Das stimmt im Fall Griechenland wohl nicht? Die Angst der Politiker vor den Spekulanten (und nur die reagieren nämlich (ein Blick auf die Börsen genügt) auf die erzwungenen Sparmaßnahmen) fordert wieder einmal ihren Tribut.

Nicht, dass der am Ende größer ist, als wir uns das im Moment überhaupt vorstellen können. Denn die Währungsspekulationen, davon ist wohl auszugehen, werden durch die jetzt beschlossenen Maßnahmen nicht auf Dauer ausbleiben. Im Gegenteil: Bald wird klar werden, dass Griechenland mit dieser Politik an die Wand fahren wird. Auf diesen Fall ist man vielleicht noch nicht vorbereitet. Allerdings werden die verbrecherischen Spekulationen der Kapitalisten dieser Welt sich ggf. sofort danach das nächste Ziel suchen. Oder ist das nicht längst gefunden? Spanien hat im Vergleich zu Griechenland einen viel größeren Anteil an der Wirtschaftsleistung Europas. Die Probleme werden also keineswegs kleiner

Alle haben es gewusst: Der Euro ist im Arsch!

März 3, 2010 11 Kommentare »

Löhne runter, Renten runter, Steuern rauf. Das sind einige Ansagen der griechischen Regierung ans Volk. Die Spekulanten setzen darauf, dass das Volk da nicht mitspielt. Sie wetten – gegen Griechenland und gegen den Euro.

Wir hören in unseren Medien, dass die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung begrüßt werden. So langsam sind wohl alle bekloppt geworden. Glaubt wirklich jemand, dass die Griechen die von der Regierung vorgegebenen Maßnahmen unterstützen werden und auf diese Weise die Staatsverschuldung von 300 Mrd. Euro reduziert werden kann?

Jürgen Drews möchte gern intelligenter werden

März 3, 2010 1 Kommentar »

Wir kennen die Schlussrunde von “Hart aber fair”? Jürgen Drews wünschte sich, nachdem er von Plasberg wegen seines zu langen Schlussvortrages zur Ordnung gerufen wurde, mehr Intelligenz. Nun könnte man mal darüber nachdenken, was dieser Wunsch über ihn aussagt? Oder über uns?

Drews ist übrigens 64. Aber er hat sich auch operieren lassen.

Zum Glück haben wir auch noch richtige Probleme

März 3, 2010 Kommentare deaktiviert

“Hart aber fair” beschäftigt sich heute mit einem Thema, das mir zeigt, dass wir zum Glück auch heute noch einige richtige Probleme haben:

Ewig jung oder würdig grau – Wie wird man alt mit Stil?

Rente mit waaaas?

Rente mit waaaas?
März 1, 2010 7 Kommentare »

Wie leicht man die Leute heute provozieren kann. Ein Dialog ist, wenn man es “richtig” anfängt, schlicht und ergreifend nicht mehr möglich. Man braucht nur das richtige Thema. Rente mit 67 oder, wie Helmut Schmidt meint, mit 70.

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Ein Kommentar zum Beitrag in Welt Online

Die Art und Weise wie sich manche Leute mit Vorstellungen auseinander setzen, die auch nur scheinbar gegen ihre Interessen laufen könnten, ist allmählich bezeichnend für unsere Gesellschaft. Denken ist nicht mehr angesagt. Es wird niedergeknüppelt, was irgendwie nicht zur  eigenen Denkwelt passt. Diese ist vielleicht, wie mancher Liberale gern meint, links. Aber sie könnte genauso gut rechts sein.

Wir werden immer mehr zu elenden Egoisten und Realitätsverweigerer, wir haben nichts als unser eigenes Interesse im Kopf. Lang dauert ‘s wohl nicht mehr und wir schlagen uns denselben gegenseitig ein. Davon profitiert die Rentenkasse und eine Diskussionskultur wäre endlich ganz überflüssig.  Dann brauchen wir endlich keine anderen Meinungen mehr zu dulden. Lest einfach mal ein paar Kommentare unter diesem Beitrag. Es ist fürchterlich!

Helmut Schmidt hat sich für eine schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre ausgesprochen. Die Probleme der älter werdenden Gesellschaft seien bislang durch den Zuzug junger Ausländer überdeckt worden, sagte der 91 Jahre alte frühere Bundeskanzler. Schmidt nahm allerdings auch die Jugend in die Pflicht.
Quelle: Überalterung: Altkanzler Helmut Schmidt fordert Rente mit 70 – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE