Es ist ein sprachlicher Tabubruch: Nach dem Tod von drei deutschen Soldaten bei Gefechten mit Taliban hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erstmals von «Krieg» gesprochen.
Quelle: Tabubruch: Guttenberg spricht von «Krieg» – News Ausland: Europa – tagesanzeiger.ch
Ich habe die Ausführungen Guttenbergs gesehen und gehört (auf Phoenix). Der Verteidigungsminister hat genau geklärt, welche juristischen Gründe dafür bestehen, offiziell eben nicht von Krieg sondern etwa von “kriegsähnlichen Zuständen” zu reden. Das die Presse daraus macht ist typisch.
Und seien wir ehrlich, diese Erklärung haben wir doch heute nicht zum ersten Mal gehört. Sie ist uns doch absolut geläufig. Ich verstehe also überhaupt nicht, warum diese Spitzfindigkeit diesen Widerhall findet.
Lieber wäre es mir, wenn wir mal darüber nachdenken würden, weshalb die Amerikaner es trotz bestehender Meinungsunterschiede zu Militäreinsätzen in ihrer Geschichte eher selten offen eine innenpolitische Auseinandersetzung über die Sinnhaftigkeit solcher Einsätze geführt haben. Die Amis taten das, weil sie wissen, wie sich die Frauen und Männer fühlen, die für ihr Land das eigene Leben aufs Spiel setzen und dass man nicht quasi in der Heimat eine zweite Front eröffnen darf.
Unsere Opposition hat damit keinerlei Probleme. Wenn ich mir das Gebrubbel der Linken, der Grünen oder auch der SPD anhöre wird mir schlecht! Man kann gegen den Krieg sein – sicher auch aus sehr guten Gründen. Aber wieso wird das persönliche Engagement der Leute mit Füssen getreten, die in Afghanistan und anderswo ihr Leben für uns riskieren? Ich finde, dass das nicht sein darf. Die Militäreinsätze sind demokratisch legitimiert. Die Bevölkerung trägt diese Entscheidung nicht mehrheitlich mit. Das ist das eine. Das andere ist aber, wie sich die Opposition in den Parlamenten verhält. Und die sollte sich gefälligst ihrer eigenen Verantwortung gewachsen zeigen. Auch Herr Trittin – zum Beispiel.
Nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, zeigt der jüngste Überfall auf die Bundeswehr, “dass die Realität in Afghanistan nach wie vor in der Darstellung der Bundeswehr ausgeblendet” werde. Erst wenn man sich ihr stelle, sei es möglich, eine “realistische Stabilisierungs- und Abzugsperspektive zu entwickeln”, sagte Trittin dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstag-Ausgabe). Darauf hätten die auch die Soldaten einen Anspruch, die in Afghanistan ihr Leben riskierten.
Quelle: Presseportal: Kölner Stadt-Anzeiger – Kölner Stadt-Anzeiger: Trittin: Realität in Afghanistan wird ausgeblendet
Das ist einfach nur Geblubber. Welche “realistische Stabilisierungs- und Abzugsperspektive” es nach Trittin gibt, können wir nämlich nirgends lesen oder hören. Aber dafür sorgen, dass Leute, die das tun, wofür sie nach Afghanistan geschickt wurden, vor Gericht gestellt werden, dafür sind die Grünen sofort zur Stelle. Da frage ich mich wirklich, wem hier der Sinn für die Realitäten fehlt.









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