In den letzten Tagen gab es im deutschen Fernsehen eine wahre Mankell-Schwemme. Am besten hat mir der 3-stündige und dennoch sehr spannende Film am Samstag Abend (“Kennedys Hirn”) gefallen. Iris Berben stellte erneut ihr großes schauspielerisches Können unter Beweis. Es war seit längerer Zeit ein fesselnder Fernsehabend. Natürlich ist “Spiegel Online” anderer Meinung – wie meistens.
WIEDERHOLUNGEN
EinsFestival, 9. Mai 2010, 20:15 Uhr
EinsFEstival, 10./11. Mai 2010, 01:50 Uhr
Gestern Abend folgte ein Krimi (“Die Schuld“) mit bedrückendem Inhalt. Ein kleiner Junge verschwand unter den Augen seiner Vorschullehrerin und wurde einige Tage später tot am Meeresufer aufgefunden. Schon nach kurzer Zeit war ein Verdächtiger ausgemacht. Der Mann lebte seit ca. 7 Jahren in Ystadt zusammen mit seiner Mutter. Er war wegen seiner pädophilen Neigung vorbestraft und geriet sogleich ins Visier der Ermittler. Dabei blieb es leider nicht.
Der “gesunde” Volkszorn schaukelte sich allmählich hoch, bis es zu gewalttätigen Übergriffen mit dramatischem Ausgang kam. “Besorgte Eltern” nahmen die Sache selbst in die Hand und attackierten, feige und rücksichtslos, zunächst mit Farbe und später mit Steinwürfen das Haus des Verdächtigen. Dabei wurde die Mutter so unglücklich am Kopf getroffen, dass sie verstarb. Der zu unrecht verdächtige Mann erschoss sich einige Tage danach mit seinem Schrotgewehr. Wer die Steine geworfen hatte blieb am Ende offen.
In Wahrheit war der Junge das Opfer der Eifersucht eines sich vernachlässigt fühlenden Adoptivsohnes seiner Familie. Dieser Teil der Geschichte hat mich weniger in ihren Bann gezogen als die Frage, wie schnell man bereit ist, seinen eigenen Vorurteilen nachzugeben und, wenn die Situation dies anscheinend erforderlich macht, sich selbst an gewalttätigen Aktionen gegen Verdächtige zu beteiligen. Es braucht nicht viel, um uns zu unbarmherzigen, menschenverachtenden Bestien werden zu lassen.
Ich stelle mir vor, wie es wohl in unserem Ort aussehen würde, wenn dort bekannt wäre, dass ein Pädophiler in der Nachbarschaft wohnt. Natürlich kann ich verstehen, dass die Menschen sich Sorgen um ihre Kinder machen, aber wir sind auch allzu schnell bereit, Dinge zu tun, die wir danach vielleicht das ganze Leben lang bereuen.












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