Ich gehöre ja zu den Leuten, die es geradezu peinlich finden, dass Sigmar Gabriel (SPD) die Forderung stellte, das Parlament müsse aufgrund einer jüngst von Regierungsmitgliedern (Merkel und Guttenberg) getroffenen “neuen” Definition des Afghanistan – Einsatzes ein neues Mandat des Parlaments erhalten. Als ob nicht jede Abgeordnete und jeder Abgeordnete des Deutschen Bundestages genau wüsste, das in diesem Land ein Krieg geführt wird. Ob man diesen aus feinspitzigen juristischen oder völkerrechtlichen Gründen nun so nennen darf oder nicht.
Vielleicht irre ich mich aber auch. Wie ich auf diesen Gedanken komme? Ich habe letzte Woche Bischof Franz-Josef Overbeck von der katholischen Kirche bei Anne Will gehört. Er stellte fest: “Homosexualität ist Sünde und widerspricht der menschlichen Natur.”
Irgendwo las ich zu dieser Entgleisung des Bishofs diesen Kommentar:
Herr Bischof Overbeck, ich hoffe für Sie, dass sie nicht verglühen, beim Wiedereintritt in die Menschlichkeit
Dem ist zunächst einmal in der Sache wohl nichts hinzuzufügen.
Allerdings schließt sich hier der Kreis zur Afghanistan – Diskussion bzw. meiner Annahme, dass die Bundestagsabgeordneten keine Schwierigkeiten damit gehabt haben sollten, den Kriegseinsatz dort auch als solchen begriffen zu haben.
Wie schnell und gründlich man sich aber irren kann, zeigte mir aber Overbecks Outing – denn: es ist keineswegs so, dass allein er Homosexualität als unnormal und sündig betrachtet. Das tun die Oberen der katholischen Kirche wohl alle – jedenfalls behaupten sie das. Also kann man wohl doch nicht davon ausgehen, dass alle Bundestagsabgeordneten wirklich wissen, dass wir uns in Afghanistan in einem Krieg befinden.









Ich muss ehrlich sein, ich kann deinen Gedankengängen gerade nicht folgen. Aber ich entwirre mal. Ich glaube der Kriegseinsatz ist schon lange einer und ich glaube auch das jeder das weiß. Die SPD muss aber irgendwie beim Wähler Punkten und das kann man am besten wenn man hier jedes Wort so auslegt, dass es der eigenen Partei gut tut. Dieser Schuss kann aber nach hinten los gehen, denn wenn sich der Bundestag entscheidet über ein neues Mandat zu entscheiden, dann muss sich die SPD überlegen ob sie Wähler gewinnen will und gegen das Mandat stimmt, oder ob sie ihre früheren Aussagen zu diesen Konflikt ernst nimmt, denn dann müssen sie für das Mandat stimmen. In beiden Fällen würden sie verlieren, nämlich an Glaubwürdigkeit.
Jetzt zur Kirche. Diese wird immer intoleranter. Eigentlich müsste man schon denken, dass geht gar nicht mehr bei dieser Organisation, aber doch, es geht. Und wenn es so weiter geht sehen wir bald wieder Kreuzzüge, welche von der Kirche organisiert wurden. Die Kirche hat es immer noch nicht gelernt mit Minderheiten tolerant und respektvoll umzugehen und das wird sie auch nie, deswegen ist es eine Organisation die von mir auch nicht respektiert werden kann, was jetzt nicht bedeuten soll, dass ich die Gläubigen nicht respektiere. Es geht einfach nur um die Kirche als Organisation….
Im ersten Teil hast du es genau getroffen, im zweiten fast. Die Kirche weiß sehr genau, dass Homosexualität nichts unnormales ist, kann das aber aus internen, vielleicht dogmatischen Gründen nicht zugeben. Ja, wie ich ja selbst feststelle: manchmal kann man mir nicht folgen
Wir? DU glaubst da vielleicht dran – ich schon lange nich mehr…