Wenn ich das richtig sehe, war doch gerade die Investmentbank Goldman Sachs an den Betrügereien (Kosmetik genannt) beteiligt, die es der damaligen Regierung Griechenlands erst ermöglicht hat, den Euro in die Grütze zu fahren.
Dass es nun ausgerechnet wieder so ein Finanzfuzzi von diesem tollen amerikanischen Bankhaus ist, der nun Analysen zur Situation Griechenlands abgibt, ist wirklich ein Stück aus dem Tollhaus.
Zunehmend wird deshalb über eine Umschuldung Griechenlands spekuliert. Das Land werde voraussichtlich die Zahlungen an die Anleiheinvestoren kürzen oder verschieben, schrieb Erik Nielsen, Volkswirt bei Goldman Sachs , in einem Researchbericht. "Die Anleger müssen auf Anzeichen achten, die auf eine freiwillige Restrukturierung der Schuldenlast in den kommenden Monaten hindeuten", führte Nielsen aus. "Ein Rettungspaket, das über Jahre gültig ist, in Kombination mit einer Umschuldung würde den Griechen mehr Luft zum Atmen schaffen. Dann hätte die Regierung auch mehr Zeit, die notwendigen Reformen einzuleiten."
Quelle: Noch größeres Defizit: Griechische Tragödie bringt Euro zu Fall, Seite 3 | FTD.de
Es sind die Finanzjongleure, also nicht zuletzt diese Investmentbank, die diese neue Krise, die für den Euro (und damit für uns) ganz übel enden könnte, verschuldet, ja gewollt und herbei spekuliert haben. Und was tut unsere Regierung? Sie traut sich nicht, dagegenzuhalten. In der Online Ausgabe von FTD wirft man ihr vor, “kleingeistig” zu reagieren. Und das nur deshalb, weil man die NRW – Wahl nicht gefährden will – so die FTD. Das mag man so sehen mögen. Allerdings muss ich die Frage stellen, wer macht den der Regierung am laufenden Band Vorhaltungen, wenn sie die Schulden mehr und mehr nach oben schraubt? Sind das nicht die gleichen Medien, die nun den Kleinmut der Regierung kritisieren?
Man kann doch einfach nur noch den Kopf schütteln. Diese Krise dürfte für die Gemeinschaftswährung lebensbedrohend werden. Die anderen Krisenherde des Euroraumes stehen schon unter Feuer dergleichen Spekulanten. Und gegen die wollen oder können sich die Regierungen Europa nicht wehren. Diese Lehre müssen am vermeintlichen Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise wohl ziehen. Die Kapitalisten kriegen uns klein. Komisch, dass wir bereit zunehmend bereit sind, die katholische Kirche wegen ihren Fehler zu verlassen. Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, uns auch einmal mit diesem Dreckssystem zu befassen und unsere Regierung nicht dafür zu kritisieren, dass sie die möglichen Folgen ihres Handels verantwortungsgemäß bedenkt. Unsere Medien können vortrefflich lamentieren und labern. Sie tragen nicht die Verantwortung.











Wenn du den 50 Euro schein nicht mehr brauchen kannst, ich nehm den gerne
Im Moment noch. Vielleicht ändern sich das in den nächsten Monaten.
Es ist ein bisschen sehr einfach, irgendwelchen “Spekulanten” die Schuld zu geben und zu sagen, die Regierungen wären gegen all das machtlos.
Den Euro haben sich diese Regierungen ja nunmal nicht nur alle freiwillig ausgesucht, sie haben ihn genau so erschaffen, wie er ist, wohlwissend, dass Situationen wie wir sie jetzt erleben nunmal eintreten können. Sie haben insbesondere darauf verzichtet, ihn “spekulationssicher” zu machen (also beispielsweise mit Gold zu bewerten), weil ihnen Kontrolle über die Gemeinschaftswährung wichtiger gewesen ist, als ihre Stabilität. Das hat mit Kapitalismus im klassischen Sinn ganz sicher nichts zu tun – ganz im Gegenteil: Um so einem System den Vorzug zu geben, muss man schon ausgesprochen marktskeptisch und staatsgläubig sein.
Ein Verlassen des Währungssystems wird es wohl (oder übel) tatsächlich irgendwann geben und ich bin jetzt schon gespannt, ob man anschließend lernt und Währungen nicht länger dem Staat überlässt (der sie regelmäßig kaputt kriegt, wie wir an allein schon der jüngeren deutschen Geschichte erkennen müssen), sondern, wie früher, den Bürgern.
Der Staat macht alles kaputt. Ist schon klar. Wir überlassen alles den Märkten. Haben wir das Ergebnis solchen Blödsinns nicht eben noch vor Augen? Ich bin nicht staatsgläubig. Ich glaube an Gott und die heilige katholische Kirche. Ganz sicher aber nicht an den Markt oder volks- und/oder betriebswirtschaftliche Regeln. Die können mich kreuzweise. Wir werden noch erleben, wohin uns diese Kacke bringen wird. Die Leute, denen du im Grunde das Wort redest (Stichwort: freie Märkte) handeln belegbar unverantwortlich und im Sinne dessen, was nicht nur ich unter Kapitalismus verstehen. Definitionen hin oder her. Wahr ist, dass dieses menschenverachtende System uns ruiniert. Es hat Millionen von Menschen in geschichtlichen Dimensionen gedacht, für eine kleine Weile ein relativ gutes Leben ermöglicht. Aber nur so lange, bis die wohl nur scheinbar bestehenden Alternativen mehr oder weniger endgültig von dieser Erde getilgt waren. Danach zeigte sich erneut die Fratze, die während einer Jahrzehnte mehr oder weniger wirkungsvoll verhüllt war. Wir haben uns sedieren lassen. Die Wirkung lässt nach. Was wohl passiert, wenn die Leute mehrheitlich zu der Erkenntnis kommen, dass nicht die Regierenden die Verantwortung für eine mögliche Inflation und Währungsreform haben? Das wird ganz bestimmt kein Spaß.
Ich denke nicht, dass viele Menschen bereit sein würden, einen tiefgreifenden Diskurs darüber führen wollen, ob die Politik oder irgendwelche unverantwortlichen Spekulanten (Kapitalisten) die Schuld an ihrem Untergang haben. Insofern hast du natürlich recht, dass meine Sichtweise ein bisschen einfach ist.
Jetzt mal abseits aller Polemik: Welche konkrete Gefahr siehst du denn in einem freien, also nicht staatsgebundenen Währungssystem?
Wer, wenn nicht der Staat, könnte denn die Stabilität einer Währung gewährleisten? Hoffentlich sagst du jetzt nicht, dass dies die Banken tun sollten.
@Horst Schulte: “Wer, wenn nicht der Staat, könnte denn die Stabilität einer Währung gewährleisten?”
Ein großer Safe zum Beispiel?
Ich finde den bargeldlosen Zahlungsverkehr auch Scheiße.
Der Tresor ist ja auch nicht für Geldscheine gedacht, sondern für deren realen Gegenwert.