Ich denke nicht, dass Herr Spreng damit recht hat, dass wir Deutsche so denken, wie er es in seinem Beitrag beschreibt:
Wir Deutsche glauben nach wie vor, wir seien besser, fleißiger, steuerehrlicher und disziplinierter als die Griechen und könnten uns deshalb erlauben, mit chauvinistischem Hochmut auf das Mittelmeer-Volk herabzusehen und ihm seine Politik vorzuschreiben, statt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Dabei steckt auch in Deutschland ein Stück Griechenland und in jedem Deutschen auch ein Grieche.
Quelle: SPRENGSATZ _Das Politik-Blog aus Berlin» Blogarchiv » Der Grieche in uns
Vielmehr haben wir es gründlich satt, unser Geld für Dinge herzugeben, für die wir uns nicht verantwortlich fühlen. Selbst das Risiko, dass es unser Geld kosten könnte, scheuen wir. Herr Spreng arbeitet sich wieder mal an der Leistung unserer Regierung ab und hält ihr Selbstüberschätzung und Populismus vor.
Nach meinem Gefühl ist es so, dass es vielen Bürgerinnen und Bürger in unserem Land langsam über ist, dass die Journalisten und Politikberater in ihrer Kritik längst jedes Maß verloren haben? Gerne reden Medienleute davon, dass man die Menschen nicht unterschätzen sollte, um uns dann in einem Atemzug ihre eigene Interpretation der Lage als einzig mögliche Wahrheit zu soufflieren. Viele von ihnen werden das nicht einmal mehr bemerken. So überzeugt sind sie von ihrer Klugheit.
Es gibt aber einen gravierenden Unterschied zwischen Politiker-, Journalisten–und Beratergeschwätz. Erstere müssen, jedenfalls irgendwann, dafür die Verantwortung übernehmen. Ansonsten werden sie (im Idealfall jedenfalls) nicht mehr gewählt bzw. ihre Karriere ist beendet. Ich finde, dass dieser Unterschied eine so große Rolle spielt, dass man ihn auch mal deutlich machen muss.
Bei aller Kritik, die man natürlich an der Politik üben kann, sollte man bedenken, dass die Schulden (auch in ihrer Gesamtheit), auf die sich Spreng wieder bezieht, nicht allein durch Maßlosigkeit unserer Politiker entstanden sind, sondern vielmehr durch die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Er hat allerdings recht, wenn er der SPD und der FDP vorhält, dass sie sich vor der NRW-Wahl reichlich blöd ausgedrückt haben. Ich erinnere nur an Pinkwarts Sätze beim FDP-Bundesparteitag, der sich mokierte, dass die CDU Griechenland unterstützen will und uns Bürgern keine Steuerentlastung geben wolle: “der schlägt den Bürgern ins Gesicht”.
Wir leben über unsere Verhältnisse. Das wissen wir. Auch dass dies unverantwortlich ist gegenüber nachfolgenden Generationen. Aber diese Ausprägung von Moral haben andere Völker auch nicht. Egal, ob man nach England, nach Frankreich, Italien oder von mir aus in die USA schaut. Überall gibt es ähnliche Probleme. Wenn das stimmt sollten wir zumindest damit aufhören, die Schuld an dem Desaster immer nur den Politikern in die Schuhe zu schieben.
Nicht, dass wir irgendwann dastehen und haben unserem Frust über Politiker und deren vermeintliche Fehlleistungen die elementarste Errungenschaft, nämlich Freiheit und Demokratie geopfert. Wir sollten sehen, was gewaltbereite radikale Autonome (der linken und rechten Seite) vorgeblich im Namen des Volkes anrichten. Denkt daran, wenn ihr die Bilder im TV seht. Die Radikalisierung unserer Gesellschaft nimmt ohne Frage zu. Dafür sind nicht nur unsere Politiker verantwortlich.
Der Mensch ist leider nicht naiv, der Mensch ist leider primitiv. / Marius Müller-Westernhagen (Freiheit)












Ganz ehrlich: Ich stimme zu! Diese andauernde Plörre der Medien nervt nur noch.
Und da jammern sie dann wieder, dass die Zeitungen nichtmehr gelesen und die Nachrichten nichtmehr geschaut werden. Die junge Generation hats längst begriffen:
Auf die Mainstream-Zeitungen und Nachrichten kann man getrost verzichten und sich die Informationen selbst zusammensuchen. Ist allemal besser als dieses dauernde Gezerre und dieses Politikerbashing.
Dass damit auch die Politikverdrossenheit Hand in Hand geht, ist natürlich klar.
Meiner will einen Saftsack als Volkstreter haben.
Wer das Ruder dadurch in der Hand hält dürfte inzwischen langsam klar geworden sein. Nunja. Und ich bin immer noch dagegen, dass Griechenland unser Geld kriegt – wer sich mit Beschönigungen in eine EU-Mitgliedschaft und in die Währungsunion getrickst hat, der soll ruhig spüren, was er damit anrichtet.
Kiri(Zitieren) (Antworten)
Es findet wirklich nichts als Problematisieren und Skandalisieren statt. Egal, ob in den Privaten oder im ör-Fernsehen. Das macht einen wirklich fertig. Auch in den Zeitungen stehen fast nur noch Hiobsbotschaften. Den Zusammenhang, den du zwischen Politikerverdrossenheit und dem Umdenken vornehmlich der jüngeren Generation aufzeigst, kann ich zwar selbst so nicht nachvollziehen aber das ist vielleicht wirklich eine gute Alternative zur Nutzung der alten Medien. Das Schlimme an der Entwicklung (gerade, was Griechenland und die Währungsunion) angeht ist, dass uns die Auswirkungen natürlich alle treffen werden. Insofern können wir uns nicht einfach hinstellen und sozusagen daneben stehen und zuschauen. Aber was kann man tun? Ich gehe schon mal nicht zur Wahl am 9. Mai. Ich habe es echt satt!
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)