Monatsarchiv: April 2010
Blogeinträge automatisch twittern mit Feedburner
Ganz bestimmt wird “Google-Feedburner” von wahnsinnig vielen Bloggern genutzt. Andererseits gibt es aber auch viele, die zum Twittern neuer Einträge eigens ein Plugin einsetzen. Eigentlich kann der Google Feedburner dies sehr elegant und eben ganz ohne Plugin übernehmen.
Im Register “Publicize” befindet sich unter dem Punkt “Socialize” die Möglichkeit, die erforderlichen Einstellungen im Handumdrehen vorzunehmen.

Einstellungen des Punktes “Socialize” unter Google Feedburner
Komfortable ist, dass man automatisch die unter Twitter üblichen Hash-Tags setzen lassen kann.
Googlemail: Mails, Reader und Kalender in einem Bildschirm
Letzte Woche stieß ich auf das Firefox – Addon “Integrated Gmail 2.5.5”, das ich inzwischen auf allen 3 PC’s installiert habe, die ich benutze. Für Leute, die keine Berührungsängste mit den Google-Services haben, ist das vielleicht keine schlechte Sache. Ich komme jedenfalls prima damit klar.
So begrüßt mich nach der Installation des Addons mein “Google Mail”:
Meine Auswahl der integrierten Dienste jetzt aus
In den Einstellungen des Addons kann man frei wählen, welche Teile der ausgewählten Google-Dienste man auf- bzw. zugeklappt beim Aufruf von Google-Mail vorfinden möchte. Bei mir sieht es so aus, dass nur der Mail-Eingang aufgeklappt, die anderen Dienste zugeklappt sind (siehe roter Rahmen).
Die Einstellungen sind schnell vorgenommen. Natürlich führt diese Integration (das wird sich vermutlich wohl nicht vermeiden lassen) dazu, dass der Seitenaufbau etwas langsamer vonstatten geht. Für manchen vielleicht ein Grund, das Addon nicht einzusetzen. Auf der anderen Seite besitzen die neuen Möglichkeit aber schon einen gewissen Charme.
Einstellungen für das Firefox-Addon “Integrated Mail”
Die Suche nach Verantwortung für Fehlentwicklungen in der modernen Arbeitswelt
Foto von: Dieter Schütz @ Pixelio.de
Vor 7 Jahren war es auch schon nicht so weit her mit der Ausbildungsfähigkeit junger Leute. Eine Umfrage bei Ausbildungsbetrieben brachte (nach den Pisa-Erkenntnissen) ein kritisches Bild zutage. Man sollte meinen, dass sich angesichts der damaligen Erkenntnisse etwas verändert hätte. Und doch, es hat sich auch etwas verändert. Die Lage ist noch schlechter geworden.
Der DIHK bereitet uns mit seinen “überraschenden” Ergebnissen darauf vor, dass es in diesem Jahr voraussichtlich 5 % weniger Ausbildungsplätze geben wird. 15.000 Ausbildungsbetriebe wurden befragt und das ist also nun die Botschaft der Umfrage.
Martin Wansleben schreibt:
Insbesondere bei Industrieunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten verschlechtern sich die Ausbildungspläne gegenüber den beiden Vorjahren. Das ist vor allem durch den Umsatzeinbruch
auf den Exportmärkten begründet.[…]
Die Betriebe sind nach wie vor unzufrieden mit der Leistungsbereitschaft (48 Prozent), Belastbarkeit (44 Prozent) und Disziplin (46 Prozent) der Bewerber. In den beiden letzten Bereichen melden die Betriebe eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahren. Bei den „soft skills“ ist daher – neben der Schule – auch das Engagement der Eltern gefragt, damit ihre Kinder in Schule und Ausbildung erfolgreich sein können.
[…]
Fazit: Der Ausbildungspakt muss weiterentwickelt werden, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern.
Jeder, der will und kann, erhält ein Angebot auf Ausbildung. (Quelle)
Könnte es sein, dass die Probleme daher rühren, dass sich die Unternehmen, für die der DIHK solche Erhebungen durchführt, sich einen Scheißdreck dafür interessieren, wie man solchen (nicht neuen) gesellschaftlichen Fehlentwicklungen begegnen kann? Dass die Betriebe intern Nachhilfe organisieren ist sicher gut – aber auch nicht gerade neu. Ich habe meine Lehre 1968 begonnen und schon damals war es in vielen Betrieben Gang und Gäbe die Ausbildung durch solche Maßnahmen (die nicht Nachhilfe, sondern “Ergänzungsunterricht” hießen) zu verbessern. In meinem Ausbildungsbetrieb war das noch nicht durchgesetzt. Wir Auszubildende (so ca. 20 über alle 3 Ausbildungsjahre) hatten uns mehrfach erfolglos an unseren Ausbildungsleiter gewandt. Dann kam uns ein Angestellter des Unternehmens, der gerade erst seine Ausbildung beendet hatte, zu Hilfe. Er kannte einen Redakteur des “Kölner Stadt-Anzeiger” und der brachte einen Artikel im Regionalteil der Zeitung. “Lehrlinge üben die Revolte”. Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen.
Wir mussten gleich am Morgen beim Personalchef antanzen. Der besagte Angestellte wurde fristlos gefeuert. Er ist heute übrigens Professor für Wirtschaftsethik. Was beweist, dass ein solcher Vorgang durchaus wegweisend für den eigenen Lebensweg sein kann. Wir Auszubildende hatten damals wenig Spaß. Alle bekamen wir einen ordentlichen “Einlauf”, und der Personalchef schrieb einen Brief an unsere Eltern. Die sollten uns ihrerseits auch noch einmal richtig ins Gebet nehmen. Mein Vater hat herzlich gelacht. So viel dazu.
Der Ergänzungsunterricht war danach nicht von jetzt auf gleich organisiert aber es gab ihn einige Zeit später. Unsere Noten verbesserten sich und das Unternehmen konnte sich in der Folge über bessere Abschlussnoten der Auszubildenden freuen. So ging das damals – vor ca. 40 Jahren. Und unser Betrieb war damals so ziemlich der letzte, der die “Nachhilfe” eingeführt hat. Es hat wahrscheinlich nicht besonders wehgetan, aber natürlich hat es Geld gekostet.
Nun lesen wir, dass die Betriebe vielfach händeringend Auszubildende suchen. Weshalb sollte unter diesen Umständen also das, was früher ging, nicht auch heute noch möglich sein? Klar, ohne das Engagement und den Willen der Auszubildenden geht gar nichts. Da muss schon etwas kommen aber da wäre ich bei dem Punkte, der mir noch mehr am Herzen liegt.
Könnte es nicht sein, dass diejenigen, die heute von den Medien bzw. der Öffentlichkeit beinahe schon als “gesellschaftlicher Ausschuss” diffamiert werden, ihre Verliererrolle schon so angenommen und verinnerlicht haben, dass dies zu dem nun lauthals beklagten und sicher inakzeptablen Verhalten geführt hat? Für die Hauptschulabsolventen gilt das auf jeden Fall, und erst vor kurzem musste ich zu meinem Entsetzen zur Kenntnis nehmen, dass selbst Realschulabgänger von Teilen der Medien der gleichen Schublade “abgelegt” wurden.
So schlimm das auch ist: Aber vermutlich haben auch die jungen Leute Zukunftsängste, die wir in früheren Jahrzehnten so nicht gekannt haben. Man mag jetzt sagen, dass wir auf hohem Niveau klagen und einfach mal mit dem Jammern aufhören sollten. Da mag sicher etwas daran sein. Aber die Unsicherheit, die die Menschen spüren wirkt leider destruktiv und ihr ist in ihrer Irrationalität nicht so einfach zu begegnen. Da kommen in meinen Augen aber eben auch die Unternehmen ins Spiel, die sich ihrer Verantwortung gewachsen zeigen müssen und vor allem diese Verantwortung zunächst einmal annehmen müssen. Es sollte nicht so sein, dass Auszubildende schon beim ersten Gespräch die Ansage bekommen, dass sie über die Ausbildungszeit hinaus keine Beschäftigung im Unternehmen finden werden oder bestens ein befristeter Vertrag mit einem Hungerleiderlohn infrage kommt. Sieht es heute nicht vielfach so aus und muss das überhaupt so sein? Ein befristete Anstellung kann übergangsweise sinnvoll und nützlich sein. Aber auf solche Beschäftigungsverhältnisse kann wahrhaftig keiner seine Zukunft aufbauen. Denken die Personalchefs auf einmal darüber nach, wenn sie die Vorteile dieser Vertragsvarianten gegen die Nachteile abwägen? Wie entwickle ich die Motivation von Menschen? Und wie mache ich mir diese heute mehr und mehr brachliegenden Ressourcen als Unternehmen zunutze? Muss man diese simplen Grundsätze wirklich erneut auf die Agenda heben?
Foto von: Dieter Schütz @ Pixelio.de
Will denn keiner Karstadt kaufen?
Montag findet eine Karstadt-Gläubigerversammlung statt. Die Forderungssumme aller Gläubiger beläuft sich auf etwa 2 Mrd. Euro. Einer der größten Gläubiger ist unser Staat. Den infrage stehenden Institutionen gehen 650 Mio. Euro verloren. Bei einer wahrscheinlichen Insolvenzquote von 1 % bzw. einer Rückzahlungsquote von 3% würde der Staat also im Falle der Zerschlagung des Konzerns gerade 21 Mio. Euro davon erhalten.
Noch ist völlig unklar, ob einer der interessierten Finanzinvestoren oder die Metro weiterhin an einer Teilübernahme interessiert sind. Bisher wurden schon 13 Häuser geschlossen und 900 Leute entlassen. Weitere 125 Entlassungen in der Hauptverwaltung sind bereits geplant.
Mich macht es wütend, wie ohnmächtig wir diesen windigen Geschäftemachern (den Finanzinvestoren) nach wie vor ausgeliefert sind. Namen wie Apollo, Pamplona, Permira, TPG, Blackstone und Sun Capital sind rote Tücher für mich. Aber ich möchte auch den mit allen guten Wünschen bedenken, der ermutlich auch maßgeblich an diesem Desaster mitgearbeitet hat.
Hab ich ein Erinnerungsvermögen
Ich hatte ja geschrieben, dass “Einsfestival” die Kultserie “Orion” aus den 60er Jahren wiederholt. Natürlich habe ich mir auch die heutige Folge angesehen. Ich war gerührt! Einerseits von meinen nostalgischen Gefühlen, die mich voll gepackt haben und zum anderen davon, dass ich mich noch so gut an die Story erinnern konnte. Und das nach so vielen Jahrzehnten. Wie muss mich damals diese Serie fasziniert haben! Meine Schwester und ich haben alle Folgen förmlich verschlungen. Orion hatte fast den Stellenwert eines der auch um diese Jahre herum laufenden fantastischen Karl-May-Verfilmungen.
Die kann ich mir allerdings heute nicht mehr ansehen. Die Dialoge sind ja fast nicht zu ertragen und werden nur getoppt von Machwerken wie “Der Schuh des Manitu”.
Überlegt man, wie schwer man sich mitunter damit tut, sich an bestimmte Ereignisse im Leben zurückzuerinnern halte ich es schon für erstaunlich, dass ich mir diese Orion-Geschichte gleich wieder gegenwärtig war.
Auch eine hochgerüstete Bundeswehr würde in Afghanistan nichts ausrichten
Panzer Foto von Carsten Grunwald @ Pixelio.de
Ich frage mich, was den ansonsten immer sehr sachlichen Reinhard Robbe kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt des Wehrbeauftragten des Bundestages zu seinem für ihn eher untypischen Vorstoß veranlasst hat. Ich denke nicht, dass es parteipolitisches Interesse war. Schließlich hat sich Robbe, der parteiübergreifend geschätzt wird, bisher nicht durch einseitige oder unsachliche Kommentare ausgezeichnet. Am wahrscheinlichsten ist, dass er die Interessen der Bundeswehr und ihres Personals im Auge hat. Für dieses möchte er mit seinem Vorgehen eine Lanze brechen.
In Ergänzung zu dem, was der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Kujat, an Kritik geäußert hat, wurde allerdings zunächst wieder nur eine medienwirksame Diskussion angestoßen. Die gab es auch schon vor Jahren, also vor Beginn des Einsatzes der Bundeswehr, außerhalb des deutschen Territoriums. Damals ist wohl nichts Wesentliches geschehen und trotzdem hat das Personal unserer Bundeswehr seinen Job getan.
Immer wieder gab es zwar unterschwellige Vorbehalte gegen Ausbildung, Ausrüstung und Leistung der Bundeswehr. Diese hatten allerdings wohl mehr damit zu tun, dass die Politik ihre Hausaufgaben nicht richtig gemacht hatte. Eine geeignete, in sich konsistente Strategie schien zu fehlen. Über diesen Punkt sind wir streng genommen bis heute nicht hinausgekommen. Auch die Vorwürfe der Alliierten, die Bundeswehr nehme eine zu passive Haltung im Einsatz gegen die Terroristen ein, ist uns noch in guter Erinnerung. Die Bedeutung einer fehlenden, klaren strategischen Ausrichtung und vor allem die sich hieraus ergebenden Konsequenzen haben die Köpfe der politisch Verantwortlichen lange nicht erreicht. Wahrscheinlich war es politisch nicht opportun. Peter Strucks Satz, dass “die Sicherheit Deutschlands auch am Hindukusch verteidigt” werde, war und ist keine ausreichende Prämisse, zumal wir tatsächliche Risiken für unser eigenes Land durch den weltweiten islamistischen Terror bis heute mehr oder weniger wirksam verdrängt zu haben scheinen.
“Wer in das Kanonenrohr eines Leopard 2 schaut, überlegt sich zweimal, ob er eine deutsche Patrouille angreift”
(Hellmut Königshaus (FDP), Nachfolger Reinhard Robbes (SPD) als Wehrbeauftragter des Bundestages)
Solche (geradezu dämlichen) Aussagen machen mich misstrauisch. Es scheint so, als hätten noch nicht alle begriffen, dass wir diesen Krieg nicht gewinnen werden. Auch dann nicht, wenn wir eine hochgerüstete und bestens ausgebildete Armee nach Afghanistan entsandt hätten. Oder geht es etwa den Amerikanern dort so viel anders als uns?
Mankell-Schwemme
In den letzten Tagen gab es im deutschen Fernsehen eine wahre Mankell-Schwemme. Am besten hat mir der 3-stündige und dennoch sehr spannende Film am Samstag Abend (“Kennedys Hirn”) gefallen. Iris Berben stellte erneut ihr großes schauspielerisches Können unter Beweis. Es war seit längerer Zeit ein fesselnder Fernsehabend. Natürlich ist “Spiegel Online” anderer Meinung – wie meistens.
WIEDERHOLUNGEN
EinsFestival, 9. Mai 2010, 20:15 Uhr
EinsFEstival, 10./11. Mai 2010, 01:50 Uhr
Gestern Abend folgte ein Krimi (“Die Schuld“) mit bedrückendem Inhalt. Ein kleiner Junge verschwand unter den Augen seiner Vorschullehrerin und wurde einige Tage später tot am Meeresufer aufgefunden. Schon nach kurzer Zeit war ein Verdächtiger ausgemacht. Der Mann lebte seit ca. 7 Jahren in Ystadt zusammen mit seiner Mutter. Er war wegen seiner pädophilen Neigung vorbestraft und geriet sogleich ins Visier der Ermittler. Dabei blieb es leider nicht.
Der “gesunde” Volkszorn schaukelte sich allmählich hoch, bis es zu gewalttätigen Übergriffen mit dramatischem Ausgang kam. “Besorgte Eltern” nahmen die Sache selbst in die Hand und attackierten, feige und rücksichtslos, zunächst mit Farbe und später mit Steinwürfen das Haus des Verdächtigen. Dabei wurde die Mutter so unglücklich am Kopf getroffen, dass sie verstarb. Der zu unrecht verdächtige Mann erschoss sich einige Tage danach mit seinem Schrotgewehr. Wer die Steine geworfen hatte blieb am Ende offen.
In Wahrheit war der Junge das Opfer der Eifersucht eines sich vernachlässigt fühlenden Adoptivsohnes seiner Familie. Dieser Teil der Geschichte hat mich weniger in ihren Bann gezogen als die Frage, wie schnell man bereit ist, seinen eigenen Vorurteilen nachzugeben und, wenn die Situation dies anscheinend erforderlich macht, sich selbst an gewalttätigen Aktionen gegen Verdächtige zu beteiligen. Es braucht nicht viel, um uns zu unbarmherzigen, menschenverachtenden Bestien werden zu lassen.
Ich stelle mir vor, wie es wohl in unserem Ort aussehen würde, wenn dort bekannt wäre, dass ein Pädophiler in der Nachbarschaft wohnt. Natürlich kann ich verstehen, dass die Menschen sich Sorgen um ihre Kinder machen, aber wir sind auch allzu schnell bereit, Dinge zu tun, die wir danach vielleicht das ganze Leben lang bereuen.
200 x am Tag: Alles nur Lüge
Eben habe ich in einem Boulevard-Blatt gelesen, dass wir im Schnitt 200mal am Tag lügen. Tröstlich ist, dass diese Lügen in den seltensten Fällen dem Eigennutz dienen. Meistens geht’s darum, die anderen zu schonen.
Ich weiß nicht, wie bei mir 200 Lügen am Tag zusammenkommen sollen. Meine Frau sieht gut aus, kocht lecker, ist immer gut gelaunt. Meine Arbeit macht mir viel Spaß. Ich bin rundum mit mir zufrieden. Meine Freunde sind auch immer grundehrlich zu mir. Warum sollte ich also einen Grund zur Lüge haben?




