Monatsarchiv: April 2010
PR 4 für den Querblog
Bei Thomas habe ich gelesen, dass es (pünktlich zu Ostern) neue Pageranks gibt. Das von ihm gezeichnete Bild dieser Messungen will ich so nicht übernehmen, weil sich das für einen 56jährigen vielleicht auch nicht mehr so schickt. Aber unerwähnt soll’s ja auch nicht bleiben
Ich bin gerührt.

“Der Stellvertreter”: Kein Film für mich
Gerade habe ich kurz in Rolf Hochhuths Drama “Der Stellvertreter” reingeschaut, das gerade in der ARD begonnen hat. Gleich in den ersten Minuten selektiert “Der Doktor” eine Reihe von geistig behinderten Menschen. Sie werden abtransportiert. Nach einem Schnitt wird zeigt, wie diese Menschen in eine große Duschkabine hineingeführt werden. Sie werden vergast. Für mich war dies der Punkt, an dem ich umgeschaltet habe. Auch die fantastischen Schauspieler und Hochhuths Buch, das ich vor langer Zeit gelesen habe, konnten mich nicht halten. Beim Zappen lande ich bei “Alien vs. Predator 2”. Das schien mir erträglicher. Jedenfalls die ersten 10 Minuten. Ich bin wohl ein Weichei.
Warum elektrisiert das Wort “Krieg” die Presse?
Es ist ein sprachlicher Tabubruch: Nach dem Tod von drei deutschen Soldaten bei Gefechten mit Taliban hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erstmals von «Krieg» gesprochen.
Quelle: Tabubruch: Guttenberg spricht von «Krieg» – News Ausland: Europa – tagesanzeiger.ch
Ich habe die Ausführungen Guttenbergs gesehen und gehört (auf Phoenix). Der Verteidigungsminister hat genau geklärt, welche juristischen Gründe dafür bestehen, offiziell eben nicht von Krieg sondern etwa von “kriegsähnlichen Zuständen” zu reden. Das die Presse daraus macht ist typisch.
Und seien wir ehrlich, diese Erklärung haben wir doch heute nicht zum ersten Mal gehört. Sie ist uns doch absolut geläufig. Ich verstehe also überhaupt nicht, warum diese Spitzfindigkeit diesen Widerhall findet.
Lieber wäre es mir, wenn wir mal darüber nachdenken würden, weshalb die Amerikaner es trotz bestehender Meinungsunterschiede zu Militäreinsätzen in ihrer Geschichte eher selten offen eine innenpolitische Auseinandersetzung über die Sinnhaftigkeit solcher Einsätze geführt haben. Die Amis taten das, weil sie wissen, wie sich die Frauen und Männer fühlen, die für ihr Land das eigene Leben aufs Spiel setzen und dass man nicht quasi in der Heimat eine zweite Front eröffnen darf.
Unsere Opposition hat damit keinerlei Probleme. Wenn ich mir das Gebrubbel der Linken, der Grünen oder auch der SPD anhöre wird mir schlecht! Man kann gegen den Krieg sein – sicher auch aus sehr guten Gründen. Aber wieso wird das persönliche Engagement der Leute mit Füssen getreten, die in Afghanistan und anderswo ihr Leben für uns riskieren? Ich finde, dass das nicht sein darf. Die Militäreinsätze sind demokratisch legitimiert. Die Bevölkerung trägt diese Entscheidung nicht mehrheitlich mit. Das ist das eine. Das andere ist aber, wie sich die Opposition in den Parlamenten verhält. Und die sollte sich gefälligst ihrer eigenen Verantwortung gewachsen zeigen. Auch Herr Trittin – zum Beispiel.
Nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, zeigt der jüngste Überfall auf die Bundeswehr, “dass die Realität in Afghanistan nach wie vor in der Darstellung der Bundeswehr ausgeblendet” werde. Erst wenn man sich ihr stelle, sei es möglich, eine “realistische Stabilisierungs- und Abzugsperspektive zu entwickeln”, sagte Trittin dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstag-Ausgabe). Darauf hätten die auch die Soldaten einen Anspruch, die in Afghanistan ihr Leben riskierten.
Quelle: Presseportal: Kölner Stadt-Anzeiger – Kölner Stadt-Anzeiger: Trittin: Realität in Afghanistan wird ausgeblendet
Das ist einfach nur Geblubber. Welche “realistische Stabilisierungs- und Abzugsperspektive” es nach Trittin gibt, können wir nämlich nirgends lesen oder hören. Aber dafür sorgen, dass Leute, die das tun, wofür sie nach Afghanistan geschickt wurden, vor Gericht gestellt werden, dafür sind die Grünen sofort zur Stelle. Da frage ich mich wirklich, wem hier der Sinn für die Realitäten fehlt.
Ein solches Ostern hat die katholische Kirche wohl lange nicht erlebt
Die Vorwürfe sind flächendeckend. Ob sich die Ereignisse auf die Besucherzahlen der Ostergottesdienste in diesem Jahr auswirken? Gehen deshalb weniger Gläubige zur Kirche? Wahrscheinlich.
Mich macht die Erklärung Mixas wiederum sehr nachdenklich. Keiner der deutschen Bischöfe, außer vielleicht noch Kardinal Meissner aus Köln, hätte sich für Anschuldigungen besser geeignet, als Mixa. Er fiel mehrfach in der Öffentlichkeit durch kuriose und polarisierende Aussagen auf, die nicht nur mit den Missbrauchsfällen zu tun hatten. Schon deshalb fällt es mir schwer, den 8 Zeitzeugen (von denen 6 eidesstattliche Versicherungen zu ihren Fällen abgegeben haben) “einfach” zu glauben. Zu gut eignet sich Mixa zum Sündenbock. Man kennt das: Politiker fordern bereits Mixas Rücktritt.
Die Kirche muss insbesondere in diesem Fall alles daran setzen, die Vorgänge aufzuklären und dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit über das Ergebnis informiert wird. Mixa sollte, das wäre aus meiner Sicht jedenfalls wünschenswert, sein Amt ruhen lassen. Nur ticken die Uhren in der katholischen Kirche offenbar anders. Dieser Mann denkt nicht einmal daran, er beteuert vielmehr, ein “reines Herz” zu haben. Nicht auszudenken, welchen Schaden er seiner Kirche zufügt, würde er seine Unschuld nicht beweisen können. In seinem Fall muss es doch (außer den Leuten, die sich gegenüber der “Süddeutschen Zeitung geäußert” haben), noch viele weitere Zeugen geben, die Mixa entweder be- oder entlasten können. Die müssen nun zu Wort kommen. Das muss eine Untersuchung leisten wollen und können!
Mixa erteilte jeder Form von körperlicher Gewalt in Erziehung und Kirche eine Absage. "Gewalt und Priestertum sind in unserer Kirche und mit unserem Glauben unvereinbar. Ein Priester muss gewaltlos sein. Ich habe mich daran immer gehalten. Deshalb habe ich zu den Vorwürfen, die aktuell gegen mich erhoben werden, ein reines Herz", sagte Mixa.
Quelle: Prügelvorwürfe gegen Bischof Mixa – ”Ich habe ein reines Herz” – Politik – sueddeutsche.de
Ich kann es mir nicht verkneifen: Ich muss einen Teil meiner Erinnerung an meine Schulzeit noch einmal ansprechen. Wir hatten einen (längst verstorbenen) Dechanten in unserer Schule, der eine große Autorität hatte. Religionsunterricht war nicht sonderlich beliebt aber Störungen, etwa derart, von der mir meine Frau in ihrer Klasse erzählt hat, gab es bei uns nicht. Vielleicht war das auch deshalb so, weil zur damaligen Zeit (Anfang bis Ende der 60er Jahre) körperliche Züchtigung noch als probates Mittel galt und auch von Pfarrern angewendet wurde. Auch ich kann ich an Beispiele erinnern. Meine Schulzeit liegt etwas vor der Zeit, zu der sich die Dinge zugetragen haben sollen, die Mixa nun zur Last gelegt werden.
Vielleicht war es so, dass Mixa sich in den 70er und 80er Jahren ähnlich verhalten hat, wie meine Religionslehrer? Ich möchte niemandem etwas schlechtes unterstellen, aber ich kaufe solche Erklärungen nicht einfach, selbst wenn sie an Eides statt abgegeben wurden.
Die Kirche sollte dafür sorgen, dass diese Vorgänge nachhaltig aufgeklärt werden und daraus die nötigen Konsequenzen ziehen.
Es gibt immer mehr Fette auf der Welt
Mich tröstet es ein bisschen, dass ich das Schicksal mit vielen Leuten, sogar außerhalb Deutschlands, teile. Dagegen finde ich es ein bisschen unfair, dass gerade vor dem Osterfest die Presse an “unser Gewissen appelliert”: Fettleibigkeit macht sich breit
Ich kann wirklich essen, was ich will: Ich nehme einfach nicht mehr ab. Dabei esse ich täglich Obst und Gemüse. Am Essen liegt es in meinem Fall vermutlich weniger als daran, dass ich mich einfach zu wenig bewege. Ich werde immer fauler. Ein richtiger(?) Nerd eben. Aber die, habe ich mitbekommen, sind zwar blass und haben Pickel aber kein Übergewicht.
In den USA hat krankhaftes Übergewicht bereits dramatische Folgen: „Die Lebenserwartung steigt dort nicht mehr und sinkt sogar bei Frauen über 40 Jahren“, sagt Regenauer. 300 000 US-Todesfälle jährlich werden auf zu viele Pfunde zurückgeführt. (Kölner Stadt-Anzeiger)
Auch in diesem Fall sollte man, bei dieser (allgegenwärtigen) Panikmache in den Medien darauf achten, aus welcher Ecke diese Informationen kommen. Es sind die Versicherungsgesellschaften. Die wollen vielleicht nicht unbedingt, dass wir älter werden, aber zumindest kann man ihnen unterstellen, dass sie um unsere Gesundheit besorgt sind. Andernfalls kostet es nämlich zunächst einmal deren Geld, das sie dann nicht mehr für ihre Vorstände und Glaspaläste verbraten können. So schnell kriegen die die Mehrkosten mithilfe der verdammten Zusatzprämien nicht wieder rein und, wie man gerade liest, kriegen einige gesetzliche Krankenversicherungen den Bogen gar nicht mehr, weil so viele Versicherte aufgrund der unverschämten Beitragserhöhungen gewechselt haben. Von ihren 170.000 Mitgliedern hat die “BKK Heilberufe” seit Jahresanfang sage und schreibe 50.000 Kündigungen erhalten. Da ist die Insolvenz nicht mehr weit. Vielleicht bewirkt der Gesundheitsfond in dieser Beziehung ja sogar doch noch Gutes?
Aber ich will die Polemik bei diesem Beispiel zügeln. Natürlich ist es ungesund, ungesund zu leben. Wir sollten weniger Bloggen und –wenigstens- etwas mehr spazieren gehen.
Ganz wichtig: Raumpatroullie Orion ab morgen im TV
Als diese TV-Serie zum ersten Mal in der ARD ausgestrahlt wurde, war ich 13 Jahre alt. Bis dahin gab es rein gar nichts, außer vielleicht der Fußball-WM, die ich 1966 erstmals richtig verfolgt habe, was mich mehr im Fernsehen fasziniert hätte.
Eben bin ich die Darstellerliste mal der Reihe nach durchgegangen. Ganz viele sind schon gestorben. Man stellt also leider nicht nur anhand der Trickaufnahmen, die nach heutigen Maßstäben lächerlich wirken, fest, dass sehr viele Jahre vergangen sind. Immer wieder habe ich mal Ausschau nach Wiederholungen der Serie gesehen – erfolglos. Bis jetzt.
"Raumpatrouille" demnächst im Fernsehen:
Am 03.04.2010 um 19:00 Uhr, einsfestival ("Angriff aus dem All")
Am 04.04.2010 um 16:00 Uhr, einsfestival ("Angriff aus dem All")
Am 07.04.2010 um 20:15 Uhr, einsfestival ("Planet außer Kurs")
Am 08.04.2010 um 01:10 Uhr, einsfestival ("Planet außer Kurs")
Am 10.04.2010 um 19:05 Uhr, einsfestival ("Planet außer Kurs")
Am 11.04.2010 um 14:55 Uhr, einsfestival ("Planet außer Kurs")
“EinsFestival” zeigt in den nächsten Tagen einige Folgen aus zwei Staffeln. Vielleicht habe ich einige Folgen schon verpasst.
Einsfestival ist folgendermaßen zu empfangen: Satellit (DVB-S), Kabel (DVB-C), DVB-T, IPTV, Web TV, HDTV.
Da ich “EinsFestival” nicht über meinen alten Satelliten-Receiver empfangen kann werde ich wohl “Zattoo” nutzen. Das klappt ja auch wunderbar. Jetzt darf ich nur den Sendetermin nicht mehr vergessen.

Teil der Senderliste aus Zattoo
Lena Meyer-Landrut als Knut-Ersatz?
Der Lena-Hype ist noch nicht verklungen, aber ein bisschen ruhiger ist es geworden. Die “Wetten dass…?”-Sendung vom letzten Samstag hat ihn noch mal befeuert und bis Oslo ist es ja nicht mehr lange hin. Rayson hat sich in seinem lesenswerten Beitrag: "Was (nicht nur) zu Lena" an den Ergüssen (Auswürfen) einiger deutscher Feuilletonisten abgearbeitet, die nicht nur ihn nerven.
Hier der leider in Raysons Artikel fehlende Link zu dem angesprochenen Artikel von Richard Herzinger. Woher weiß eigentlich Herr Herzinger, wie ich gern sein würde? Unverschämt anmaßend. Aber so sind sie, unsere Intellektuellen.
In diesem Leserbrief zum “Welt Online”-Artikel ist wohl der Passus “Herr Herzinger mit seinen Auswürfen” entscheidend und aus meiner Sicht sehr passend
Dieser Artikel über die Beschreibung der "Lenamania" setzt Maßstäbe! Wo bleiben die Damen und Herren aus den Kulturredaktionen von "Zeit", "Faz" und "SZ" ? Herr Herzinger mit seinen Auswürfen ist Euch um Längen voraus!
Quelle: Arglos, aufgeschlossen, verrückt: Meyer-Landrut ist so, wie Deutsche gerne wären – Nachrichten Fernsehen – WELT ONLINE
Damit es nicht ungesagt ist: Ja, ich bin natürlich auch ein Lena – Fan. Ich drücke ihr die Daumen, dass es in Oslo gut läuft.
Ein faszinierendes Interview
Marc hat das Interview mit unserem CDU-Landesfinanzminister Dr. Helmut Linssen zu unser aller Erbauung irgendwo aufgetrieben. Ich glaube, ich darf mich bei ihm im Namen aller CDU-Fans bedanken. Er hat damit etwas “aufgegabelt”, was einem die Entscheidung bei der kommenden Landtagswahl in NRW erheblich erleichtert. Linssen beweist seinen analytischen Sachverstand unter anderem mit der Antwort auf die Frage der leider etwas zurückhaltenden Moderatorin, wie man Schulden vermeiden könne:
Sie müssen ganz einfach nur weniger ausgeben, als sie einnehmen!
Bravo, Herr Linssen. Allerdings sollte er das, angesichts dieser genialen Erkenntnis, auch mal mit seinem Landeshaushalt probieren. Ein Selbstversuch quasi. Aber da winkt er erst mal ab. Schließlich ist ja Krise. Und was war vor 2008? Fünf Jahre sind ins Land gegangen, lieber Herr Dr. Linssen.
Empfinden wir etwa “klammheimliche Freude”?

"Meine unmittelbare Reaktion, meine ‚Betroffenheit‘ nach dem Abschuß von Buback ist schnell geschildert: Ich konnte und wollte (und will) eine klammheimliche Freude nicht verhehlen. Ich habe diesen Typ oft hetzen hören. Ich weiß, daß er bei der Verfolgung, Kriminalisierung, Folterung von Linken eine herausragende Rolle spielte."
Quelle: Göttinger Mescalero – Wikipedia
Die ZDF-Reporter brachten heute Abend einen Beitrag über starke die Zunahme linksextremer Gewalttaten. Der Beitrag ist in der Mediathek nicht vorhanden – komisch. Die Sendung beginnt mit dem ebenfalls interessanten Beitrag über Pro NRW. In 2009 wurden von rechten Gewalttätern 10.000 Straftaten mehr begangen als von linken. Erbsenzählerei? Ja. Gewalt ist Gewalt und den meisten Menschen wird es wohl egal sein, welche politische Motivation sich dahinter verbirgt. Was mich allerdings stört ist die Art und Weise, wie solche Nachrichten selbst in unseren Qualitätsmedien manipuliert werden.
Wie verträgt sich die Aussage in dieser Sendung denn nun eigentlich mit den Tatsachen? Lehmann zeigt in seiner Sendung zwar dankenswerterweise, was man von den Aktivitäten der im Mai zur Wahl stehenden rechtspopulistischen Partei “Pro NRW” zu halten hat. Er formuliert allerdings in der Anmoderation des Beitrages (bewusst oder unbewusst) so, als sei die rechte Gewalt kein Problem mehr – ganz im Gegensatz zur linken Gewalt. Den Ausschnitt findet ihr in der Mediathek. Richtig ist allerdings, dass linke Gewalt stark zugenommen hat.

In Berlin und Hamburg ist die linke autonome Szene scheinbar außerordentlich aktiv. Im sogenannten Kiez werden willkürlich Autos in Brand gesetzt. Häufig sind es Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse. Sie gehören also Leuten, die man als “Bessergestellte” bezeichnen kann. Diese Vergehen werden deshalb vorwiegend im Kiez verübt, weil die linken Krawaller sich damit gegen eine zweifelhafte Praxis auf den dortigen Immobilienmärkten zur Wehr setzen wollen. Allerdings ist das schon lange ein Thema. Immer wieder wird darüber berichtet. Jetzt auch von den ZDF-Reportern. Der knappe und vor allem preiswerte Wohnraum (jedenfalls nach regionalen Gesichtspunkten) wird von Firmen aufgekauft, die Wohnungen werden renoviert bzw. in teure Lofts etc. umgebaut und dann wieder verkauft. Es gibt Projekte, die auch in dieser Sendung vorgestellt wurden, die mich ein wenig an Westerwelles spätrömische Dekadenz erinnerten, obwohl sie damit nichts zu tun haben. Ein Projekt war besonders schick. Man kann sich mit seinem Auto via Fahrstuhl in seine Wohnetage chauffieren lassen und dann vom Balkon aus (so wirkten die Parkplätze auf den verschiedenen Etagen) direkt in die Wohnung hinüberschreiten. Ehrlich gesagt, das ist wirklich was für Yuppies (gibt es die noch?) oder irgendwelche Spinner, die Geld zu viel haben. Ich kann verstehen, wenn solche Leute sich von solchen Eventimmobilien provoziert fühlen, zumal dann, wenn vielleicht ihr eigener (noch bezahlbarer) Wohnraum immer weniger wird.
Sind wir also inzwischen also so weit, dass wir unserem Sozialneid oder von mir aus unserer Verzweiflung über vorhandene gesellschaftliche Missstände mit Gewaltaktionen gegen Autos und Immobilien Ausdruck verleihen? Wann sterben die ersten Menschen? Die Links-Autonomen, die für solche Aktionen verantwortlich zeichnen sollen, erklären diese damit, dass sie zu ihren Aktionen keine Alternative mehr sehen würden.
Wahrheit, Lüge, Manipulation
RTL ist auch nichts heilig.
Herr Jauch hatte gestern (wieder) einige Opfer priesterlicher Übergriffe in der Sendung, die ihre aktuellen Erfahrungen mit der katholischen Kirche vortragen durften.
Ich stehe der Hochkonjunktur des Kirchen-Bashing kritisch gegenüber und frage mich, ob die als Opfer präsentierten Menschen wirklich Opfer sind oder, wie andere, die in solchen Sendungen auftreten, Leute mit eigenen bzw. speziellen Motiven. Nehmt mir meine Skepsis nicht übel, aber diese ist nach meiner Überzeugung angebracht – auch in diesem Fall.
Im Anschluss an diesen Beitrag kam Jauch mit einer Geschichte, die sich in den Augen der Redaktion von “Stern TV” wohl geradezu aufgezwungen hat. Der italienische Professor für Chemie, Luigi Garlaschelli, behauptet, einen Nachweis dafür erbringen zu können, dass das “Turiner Grabtuch” eine Fälschung ist. Er ist nicht der Erste, der das behauptet. Ich verweise auf den umfangreichen Artikel in der Wikipedia.
Unsere Medien haben Gefallen daran gefunden haben, die Kirche, vornehmlich die katholische, zu jagen, zu stellen und vorzuführen, wo immer es geht. Inzwischen stehen Benedikt XVI, sein Bruder, Mixa oder nun das “Turiner Grabtuch” als Bestandteile eines in seinen Grundfesten beschriebenen großen Lügengebildes da. Die Presse kritisiert Bischof Zollitsch dafür, dass er eine Entschuldigung der Deutschen Bischofskonferenz vom Blatt abliest und bestreitet aufgrund dessen, die Glaubwürdigkeit des Mannes.
Ich höre, wie Leute über meine Kirche sprechen und ihre Austritte begründen. Er sei ohnehin längst überfällig gewesen. Nur zum Teil kann ich die Empörung und Reaktion verstehen. Zumal die Vorwürfe total durcheinander gehen. Zuerst war von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen die Rede, dann von seelischen und körperlichen Misshandlungen. Längst sind diese Dinge so miteinander vermischt worden, dass man fast zwangsläufig misstrauisch wird. Mir geht das jedenfalls so!
Jeder, der vom Dorfpfarrer mal eine geknallt bekommen hat, scheint ein geeigneter Zeuge. Auch oder gerade dann, wenn die Tat 30 oder 40 Jahre zurückliegt.
Keiner von uns vermag mehr ernsthaft zu beurteilen, welche Vorwürfe an “die Kirche” berechtigt und in welchen Zusammenhang diese “einzuordnen” und zu ahnden sind. Können wir überhaupt noch unterscheiden zwischen Wahrheit und Lüge?
Foto: Wikipedia


