Die Märkte haben kein Vertrauen in die Zukunft?

Aha, die Spekulanten sind also gar nicht schuld am Euro-Desaster! Nein, es sind die Politiker und die Medien, die das Vertrauen der Märkte zerstört haben. Und diese reagieren lediglich. Sie zeigen, dass sie in die Aussagen und Maßnahmen der Regierungen kein Vertrauen mehr haben. Deshalb stürzt der Kurs – wer weiß wohin noch.

Wir haben wohl alle den Eindruck, dass unsere Politiker und selbst die Finanzfachleute, die sich zahlreich und widersprüchlich zu Wort melden, nicht so richtig wissen, welche Maßnahmen angesichts der Lage nun die richtigen wären. Wenn man manche Journalisten darüber schwadronieren hört, wie schlecht das Krisenmanagement der Kanzlerin in diesen Wochen sei, kann man den Eindruck kriegen, als wären wir von irre vielen Menschen umgeben, die richtig Ahnung haben. Schade, dass wir nicht auf sie gehört haben. Die hätten sicher die richtigen Antworten aus der Tasche gezogen und alles wäre gut. Und das ist es doch, was wir alle wollen?! Das alles wieder gut wird.

Leider ist allerdings nur eins sicher in diesen Tagen. Nichts ist gut und angesichts der finanziellen Risiken, die uns bedrohen, wird es wohl sobald auch nicht wieder gut werden. Und es ist müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wer die Verantwortung hierfür zu übernehmen hätte. Wir haben jahrelang nichts gegen die Exzesse an den Finanzmärkten unternommen, nun müssen wir mit den Folgen leben, dass man heute zum Beispiel mit Geldwetten auf negative Kursentwicklungen horrende Gewinn macht oder auch, dass man Kreditausfallversicherungen für Kredite abschließen kann, die es in der Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Die sich aus solchen Situationen ergebenden Spekulationen mit den dramatischen Folgen, die wir inzwischen realisiert haben, bei demokratisch gewählten Regierungen abzuladen, könnte den Geldsäcken so gefallen!

Kreditausfallversicherungen – Ein Billionengeschäft ohne Finanzaufsicht