Wie steht es in der Koalitionsfrage?

Ich habe mir einmal die Arbeit gemacht, verschiedene Umfragen bzw. Abstimmungen, die ich in den Online-Ausgaben diverser Medien gefunden habe, aufzubereiten. Demnach sollte es wohl eindeutig eine Rot-Rot-Grüne Koalition geben. Allerdings muss man die Fragestellung dieser Umfragen berücksichtigen. Es wurde nicht danach gefragt, wen sich die Bürger als Koalitionäre wünschen würden, sondern vielmehr, welche Koalition sie in NRW erwarten.

Aber egal, ob die Sozialdemokraten nun mit der Linkspartei die so verpönte Koalition eingehen werden oder eventuell eine Große Koalition. Sie werden es sehr, sehr schwer haben in den nächsten Jahren. Genau darauf setzt die FDP, die zickig wie selten, wenn es um ihren Machterhalt geht, ihrer staatspolitischen Verantwortung nicht nachkommt.

Westerwelle und seine Getreuen sind so angepisst vom Ergebnis in NRW, dass sie lieber dabei zusehen, wie die SPD im einen Fall in der öffentlichen Meinung unverzüglich an Zustimmung verlieren wird, oder im anderen Fall, über die Zeit der Koalition mit der CDU so viel an Profil einbüßt, dass sie, wie nach 2005 im Bund, dramatisch Stimmen verlieren wird. Beides sind realistische Optionen und natürlich weiß Westerwelles FDP das.

Persönlich wünsche ich mir eine Große Koalition. Mit den LINKEN kann man die Herausforderungen nicht bewältigen, die die nächste Regierung zu meistern hat. Ich habe das neue Parteiprogramm gelesen. Es gibt Ansätze, die mir durchaus sympathisch sind. Aber in weiten Teilen ist die Abkehr vom politischen System der heutigen Bundesrepublik kein Preis, den ich quasi als Versuchsratte im sozialistischen Laboratorium der SED-Nachfolgepartei zu zahlen bereit bin.

Mir wäre die 30stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich diesen Preis nicht wert. Ob es der Linken mit der Vergesellschaftung (Enteignung) von Schlüsselindustrien (RWE, EON) wirklich ernst ist? Ich mag mir das eigentlich gar nicht vorstellen.

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Kommentare

  1. dimido meint:

    Entweder werden sich die Parteien in der neuen Woche einigen, oder es wird noch wochenlang einen Streit geben, was und wer mit wem, was macht oder auch nicht und wofür und wieder nicht!

    Bitte kein Hessen 2.0 ;)

  2. Horst Schulte meint:

    Genau, Martin. Bitte keine hessischen Verhältnisse. Angeblich hat Frau Kraft die Lage dort so gut beobachtet. Hoffentlich erweist sich das jetzt auch als wahr und produktiv.