So hatte Horst Köhler sich das wohl nicht vorgestellt

Horst Köhler erklärt seinen heutigen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten so:

Er vermisse den Respekt vor seinem Amt. Quelle: Staatsoberhaupt: Bundespräsident Köhler tritt zurück – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Wenn Köhler das so gesagt hat (immer kann man das ja nicht gleich wissen…) zeigt das nur, wie recht die hatten, die ihn wegen seiner umstrittenen Äußerungen kritisiert haben.

Seine Äußerungen sind nicht missverstanden worden! Er hat sich, warum und weshalb auch immer, in einem Land, in dem wir Krieg führen, in unglaublich instinktloserweise geäußert. Vielleicht zeugte das von Ehrlichkeit. Aber einen Präsidenten, der solche Gedanken hegt, will ich jedenfalls nicht.

Die versuchten Manipulationen an den kritischen Passagen ließen darauf schließen, dass vielleicht gewisse Stellen in Berlin den Schaden noch begrenzen wollten. Gut, dass das nicht gelungen ist!

Mit Horst #Köhler tritt jemand aus der Politik zurück, der Berlin ein menschliches Gesicht gegeben hat. Sehr schade. Quelle: Twitter / Michael Voß: Mit Horst #Köhler tritt je …

Ach was.


Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Der Mann hat doch recht gehabt – glaubst du, die Bundeswehr ist in Afghanistan, weil der Karsai so schöne Jacken trägt? Natürlich stehen da auch gewisse Interessen dahinter.

    Du willst ´n Präsidenten, der nur schönes sagt, oder? Ei wei.

  2. psychoMUELL meint:

    natürlich ist die Bundeswehr nur aus sozialen Gründen in Afghanistan, die wollen doch nur helfen. :-)

  3. Kiri meint:

    Und was lernen wir daraus – Mimosen im Amt braucht man nicht. Fehlender Respekt, weil man wegen einer Aussage kritisiert wurde?
    Denkt man heutzutage, das Amt des BuPrä ist, im Heli hocken und durch die Gegend fliegen, nett winken und von allen gemocht werden?
    Er ist ein Staatsoberhaupt. Da muss man sowas wegstecken können.
    Wenn der Putin jedes Mal zurückgetreten wäre, wenn man ihn kritisiert hätte, manmanman.
    Sogar der “Liebe Neger”-Heini ist damals im Amt geblieben. Tz. Mimose.

  4. Horst Schulte meint:

    @Jürgen: Nein, ich bin nicht naiv. Aber dass ein Bundespräsident so einen Mist erzählt ist in meinen Augen ungeheuerlich. Es geht darum, dass das Parlament unter gewissen und eng gesteckten Voraussetzungen dem Einsatz zugestimmt hat. Die Gründe Köhlers waren nicht darunter. Sind unsere Parlamentarier für dich Hampelmänner? Nein, so geht das nicht!

    @Kiri: Richtig. Wenn man solche Aussagen macht muss man das Echo ertragen.

  5. JürgenHugo meint:

    Es sind schon Hampelmänner drunter, unter den Parlamentariern… :-) Na, mal sehen, wen sie jetzt wählen. Der Koch ist doch gerade frei? So einen Feingeist könnten wir doch jetzt brauchen, oder? DER tritt wegen sowas nich zurück…

    @Kiri: der “Neger-Heini” war aber vor deiner Zeit?

  6. Kiri meint:

    Na, der Koch wusste bestimmt schon vorher bescheid *verschwör verschwör*

    Jo, aber auch ich kenne die Anektode von ihm :>
    Und hey, wenigstens hat mir der Ex-Bundes-Horsti nun eine schöne Vorlage für ‘ne Karikatur gegeben.

  7. Thomas meint:

    Hm… und was ist, wenn das was Köhler über den Bundeswehreinsatz gesagt hatte die Wahrheit und nichts als die Wahrheit ist – die jetzt weil sie ausgesprochen nur keiner hören und eingestehen will? Bei dieser Regierung darf man auf alles gefasst sein – trauen sollte man eigentlich keinem so richtig.

    Naja, die Kandidaten im Hintergrund lassen ja auf “sehr adäquaten” Ersatz hoffen. Womöglich ein Schäuble, der hinter jedem Postboten einen Bombenleger sieht. In 4 Wochen werden wir es wissen, spätestens bis dahin ist der Stuhl wieder besetzt – Vertrauenswürdigkeit mal dahingestellt.

  8. Horst Schulte meint:

    @Thomas: Du gehst also (wie Jürgen) auch davon aus, dass unsere Bundestagsabgeordneten zwar unter ganz exakten Vorbehalten den Einsätzen der Bundeswehr zugestimmt haben, die Bundesrepublik Deutschland aber trotzdem nichts anderes als die Sicherung wirtschaftlicher Interessen im Schilde führte? Dann sind wir mit unserer Demokratie wirklich weit genug gekommen. Eigentlich sagst du damit nichts anderes, als das unsere Gesellschaft (eine demografische demokratische Grundordnung) gescheitert ist. Soweit bin ich noch lange nicht.

  9. JürgenHugo meint:

    Ne, ne – NUR wirtschaftliche Interessen sag ich gar nicht. Der ganze Bundeswehreinsatz ist fürn A****. Denn:

    “unter ganz exakten Vorbehalten den Einsätzen der Bundeswehr zugestimmt haben”. DAS ist der Fehler. Wenn ich einen losschicke, um jemand zu verprügeln, dem darf ich nicht die Hände auf dem Rücken festbinden . Da muß ich sagen: “Geh dahin, und hau den um!” So.

    Und die Politik sagt: “Geh hin, hau ihn um – aber du darfst ihm nicht wehtun, ja nicht!”. Das das so nicht klappt, kann man sich vorher denken. Du kennst ja meine Meinug: wegbleiben oder Angrff mit allem, was da ist. Die Politik will aber beides nicht, und das klappt eben NICHT. Tja. Ob mit oder ohne BuPrä..

  10. Thomas meint:

    @Horst Schulte: Gescheitert vielleicht noch nicht ganz, aber auch nicht mehr sonderlich weit davon weg. Das Scheitern hängt ja nicht nur von Kriegseinsätzen ab. Was seitens der Bundesregierung den Weg zum Scheitern nicht ebnet erledigen dann die Herrschaften aus Brüssel und Straßburg.

    Aber bleiben wir am Kunduz. Welchen tieferen Sinn soll der Einsatz denn sonst haben?

  11. Horst Schulte meint:

    @Jürgen: Das meine ich nicht! Dass die Bundeswehr nicht “angemessen” agieren darf (Oberst Klein), weil sie dann in unserer Öffentlichkeit (und nicht nur in Deutschland) attackiert wird, ist das Eine. Ich meine, dass das Mandat eben überhaupt nichts mit wirtschaftlichen Interesse im Sinne Horst Köhlers zu tun hat, sondern vielmehr damit:

    Der Auftrag lautet: Unterstützung der vorläufigen Staatsorgane Afghanistans und ihrer Nachfolgeinstitutionen bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit, so dass sowohl die afghanischen Staatsorgane als auch das Personal der Vereinten Nationen (inkl. ISAF) und anderes Zivilpersonal (insb. solches, das dem Wiederaufbau und humanitären Aufgaben nachgeht) in einem sicheren Umfeld arbeiten können, und Sicherheitsunterstützung bei der Wahrnehmung anderer Aufgaben in Unterstützung des Bonner Abkommens. Ziel der ISAF ist also die Unterstützung der gewählten Regierung Afghanistans zur Herstellung und Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes in Afghanistan. In erster Linie soll so der Wiederaufbau Afghanistans, die Etablierung demokratischer Strukturen und die Durchsetzungsfähigkeit der frei gewählten Zentralregierung vorangetrieben werden. ISAF sollte ursprünglich vollständig vom Einsatz Enduring Freedom getrennt operieren.[10] Die ISAF darf alle Mittel, auch Waffengewalt, anwenden, sofern dies zur Erfüllung der Resolution 1386 des UN-Sicherheitsrats notwendig ist. Quelle: ISAF – Wikipedia

  12. JürgenHugo meint:

    Wie der exakte Auftrag lautet, ist das eine – die Realität ist eine andere. Das wird ein kleines Vietnam. Die Russen hatten ihres schon…

    Damals in Vietnam hat die Politik den Soldaten auch teilweise die Hände gebunden – du weißt ja, was dabei rausgekommen ist. Der (dieser) Afghanistan-Einsatz wird irgendwann zu Ende gehen – und dann ist das da genauso stabil/instabil wie vorher…Und noch so eloquente Formulierungen werden da nix dran ändern. Leider…

  13. Horst Schulte meint:

    @JürgenHugo: Du sagst damit, dass die Angehörigen unseres Bundestages also etwas ganz anderes im Kopf hatten, als sie dem Afghanistan-Einsatz zugestimmt haben. Wenn du das glaubst, bitte – ist natürlich dein gutes recht. Ich sehe es jedenfalls anders.

  14. JürgenHugo meint:

    Herrjeh, Horst – du siehst das Schöne und Gute im Menschen. So ist das aber nicht. So, wie die ISAF, das machen SOLL – so pingelig nach Regeln, Vorschriften – so kann man vielleicht eine gute Suppe nach Rezept kochen. Aber nicht Krieg führen – und da ist nun mal Krieg.

    Krieg hält sich nicht an Regeln, die Afghanen halten sich nicht an Regeln, zum Karsai brauch ich ja nix sagen. Aber unsere Soldaten sollen nach diesen weltfremden Regeln Krieg führen. Aber 1) darf das um Gotteswillen nicht Krieg heißen, und 2) sollen sie diesen “Nicht-Krieg” auch noch gewinnen…

    Auch wenn du mir eine 20-seitige Anleitung schickst, wie man superschnell 10-Finger blind schreibt – ich werds hinterher trotzdem nicht können. Also lass ich den Versuch gleich.

    Und die Politiker haben eben auch solche “Anleitungen” geschrieben – die wissen auch, das das so nicht klappen kann. Aber sie sind zu sich nicht so ehrlich wie ich zu mir – deshalb wurde sehenden Auges was angefangen, was schiefgehen muß. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche – nur der genaue Zeitpunkt ist noch ungewiß.

    Ein “bißchen” Krieg geht eben nicht…

Trackbacks

  1. RT @webspitzel: frisch gebloggt So hatte Horst Köhler sich das wohl nicht vorgestellt http://goo.gl/fb/iaTXQ #politik #afghanistan

  2. [...] gerne bei solch ‘weitreichenden’ aneignen. Er vermisse den Respekt vor seinem Amt und sei falsch verstanden worden – lieber Ex-Bundes-Horst: Es ist nicht respektlos zu hinterfragen und zu kritisieren. Das [...]