Monatsarchiv: Mai 2010

Macht sich etwa einer Sorgen?

Mai 5, 2010 7 Kommentare »

«Fotostrecke: Tote, Brandanschläge und Tränengas in Athen»
«Schuldenkrise: Zweifel an griechischem Sparpaket lassen Euro abstürzen»
«Debatte um Euro: Opposition zerpflückt Merkels Griechen-Politik»
«Zitate aus der Bundestagsdebatte: “Es geht um die Zukunft Europas”»

1,3 Mio. Menschen stocken ihr “Einkommen” auf

Mai 5, 2010 4 Kommentare »

Die Zahl derjenigen, die mit ihrem Verdienst in diesem Land ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können, ist erschreckend hoch. Etwa 27 Mio. sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer gibt es in Deutschland. Immerhin fast 5 % der Menschen, die, jedenfalls teilweise, in regulären Jobs arbeiten, kommen mit dem Geld nicht aus, welches ihre Firmen ihnen für einen Teil- oder Vollzeitjob bezahlen können. Von mir aus hänge ich das Wort “können” noch dran. Aber das macht die Situation nicht besser!

Dieter Hundt findet, dass die Situation durch angebliche Fehlanreize verursacht wurde. Er dreht die Lage der Menschen einfach in seinem Sinne und behauptet mal eben, dass Hartz IV – Empfänger durch denen einen oder anderen Nebenverdienst ein beträchtliches Taschengeld hinzu verdienen würde. Das finde ich zynisch. Es geht bei der Bewertung solcher Zahlen natürlich mehr um die Menschen, die trotz einer Vollzeitbeschäftigung viel zu wenig verdienen, um sich und die Familie davon zu ernähren. Wenn diese Zahlen weiter zunehmen, spricht das wohl eher dafür, dass in unserem Land wirklich dringender Handlungsbedarf besteht. Diese Form der Subventionierung, die Prof. Sinn vom Ifo-Institut als adäquaten Ersatz für den aus seiner Sicht wünschenswerten Kombilohn versteht, ist menschenunwürdig und stellt im Übrigen, jedenfalls aus meiner Sicht, wirklich einen falschen Anreiz dar. Nämlich einen, von dem Unternehmen profitieren, deren Geschäftsmodell sich in eine auch volkswirtschaftlich wohl ziemlich falsche Richtung entwickelt. Oder wollen wir wirklich dabei zusehen, dass Geschäftsmodelle Dumpinglöhne als bestimmenden Faktor nutzen? Ich weise in diesem Zusammenhang auf die Debatte im Lohn für Postdienstleistungen hin (z.B. TNT).


Wofür bedankt sich Schäuble?

Mai 5, 2010 Kommentare deaktiviert

Die devote Art, in der Finanzminister Schäuble sich gestern bei Josef Ackermann für das “Engagement” der Banken im Griechenland-Desaster bedankt hat, hat mich geärgert und provoziert! Statt die Banken, wie die Vorgängerregierung hoch und heilig angekündigt hat, finanziell an den Kosten, die dem Steuerzahler durch die Finanz- und Wirtschaftskrise entstanden sind zu beteiligen und den Bankensektor wirklich zu regulieren, bedankt sich der heutige Finanzminister bei dem Mann, der in Deutschland wie kein anderer für ein Bankensystem steht, das uns (spätestens) seit 2008 nur Verdruss und Ärger beschert hat – von unseren horrenden Schulden nicht zu reden.

Dabei ist es angeblich ja nicht einmal so, dass Ackermann und “seine” Deutsche Bank in besonders negativer Weise hervorgetan hätten. Es soll so sein, dass die Deutsche Bank, übrigens ganz im Gegensatz zur verstaatlichten Hypo Real Estate, keine Obligos durch übermäßig viele griechische Papiere besitzt. Insofern ist die Kritik an Ackermann, die auch beinhaltet, dass sein Institut sogar in besonderer Weise durch die ach so solidarische Handlung von gestern noch verdienen könnte, in diesem Fall gar nicht angebracht.

Andere Banken verdienen, wenn es denn wirklich zu einem positiven Ende der Griechenland-Krise käme, jedenfalls mehr als die Deutsche Bank. Aber da wir ja bei symbolischen Handlungen sind: Ackermann eignet sich immer noch bestens als Prügelknabe und irgendwie zieht er (vielleicht durch seine Präsenz) solche Kritik bewusst oder nicht auch an. Ich mag ihn jedenfalls nicht, und daran hat der gestrige Auftritt sicher nichts geändert – eher im Gegenteil.

Viele nennen meine Haltung irrational.  Ackermann steht für das System, welches uns, so empfinde das sicher nicht nur ich, ins Unglück stürzt. Die Banken und die, die mit ihrem Kapital die deregulierten Märkte nutzen, um ganze Volkswirtschaften zu ruinieren gehören an den öffentlichen Pranger! Und die Politik hat gegen diese Machenschaften gefälligst etwas zu unternehmen und muss sich nicht, für solche Symbolhandlungen auch noch artig bedanken.

Addons: Make Link für Firefox

Addons: Make Link für Firefox
Mai 2, 2010 7 Kommentare »

Ab und an hatte ich das Firefox Addon “Make Link” schon erwähnt. Interessant ist es für alle, die entweder bloggen oder sich regelmäßig in Foren zu Wort melden. Der Einsatz des Addons ist sinnvoll für Leute, die zum Bloggen ausschließlich das WordPress-Backend nutzen, aber genauso für diejenigen, die mit dem LiveWriter oder anderen Blog-Editoren unterwegs sind.

Make Link vereinfacht den Umgang mit Links, die in einen Beitrag eingefügt werden sollen und dies auf effektive Art und Weise. Die Optionen sind variabel einstellbar. Die Varianten, die ich hauptsächlich benutze habe ich ganz nach oben positioniert.

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Der Primat der Politik liegt bei den Geldsäcken

Mai 2, 2010 2 Kommentare »

Wer verstehen will, wie die Spekulanten unsere Währung ruinieren (nicht die Politik!), der sollte diesen Artikel («So spekuliert man gegen Griechenland») aufmerksam durchlesen. Die Politik allerdings ist dafür verantwortlich, dass trotz vollmundiger Ankündigungen während der Startphase der Finanz- und Wirtschaftskrise nichts vorangebracht wurde. Der Primat der Politik ist immer noch in Händen der Geldsäcke. Ändert das, oder wir gehen alle den Bach runter. Die Amerikaner sind in dieser Beziehung ein bisschen weiter als wir. Offen ist noch, ob die Initiative Obamas, die von den Republikanern verwässert wird, etwas verbessern kann:

Barack Obama droht ein Zermürbungskampf um seine Finanzreform: Die oppositionellen Republikaner sträuben sich gegen strengere Regeln für Wall-Street-Zocker und torpedieren den Plan des US-Präsidenten mit rhetorischem Feuerwerk. Ein legendärer Spin-Doktor hilft ihnen dabei.
Quelle: Streit um Finanzreform: Republikaner stellen Obama im Krieg der Worte – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Ärger mit der Telekom

Ärger mit der Telekom
Mai 1, 2010 4 Kommentare »

du

Heute schlug die neue Telekom-Rechnung auf. Datiert auf den 30.4. über 174 Euro noch was. Normal ist ein Betrag von knapp unter 50 Euro. Was war passiert?

Ende März/Anfang April funktionierte mein Internet-Zugang nicht. Kann ja passieren, auch wenn das für mich, weil ich doch montags zu Hause arbeite und deshalb erst dienstags nach Nassau fahre, doppelt ärgerlich ist. Wenn sich eine längere Störung abzeichnet, was schon mal vorgekommen ist, musste ich natürlich montags schon los. Diesmal war das anders. Nachdem ich nämlich die Störung telefonisch gemeldet hatte und das übliche Leitungsreset nichts gebracht hatte, fuhr ich in einen t-Punkt in der Nähe. Dort wiederholte man den Leitungsreset und nahm weitere Messungen vor. Den bereits zuvor gegebenen üblichen Rat, einen neuen Splitter auszuprobieren, habe ich mal nicht befolgt, zumal der jetzige erst wenige Monate alt war. Der kompetente und freundliche Mann im t-Punkt erklärte mir, dass mit der Leitung wirklich etwas nicht stimme. Sie sei nicht zu synchronisieren. Da noch irgendwas anders nicht stimmte, fügte er hinzu, dürfte ich eigentlich auch nicht mehr telefonieren können. Er werde einen Kollegen von der Technik bitten, die Sache zu überprüfen. Dies könne aber aufgrund des Wochenendes nicht vor Montag passieren. Ich fuhr mit diesem Frust also wieder nach Hause und hatte mich damit abgefunden, ein internetfreies Wochenende zu verbringen. Meine Frau war ganz aus dem Häuschen.

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Wo doch gerade Boxen im Fernsehen läuft…

Wo doch gerade Boxen im Fernsehen läuft…
Mai 1, 2010 2 Kommentare »

Kugelschreiber für den Weltraum

Mai 1, 2010 8 Kommentare »

Als die NASA damit begann, Astronauten in den Weltraum zu schicken, fanden sie schnell heraus, dass Kugelschreiber in der Schwerelosigkeit nicht funktionieren. Um dem Problem zu begegnen, forschte die NASA ein Jahrzehnt und gab zwölf Milliarden Dollar aus, um einen Stift zu entwickeln, der in der Schwerelosigkeit schreibt, kopfüber, unter Wasser, auf allen Oberflächen und bei fast jeder Temperatur. Die Russen benutzten einen Bleistift.
Quelle: Planet Wissen – Laugh Lab

Übrigens habe ich auch so einen Kugelschreiber. Der heißt: Fisher Space Pen. Tadelloses Teil. Schreibt sogar.

Ist eine Sozialministerin tragbar, die als TNT-Managerin selbst sittenwidrige Löhne vereinbart hat?

Mai 1, 2010 13 Kommentare »

Wenn das stimmt, sollte Christian Wulff sich überlegen, ob das wirklich geht:

Die Kruzifix-Debatte um Aygül Özkan hat sich wieder abgekühlt. Doch nun gerät Deutschlands erste muslimische Ministerin wegen ihrer Vergangenheit in die Kritik: Als Managerin des Postdienstleisters TNT hat sie nach SPIEGEL-Informationen Verträge abgeschlossen, nach denen Beschäftigte nur 7,50 Euro Stundenlohn erhielten.
Quelle: CDU-Ministerin: Özkan soll Arbeitsverträge am Rande der Legalität abgeschlossen haben – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Die Liberalen für bessere politische Abstimmung innerhalb der Währungsunion

Mai 1, 2010 5 Kommentare »

Westerwelles Pläne passen zu dem, was die Liberalen über die konsequente Einhaltung des Euro-Stabilitätspakts sagen. Nur – ist das Aufgabe des deutschen Außenministers?

Ursachen solcher Leistungsbilanzdefizite zählen zu den „Kernbereichen nationaler Wirtschaftspolitik wie Arbeitsmarkt-, Renten- oder Lohnpolitik im öffentlichen Dienst“
Quelle: Griechenlandhilfe: Westerwelle fordert Schuldenbremse für Euro-Zone

Klar, darum geht es. Aber ich verstehe nicht, dass er mit solchen Plänen um die Ecke kommt. Seine Experten wissen, dass sich die Länder in diese Bereich nicht hineinreden lassen werden.

Also hat auch das wieder was mit den NRW – Wahlen zu tun und damit, dass so viele Leute gegen deutsche Hilfen für Griechenland sind? Bei Welt Online stimmten 86 % von 67609 Teilnehmern dagegen, dass wir den Griechen “aus der Patsche helfen”.

Westerwelles Interesse könnte noch einen anderen, hinterhältigen Grund haben. Aus der Sicht der Liberalen sind die kritischen, zur Disposition stehenden Positionen im Haushalt diejenigen, die aus dem ausufernden Verteilungsprozedere (Sozialstaat) von oben nach unten hervorgehen. Die reale Arbeitsmarkt-, Renten- und Lohnpolitik (nicht nur im öffentlichen Dienst) bringen die Staatshaushalte von Jahr zu Jahr, nicht nur in Deutschland, mehr aus der Balance.

Schön, wenn die deutschen Liberalen dank ihrer Regierungsbeteiligung im einflussreichsten Land der Währungsunion auch in die Belange anderer Staaten hineinregieren könnten?

Nein, im Ernst. Ich verstehe nicht, dass ein solcher Vorschlag vom Außenminister aufs Tableau gehoben wird. Als würde gerade er nicht wissen, dass diese Art von länderübergreifender Intervention in der EU (oder Währungsunion) kaum umsetzbar ist.

Also bleibt es unterem Strich bei meiner Überzeugung, dass er diesen Vorschlag ausschließlich deshalb jetzt gemacht hat, weil die NRW-Wahl bevorsteht. Das ist armselig.