Monatsarchiv: Mai 2010
1589 wurde in Bedburg ein Werwolf hingerichtet
Das Flugblatt (siehe unten) stammt aus dem Jahre 1589. Es zeigt eine Szene, die sich damals hier in Bedburg abgespielt haben soll. Der Werwolf von Bedburg wird enthauptet. Ihm wurden eine Reihe von Untaten zur Last gelegt:
ANNO MDLXXXVI. Ist bey Bedbur ein Zauberer geweßen STVMP PETER genant, welcher sich in einen WOLF verwandelt vndt in solcher gestalt selbigen ort vnndt Landts 13. kinder, zwo Frawen vnndt einen Man zerrissenm wie auch seine leibliche dochter beschlaffen, vnndt mit anderen weibsbilderen vnsägliche schandt vnnndt Laster, neben sonst allerlei vnsäglichem Mutwillen geübet vnndt getriben hatt. Desdwegen er dan den XXXI. Octobeis desselben Jars, mit vnderschiedlochen Straffen nach außweisung der beigefügten Figur, vom Leben zum todt gerichtet worden ist. (Hs. 1971, Bd. 24, fol.4r und v)
Auch wenn man diesen “Kauderwelsch” scheinbar nicht sofort lesen kann, man versteht mit etwas Mühe, dass der Mann ein schlimmer Finger war. Ein Werwolf – na ja. Heute hätte man andere Namen für ihn.
Wie bitte, Herr Köhler?
Köhler fordert mehr Respekt für deutsche Soldaten in Afghanistan Den deutschen Soldaten in Afghanistan sollte nach den Worten von Bundespräsident Köhler mit mehr Respekt begegnet werden. Die Bundeswehr leiste dort Großartiges unter schwierigsten Bedingungen, sagte Köhler im Deutschlandradio Kultur nach einem Besuch im Feldlager Masar-i-Scharif. Es sei in Ordnung, wenn kritisch über den Einsatz diskutiert werde. Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, Zitat ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten. Köhler hatte auf der Rückreise von China einen Zwischenstopp in Afghanistan eingelegt.
Quelle: Nachrichten vom 22.05.2010 12:00 – dradio.de
Ich glaube, mir fällt ein Ei aus der Hose. Köhler war 3 Stunden in Afghanistan. Gut, eine Gehirnwäsche kann man ihm ob dieser Worte nicht attestieren. Schließlich war er als Chef des IWF lange Zeit im neoliberalen Lager quasi zu Hause.
(Hervorhebungen durch mich)
Live Writer mit neuer Version für 64Bit – Systeme
Als ich heute morgen den Live Writer gestartet habe war ich entzückt von der Meldung, auf die sicher nicht nur ich sehnsüchtig gewartet haben: Eine neue Version des Live Writer ist da!
Diese neue Version schließt endlich und ausdrücklich auch die 64Bit-Versionen von Vista und Windows 7 mit ein. Zwar funktionierte die bisherige Version auch mit einem 64Bit-System aber so richtig beruhigt war man als Blogger nicht. In der Titelleiste des Programms erscheint (jedenfalls bei mir), dass "keine Rückmeldung" möglich sei. In der Regel folgte diese Rückmeldung nach einiger Zeit dann allerdings doch.
Hier die Übersicht über die Systemanforderungen:
Trotz Euro und Koalitionshickhack, im Irak sterben immer noch viele Menschen
Irak und Afghanistan sind in den Hintergrund gerückt — von der 3stündigen Stippvisite des Bundespräsidenten in Afghanistan jetzt einmal abgesehen. Aber natürlich sterben dort weiter Menschen.
Beim Lesen des Kölner Stadt-Anzeiger von heute morgen, fiel mir auf Seite 6 diese kleine Nachricht über die gestrige Katastrophe in der Stadt Khales ins Auge. Ein kleiner Agenturhinweis abseits aller großen Schlagzeilen.
Live Writer jetzt mit 64Bit – Version
Heute morgen kam die Meldung, dass eine neue Version des Live Writer verfügbar ist.
Falsche Entscheidung wegen fehlendem Sachverstand der Wählerschaft?
Wenn man sich in Sachen Eurokrise durch die Medienwelt und Blogs liest, verfestigt sich der Eindruck, dass unsere gewählten Politiker nicht wissen, was sie tun. Zwei gute Beispiele hierfür fand ich in Artikeln der FTD und beim Antibürokratieteam. In letzterem erläutert der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler (MdB) seine Entscheidung, gegen das Euro-Stabilisierungsgesetz zu stimmen. Er ist aufgrund seiner Überzeugung vom Amt als Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss zurückgetreten. Peter Gauweiler (CSU) will auch gegen dieses Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht klagen. Zuletzt tat er dies, wenn ich es richtig im Kopf habe, weil er mit dem Lissaboner Vertrag (EU) nicht einverstanden war. Irgendwas ist ja immer.
Demokratische Prozesse
Man könnte sagen, wir leben in einer spannenden Zeit, in der demokratische Prozesse in allen möglichen Spielarten so ausgehandelt werden, wie es sich gute Demokraten nur wünschen können. Das wäre eine sehr positive Sicht der Dinge, die aber auch so gar nicht der Stimmungslage in unserer Bevölkerung entspricht.
“Hart aber fair” und “Maybrit Illner” zur Euro-Krise
Franz Plasberg hatte in seine Sendung “Hart aber fair” keine Politiker eingeladen. Wie wohltuend! Statt des üblichen Gezänks konnte man sich von einigen Fachleuten deren Meinung und Tipps zu Gemüte führen, was die Situation für uns bedeutet oder bedeuten könnte und welche Möglichkeiten es gibt, die Risiken, soweit es irgendwie möglich ist, zu reduzieren. Ich gebe zu, dass ich glaube, soviel nicht dazu gelernt zu haben. Mir geht es nicht anders, als vielen anderen Deutschen. Angeblich haben wir ja für finanzielle Dinge dieser Art nicht die richtige Ader und gelten, so habe ich es verstanden, im internationalen Durchschnitt in diesen Fragen als ausgesprochen uninformiert. Ich für meinen Teil gebe das offen zu.
Bei Maybrit Illner ging gestern dagegen richtig die Post ab. Da saßen sie, die üblichen Verdächtigen. Volker Kauder (CDU), Heiner Geißler (CDU) und Hubertus Heil (SPD). Die stritten über die Dinge, die seit Wochen die öffentliche Debatte bestimmt haben. Uninteressant. Neues war Fehlanzeige. Die charmante Börsenfrau vom ZDF, Valerie Haller, kam nicht so richtig zum Zuge, dafür aber die Herren Prof. Joachim Starbatty (in Sandalen und Trachtenjanker) und vor allem Hedgefontmanager, Karsten Schröder. Er brachte die Herrn Geißler und Kauder aber so richtig auf die Palme. Schröder (ab Minute 41:20 der Sendung) erhob trotz der heftigen Erwiderungen seiner Kontrahenten nie die Stimme. Er blieb sachlich und ruhig.
Kraft: Neuwahl nicht ausgeschlossen
Ich finde, das ist mal wieder ein Nachweis für die Unfähigkeit unserer Politiker. Zuerst werden ernsthafte Koalitionsgespräche durch Vorfestlegungen verhindert (Ypsilanti-Syndrom) und dann schließt man Neuwahlen aus offenkundig gesprächstaktischen Gründen nicht aus. Das ist ebenso durchsichtig wie ärgerlich!
Kraft will Ministerpräsidentin werden. Wozu eigentlich? Die Chancen für eine neue Politik sind schon jetzt verspielt. Am Ende gibt es die Große Koalition und wir müssen weitere 5 Jahre auch in NRW den Stillstand aushalten, den sich unsere Politiker selbst eingebrockt haben.
Angeblich, so betont Kraft bis zum Erbrechen, geht es um Inhalte. Würde die SPD ihre Inhalte denn in einer immerhin wahrscheinlichen Großen Koalition durchsetzen können? In inhaltlichen Fragen, jedenfalls denen, die im Wahlkampf eine Rolle gespielt haben, werden sich CDU und SPD doch vermutlich nicht einigen können. Was wird also dann?
Neuwahlen könnten zur Folge haben, dass die Linkspartei und die FDP rausfliegen aus dem Landtag. Das wäre unter den gegebenen Umständen vielleicht gut. Jedenfalls wäre dann wohl eine rot/grüne Mehrheit in Düsseldorf sehr wahrscheinlich. Spekuliert man seitens der SPD etwa darauf?
Lafontaine bezeichnet die Aussage der SPD über seine Partei als “billigen, polemischen Vorwurf”. Mag ja sein, dass dieses DDR-Gezeter vorgeschoben und wirklich Schnee von gestern ist, das hätte er aber seinen Vertretern bei den Sondierungsgesprächen dann auch vielleicht mal sagen sollen.
Wer singt das noch mal?
“Auddigle”, schöner Name, nicht? Klingt fast ein bisschen schwäbisch.
Die kostenlose Software für Windows und (später) für MAC – Rechner erkennt, welches Lied man gerade bei Youtube, iTunes oder im Internet-Radio anhört. Das Programm erkennt nicht nur englischsprachige Titel, sondern auch Rudi Schuricke. Das weiß ich aus ganz verlässlicher Quelle!
Das kleine Programm ist flott installiert. Die Erkennung läuft über ein vorhandenes Mikrophon oder die Soundkarte. Ich habe das Mikrophon meiner Webcam ausprobiert – es klappt ganz einwandfrei.
Man kann das Tool so einstellen, dass es gefundene Titel sofort tweetet. Wenn man also gemeinsam nach einem bestimmten Titel suchen würde, ist das vielleicht eine nette Option. Allerdings habe ich die automatische Twitterei gleich wieder abgestellt. Abgesehen davon braucht man das Programm vermutlich am PC nicht so häufig, weil von Youtube über iTunes bis zum Internet-Radio alle Titel und Interpreten direkt angezeigt werden. Trotzdem ist es eine hübsche Spielerei. Sinnvollerweise meldet man sich bei Auddigle als User an und bekommt dann eine schöne Übersicht mit den jeweiligen Liedtexten und Konzertinfos der Künstler angeboten.
Update: Für MAC-Rechner gibt es die Software offenbar auch bereits. Hier downloaden. Und Alternativen gibt’s auch. Die hatte ich mal im Querblog vorgestellt.
Vielen Dank für den Tipp, lieber Jürgen!



