Monatsarchiv: Juni 2010
Bundespräsidentenwahl: Die Linkspartei hat versagt
Gysi hat heute in einem Interview den Heiopei gegeben. So habe ich seinen Auftritt jedenfalls empfunden. Es war peinlich und, jedenfalls in meinen Augen, unangemessen, wie albern sich einer der populärsten Politiker unseres Landes benommen hat, als er sich bemühte, das Verhalten seiner Partei nach dem missglückten 2. Wahlgang zu begründen.
Mir hat dies und auch die Einlassungen des neuen Führungsduos Gesine Lötzsch und Klaus Ernst bewiesen, dass mit dieser Partei kein Staat zu machen ist. Sie hat einem langweiligen Berufspolitiker aufs Pferd geholfen. Wulff ist nun für 5 Jahre Bundespräsident.
Herzlichen Dank an die Linkspartei. Sie hat die Chance vertan! Hoffentlich quittiert das der Wähler.
Sogar die Tore von Thomas Müller sind in der Wikipedia schon registriert

Die Wikipedia ist fix. Das kennt man nicht anders. Aber dass sogar die Tore vom heutigen Spiel jetzt bereits eingetragen sind, hat mich schon überrascht:
Im Achtelfinale schoss er das 3:1 und später das 4:1 nach der Vorlage von Mesut Özil gegen England.
Quelle: Thomas Müller (Fußballspieler) – Wikipedia
Wo andere noch feiern, haben die Autoren bereits ordentlich vorgearbeitet. Und das am heiligen Sonntag.
Foto: «Alexander Hüsing», Flickr
Jetzt kurz durchschnaufen
Diese Pause war aber jetzt wirklich nötig. War das eine aufregende 1. Hälfte. Man hatte nach dem 2:0 das Gefühl als könnte den Jungs nichts mehr passieren. Da haben wir die Rechnung aber ohne die mentale Stärke der englischen Mannschaft und ihren Kampfeswillen und leider –das muss man hinzufügen- auch ohne unsere von da an wacklige Abwehr gemacht.
Das der 2. Treffer nicht gegeben wurde grenzt an ein Wunder, und er wird (vielleicht) nachträglich wirklich als Wiedergutmachung für das legendäre 66-er Wembley-Tor in die Fußballanalen eingehen.
Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Hoffentlich haben sie einen schönen Pausentee und ein paar aufbauende Wort von Jogi bekommen. Ein tolles Spiel unserer Mannschaft mit einem (fast) bösen Erwachen. Hoffentlich geht’s so gut weiter wie bis zum 2:0. Es ist bisher ein ganz tolles Fußballspiel! Daumen drücken!
Die Engländer haben schon gewonnen
Jedenfalls hat mir dieses Foto, das ich gerade im Guardian (auf der Startseite) gefunden habe, sehr gut gefallen. In diesem Sinne, lasst uns ein tolles Fußballspiel erleben.

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(Deutschland vs. England)
Gabriel eignet sich nicht zum Moralapostel
Deshalb nicht:
Solange ich Parteivorsitzender bin, machen wir keine Koalition mit Alt-Stalinisten und Leuten, die nachträglich die Mauer rechtfertigen
und deshalb:
Im Durchschnitt ist der Bundesbankvorstand dümmer geworden dadurch, dass er da Mitglied geworden ist
um nur zwei seiner Äußerungen beim Landesparteitag in Berlin aufzugreifen. Weshalb ich dieser Meinung bin? Weil man so etwas einfach nicht macht:
Gabriel hatte Merkel in einer SMS Joachim Gauck als überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen. Merkel antwortete: "Danke für die Info und herzliche Grüße." Die Anfrage Gabriels und die Antwort Merkels hatte vor drei Wochen der "Spiegel" veröffentlicht.
Quelle: Sozialdemokraten: SPD-Chef Gabriel greift Sarrazin an – Nachrichten welt_print – Politik – WELT ONLINE
Das mag denen gefallen, die für solch platte Parolen immer ein offenes Ohr haben aber selbst die werden die Substanzlosigkeit, die hinter solchen Attacken steht, schon irgendwann zur Kenntnis nehmen. Die SPD geht auf ihrem Weg der Erneuerung (so etwas sollte es doch geben – hieß es noch vor etwas mehr als einem halben Jahr…) nicht voran. Hoffentlich denkt die Partei nicht, dass das Meinungstief der Koaltion diesen Prozess ersetzen könnte.
Oberpeinlich, dieses “gefällt mir”
Na, das ist ja nun wirklich oberpeinlich. Wer auf die Idee kommt, bei dieser Nachricht den Knopf zu drücken? Hätte ja auch hier passieren können.
Man müsste zwar sparen, aber das wäre zu schmerzhaft
Die amerikanischen Politiker werden die ganzen Versprechen brechen müssen, die sie ihrem Volk so freigebig gegeben haben. Sei es durch drastische Reformen des Steuer- und Wohlfahrtsrechts, durch Nichtbedienung der Schulden oder durch nackte Inflation.
Gerade im Sozialbereich ist die Dimension der eigentlich notwendigen Anpassung so gigantisch, dass sie die so gut wie ausgeschlossen werden kann.
Quelle: Im Gespräch: Sean Corrigan: „Die Renditen sind aberwitzig tief“ – Fonds & Mehr – Finanzen – Investor – FAZ.NET
(Hervorhebung durch mich)
Die Koalition will auch die Banken weiter belasten. Spätestens 2012 soll eine neue Abgabe kommen, falls es zuvor in Europa und weltweit keine Lösung gibt. Die offizielle Begründung lautet: "Die Finanzmarktbranche ist angemessen an den Kosten der Krise zu beteiligen; dabei hat sie auch Vorsorge für etwaige zukünftige Krisen zu treffen. Die Bundesregierung wird zügig die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Bankenabgabe schaffen, die in einen Restrukturierungsfonds einfließen soll." Mit Einnahmen von rund zwei Milliarden Euro jährlich rechnet die Regierung durch die Bankensteuer.
Quelle: Die 80-Milliarden-Sparliste der Bundesregierung | tagesschau.de
Diesen (markierten) Satz des Interviews fand ich so richtig gut. Der Anpassungsbedarf ist also so groß, dass diese Anstrengung auch gleich gelassen wird. Doch, die Konsistenz dieser Aussage hat mich überzeugt. Ein Finanzfachmann hat gesprochen. Immerhin, Corrigan hält Merkels Sparkurs für richtig und glaubt, dass sie (“und ihr Team”) sich in Toronto behaupten werden.
Die Bankenabgabe (wir erinnern uns an den Part im Entschuldungspaket der Regierung) ist nach Presseberichten beim G20-Treffen schon vom Tisch. Also geht es jetzt um die europäische Ebene. Dort wird es (Großbritannien) auch nicht lange ein Thema bleiben. Man kann also schon getrost davon ausgehen, dass die 2 Mrd. nicht kommen werden. Aber da die im Haushalt erforderliche Nettokreditaufnahme bekanntlich jetzt weniger hoch ausfällt (65 statt 80 Mrd. €) wird man diese Kleinigkeit verschmerzen können. Oder man holt sich das Geld von den Hartz IV – Empfängern. Das ist ja schließlich bewährte Praxis.
Foto: Jörg Siebauer / pixelio.de
Geklaut–aber ich steh voll dahinter
Wenn ich gefragt werde, was Bloggen ist, nachdem mich jemand fragte, was meine Hobbys sind verdrehe ich NICHT etwa verächtlich die Augen und verweigere mich dem plötzlich entstandenen, kollossalen Berg an Erklärungsbedarf.
Nein, ich versuche geduldig in möglichst wenigen, dafür präzisen Worten rüber zu bringen, was Blogger, Bloggen und ein Blog ist und warum alles, was dahinter steckt, so faszinierend ist. Und zum Dank blicke ich dann in 99,9% aller tragischen Fälle in apathisch verständnislose Augen, die mir sagen zu wollen scheinen: Tobe, du bist ein Geek!
Quelle: Bloggen ist Glauben – tobes blog
Integrationsprojekt Nationalmannschaft
Wie wäre eigentlich geredet worden, wenn diese Nationalmannschaft nicht über die Vorrunde hinausgekommen wäre? Enttäuschung und Vorwürfe an Spieler und Trainer. Das würde sich sicher wenig von dem unterscheiden, was sich in Frankreich und Italien in diesen Tagen abspielt.
Hätte es dann, wie in Frankreich, geheißen, dass diese deutsche Nationalmannschaft auch als Beispiel für gelungene Integration gescheitert wäre? Ich wünsche mir, dass wir diese Diskussion hier nicht erleben werden. Konfliktpotenzial ist auch bei uns auszumachen, wenn man gewisse Argumente in manchen Blogs zur Kenntnis nimmt. Wenn im Zusammenhang mit Fußball oder Sport im allgemeinen Begriffe wie “antideutsch” fallen, wird mir ganz anders.
Und vielleicht gelingt es uns ja auch irgendwann einmal, solche Bilder endgültig (selbst vor Fußball-Großereignissen) zu vermeiden:
Im Vorfeld deutsch-englischer Begegnungen zeigen Fotomontagen in der englischen Boulevardpresse die deutsche Nationalmannschaft schon mal in Wehrmachtsuniformen und mit Stahlhelmen:„Defeat the German Panzers!“ lautet die wenig an Fairplay erinnernde Aufforderung und sogar das deutsche Boulevardblatt mit den großen Buchstaben, das gerne nach großen „nationalen“ Siegen die ganze erste Seite mit schwarz-rot-goldenen Farben umrandet, kann da kaum mithalten.
Quelle: Migration – Integration – Diversity: DOSSIER Fußball & Integration
«Die Nationalmannschaft spiegelt die Gesellschaft wider»
Update: Ich habe bei Zettel einen, wie immer, toll geschriebenen Artikel gelesen, an dem mich schlussendlich aber dann doch etwas massiv gestört hat.
Zunächst eine Geschichte “aus dem Leben” bzw. aus einem Kommentar zu besagtem Artikel:
G. kommt nach der Stunde zur mir: “Jetzt müsst Ihr Deutschen uns Türken aber dankbar sein.” Ich: “Wieso?” G.: “Na, Özil hat doch das Tor geschossen. Jetzt hat ein Türke für Euch Deutsche das wichtige Tor gemacht, damit Ihr weiterkommt.” Ich: “Wieso denn ein Türke? Özil spielt in der deutschen Nationalmannschaft, und Özil ist ein Deutscher.” G.: “Nein, Özil ist ein Türke. Der hat nur einen deutschen Pass. Ich habe ja auch einen deutschen Pass, aber ich bin doch nicht deutsch. Ich bin Türkin! Eine Türkin kann gar nicht deutsch werden. Also ist Özil ein Türke, der für Euch in der Nationalmannschaft spielt.” Ich: “Nein. Schau: Die Eltern von Özil, die stammen aus der Türkei. Aber der Özil selbst ist in Deutschland geboren, ist hier großgeworden, der fühlt sich als Deutscher [habe ich mal behauptet], und deswegen ist er auch Bürger von Deutschland geworden.” G.: “Nein, ein Türke ist etwas ganz anderes als ein Deutscher. Man kann nicht aufhören ein Türke zu sein.” Ich: “Was ist denn das Besondere, wenn man ein Türke ist?” G.: “Das kann ich nicht erklären. Das verstehen Sie bestimmt nicht.” Ich: “Vielleicht doch – versuch’s mal.” G.: “Wir haben zum Beispiel unseren Stolz.” Ich: “Worauf seid Ihr denn dann stolz?” G.: “Zum Beispiel, dass wir keine … [überlegt, dann mit dem Ton der Geringschätzung] keine Araber sind.” Ich: “Schau, Araber oder Türken oder Deutsche sind doch nicht besser oder schlechter als jeweils die anderen. – Überleg doch mal: Deine Familie stammt aus der Türkei, aber Du bist hier geboren, Du gehst hier zur Schule, hier sind Deine Freunde in Deutschland – dann könnte man doch schon sagen, dass Du beides bist: Etwas türkisch von Deiner Familie und jetzt deutsch, weil Du hier lebst und so weiter.” G.: “Nein, ich bin nur türkisch.” Ich: “Aber Du hast doch einen deutschen Pass.” G.: “Ja, aber doch nur, weil das praktisch ist im Urlaub und so, und weil das viele Vorteile hat. Welchen Pass man hat, sagt nichts, was man eigentlich ist. Und überhaupt, es sind ja schon so viele Türken hier, uns gehört ja schon das halbe Deutschland.”
Quelle: RE: Özil, Einwanderung, Gauck
Möglich, dass sich dieser Dialog so zugetragen hat und mancher wird ihn für bezeichnend halten.
Zettels Versuch hingegen, sprachliche Mängeln bei Emigranten parteipolitisch zu begründen, finde ich ärgerlich. Zettel tut gerade so, als würde es in Nordrhein-Westfalen keinen Türken geben, der in der Lage wäre, hochdeutsch zu sprechen. Dieses ideologisch begründete Argument ist in meinen Augen sinnlos. Es könnte ja wohl auch möglich sein sein, dass Kinder und Jugendliche im Ruhrgebiet unter ganz anderen Umständen ihre Sozialisierung erfahren als diejenigen, die in ländlichen Gegenden in Bayern oder Baden-Württemberg aufwachsen? Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bei dem kürzlich veröffentlichten Vergleich gewisser schulischer Leistungen schön zu erkennen war, dass es insbesondere in den Stadtstaaten größere Probleme gibt. Es liegt nahe, dass die Integration dort aufgrund des deutlich höheren Migrantenanteile schlechter funktioniert und deshalb schulische Leistungen leiden. Aber natürlich: Solche Feinheiten gehen in ideologischen Auseinandersetzungen schnell mal unter.
Der neue LiveWriter (Beta) gefällt mir… aber
Zuerst dachte ich: Meine Güte, schneller lädt dieses Paket jetzt aber schon mal nicht. Im Icon, das in der Taskleiste sichtbar ist, erkennt man den Installationsfortschritt (Grüne Färbung). Ist das generell so bei Windows 7 und habe ich es bisher nur übersehen oder ist es eine Eigenheit von Windows Live? Die Beta ist im Moment nur in englischer Sprache und einigen anderen verfügbar. Jedenfalls noch nicht in deutsch. Schade – aber vermutlich wird das nicht lange dauern. Eine Rechtschreibprüfung in deutscher Sprache ist folgerichtig nicht vorhanden. Sie gilt es also vor dem ersten Artikel erst mal auszuschalten.
Der LiveWriter kommt im Gewand der MS-Office-Suiten (ab Version 2007), also mit Ribbons daher. Die Umstellung sollte, auch wenn dies am Anfang ein wenig ungewohnt ist, schnell passieren können. ![]()
Die Bedienbarkeit ist prächtig, auch wenn ich, weil ich kein englisch spreche, mich ein wenig mehr orientieren muss als viele andere. Die in der vorherigen Version installierten Plugins scheinen alle zu laufen. Auf Probleme bin ich bisher noch nicht gestoßen.
Übrigens habe ich sehnlichst auf die angekündigte Lösung zur besseren Integration von Fotos gewartet. Angeblich sollte mit der neuen Version auch die Möglichkeit von Bildunterschriften gegeben sein. Diese habe ich aber leider bisher vergeblich gesucht. Dafür gibt es einige attraktive Optionen zur Bearbeitung von Fotos.

Auch mit dieser neuen Verson macht das Bloggen noch ein bisschen mehr Spaß. Im Backend wird es demnach vielleicht künftig noch ein bisschen ruhiger werden. Allerdings ist die Zahl der neuen Features doch arg begrenzt. Im Wesentlichen handelt es sich, wie schon erwähnt, um eine Anpassung der Optik an die aktuellen Office-Programme.

Dass bei der Installation ungefragt die Bing-Symbolleiste in meinem bevorzugten Browser installiert wird, empfand ich als Frechheit. Ich habe jedenfalls keine diesbezügliche Abfrage bei der Programminstallation bemerkt. Die Symbolleiste mag ja über eine tolle Funktionalität verfügen. Ich will sie trotzdem nicht und möchte vor allem gefragt werden, bevor eine Installation erfolgt. Auch bei einer Beta! Die Symbolleiste ist wohl ziemlich mächtig und kommt mit eigenen Gestaltungselementen daher. Beim Ein- und Ausblenden bleibt Firefox mit “Keine Rückmeldung” in der Titelzeile stehen.
“LiveWriter beta” kann man sich ansehen und scheint auch für den Produktiveinsatz bereits akzeptabel. Aber großartige Neuigkeiten habe ich keine gesehen. Von der gefälligen Optik und einer vielleicht leicht verbesserten Ergonomie einmal abgesehen.


