Horst Köhler ist zurückgetreten, weil er die geäußerte Kritik an seinen Einlassungen zu Militäreinsätzen für wirtschaftliche Belange für unangemessen hielt. Viele geben ihm recht. Er habe doch nur die Wahrheit gesagt. Sie verweisen dabei auf Sachverhalte, die zutreffend sind. Allerdings würdigen sie, wenn ich das richtig sehe, nicht, dass Köhler seine Aussage in Afghanistan gemacht hat. Darum ging es aber in erster Linie! Aber dort sollte es um ganz andere Dinge gehen als um wirtschaftliche Interessen unseres Landes. Das Mandat unseres Parlaments für den Einsatz in Afghanistan ist in dieser Beziehung wohl unmissverständlich.
Insofern halte ich die Kritik an Horst Köhler weiterhin für berechtigt. Ort und Zeit seiner Äußerungen waren einfach falsch gewählt.
Dass sich die FDP mit Kritik an den Kritikern besonders hervorgetan hat ist nur typisch für diese einzige E(F)PD (Einpunktprogramm-Partei Deutschlands):
Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Elke Hoff, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Für mich sind die Vorwürfe gegen den Bundespräsidenten nicht nachzuvollziehen. Manche in der Opposition wollen ihn wohl bewusst missverstehen." Schon im Weißbuch der schwarz-roten Koalition sei festgehalten worden, "dass es eine Aufgabe der Bundeswehr ist, in Krisenregionen Stabilisierungsmaßnahmen durchzuführen". Dazu gehöre für eine Export-Nation wie Deutschland international Transportwege zu sichern, etwa bei der Marinemission am Horn von Afrika. Quelle: Köhler: Bundeswehr-Einsatz für wirtschaftliche Interessen | evangelisch.de
Es ging keinesfalls um bewusstes Missverstehen! Es ging um eine Aussage, die die Autorität unseres Parlaments infrage gestellt hat.
Versteht das jetzt jeder?








Es ist doch egal ob was Missverstanden wurde oder nicht. Fakt ist doch, wenn ein Bundespräsident eine Diskussion startet muss er auch stark genug sein die daraus resultierende Kritik hinzunehmen. Er kann nicht verlangen das alle seine Äußerungen so hinnehmen, wie er es will und das es keine Kritik auf seine Äußerungen gibt.
Für mich sind weder die Äußerungen von ihm, noch die Kritik an seinen Äußerungen ein Grund das Amt aufzugeben. Das zeigt wahrscheinlich ein wenig den Altersstarrsinn von ihn
Dass er sich der Kritik nicht stellen mochte war ja grundsätzlich nichts Neues. Seine Reaktion, sein Rücktritt war trotzdem eine Überraschung, und er war nicht in Ordnung. Du hast recht, er hätte dieser Diskussion standhalten müssen. Jetzt kommt die Ursula.