Der Papierstapel auf dem Schreibtisch unseres Papstes scheint abgearbeitet. Die Missbrauchsfälle in Deutschland waren jetzt dran. Erst jetzt. Wie enttäuscht war die Öffentlichkeit, als Papst Benedikt sich in gleicher Angelegenheit an die Iren wandte, Deutschland und den Rest der Welt offenbar aber vergessen hatte?
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Natürlich gab es einen passenden Anlass dafür, dass der Papst, wie es in der FTD heißt, heute “Klartext” zum Thema “Missbrauchsskandal” redete. Gleich im ersten Absatz steht zu lesen, dass sich Papst Benedikts Einstellung zum Zölibat nicht geändert hätte. Whow. Das ist jetzt aber eine echte Überraschung, nicht? Ok, es waren in diesem Fall genügend Augenzeugen (15.000 Priester auf dem Petersplatz) anwesend. Benedikt sprach davon, dass das Vertrauen in die Institution untergraben worden sei. Untergraben? Klingt das nicht sehr nach Konspiration und ist diese Formulierung dem Grad des Problems angemessen? Für Deutschland hätte er feststellen können, dass dieses Vertrauen zerstört wurde und zwar, was im Sinn der katholischen Kirche das Schwerwiegendste sein könnte, auf lange, lange Zeit.
Die FTD schreibt, dass 5 Bischöfe in Europa ihren Rücktritt erklärt hatten:
Einer gab selbst sexuelle Übergriffe zu, gegen einen anderen laufen Ermittlungen und dreien wurde vorgeworfen, die Straftaten gedeckt zu haben.
Quelle: Kirchensünden: Papst redet im Missbrauchsskandal Klartext | FTD.de
Aber eine erklärende Zeile dazu, dass gegen Mixa nicht (mehr) wegen Missbrauch ermittelt wird, vermisse ich im Beitrag der FTD (s. hierzu auch mein vorheriger Artikel).
Das war, auch im Hinblick auf den Anlass (“Jahr des Priesters”, eine reichlich dünne Stellungnahme des Papstes. SpOn hat das Thema übrigens nicht auf der 1. Seite.












Tja, vielleicht ist die katholische Kirche kein Thema kein Thema mehr für Seite 1? Eine Institution, die sich nicht selbst erneuern kann/will – die wird irgendwann von der Zeit überholt.
Jahrhunderte lang haben sich (viele) Menschen kujonieren lassen – und jetzt haben sie keine Lust mehr, sich die alten Sprüche weiter anzuhören. Das ist neu für die Kirche/Vatikan. Aber ich schätze mal, die werden einfach “weiterwursteln” wie bisher. Bei uns geht das ja besonders gut – Bischöfe werden ja wohl vom Staat bezahlt, oder? Aber einsetzen tut der Papst sie. Hmm.
Im Vatikan ist in meinen Augen noch immer nicht angekommen, dass die Kirche sich ändern muss. Dazu gehört das Zölibat vielleicht auch. Die Themen sind jetzt andere. Da hast du recht. Jetzt spielt wieder Politik und vor allem Fußball die erste Geige.