Monatsarchiv: Juni 2010
Die Liebe zu BAP wiederentdeckt
Ich höre ja, jedenfalls zu Hause, immer Musik. Ohne geht nicht! Im Moment (schon über einige Wochen) habe ich mich BAP wieder angenähert. Ein paar Jahre habe mich Wolfgang Niedecken und die Seinen eher sporadisch gewidmet. Unter “meinen” Top-Interpreten” befinden sich BAP aber noch lange nicht:
Eigentlich könnte man den “Laden” auch dicht machen
Als ich die Story über Horst Köhlers Plauderei in Afghanistan bei dradio gelesen und gleich was darüber gebloggt hatte war mir nicht klar, dass dieses Thema ein großes Echo auslösen würde. Geschenkt. Ich hatte zwei, drei Tage viele Leser/innen und fühlte mich (schon wieder) ein bisschen komisch. Wer weiß, ob das nicht noch Ärger geben wird. Obwohl… die paar Sätze.
Der Querblog hat es sogar ins “heute journal” geschafft. Auch darüber habe ich was gebloggt. Mitbekommen hätte ich davon nichts, weil ich am Mittwoch “Hart aber fair” geguckt habe. Zwei andere Blogger und eine Kollegin haben mich netterweise darüber informiert.
Irrelevantes
Mich ärgert es ein bisschen, dass das nur zwei Lesern überhaupt ein Kommentar wert gewesen ist. Keine kleine Spitze zu meiner Eitelkeit, dass ich auch das gleich wieder bloggen musste, kein “Das gefällt mir”-Knopfdrücken – (der war zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden) rein gar nichts. Das sagt einiges aus. Mindestens etwas über die Relevanz des Querblogs.
Leider war der Appell der Familie vergeblich
Bei der gefundene Frauenleiche, die ein Spaziergänger in der Nähe von Heidenheim gefunden hat, handelt es sich (wie befürchtet) um die seit dem 12. Mai verschwundene Bankiersehefrau Maria Bögerl. Alle Hoffnung der Familie war vergeblich. Hoffentlich werden die Täter wenigstens gefasst.
Gut aussehen tut er ja
Unser wahrscheinlich nächster Bundespräsident Christian Wulff sieht ja, auch dafür, dass er schon 50 ist, ganz gut aus. Ob ich das als Mann so feststellen darf? Habe ich die Kompetenz? Nun, mehr will ich zu Wulff aber auch nicht sagen. Ich möchte ja nicht die Würde des Amtes verletzten.
Mein Kandidat wäre klar und ausdrücklich Joachim Gauck. Das ist der Mann, der auch von sich sagt, er sei auf der Suche nach Elementen des Mutmachens. Diese Leute werden zwar bei uns nicht ausdrücklich nachgefagt, nichtsdestotrotz brauchen wir sie dringend!
Mutmacher. Leute, die nicht irgendeine “geistige Achse” verteidigen und stützen, die glaubt die Wahrheit gepachtet zu haben, sondern solche, die diesem Volk etwas Mut einhauchen können. Kann Wulff das? Bei Gauck bin ganz sicher.
Unglaublich, was diese Regierung sich erlaubt
Heute präsentiert man uns einen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, damit die geistige Achse dieses Landes weiter funktioniert, dann hören wir, wie gut sie das jetzt schon tut: Gesundheitsminister, Philipp Röslers Vorschlag zur Gesundheitspauschale wird von der Regierung einkassiert! Scheinbar hält selbst die Regierung Röslers Vorstoß für nicht vermittelbar.
Was für ein Armutszeugnis! Alle sofort zurücktreten. Gauk for president.
Die umstrittenen Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler zur Einführung einer Gesundheitsprämie sind vorerst vom Tisch. Stattdessen sollen bis zum Sommer neue Einsparmöglichkeiten in Höhe von vier Milliarden Euro ausgelotet werden.
Quelle: Umstrittene Kopfpauschale: Koalition pfeift Rösler zurück – Politik | STERN.DE
Deutschland und die geistige Achse
Westerwelle hat wieder so richtig einen aus der Schublade geholt.
Er merkt an, dass die Koalition wisse, welche geistige Achse diese Republik in diesen Zeiten braucht.
Was es auch immer sein mag, sie scheinen es zu kennen, Herr Westerwelle. Warum holen Sie es nicht raus um Gottes willen und zeigen es uns. Wir sind gespannt.
B*ld-Zeitung meldet: Entscheidung gefallen – Wulff folgt Köhler
Laut einer Meldung der B*ld-Zeitung wird Christian Wulff neuer Bundespräsident.
Wulff wird voraussichtlich noch heute Abend beim Treffen der CDU-Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin offiziell als Kandidat benannt.
Quelle: Christian Wulff soll Köhler-Nachfolger werden – Politik – Bild.de
Damit hat die Kanzlerin und die Koalition der Demokratie einen Bärendienst erwiesen. Nicht wegen Wulff. Der kann auch Bundespräsident. Aber jeder sieht sofort, dass es wiederum vor allem ein parteitaktisches Manöver war. Es wird nicht ans Land gedacht sondern nur an die Partei bzw. an die Regierungskoalition. Das linke Lager hätte es vermutlich genauso gemacht. Das macht es aber nicht besser. Vielleicht hätte eine andere, klügere Personalentscheidung uns geholfen, die offensichtliche Krise unserer Demokratie zu überwinden. Jetzt geht alles zunächst einmal so weiter wie bisher. Und das ist nicht gut.
Update: SPD und Grüne wollen Joachim Gauck vorschlagen. Ist die Meldung älter als mein Kommentar?
Hundt will wieder mal bei den Schwächsten sparen – 6 Mrd. Euro
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt findet, dass auch bei den Arbeitslosen gespart werden muss. So 6 Mrd. Euro schweben ihm vor. Er legte eine “umfangreiche Streichliste” vor. Ich bin dem Mann nicht gerade freundlich gesonnen. Deshalb muss ich mich schon etwas zusammenreißen. Ich liebe es, Sparvorschläge oder Empfehlungen von Leuten zu lesen, denen es im Leben aufgrund ihrer eigenen materiellen Unabhängigkeit nie schlecht gegangen ist.
Ich habe keinen Neidkomplex sondern gebe nur meine Antwort auf die Forderungen Hundts, der ganz keinen Bezug zu den Realitäten in unserem Land zu besitzen scheint.
Wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung plant, mindestens 10 Mrd. einzusparen und laut Hundt davon 6 Mrd. bei den Arbeitslosen gestrichen werden sollen, dann passt das nicht. Die Ungerechtigkeit dürfte sogar jeder Kapitalistenschranze evident sein.
Es muss überall gespart werden. Das haben die meisten Menschen begriffen. Aber bitte wirklich überall! Hundt spart nicht an geistlosen Vorschlägen, die sich zu allem Überfluss auch noch ständig wiederholen. Ein richtiges Ärgernis. (weiterlesen …)
Renaissance der Inquisition mit anderen Vorzeichen
Vielleicht ist es juristisch ja in Ordnung, im Zusammenhang mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Erzbischof Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, von “Beihilfe zum Kindesmissbrauch” zu sprechen. Er soll einen Pater wieder eingestellt haben, der des Kindesmissbrauchs überführt worden war. Diesen Sachverhalt nennt man dann (politisch) juristisch korrekt: “Beihilfe zum Kindesmissbrauch”.
In der Öffentlichkeit wird daraus, dank Unterstützung vieldeutiger Formulierungen in den Medien, dass der Erzbischof selbst am Kindesmissbrauch beteiligt war.
In einem Beitrag der “Märkischen Allgemeinen” wird wegen dieses Verdachts suggeriert, es gebe eine direkte Verantwortung Zollitschs, weil dieser im Zusammenhang mit dem Rücktritt Walter Mixas die Glaubwürdigkeitsverluste der katholischen Kirche beklagt hatte. Gegen Walter Mixa persönlich wurde wegen Kindesmissbrauchs ermittelt. Deshalb war er von seinem Amt als Bischof von Augsburg zurückgetreten. Diese Beschuldigung hat sich inzwischen als falsch erwiesen, was im Beitrag der “Märkischen Allgemeinen” aber mit keinem Satz erwähnt wird. Es bleiben weitere Vorwürfe gegen Mixa, die einen Rücktritt auch im Nachhinein rechtfertigen können. Sie haben aber auch gar nichts mit sexuellem Missbrauch von Kindern zu tun.
Sprachen wir nicht gerade noch im Zusammenhang mit Köhlers Rücktritt davon, dass man die Worte etwas bedachter wählen sollte, um Menschen nicht vorschnell zu beschuldigen, sie grundlos zu verletzten oder ihre Reputation? (weiterlesen …)
Was ein gemeinsamer Auftritt mit Lena aber doch bewirken kann…
Nun gilt Christian Wulff als Favorit für das Amt.
Quelle: Machtkampf in der Union: Von der Leyens Chancen schwinden, Wulff neuer Favorit – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
Ob sich die Koalition auf diesen Kandidaten einigen kann? Selbst in der Union scheint es schwierig zu werden, weil die CSU gegen Wulff vielleicht eher Vorbehalte hat als gegen von der Leyen.
Ich finde immer noch, dass ein unabhängiger Kandidat, der von allen Parteien getragen würde, in diesen Zeiten eine viel bessere Wahl wäre, weil dies eine positive Wirkung auf die Gesellschaft hätte. Was im Moment abläuft spricht eher dafür, dass es wieder einmal nur um taktische Manöver geht. Die hängen den Leuten am Halse heraus.

