Monatsarchiv: Juni 2010

Wie im Staat, so im Gesundheitswesen

Juni 17, 2010 2 Kommentare »

Nicht wenige sind überzeugt, dass die Deutschen sich zu viel auf den Staat verlassen. Im Moment hat man aufgrund der verheerenden Stimmung im Land allerdings nicht das Gefühl. Die Gleichsetzung von Staat und Politik(er) ist dabei zwar nicht zulässig. Aber diesen Fehler machen wohl viele.  Einige von Joachim Gaucks Reden zum Thema Freiheit wären in diesem Zusammenhang eine gute Lektüre.

Ganz ähnlich, wie unser Verhältnis zum Staat, verhält es sich offenbar, wenn wir der Deutschen Einstellung zum Gesundheitswesen betrachten. Nach einer Studie der TK (Techniker Krankenkasse) fühlen sich die Deutschen in diesem Gesundheitswesen trotz der hohen Kosten und der so genannten Zweiklassenmedizin offenbar grundsätzlich gut aufgehoben. 61% der Menschen sind mit ihren Ärzten sehr zufrieden, 34 % eher zufrieden. Auch das belegt, dass die Wahrnehmung sich ganz anders darstellen kann, wenn sich Menschen zu ihren ganz persönlichen Erfahrungen befragt werden und sie sich nicht “nur” sehr allgemein zum Beispiel über den Staat oder das Gesundheitswesen äußern sollen.

Wir gehen durchschnittlich sehr oft zum Arzt (18mal) und liegen mit dem statistischen Wert an einem Spitzenplatz weltweit.  Chronische Erkrankungen werden nicht eigenem falschen Verhalten zugeschrieben, sondern viele empfinden diese als Zufallsergebnis. Glück oder Pech werden als Ursache ausgemacht.

Naheliegend ist, dass die Veränderung unseres Lebensstils negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben dürfte. Die Leute tendieren zu Übergewicht, weil sie sich falsch ernähren und sich weniger bewegen. Und das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche sind betroffen.

Ohne die Bereitschaft zur Übernahme persönlicher Verantwortung – im Gesundheits- aber auch im Staatswesen – geht es nun einmal nicht. Vielleicht müssen wir das auch wieder lernen. Auch wenn’s  etwas pathetisch ist,  J.F. Kennedys Aufforderung hat heute und hier in Deutschland ihre Berechtigung:

Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!


Studie behauptet: Deutsche sind mit ihren Ärzten zufrieden Bevölkerung lässt sich offenbar auffällig oft behandeln, Main-Post

Diese Regierung wird noch halten

Diese Regierung wird noch halten
Juni 16, 2010 2 Kommentare »

Wenn nach dieser Umfrage die Leute weder diese Regierung, noch eine Große Koalition haben und stattdessen Neuwahlen wollen, heißt das ja wohl, dass Deutschland in Zukunft von einer eindeutigen linken Mehrheit regiert würde.

Allerdings gehe ich nicht davon aus, dass diese Regierung vorzeitig aufgibt. Und wer weiß schon, was in den nächsten 3 Jahren noch alles geschehen wird? Auch wenn Wulff tatsächlich am 30. Juni nicht gewählt würde, hätte das auf den Bestand dieser Regierung  ja nicht zwangsläufig die Auswirkung, die in der Öffentlichkeit mit dieser Lage gleichgesetzt wird. Das öffentliche Ansehen der Regierung ist ganz miserable. Das muss diese aber nicht daran hindern, weiter zu machen. Im schlimmsten Fall sogar so, wie es im Moment noch der Fall ist.

FDP: Umbesinnung mit Ansage

Juni 16, 2010 Kommentare deaktiviert

Für mich klingen die Bemühungen der FDP ein bisschen alibimäßig. Es ist eine Umbesinnung mit Ansage — die Umfragewerte sind einfach zu schlecht. Das sie anscheinend tragende Personal stellt ebenso keine Überraschung dar.

Die Fraktionsvorsitzende, Birgit Homburger, findet die öffentliche Meinung ungerecht. Die FDP habe es aber nicht verstanden, den Eindruck einer Einpunktepartei nicht wirksam entkräftet zu haben. Wenn es aber wirklich andere Punkte gab, warum hat dann Westerwelle die jüngste Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen und bei den Einspardiskussion im Kanzleramt wiederum jedwede Steuererhöhung kategorisch ausgeschlossen. Übrigens, das Argument, dass in diesem Falle der Druck von den handelnden Personen genommen worden wäre und ggf. gar keine Einsparungen mehr hätten durchgesetzt werden könnten, überzeugte nie wirklich, obwohl es von liberalen Politikern in den letzten Tagen so oft wiederholt wurde.

"Es geht um die Frage: Was ist politischer Liberalismus heute?" "Wir wollen das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung, von Staat und Bürgern neu justieren – das soll das Aushängeschild der FDP werden"

Quelle: FDP in der Krise – Guidos Erbe – Politik – sueddeutsche.de

Das klingt schon sehr nach grundsätzlicher Klärung vorhandener und erst jetzt erkannter Defizite. Die Neuorientierung, die ja in der Tat nicht bedeutet, dass sich die Partei neu erfinden müsste, besteht vordringlich darin, eine grundsätzlich andere Wahrnehmung der programmatischen Inhalte einer FDP in die Öffentlichkeit zu tragen.

Man darf angesichts des Drucks, dem die Partei derzeit auch durch die großen allgemeinen Probleme des Landes ausgesetzt ist, nicht erwarten, dass der vielleicht damit in Gang kommende Prozess kurzfristige Wirkung entfalten kann. Aber es ist eine existenzielle Frage, die die FDP dringend angehen muss.

Gerade hatte sich unser Verhältnis zur Schweiz gebessert und dann

Gerade hatte sich unser Verhältnis zur Schweiz gebessert und dann
Juni 16, 2010 Kommentare deaktiviert

… das! Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl gönnen den Schweizern den Sieg nicht:

schweiz_spanien_abseits

Das riecht nach diplomatischen Verwicklungen. Ich glaube, Steinbrück muss her.

Gaza: Zement, Kies und Rohrleitungen zum Bau von Waffen?

Juni 16, 2010 2 Kommentare »

Bestimmt fehlt es mir an Fantasie und handwerklichen Grundkenntnissen. Aber wie soll man mit diesen Materialien Waffen herstellen können?

Die Einfuhr von Baumaterialien wie Zement, Kies und Rohrleitungen solle weiterhin verhindert werden, hieß es von offizieller Seite. Israel befürchtet, dass die Hamas diese zum Bau von Waffen und Bunkern nützen könnte.

Quelle: Israel kann sich nicht zu Blockade-Lockerung durchringen (International, NZZ Online)

Wahrscheinlich bin ich nicht der Einzige, der die Haltung der israelischen Regierung nicht mehr verstehen kann.

Mit Riesenschritten auf die 1,8%

Mit Riesenschritten auf die 1,8%
Juni 16, 2010 Kommentare deaktiviert



So wird ein Schuh draus, ursprünglich hochgeladen von Horst Schulte

Die FDP verliert weiter an Zustimmung. Würde jetzt gewählt, käme sie noch auf 5%. Westerwelle hat echt Probleme.

In Umfragen verharren die Liberalen in der Nähe der Fünf-Prozent-Hürde. Ihr Parteichef, Vize-Kanzler Guido Westerwelle, stößt auf immer geringere Zustimmung, und fast jeder Zweite gibt der FDP die Hauptschuld am Zank bei Schwarz-Gelb.

Quelle: Deutsche geben FDP Hauptschuld am Koalitionszank | Inland | Reuters

Schweiz – Spanien 1:0

Schweiz – Spanien 1:0
Juni 16, 2010 Kommentare deaktiviert

Herzlichen Glückwunsch an die Schweiz! Jetzt wäre ich gern dort — wie schon so oft um diese Zeit und mitfeiern.

Dieser tolle Auftaktsieg war ihnen zu wünschen. Wenn es auch ein bisschen glücklich war. Aber das gehört ja nun einmal dazu. Hoffentlich geht’s so weiter.

Blick Online macht entsprechend auf:

schweiz_spanien

Euro gegen Mark

Juni 15, 2010 6 Kommentare »

Da maschiere ich gestern in einen Friseursalon und wollte Geld für die Parkuhr wechseln. Was glaubt ihr, was ich gefragt habe?

Könnten Sie mir den Schein vielleicht gegen ein paar Mark wechseln?

Ist das noch normal?

Bisher enttäuscht sogar Brasilien

Bisher enttäuscht sogar Brasilien
Juni 15, 2010 1 Kommentar »

Vielleicht waren die Sanktionen gegen Nord Korea nicht ausreichen. Jedenfalls halten die doch glatt dagegen. Gegen die Brasilianer. Auch die bieten im 1. Spiel dieser Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft einen wirklich mäßigen Fußball. Dafür tröten? Muss eigentlich nicht sein. Ich neige zu Kopfschmerzen und bin heilfroh, den Ton runterdrehen zu können.

Übrigens: Der Querblog ist jetzt mal auf Fußball eingestellt. Auch Pille und Herz stehen bereit. Oh, Toooor für Brasilien. Na also, geht doch. :herz:

Wo doch alles für die Mittelschicht getan wird…

Juni 15, 2010 Kommentare deaktiviert

Wenn ich mich richtig erinnere, kamen beim letzten Mal allerlei Vorbehalte, als vom Schwinden der Mittelschicht die Rede war. Schon die Basis der Berechnung sei falsch, weil man falsche Durchschnittswerte zugrunde gelegt habe. Tenor dieser Meinung: Ist doch alles gar nicht so schlimm. Wir sollten uns mit den neuen Realitäten (Globalisierung und so) abfinden.

Das ist vielleicht so zwei Jahr her. “Nun legt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung” (DIW) eine neue Studie vor, die diese für manche Kreise wohl unerwünschte Wahrheit erneut auf die Tagesordnung setzt. Ob man wohl davon ausgehen kann, dass auch angesichts der neuen Diskussion, die sicher die Debatte um die Sparmaßnahmen der Regierung anheizen wird, die Gegenstimmung weniger kritisch und vor allem weniger laut sein werden? Mich würde es wundern.

Große Panik in der Mittelschicht, Süddeutsche Zeitung