Gute Nachrichten können wir (vor allem heute
) gebrauchen. Ich sehe mir gerade die Diskussion bei Maybrit Illner an. Es geht ums Gesundheitssystem. Wieder einmal ist die Diskussion ausgesprochen unerfreulich. Man redet viel und sagt nichts.
Zum Glück war Werner Bartens dabei, der die Sendung nutzte und auf die seit Jahren dringend notwendigen Veränderungen hingewiesen hat. Nicht, dass das an den Tatsachen etwas ändern würde, aber komisch war, dass keiner der anderen Teilnehmer seiner Argumentation etwas entgegen zu halten hatte.
Weil wir gerade beim Thema waren, mal eine wirklich sehr gute Nachricht, die ich eben gelesen habe:
Forschern ist es gelungen, aus dem Blut von HIV-Infizierten zwei Antikörper zu isolieren, die mehr als 90 Prozent der bekannten HIV-Stämme unschädlich machen. Das sei wichtig für die Suche nach einem Impfstoff gegen das Aidsvirus HIV, schreiben die US-Wissenschaftler im Fachblatt „Science“.
Quelle: Forschung: Antikörper machen HIV unschädlich – Wissen – Tagesspiegel
Es stellt sich aber auch hier die Frage, ob die Medikamente, die aus solchen Forschungsresultaten entstehen den Millionen Menschen in Afrika zur Verfügung stehen wird oder ob die pharmazeutische Industrie mit ihren unverschämten reinen Kapitalinteressen wieder nur an ihren Reibach denkt. Oh, da geht der Sozialist aber wieder mit mir durch.
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Wer besser lügt hat die Deutungshoheit








Wieso Sozialist?
Was soll die Pharmaindustrie anderes motivieren als jede andere Industrie auch? Sie stellt Waren für einen Markt her, was sich in keinerlei Hinsicht von einem Hersteller von z.B. Waschmitteln oder Autos unterscheidet. Da gibt es wirklich keinerlei anderes Interesse als Rendite.
Um an Altruismus bei Herstellern von Medikamenten NICHT zu glauben, muss man wahrlich kein Sozialist sein. Die reine Marktlehre selbst beinhaltet das auch schon – Altruismus ist lediglich ein Propagandavehikel für die Lobby.
Ich erinner mich daran, dass die Südafrikaner mal um die Lizenz bettelten, damit sie die Mittel gegen die opportunistischen Zweiterkrankungen von HIV zu den Selbstkosten für die Bevölkerung herstellen konnte – das wurde von seitens der US-Regierung
verweigert, mit dem Fingerzeig auf die freie Marktwirtschaft – nach dem 11. Spaß-September haben die Amis ganz schnell mal gedroht, die Lizenz für das einzige Milzbrand-Gegenmittel für ungültig zu erklären, wenn sie nicht den Preis diktieren durften.
Kurz: Bevölkerungsteile, die nicht die Druckmittel oder Wirtschaftsmittel besitzen, um sich Gehör zu schaffen, werden bei medizinischen Belangen gerne abgewiesen.
Hachja. Schön, nicht?