Das Geld in die Luft blasen

Ein kritisches Hinterfragen solcher Veranstaltungen ist vermutlich nicht en vogue. Die “Kölner Lichter” zogen erneut ca. 1/2 Mio. Menschen in die Stadt. Sie erfreuten sich am einem Feuerwerk, das wohl zu den schönsten, größten und glanzvollsten Feuerwerken gehört, die man in diesem Jahr so bestaunen kann. Vielleicht sogar über die Landesgrenzen hinweg. Und wie ich uns kenne, steigert sich auf “natürliche Weise” jährlich unser Anspruch an das Gezeigte. Entsprechend steigen auch die Kosten. Aber dafür gibt es die Sponsoren.

Bild Michael Ottersbach - pixelio.deSo ein Feuerwerk lenkt ganz schön ab. Man sieht so etwas nicht alle Tage. Obwohl zuletzt gab es ein großes Feuerwerk nach dem Endspiel der Fußballweltmeisterschaft in Johannesburg.

Solche Events mit ihrem musikalischen und kulinarischen Rahmenprogramm sind sehr beliebt – wie die Zuschauerzahlen eindrucksvoll beweisen. Zudem gibt es die traditionellen Riesenfeuerwerke von “Rhein in Flammen”. Die Karten, wenn auf auf dem Schiffchen den Rhein runter schippert, sind zu diesem Anlass nicht gerade preiswert und (wie die verlinkte Übersicht zeigt) trotzdem völlig ausgebucht. Die Termine für die kommenden Jahre sind auch schon fix: (14.7.12, 13.7.13 und 19.07.14).

Man kann solchen Events beiwohnen, in dem man teure Karten kauft, sich sehr früh an den Ort des Schauspiels begibt, um sich schöne Plätze zu sichern oder man kann dem Ereignis auch am TV beiwohnen. Haben wir gestern auch gemacht. Allerdings bin ich dabei eingepennt.

Irgendwie passen solche Veranstaltungen ja zu unserer allgemeinen Grundhaltung. Immer schön oberflächlich bleiben. Mehr Schein als Sein. Heute himmelhoch jauchzend, morgen wieder zu Tode betrübt. Und die Politik hat ganz sicher auch nichts dagegen. Opium fürs Volk. Oder ist es doch weniger?

Ich stelle mir immer vor, was man mit so viel Geld alles für hilfsbedürftige Menschen tun könnte. Aber wir blasen es lieber in die Luft. Silvester darf nicht unerwähnt bleiben. Da ist es sogar unser eigenes Geld, das wir lieber in die Luft blasen, um schon am nächsten Tag wieder darüber zu klagen, wie mies es uns geht. Das gibt uns was. Und Großfeuerwerke wie die “Kölner Lichter” werden ja außerdem von Sponsoren bezahlt und die, die ein dickes Portemonnaie haben, beteiligen sich ebenfalls an den Kosten.

«Panem et circenses – Wikipedia»

Bild Michael Ottersbach – pixelio.de

Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    “Allerdings bin ich dabei eingepennt.” Guuude Naaacht, Horst! :-)