Ein gern genommener Titel. Frei nach dem Philosophen René Descartes. Und die Parallele hat ja auch was. Womit ich auch gleich beim Thema wäre. Einen Tag zu spät. Dabei geht’s auch beim Bloggen darum, dranzubleiben, schnell zu sein. Die paar großen deutschsprachigen Blogs, die von anderen gern (Entschuldigung!) imitiert werden, sind überwiegend solche, die sehr schnell sind. Sie widmen sich den aktuellen Themen – egal, um welche Bereiche es sich handelt.
Warum nicht mal wieder was über die Motivation bzw. über die Ziele nachdenken, die man selbst heute noch -ein paar Jahre später- mit diesem Hobby verbindet. Und für mich ist Bloggen ein Hobby. Keine Frage. Eines, das ausgesprochen viel Zeit fordert. Und das nichtsdestotrotz ein ganz schön hohes Frustpotenzial in sich trägt.
Mit dem Bloggen habe ich nicht begonnen, weil ich ein Sendungsbewusstsein in mir trug, sondern deshalb, weil mich die Technik neugierig gemacht hat. Ich war auf einige Blogs gestoßen, die sich bei Myblog.de versammelt hatten. An WordPress oder andere Alternativen war noch nicht zu denken. Besser gesagt, ich wusste gar nicht, dass es solche überhaupt gab.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich längst eine eigene Homepage und verfügte insofern schon über ein paar Erfahrungen mit dem Internet.
Aber so ein Weblog war schon etwas anderes. Damals (2004) war es so, dass die großen Themenvielfalt, mit der man bei Myblog.de konfrontiert wurde, einen ganz besonderen Reiz auf mich ausübte. Dort ging es nicht nur um private Erlebnisse, um das Veröffentlichen von Privatfotos oder so, sondern um neue Dimensionen von politischen oder wirtschaftlichen Zusammenhängen. Solche, die man in den Medien in dieser Konzentration und Vielfalt nicht unbedingt fand.
Aber — ich blogge, weil ich Spaß daran habe, am Blog herumzudoktern. Am Design und an der Technik. Themes und Plugins gibt es gerade für WordPress irre viele und entsprechend groß ist das Ideenreservoire.
Wenn man die Zahl der hier veröffentlichten Artikel anschaut und bedenkt, dass ich schon mal über 4000 Artikel gelöscht habe (Finger.Zeig.net), liegt die Frage nahe, wann ich das eigentlich geschrieben habe. Hauptsächlich am Wochenende und manchmal nach Feierabend. Sehr zum Leidwesen meiner Frau übrigens. Sie toleriert mit einer Engelsgeduld, dass ich arg viel Zeit am PC und das hauptsächlich mit Bloggen verbringe.
Und weil das so ist, sollte ich mir doch wenigstens im Klaren darüber sein, warum ich überhaupt blogge und welches Ziel ich damit verfolge. Reich und berühmt wollte ich nicht werden. Hohe Einschaltquoten wollte ich schon gern erreichen. Es gibt ja im deutschsprachigen Raum eine ganze Reihe toller Blogs, die hohe Reichweiten aufweisen. Ich beobachte das mit Interesse und mit ein bisschen Neid. Aber das war ja nicht das Thema.
Und? Genau! Da liegt mein Schwachpunkt. Ich habe nämlich gar keine klare Vorstellung davon, welches Ziel ich mit dem Querblog erreichen will. Er hat ja nicht einmal ein klares Thema. Eher ist er so was wie ein Sammelsurium von Themen und Gedanken. Insofern passt Querblog schon ganz gut. Der Spaß am Bloggen lässt zu meinem Leidwesen manchmal nach. In 2008 gab es Monate, in denen hier 140 Artikel (inkl. Tageslinks allerdings) veröffentlicht wurden. Im Juli 2010 sind es gerade mal 50. Und wir haben heute den 24.
Wenn ich mich über etwas ärgere, blogge ich darüber. Nicht immer gleich – manchmal erst am Wochenende. Manchmal bin ich richtig sauer, wenn mal gar keine Kommentare kommen oder wenn die Kommentatoren meinen Standpunkt überhaupt nicht teilen mögen. Trotzdem blogge ich weiter – schon seit 2004. Kaum zu glauben. Wie schnell die Zeit vergeht und wie wenig ich doch dazu gelernt habe. Immer noch ist mein politischer Standpunkt unverändert links.
Obwohl ich (57) gelernt habe, mit anderen Meinungen umzugehen, fällt mir das bei bestimmten Themen in virtuellen Diskussionsforen viel schwerer als im realen Leben.












Als ich im Februar 2004 anfing zu bloggen (bei “twoday”) war ich voll Sendungsbewußtsein und wollte “Bildung” unter die Leute bringen, zu meinen Fach- und Spezialgebieten Gesundheit, Medizin, Pharmazie, Biologie & Marketing, da und dort mit ein paar Persönlichkeitsentwicklungs-Bonbons ‘verfeinert’ …. Sehr bald war mir klar: Das wird so nichts, die Blogger wollen Plauderton, Seichtes und wenn es zu ernsthaft wird leidet das Spaßgefühl, dann wird das Bloggen zu Arbeit und die haben sie doch schon den ganzen Tag lang …. ok, da ist jetzt stark verkürzt und bestimmt nicht umfassend, aber der Tendenz nach stimmt es.
Ich betreibe mittlerweile (auch) ein Feld-Wald-und-Wiesen-Blog< mit sehr unterschiedlichen Themen und aus ähnlicher Motivation wie oben geschildert. Wirkliche ernsthafte Themen bearbeite ich fast nur noch in meinem (dritten) "wordpress"-Blog [auch unter dem Namen "RELAtief"].
Zur Frage der Motivation und der Netzwerke unter Bloggern habe ich kürzlich zwei Beiträge verfaßt [Liebst Du mich - lieb' ich Dich Teil (I) und (II)] – darin bespreche ich einige Beobachtungen aus den vergangenen und jetzigen Bloggerzeiten …. ich mag das nicht nochmal hier anführen, das würde den Rahmen sprengen, deswegen die beiden Links ….
wvs(Zitieren) (Antworten)
Plauderton und Seichtes scheinen ausgesprochen beliebt zu sein in der Blogsphäre. Jedenfalls in der deutschsprachigen. Allerdings gibt es zum Glück auch Blogs, in denen es durchaus zur Sache geht. Das liegt natürlich an den Themen. Meistens sind es solche mit politischen Themen oder es geht um in den Beiträgen um weltanschauliche Fragen. Dann ist manchmal Schluss mit lustig. Danke für die Links.
Ich habe übrigens auch mal versucht, Themen auf verschiedene Blogs zu verteilen. Das gelingt mir aber nicht. Deshalb bleibt es -wohl oder übel- beim Sammelsurium.
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
Ich hatte ein großes déjà vu als ich Deinen Beitrag gelesen habe. Allerdings reiche ich bei Weitem nicht an Deine Anzahl an Beiträgen heran
Das Problem ist allerdings auch oft, dass ich hin und wieder überlegen muss, wo ich einen Beitrag veröffentlichen möchte, wenn ich auch einfach mal nur meine Meinung über alltägliche Dinge niederschreibe. Ich denke dann, das könnte meinen Hauptblog auch ein wenig auflockern.
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Also ich finde Blogs mit einer umfangreichen Themenauswahl eigentlich immer sehr spannend, seltsamerweise habe ich mich bei mir doch lieber die Trennung entschieden. Vielleicht weil Themen zu WordPress, Joomla & Co. doch etwas zu weit entfernt sind von denen über Meerschweinchen, Katzen und Co.
Aber so hat jeder sein Päcksken zu tragen, gell?
Zu Deinem letzten Satz zu Meinungen in der virtuellen Umgebung… ich finde es auch oftmals sehr schwierig, diese richtig einzuschätzen. Dazu kennt man den Schreiber oftmals viel zu wenig und dann fehlen da ja noch die Gesten und vielleicht das verschmitzte Lächeln in den Augenwinkeln
Sylvi(Zitieren) (Antworten)
@Sylvi: Die Themen sind wirklich ein Thema für sich
Ich habe immer es immer wieder mal probiert, bestimmte Themen zu bündeln. Das war auch deshalb nicht erfolgreich, weil ich einfach nicht konsequent sein kann. Neue Projekte werden schlicht vernachlässigt. Aber es ist -natürlich- am Ende auch Zeitmangel. Vielleicht wird das mal was, wenn ich in Rente bin. Aber das dauert ja noch ein bisschen
Rene, Nerdcore.de, hat -wenn ich es richtig erinnere- mal einen schönen Artikel darüber geschrieben, dass man sich doch keinen Kopf darüber machen sollte, ob man das denn nun auch noch mal bloggen soll, obwohl das doch andere vielleicht auch längst (und vielleicht besser) gemacht haben. Warum sollte man in einem Themenblog nicht also ab und an auch mal ein paar persönliche Bemerkungen für die Leser aufnehmen? Andererseits erwarten die Leser, die die Behandlung eines Themas erwarten, wohl keine persönlichen Statements zu x-beliebigen Themen. Die Disziplin, die solche Erkenntnisse einem abverlangen, will ich gar nicht aufbringen. Ich hau einfach rein. Mal mehr, mal weniger.
Dir wünsche ich jedenfalls weiter viel Spaß.
LG Horst
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
Also mein Theme in meinem Hauptblog wird wohl für’s erste bleiben. Ich habe einfach zu viel Zeit da hineingesteckt, dass es nun so aussieht wie ich es haben möchte. Sämtliche Begriffe mussten eingedeutscht werden usw.
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Aber mein wordpress.com-Blog unterliegt auch schon mal meinen wankelmütigen Stimmungen. Mal mag ich es ein wenig bunter, mal soll es wieder schlichter sein. Allerdings setzt da ja wordpress.com schon mit seiner begrenzten Themenauswahl Grenzen
Leider habe ich den Artikel bei nerdcore.de auf die Schnelle nicht gefunden. Aber ich finde es immer sehr sympathisch, wenn es in einem Blog auch mal “menschelt”. Klar, erwarte ich von einem Info-Beitrag sachliche Informationen. Aber diese können ja mit einer eigenen Meinung abschließen oder eine persönliche Anmerkung finde ich auch nicht verkehrt.
Letztendlich denke ich, muss jeder Blogger selber wissen, wie er seine Beiträge verfasst, denn das macht die Individualität eines Blogs ja aus. Würden alle nach Schema “F” schreiben…auweia, das wäre ja stinklangweilig. Aber auch ich erwische mich auch immer wieder, dass ich zu sehr darüber nachdenke, was der Leser wohl erwartet. Aber weiß man das immer so?
Sylvi(Zitieren) (Antworten)
Vergiss das “Ziel” des Blogs. Du machst es genau richtig und gut – deshalb verschlinge ich immer die Artikel im Feedreader.
Unverblümte Meinung und so…
Marc(Zitieren) (Antworten)
Hi Marc, das ist ja mal ein außergewöhnlich nettes Feedback. Vielen Dank dafür. Manchmal kann man Zuspruch gut gebrauchen
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)