In Duisburg muss endlich jemand Verantwortung für die Loveparade-Katastrophe übernehmen – unabhängig von der juristischen Klärung der Schuldfrage
via stern.de
Ich frage mich, was Journalisten umtreibt, die solche Forderungen stellen. Wem wäre damit geholfen, wenn sich jetzt jemand hinstellt und erklärt: “Ich übernehme die Verantwortung”.
Die Presse hätte endlich jemanden, den sie zerzausen könnte, aber den Opfern würde das nicht gerecht. Und darum sollte es doch wohl gehen. Oder? Viele der Journalisten, die über das Unglück von Duisburg berichten, haben ihrem Beruf keine Ehre gemacht.
Vielleicht hat das etwas mit dem Sommerloch zu tun und es keine anderen Themen gibt. Jedenfalls nervt es.









In zwei Wochen haben die Journalisten ein neues Thema – dann interessiert sich keiner wegen dem ungeklärten Unglück!
Es ist jetzt auch die Zeit für den Rechtsstaat, den viele Menschen in D. gerne haben. Dazu gehört auch, Menschen erst dann spöttisch zum Rücktritt zu treiben, wenn der Rechtsstaat die Schuld bei den Verantwortlichen nachgewiesen hat!
Ich nehme an Martin, du kritisierst die Hatz, die immer schnell einsetzt, wenn es darum geht, Verantwortliche zu finden. Leider wird bei uns (wohl nicht nur hier) jemand öffentlich demontiert, obwohl seine “Schuld” überhaupt noch nicht er- und bewiesen ist.
Ja,
natürlich ist die Hatz nach Verantwortlichen oft sehr verlogen und überzogen.
Dies ändert aber doch nichts daran, dass es Situationen gibt, in denen man tatsächlich die Verantwortung für das Handeln seiner Untergebenen übernehmen muss – hat ja auch nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs sehr lange gedauert bis der Kölner OB verkündet hat nicht mehr anzutreten.
Insbesondere aber müssen sich zB der Duisburger OB, dieser komischer Panikforscher und viele andere doch für sein Krisenmanagement rügen lassen – am Abend der Katastrophe vor die Kameras zu treten, zu suggerieren die Toten hätten selber schuld, weil sie sich nicht so verhalten hätten, wie dies in den Plänen am grünen Schreibtisch gedacht war (obwohl die Version dass die Toten sich beim Absturz beim Hochklettern verletzt hätten eindeutig widerlegt wurde mittlerweile) – DAFÜR allein sollten die betreffenden in der Tat Verantwortung übernehmen.
Ein preussiscer Offizier hätte sich vermutlich erschossen.
@Manfred Wiechert: Die Verantwortung für das Unglück muss übernommen werden. Im politischen Raum ist dafür der OB zuständig. Ich denke, dass Herr Sauerland die Verantwortung übernehmen wird. Bei Herrn Schreckenberger glaube ich nicht daran. Vielleicht werden ihn die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen dazu “bewegen”. Die Vorgänge werden uns wahrscheinlich noch eine ganze Weile beschäftigen. Oder auch nicht. Denn die Zahl der Teilnehmer an der Trauerfeier war ja (ich nehme das als mögliches Indiz für diese Möglichkeit) deutlich kleiner als erwartet.
Den Vergleich mit dem preußischen Offizier hätte ich nicht gezogen. Verantwortung ja aber im Rahmen der moralischen und gesetzlichen Regeln unserer Zeit.