Monatsarchiv: Juli 2010

Die Welt ist Porno

Die Welt ist Porno
Juli 17, 2010 6 Kommentare »

Heute hörte ich im Radio einen empörenden Beitrag. Kinder können sich Pornos ansehen. Per Handy oder im Internet – alles ist frei zugänglich. Die Expertise: Das ist schlecht für Kinder.

Foto Gerhard Fraßa - pixelio.deDas ist ja mal eine echte Überraschung. Nein, es sind keine Kinderpornos gemeint. Es geht um Geschlechtsverkehr zwischen (vermutlich) erwachsenen Menschen und die, die diesen dabei zusehen (können). Man hört, dass das schlecht sein soll für die Entwicklung junger Menschen. Die Kinder sollen durch den Konsum von Pornografie Probleme bekommen, ihren eigenen Körper mit seinen eventuellen Unzulänglichkeiten anzunehmen. Es greifen bereits Jugendliche zu Viagra um den Leistungsanforderungen dieser scheußlichsten aller Parallelwelten gewachsen zu sein.

Ja, ja. Das kann man alles verstehen und nachvollziehen. Nur, wenn man seine Kinder allein lässt mit Handy und Internet darf man sich nicht darüber wundern, dass sich für diese Welten erschließen, die wir ihnen, jedenfalls wenn man einen Hauch von Verantwortungsgefühl hat, lieber nicht so früh eröffnen würde. Der Staat kann eben das nicht ausgleichen, was Eltern versäumen.

Übrigens ist das Thema nur ein Beispiel für viele andere. Es kann auch nicht funktionieren, dass Lehrer oder Schule die Versäumnisse der Eltern ausgleichen.

Foto: Gerhard Fraßa / pixelio.de

Heute mal nicht grillen

Heute mal nicht grillen
Juli 16, 2010 14 Kommentare »

16.07.2010, ursprünglich hochgeladen von Horst Schulte

Meine Frau ist ein Schatz. Nur mal so nebenbei gesagt. Ihr sage ich das allerdings schon mal öfter. Ein bisschen hat meine Euphorie auch mit ihren Kochkünsten zu tun. Keine Frage.

Heute haben wir mal nicht gegrillt. Das ist, wenn ich an diesen heißen Tagen mal zu Hause bin, schon die Ausnahme. Nichts ist doch schöner als bei diesen Temperaturen abends, wenn es ein bisschen erträglicher wird, am Grill schnell was Leckeres zu bereiten.

Heute aber eben mal nicht. Heute gab es Tagliatella mit Lachs und Spinat. Frische Tagliatella – versteht sich. Dazu einen schönen kalten Pino Grigio. Der würde auch zu Gegrilltem prima passen aber eben auch dazu. Es war einfach lecker. Hoffentlich habt ihr auch so gut gespeist.

Und morgen ist wieder grillen angesagt – wenn das Wetter uns lässt. Da gibt’s allerdings ein schönes, frisches Bierchen.

Wie gnädig: Auch die Älteren sollen ihre Chance haben

Wie gnädig: Auch die Älteren sollen ihre Chance haben
Juli 16, 2010 Kommentare deaktiviert

Wenn man Presseberichten glauben darf, wird sich in Zukunft die Lage für ältere Arbeitnehmer positiv verändern. Das ist nach meinem Eindruck nicht etwa der gesellschaftlichen Einsicht geschuldet, dass der Jugendwahn vielleicht doch nicht so der Bringer ist, sondern vielmehr der demografischen Entwicklung. Es soll ja heute schon Branchen geben, in denen es nur schwer gelingt, qualifiziertes Personal zu engagieren. Persönlich habe ich zwar nicht den Eindruck, dass sich solche Einsichten bei “den” Arbeitgebern einstellen würden, aber das heißt ja nichts.

In vielen anderen Ländern gibt es umfangreiche Weiterbildungsangebote für ältere Arbeitnehmer. Lebenslanges Lernen ist hier das Stichwort. Bei uns nutzen nach einem Medienbericht nur 21% der älteren Arbeitnehmer solche Angebote. Das mag auch daran liegen, dass das Angebot eher übersichtlich ist. Auf der anderen Seite weiß ich von Freunden und Bekannten in meinem Alter, dass sie sich nicht darum reißen, zu irgendwelchen Weiterbildungsmaßnahmen “geschickt” zu werden. Vielleicht liegt in dieser Sichtweise ein Teil des Problems. Auf der einen Seite fällt es älteren Arbeitnehmern, wenn sie ehrlich sind, zunehmend schwerer, den Anforderungen gerecht zu werden. Auf der anderen Seite bindet die erforderliche Anstrengung im Beruf auch viel mehr Kraft und Elan. Beides fehlt vielleicht, wenn es darum geht, initiativ zu werden und etwas für die eigene Weiterbildung zu tun.

Allerdings mag sich hinter diesem aufgezeigten Zusammenhang auch eine Botschaft verbergen, die als direkten Adressaten die älteren Jahrgänge hat. Vielleicht soll uns auch im Zusammenhang mit der Renteneintrittsdiskussion klar gemacht werden, dass wir gefälligst selbst unseren Teil dazu beizutragen haben, uns für die verbleibenden Jahre im Berufsleben geistig und körperlich fit zu halten. Diese Forderung ist in meinen Augen genauso berechtigt wie die Forderung der Mitglieder dieser Generation, nicht zum alten Eisen abgestempelt zu werden. Hoffentlich kommt also tatsächlich ein gesellschaftlicher Wandel in Gang. Es wäre schon, dass dieser auch ohne eine konkrete Notlage von Unternehmen zustande kommen würde.

Vollbeschäftigung: Unternehmen müssen sich anstrengen, Vollbeschäftigung: Unternehmen müssen sich anstrengen | evangelisch.de
Anteil der älteren Arbeitnehmer steigt, Rente mit 67: Anteil der älteren Arbeitnehmer steigt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Foto: Barbara Eckholdt / pixelio.de

Mit dem Schlüssel als Waffe gegen Brunner

Juli 15, 2010 2 Kommentare »

Markus S. habe aus seinem Rucksack einen Schlüssel genommen, diesen zwischen die Finger der Faust gesteckt und sei damit zusammen mit Sebastian L. auf Brunner losgegangen.

Die beiden hätten auch noch auf Brunner eingeschlagen, als dieser auf dem Boden lag, 20 bis 25 Schläge seien es etwa gewesen. Er habe dennoch nicht erwartet, dass Brunner tödlich verletzt sein könnte, sagte der Zeuge. Sebastian L. habe seinen Kumpel Markus S. schließlich gestoppt: „Wenn der andere nicht gesagt hätte „jetzt reichts“, wäre es länger gelaufen.“

Das sind einfach nur Mörder und sollten auch wie diese bestraft werden. Von wegen Jugendstrafrecht.

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Hannelore Kraft ist Ministerpräsidentin in NRW

Juli 14, 2010 8 Kommentare »

Hannelore Kraft braucht nur zwei Wahlgänge

via welt.de
Sie wurde bereits im 2. Wahlgang gewählt. Für Kraft stimmten 90 Abgeordnete, gegen sie waren 80 und 11 haben sich enthalten.

In ihrer Antrittsrede sagte sie:
Wir haben ein Ziel: ein lebenswertes, ein starkes Nordrhein-Westfalen. Dies ist ein besonderer Moment für mich persönlich wie für meine Fraktion. Hinter uns liegen Wochen des Ringes. Die Wähler haben uns am 9. Mai eine schwierige Aufgabe gegeben. Wir wollen gemeinsam mit allen Fraktionen des Landtags den besten Weg gestalten. Wir alle sind zu allererst dem Wohle unseres Landes Nordrhein-Westfalen verpflichtet. Die neue Situation stellt Regierung und Parlament vor besondere Herausforderungen. Darin liegt aber auch eine große Chance, die Chance einander besser zuzuhören. Kompromisse zu finden. Die Landesregierung unter meiner Führung wird ihren Teil zu dieser Zusammenarbeit beitragen. In jedem Fall wird dies eine spannende Legislaturperiode.

Doch, man kann sich auf spannende Wochen freuen. Oder dauert es doch länger?

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Facebook Social Plugins einbinden – Vorsicht Datenschutz | Buttons, Datenschutz, Facebook, Recht, Social | Dr. Web Magazin

Juli 14, 2010 2 Kommentare »

Bewertungen und Social Plugins im Allgemeinen sowie der “Gefällt-mir-”Button von Facebook im Besonderen sind bei Blogbetreibern äußerst beliebt. Aber Vorsicht:  Webseitenbetreiber müssen ihre Nutzer über den Einsatz der Plugins in den Datenschutzhinweisen informieren. Dieser Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Thomas Helbing erläutert, worauf Sie achten müssen.

Im Moment habe ich zwar fast keine Facebook-Knöpfe auf Querblog.de aktiv aber meine Datenschutzerklärung habe ich angepasst. Ich möchte ja nicht, dass Anwälte durch mich unnötig Arbeit haben. Danke Marc.

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Es fährt ein Zug nach nirgendwo

Es fährt ein Zug nach nirgendwo
Juli 13, 2010 7 Kommentare »

Die Privatisierung der Bahn wird am 15. Juli volljährig. Man darf bezweifeln, dass dieser Jahrestag groß gefeiert wird. Die Pannenserie, die die Bahn seit Jahren aneinanderreiht, wurde nach Meinung vieler von dem Sparwahn verursacht, den die Vorstände des Unternehmens in Vorbereitung auf den Börsengang an den Tag gelegt haben.

So waren einige der Werbeslogans unserer Bahn vor Jahren:

  • Eins ist sicher – Die Bahn
  • Wer zügig fahren will, fährt mit dem Zug.
  • Alle reden vom Wetter. Wir nicht.
  • Besser mit der Bahn.
  • Wir  wollen, dass  Sie  erholt  ankommen.
  • Nachdenken und Bahnfahren.

Foto Sommaruga Fabio - pixelio.deHeute könnte man in Anlehnung an den zuletzt aufgeführten Slogan fragen: Dürfte denn heute überhaupt noch jemand mit der Bahn fahren? Die Preise sind hoch, die Bahn ist oft unpünktlich und mit der Sicherheit ist es in unserer allgemeinen Wahrnehmung auch nicht so gut bestellt.

In diesen heißen Tagen sind Fahrgäste kollabiert, weil in einigen ICE’s die Klimaanlagen ausgefallen waren. Eine der Bahngewerkschaften kritisierte, dass die Ausfälle durch mangelnde Wartung ausgelöst wurden. Heftig.

Auf der anderen Seite gilt natürlich auch, dass das Unternehmen, wäre es damals nicht privatisiert worden, dem Staat ganz schön auf der Tasche gelegen hätte. Das tut die Bahn nicht. Aber ein richtiges Zutrauen der Kunden besitzt sie leider auch nicht mehr.

Betriebsunfälle
Unfälle: Wieder Güterzug entgleist: Bahn findet Serie normal
Google Suchergebnis

Das hat sie eingebüßt. Am meisten wohl durch schwere Unfälle und viele Pannen, die seit dieser Privatisierung ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt sind. Die Datenaffäre und ihre Resonanz in der Öffentlichkeit taten ihr Übriges. Das waren wir von der Bahn nicht gewöhnt. Entsprechend laut sind die kritischen Stimmen. Es ist also ein Geburtstag, zu dem man nicht wirklich gratulieren möchte.

Foto: Sommaruga Fabio / pixelio.de

Weil die Zeit des Tutens nun vorbei ist…

Weil die Zeit des Tutens nun vorbei ist…
Juli 13, 2010 8 Kommentare »

Tät ich einen Taler haben,
tät ich mir ne Tute kaufen,
tät solange tuten,
bis die Tute nicht mehr tuten täte.

Oder – weil’s heute nicht ganz so heiß ist und die grauen Zellen gefordert werden sollten:

Denke nie gedacht zu haben,
denn das Denken der Gedanken
ist gedankenloses Denken.
Wenn du denkst, du denkst,
denkst du nur du denkst.
Aber denken tust du nie.

Lässt sich da etwa ein Hauch von Großkotzigkeit erkennen?

Juli 12, 2010 5 Kommentare »

Nein, das fand ich nicht gut. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich gleich nach ihrer Ankunft durch die Hintertür verdrückt und ihre Fans, die zum Teil seit Stunden auf die Ankunft gewartet hatten, keines Blickes gewürdigt. Ist das Profi-like? Nein, es erinnert ein bisschen an die schon vergessen geglaubte Zeit, in der uns das Auftreten einzelner Stars der DFB-Elf verärgert hat. So macht man sich keine Freunde. Auch wenn es dort nur um einige hundert Leute ging und die Euphorie Millionen im Land gepackt hatte.

Dass es für sie keine Chance geben würde, die Spieler und den Trainer zu sehen, erfuhren sie erst an Ort und Stelle. Sehr enttäuscht sei er darüber, beklagte sich Steven Brennenstuhl. So könne man doch nicht mit den eigenen Anhängern umgehen, sagte der 16 Jahre alte Fußball-Fan beim Verlassen der Flughafenhalle.
Quelle: DFB-Mannschaft gelandet: Glückliches Stadtoberhaupt, enttäuschte Fans – Frankfurt – Rhein-Main-Zeitung – FAZ.NET

In manchen Ländern ist Mädchensein eine schwere Behinderung

In manchen Ländern ist Mädchensein eine schwere Behinderung
Juli 12, 2010 1 Kommentar »

Es ist ein “heißes Eisen” und man kann die Entscheidung des BGH umdeuten als Einstieg in die Qualitätskontrolle der In-vitro-Embryonen. Uns Deutschen wird nachgesagt, wir seien technikfeindlich. Die Gentechnik kommt kam bei uns schlecht voran. Daran soll es gelegen haben.

Foto Unopaella  pixelio.de Die Politiker und Wissenschaftler haben sich die Sache nicht leicht gemacht. Und das sicher nicht nur, weil sie wussten, dass die Gentechnik bei der hiesigen Bevölkerung skeptisch gesehen wird, sondern natürlich deshalb, weil sie auch ihrer eigenen, ganz persönlichen Verantwortung unbedingt nachkommen wollten.

Nach meinem Eindruck werden die seinerzeit gemachten strengen Regeln immer mehr aufgeweicht. Man könnte auch sagen: Der Fortschritt ist eben nicht aufzuhalten. Aber trifft es das oder muss man eher davon sprechen, dass die Lobbyisten auch in dieser Frage hervorragende Arbeit geleistet haben? Die Zeit spielt den Leuten in die Hände, die massive Kapitalinteressen haben und denen moralische Bedenken nicht unbedingt unterstellt werden können.

Eigentlich ist es doch schön, gut und auch richtig, dass Paare, die auf normalem Weg keine Kinder bekommen können, mithilfe des technischen Fortschritts, doch noch ihren Nachwuchs in ihre Arme schließen können. Diesen Menschen und nicht zuletzt auch ihren Kindern wird etwas Großartiges geschenkt. Der Technik sei Dank. Vielleicht wird auch Gott ein Einsehen haben, sprach er doch angeblich davon, dass wir uns die Erde untertan machen sollten. Gut, wir wissen, dass die katholische Kirche das ein wenig anders sieht und offengestanden finde ich ihren Standpunkt auch durchaus berechtigt. Und wenn er nur dazu dient, diejenigen ein wenig einzubremsen, die im Namen des Fortschritts so gut wie alles tun würden.

Machen wir uns nichts vor. Die ehemals in guter und sehr begründeter Absicht in die Gesetzgebung eingeschlossenen Reglements werden nach und nach immer mehr aufgeweicht. Würde es “nur” den Menschen dienen, wäre es vielleicht immer noch ein bedenklicher Vorgang, denn es wird von manchen klugen Köpfen nicht ohne Grund in solch existenziellen Fragen gern davor gewarnt, immer das technisch Machbare zu realisieren. Hätte man solche Gedanken jemals ernsthaft abgewogen, gäbe es heute manche Waffensysteme nicht. Wir lebten aber heute dann nicht in dieser modernen Welt und eine Wohlstandsentwicklung hätte es wohl auch nicht gegeben. Das gilt, ob man es nun mag oder nicht.

Es gilt Maß zu halten. Gerade in so überragend wichtigen ethischen Fragen. Und es ist deshalb gut, dass immer wieder neue Diskurse entstehen. Diskurse, die an eine Weiterentwicklung der gesamten Thematik anknüpfen. Wir lernen dazu, und wir müssen das Gelernte entsprechend bewerten und verarbeiten.

Der BGH hat eine Entscheidung getroffen, die teilweise sehr kritisch gesehen wird. Ich las folgenden Leserbrief im Kölner Stadt-Anzeiger, den ich hier gern wiedergeben möchte:

Mit diesem Urteil sind wir der Eugenik ein gutes Stück näher gekommen. Erst werden Embryonen erzeugt, dann gecheckt auf ihre Qualität. Natürlich sagt der BGH, dass es nur um schwerwiegende Schäden gehe. Ein frommer Wunsch der Richter. Es lohnt sich, hier zu schauen, dass genau das Gleiche für Pränataldiagnose versichert wurde. Seien wir ehrlich, die Dynamik wird für die PID ebenfalls dazu führen, dass erst der Begriff der Schwere ausgedehnt wird und dann der Zwang für zukünftige Eltern entsteht, eine Qualitätskontrolle ihrer In-vitro-Embryonen zuzulassen als ein Zeichen ihrer “Verantwortung”. Der Druck der Gesellschaft wird es richten. Zur Erinnerung: In manchen Ländern ist Mädchensein eine schwere Behinderung. (Prof. Dr. Charlotte Esser, Köln)

Dies ist die Lesart, fürchte ich, der wir uns anschließen müssen.

Foto: Unopaella / pixelio.de