Mach mal das Fenster zu

Gestern Abend kurz nach 22 Uhr lief bei RTL Stephen Kings “Der Nebel”. Wir hatten keine Vorstellung davon, was uns erwarten würde. Jedenfalls dachte ich: Prima, den Film habe ich noch nicht gesehen und Stephen King kann man anschauen.

Im TV gibt’s ja in den Sommermonaten fast nur Wiederholungen. Da freut man sich, wenn man mal einen Film findet, den man noch nicht kannte. Der Trailer kam verheißungsvoll daher. Immer wieder fall ich darauf rein. Ich Nachhinein kann ich feststellen, dass ich mir dieses Machwerk (das übrigens in meiner TV-Zeitung mit 3 Sternen “ausgezeichnet” war) hätte ersparen sollen. Im Kleingedruckten stand ja auch: Nichts für schwache Nerven.

Wer sich wohlig dabei gruseln kann, wenn Spinnen einen menschlichen, noch lebenden Körper als Wirt für ihre Nachkommen benutzen und die Kleinen dann aus dramaturgischen Gründen vor der Kamera aus dem malträtierten Körper des bemitleidenswerten Opfer schlüpfen, der wurde hier gut bedient. Während des Films wurde mehrmals die Perspektive gewechselt. Man fragte sich sollte sich wohl fragen, wer da schlimmer war, die Monster aus der anderen Welt oder die Menschen, die sich in einer existenziellen Notlage befanden und in dieser Ausnahmesituation ihre Menschlichkeit verloren. Dieses Experiment hört sich spannender an, als es in diesem Film beschrieben wurde.

Bedient waren meine Frau und ich auch vom Ende des Films. Der Hauptdarsteller erschießt am Ende des Benzins, immer noch mitten im Nebel, seine Begleiter und einen eigenen Sohn (zusätzliche Tragik: für ihn war keine Kugel übrig), um ein paar Schnitte später zu erleben, wie doch noch die Kavallerie nahte.

Ein solch überraschendes, ungewöhnliches und zugleich perfektes Ende sieht man höchst selten auf der Leinwand!
Quelle: Der Nebel – Film, Kino, DVD

 

Schrecken ohne Ende

Kommentare

  1. JürgenHugo meint:

    Tja Horst, jetzt werde ich dir mal was ganz geheimes verraten: an jedem Fernseher/FB gibts so´nen Knopf/Knöpfe – und wenn ich nach 5 min merke, das etwas Sch**** ist – dann schalt ich ab oder um! Du MUSST die Sendung nich bis zum bitteren Ende sehen… :-)

  2. JürgenHugo meint:

    Aber DAS hätt ich noch nich mal probeweise eingeschaltet – schon in der/den Rezensionen hab ich gemerkt: das is Doppelschrott! :nee:

  3. Horst Schulte meint:

    Du bist und bleibst ein Klugscheißer. Kennst du den Film überhaupt? Die meisten sind wohl erst am Ende klüger.

  4. Horst Schulte meint:

    Ach ja. Welche Rezensionen hast du gelesen? Ich habe nämlich positive Kritiken gelesen. Damit meine ich nicht nur die 3 Sterne in der TV-Zeitung.

  5. Andreas meint:

    Definitiv eine der besseren King-Verfilmungen – und noch dazu eine verdammt spannende. Das Ende setzt dem ganzen noch die Krone auf und ist mal nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Völlig untypisch für den Mainstream. Ich war höchst positiv überrascht!

  6. Horst Schulte meint:

    @Mac_BetH und Andreas: Schön, das der Witz euch ein bisschen Spaß gebracht hat :-) Jeder kann ja nicht alles kennen, nicht wahr?

  7. Horst Schulte meint:

    @Andreas: Ich kenne auch nicht allzu viele Verfilmungen von Stephen King – Roman. Misery fand ich ganz toll. Aber es gab auch noch einige andere.
    Kennst du The Fog von Carpenter? Den fand ich einfach nur Klasse. Sicher das war eine andere Zeit und heute schmunzelt man über die Effekte. Damals zog einen der Film echt in seinen Bann.

  8. JürgenHugo meint:

    War der Film nun Schrott, oder nich? Aber wer recht hat, ist ja nie beliebt…

  9. Horst Schulte meint:

    Du siehst, dass es auch andere Meinungen gibt. Meine Meinung habe ich gesagt. Aber im Gegensatz zu dir kannte ich das Resultat nicht schon vorher. Da kann ich dich doch wirklich nur beglückwünschen zu deiner Gabe.