Die Wahrheit tut weh und ist wohl auch nicht mehrheitsfähig

„Wenn es um die Solidarität von Armen mit Reichen, Verantwortungsvollen mit Verantwortungslosen oder Steuerzahlern mit Bankeigentümern und Bankmanagern geht, dann sehe ich das nicht als Solidarität“, zitierten ihn nationale Medien.

Der slowakische Finanzminister Rehn hat die ablehnende Haltung seiner Regierung zum Notpaket für Griechenland begründet. Er bezeichnete es als “falsches Signal” an die Finanzmärkte.

Diese Haltung ist richtig und natürlich auch vertretbar. Bevor nun viele allerdings in Jubelarien über die slowakische Haltung ausbrechen: Hätten wir, die Deutschen, das ebenfalls so gehalten, wäre der Euro vielleicht schon heute keine weiche Währung mehr, sondern eine, die sich weiter im freien Fall befände und deren Ende schon absehbar wäre.

Posted via email from Auf Krawall gebürstet


Kommentare

  1. psychoMUELL meint:

    Gut, dann hätten wir die DM wieder :-)

  2. Horst Schulte meint:

    Ich fürchte, dass würde uns nicht weiterhelfen.

    1.) http://www.n-tv.de/wirtschaft/D-Mark-bleibt-Geschichte-article877739.html
    2.) http://www.welt.de/finanzen/article7233341/Bekommen-wir-unsere-D-Mark-zurueck.html

    Es wäre definitiv unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten fatal. Leider helfen nostalgische Gefühl hier nicht weiter. Aber ich kann sie verstehen.

  3. wvs meint:

    Wenn bei uns kein “Rettungspaket” geschnürt worden wäre und wir auf Hilfspakete verzichtet hätten wäre nur schneller eingetreten was sowieso kommen wird:
    Eine Inflation.

    Dies ist m.E. unabwendbar, denn in den U.S.A. laufen die Notenpressen heiß – nach der Kreditblase folgt jetzt die “Währungsblase” – und die wird endgültig das Gefüge der Weltwährungen duchschütteln ….

  4. Jan meint:

    “wäre der Euro vielleicht schon heute keine weiche Währung mehr, sondern eine, die sich weiter im freien Fall befände und deren Ende schon absehbar wäre.”

    Der Euro ist faktisch bereits am Ende gewesen und wird derzeit künstlich stabil gehalten. Mit dem sogenannten Rettungsschirm haben wir uns (recht teuer) maximal drei Jahre Zeit gekauft, mehr nicht.

    Mit anderen Worten: Das Ende des Euro ist absehbar. Vielleicht nicht konkret mit Datum aber die Währung ist in ihrer derzeitigen Form längst gescheitert. Die Politik versucht dem nun mit “Stabilitätskriterien 2.0″ und dem Versprechen, diese diesmal wirklich durchsetzen und überwachen zu wollen, abzuhelfen.

    Wie groß schätzt du die Chance ein, dass das wirklich und dauerhaft klappt und nicht bei nächster Gelegenheit (eben zwischen irgendwelchen Krisen) aus demokratischen Gründen (Angst vor “blauen Briefen” im Wahlkampf z.B.) genauso leichtfertig über Bord geworfen werden, wie Kanzler Schröder das damals getan hat?

    Kein Stabilitätskriterium ist so stabil, dass es ein Land wie Deutschland nicht dehnen oder gar kippen könnte, wenn es denn will. Und dass es wollen wird, ahnen wir doch alle.

    Ich bin nicht sicher, ob ein unkontrolliertes Scheiternlassen des Euros eine gute Idee gewesen wäre aber diese Frage ist im Moment ja ohnehin rein hypothetisch. Aber: JETZT wäre der Zeitpunkt, kontrolliert und gemeinsam aus dem Euro als monopolistische Einheitswährung auszusteigen und endlich ein Währungssystem zu schaffen, dass nicht bloß großen Versprechungen auf buntem Papier basiert, sondern auf realen Werten und realer Ökonomie.

  5. Horst Schulte meint:

    Der Euro ist faktisch bereits am Ende gewesen und wird derzeit künstlich stabil gehalten.

    Das stimmt wohl. Die Frage nach den Alternativen treibt mich um. Reale Ökonomie? Was ist das? Was wir jetzt haben (auf der Welt) meinst du hoffentlich nicht.

  6. Jan meint:

    Ich meine ein Währungssystem, dass wert ist, was draufsteht und nicht bloß ein Versprechen ist, einen bestimmten Wert zu haben.

  7. Horst Schulte meint:

    Magst du das mal konkretisieren? Ich habe keine Idee, wie so etwas aussehen könnte. Kehren wir zu Tauschgeschäften zurück? Klingt ja nicht fortschrittlich :-)

  8. Jan meint:

    Naja also wenn buntes Papier ein Fortschritt sein soll, dann bin ich ehrlichgesagt lieber ein wenig rückständig;)

    Es geht tatsächlich um eine Art Rückkehr zum Tauschgeschäft. Eine Art Garantie, für sein Geld eben wirklich einen exakt definierten Wert (vielleicht in Gold oder anderen Rohstoffen festgelegt, von mir aus auch in irgendwas anderem aber eben bitte klar und transparent definiert und am Besten auch noch frei wählbar) bekommen zu können zum Beispiel.

    Denkbar wäre zum Beispiel, dass Kreditkartenunternehmen plötzlich ihre eigenen Währungen anbieten, die dann natürlich praktisch weltweit gültig sein könnten. Ich gehe davon aus, dass so etwas ohnehin schon sehr bald großflächig eingeführt wird – Facebook zum Beispiel hat ja ähnliches vor, auch wenn da noch nicht klar ist, ob und wenn ja womit diese Währung letztlich gedeckt sein wird. Es wird übrigens sehr interessant zu beobachten sein, wie sich unsere Regierungen solchen Systemen gegenüber verhalten, also ob sie ihr Währungsmonopol versuchen auf biegen und brechen zu verteidigen oder aber diese neuen Ideen eher als Chance begreifen.