Rente mit 65: Und nicht 1 Tag mehr!

Diese Rentendiskussion geht mir auf die Nerven. Allein bin ich nicht. Jedenfalls, wenn man sich das bisherige (und sehr deutliche) Ergebnis der “Welt-Online” – Umfrage ansieht:

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Ich bin 43 Jahre berufstätig – ohne Unterbrechung. Bisschen Urlaub, gut. Aber mehr Unterbrechung war nicht. Mein Freund wäre im nächsten Jahr in die Altersteilzeit gekommen. Er hätte es verdient gehabt und er hat sich schon darauf gefreut. Wir sind gleichaltrig. Falsch! Wir waren gleichaltrig. Er ist im März dieses Jahres verstorben. Jeder sollte doch noch ein bisschen von seiner Rente haben. Ist das wirklich zu egoistisch gedacht?

Kommentare

  1. wvs meint:

    Das – zynische – Kalkül der Politiker die nun sogar “Rente mit 70″ verlangen ist doch gerade die Statistik einzuholen …. die Sterberate steht seit Jahren fest, das Neue dabei war allerdings das stetige Ansteigen der mittleren Lebenserwartung – dem wird nun durch solche Gedankenspiele (!) begegnet.

    Noch interessanter wird es, wenn man die ständig gestiegenen Ausgaben für die medizinische Versorgung hierzulande dazunimmt:
    Wir finanzieren ein System das uns eine längere Lebenserwartung beschert und durch diese Perspektive verschieben wir gleichzeitig das Rentenalter stetig – und zwangsläufig – immer weiter nach hinten. Per Saldo gewinnen wir (“die Allgemeinheit”) dadurch nichts als mehr Streß in den vielen Arbeitsjahren, denn das Arbeitstempo hat sich durch gestiegene Kosten auch bei den Arbeitgebern proportional erhöht – das ist weniger als ein Null-Summen-Spiel ….

    Ich bin mir nicht sicher ob ich unter diesen Umständen die überproportional gestiegenen Gesundheitskosten noch für “tragbar” und/oder “sinnvoll” halten soll ….

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  2. Horst Schulte meint:

    Ich weiß nicht, ob die Rechnung zynisch ist. Es gibt die Sorge, dass das Sozialsystem kollabiert. Dazu gibt es aber auch ganz andere Stimmen, die durchaus glaubhaft sind bzw. die nachvollziehbar argumentieren. Ich denke an die Beiträge bei den Nachdenkseiten zu dieser Frage: http://www.nachdenkseiten.de/?p=6468

    Dass “System”, von dem du sprichst finanzieren wir. Das ist aus meiner Sicht auch gut und richtig so. Wer soll es sonst auch tun. Dagegen,
    dass sich auch daraus ergibt, dass wir älter werden, hat wohl niemand etwas. Wenn wir es zulassen, dass wir fremd- und nicht eigenbestimmt (jedenfalls zu einem Teil) leben, dann ist das allerdings ein Problem. Daran wird sich nur leider wenig ändern lassen. Schau, das Beispiel gebe ich der Aktualität wegen, nach Kuba. Die Menschen dort leben in einem sozialistischen System (werden übrigens auch ziemlich alt, weil sie ein gutes Gesundheitssystem haben http://de.wikipedia.org/wiki/Kuba). So richtig zufrieden werden die Menschen aufgrund ihrer allgemeinen Lebensverhältnisse aber wohl nicht sein (sehr vorsichtig ausgedrückt).

    Wenn wir uns nicht erdrücken lassen durch die ökonomischen Normen, die uns von gewisser Zeit mehr und mehr aufgedrückt werden, gewinnen wir Lebensqualität zurück. Die Frage ist nur, wie das zu schaffen ist.

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