Krieg der Welten mit Richard Burton

Ende der 70er Jahre wurde das Konzept-Album “War of the Worlds” von Jeff Wayne als Langspielplatte veröffentlicht. Wir hatten uns damals, meine Frau und ich waren gerade zwei Jahre verheiratet, eine tolle, nein, eine fantastische Stereoanlage gekauft. Die Doppel-LP besaß eine Klangqualität, die ich, jedenfalls zu diesem Zeitpunkt, so noch nicht gekannt hatte. Ich muss dazu sagen, ich war nicht besonders verwöhnt. Wenige Jahre davor hatte ich mir die erste Stereoanlage überhaupt gekauft. Es handelte sich um ein Produkt der Firma Wega, die später (1975) vom Sony-Konzern geschluckt wurde. Dieses wundervolle Teil steht heute noch im Keller meiner Schwiegermutter. Ich vermute fast, dass es immer noch funktionieren würde – wenn man es nur ließe.

Das Album habe ich mir auch deshalb gekauft, weil es klanglich ganz besonders gut war und darin Toneffekte zum Vorschein kamen, die –jedenfalls für die damalige Zeit- schon etwas Besonderes waren.

1978 entstand das Konzeptalbum Jeff Wayne’s Musical Version of the War of the War of the WorldsWorlds von Jeff Wayne basierend auf dem Roman, wich streckenweise jedoch auch von diesem ab. Als Erzähler fungierte in der Originalfassung Richard Burton, in der 1980 erschienenen deutschsprachigen Version Curd Jürgens. In der deutschen Version wurden zwar die erzählten Texte und auch die Angaben im Cover einschließlich der einzelnen Liedtitel übersetzt, jedoch blieben die Originaltexte der Lieder erhalten. Als Musiker wirkten unter anderem Justin Hayward, Chris Thompson, Phil Lynott und David Essex mit. (Quelle: Wikipedia)

Die am Album beteiligten Musiker waren große Stars. Justin Hayward war Sänger bei den legendären “Moody Blues”. Er schrieb u.a. mit “Night In White Satin” (1967) einen der größten Hits der Band. Er begann seine Solokarriere 1977. Der größte Hit war “Forever Autumn”, der 1978 auf besagtem Album “War of the Worlds” zu finden ist. Beteiligt waren außerdem Chris Thompson (Sänger der Manfred Mans Earth Band), David Essex und Phil Lynott, einer der Gründer der Rockband Thin Lizzy.

Außerdem wirkte der legendäre Schauspieler Richard Burton († 1984) in diesem Album mit. Nicht zuletzt seine fantastische Stimme verleiht dem Werk eine ganz besondere Note.

Forever Autumn–Justin Hayward

Die Geschichte des Musicals war bereits Jahrzehnte vor dem Erscheinen des Albums bekannt. Ein Hörspiel mit dem Titel “Krieg der Welten”, für das der berühmte amerikanische Filmschauspieler und Autor Orson Welles im Jahr 1938 das Buch geschrieben hat, wurde 1940 veröffentlicht. Angeblich soll die Übertragung damals eine Hysterie in der Bevölkerung ausgelöst haben. Die Wikipedia relativiert diese Geschichte. Nichtsdestoweniger hält sie sich aber bis heute.

Das Hörspiel führte Zeitungsberichten zufolge zu heftigen Irritationen bei der Bevölkerung von New York und New Jersey, die teilweise das Hörspiel für eine authentische Reportage hielt und einen tatsächlichen Angriff Außerirdischer befürchtete. Die Berichterstattung über diese Vorfälle machte die Sendung und damit auch den jungen Orson Welles weltberühmt. Einige Beschreibungen einer landesweiten Massenpanik sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die kommunikations- und literaturwissenschaftliche Forschungsliteratur, allen voran eine Feld-Untersuchung von Hadley Cantril aus dem Jahr 1940, stellen die allzu gerne geäußerte kopflose Hysterie in Frage. Heute wird davon ausgegangen, dass die immer wieder kolportierte Massenpanik ausschließlich medial existierte. Allenfalls einige wenige Zuhörer sollen auf das Hörspiel hereingefallen sein. Auch das Anrufaufkommen im Sender CBS war lediglich etwas höher als sonst. Offenbar war Orson Welles mitten in einen Medienkrieg geraten, in dem sich die Zeitungen gegenseitig mit sensationellen Berichten zu übertrumpfen versuchten. Die von Welles im Vorfeld den Medien zugespielten Informationen über seinen „Hoax“ (Halloweenstreich) wurden zu Berichten über Massenpaniken aufgebauscht. Ein Bericht unterstellte Orson Welles sogar, für den Tod eines Menschen verantwortlich gewesen zu sein. Orson Welles und sein Drehbuchautor Howard Koch nutzten das Spektakel als Karrierechance. Welles gab später zu Protokoll, er habe nicht mit dem Erfolg des Hörspiels gerechnet und daher den Bezug zu Halloween hergestellt, um wenigstens irgendwie aufzufallen. Quelle: Wikipedia

Wie auch immer: Die Musik ist großartig. Auch heute noch. Ich habe mir das Album heute (endlich) als CD bei iTunes herunter geladen und höre es jetzt gerade zum ersten Mal seit Jahren wieder. Die Doppel-CD steht zwar im Keller. Leider habe ich aber keinen Plattenspieler mehr.

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