Die reguläre US-Armee rückt ab. Bis auf 50.000 Soldaten gibt es keine us-amerikanischen Soldaten mehr im Irak. Die regulären Streitkräfte ziehen sich zurück. So hat es Präsident Obama versprochen. Kann man das auf seiner Haben-Seite vermerken?
Dabei habe ich ein ungutes Gefühl. Zum einen hörte ich heute, dass private Sicherheitsfirmen Leute in den Irak entsenden. Von solchen Firmen haben wir in den vergangenen Jahren einiges gehört. Manche dieser Söldner, wie man die Männer korrekterweise nennen sollte, haben in den zurückliegenden Jahren auch unschuldige Menschen im Irak getötet und wurden dafür von amerikanischen Gerichten nicht einmal bestraft. Die Öffentlichkeit interessiert sich nicht sehr für Greueltaten, die in einem Land geschehen, das ohnehin vom Krieg erschüttert ist. Es sei denn, es wären die eigenen Leute, die sterben.
Obama hat diesen Krieg nicht angezettelt. Ich erwähne es deshalb, weil ich annehme, dass sich in den kommenden Wochen und Monaten die Lage in Irak zuspitzen wird. Der befürchtete Bürgerkrieg wird nun offen und in voller Härte ausbrechen. Jedenfalls lässt auch die Al-Kaida nicht nach. Erst am Dienstag hat sie ihre “Präsenz” in Irak bewiesen. Sie hat sich inzwischen für das Attentat, dem 57 Menschen zum Opfer fielen, verantwortlich erklärt.
Die USA haben unter Bush ein Land unter falschen Voraussetzungen angegriffen und mit einem schrecklichen Krieg überzogen. Die zivilen Opfer übersteigen die Zahl der toten Soldaten um ein Vielfaches. Das Land und seine Infrastruktur sind zerstört. Es herrscht praktisch ein Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten, der, wie schon gesagt, vermutlich nun verstärkt und offen ausbrechen wird. Von einer demokratischen Entwicklung des Irak und der ihn umgebenden Staaten kann nicht die Rede sein. Erst Präsident Obama hat sich von dieser idiotischen Vorstellung der Bush-Regierung gelöst und die Dinge gerade gerückt.
Trotzdem bleibt ein Scherbenhaufen zurück. Die Bilder, die wir auch in Zukunft von einem zerstörten und gewaltbestimmten Irak zu sehen bekommen werden, werden Obamas Präsidentschaft begleiten. Er hat sein Versprechen eingelöst und die Soldaten (die meisten jedenfalls) nach Hause geholt.
Wenn man heute danach fragt, welchen Zweck dieser Krieg gehabt hat, wird man sich, angesichts der tatsächlichen Situation im Land und der Not der Menschen dort, vorstellen können, wie sehr der furchtbare Krieg der Bush-Regierung dazu beigetragen hat, den Hass vieler Muslime auf den Westen zu festigen und sogar noch zu steigern.
Mein Resümee wäre: Alle an den damaligen Entscheidungen beteiligten Personen sollten vor Gericht gestellt und verurteilt werden. Sie haben uns nicht nur belogen, sie haben sich schwerwiegender Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht!
Was passiert stattdessen? Obama wird man vorhalten, er habe im Irak Fehler gemacht. Diese Methode ist ebenso billig wie erfolgreich.












Zu dem ganzen Irak-Krieg Disaster fällt mir immer wieder der Spruch ein
Dass die Streitkräfte jetzt im Hau-Ruck verfahren abgezogen werden zeigt doch letztendlich nur, dass es den “Heilsbringern” völlig wurst ist, was mit den Menschen dort passiert. Bleibt noch abzuwarten, wie sich der Iran seinem Nachbarn gegenüber verhalten wird, wenn sich der Staub der weglaufenden Stiefel gelegt hat.
Marc Bach(Zitieren) (Antworten)
Ich glaube, dass du damit Recht hast. Andererseits hätte der Krieg gar nicht erst begonnen werden dürfen.
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
Bush jr. musste ja unbedingt da weiter machen, wo Papa aufgehört hat. Zumal so’n zünftiger Krieg auch immer gut kommt um von den Problemen im eigenen Land abzulenken. Davon gab und gibt es ja reichlich.
Marc Bach(Zitieren) (Antworten)