Die Taliban drohen den westlichen Helfern in Pakistan. Was wohl passiert, wenn in nicht allzu ferner Zukunft ein Anschlag verübt wird, bei dem Menschen sterben, die anderen völlig uneigennützig helfen wollten?
Ich mag das gar nicht zu Ende denken. Gerade mal ist die Hilfe einigermaßen in Gang gekommen, und nun drohen die Taliban mit Gewalt. Ungläubige Helfer. Oder wie werden die Chefideologen dieser Mörder sie wohl nennen?
Die US-Regierung hatte zuvor mitgeteilt, ihr lägen Informationen vor, wonach radikal-islamische Gruppen möglicherweise Anschläge auf Helfer planten.
Quelle: UN lassen sich von Taliban-Drohung nicht einschüchtern | Nachrichten | Deutsche Welle | 27.08.2010
Was wir nicht verstehen, lehnen wir ab. Ich glaube, diese Feststellung ist so einfach wie richtig. Wir begreifen nicht, dass Menschen sich auch noch ausdrücklich auf einen Gott beziehen, wenn sie auf hinterhältigste und gemeine Art und Weise andere töten. Sie betrachten sich als Märtyrer.
Für solche Leute wären die nach dem aktuellen Beschluss der Bundesregierung neu zu schaffenden “Einrichtungen” für schwer gestörte Verbrecher genau der richtige Aufenthaltsort. Allerdings sollte verschärfend hinzukommen, dass, sobald sie eingesperrt wurden, der Schlüssel weggeworfen wird. Blöd, dass es a) die Einrichtung noch nicht gibt und b) der Platz wohl leider dafür nicht ausreichen wird.
Hoffen wir, dass diese Plärraffen der Taliban diesmal nur die Schnauze aufgerissen haben und nichts passieren wird. Nicht auszudenken, wenn es anders kommt.












Ich war selbst in Kabul stationiert 2004. Ich war ein halbes Jahr dort und muss sagen ich muss mich glücklich schätzen das während dieser Zeit keine grösseren Zwischenfälle statt fanden. Aber muss ich auch sagen, sollte jeder der nicht annähernd eine Ahnung hat, wie die Lebensumstände dort sind, sich keine Meinung dazu bilden sollte. Ich dachte am Anfang auch: Wie kann man zu dieser radikalen Meinung kommen und alles hassen was in das eigene Land kommt.(Was nur ein Bruchteil der Bevölkerung ausmacht). Aber als ich sah wie die Menschen dort leben und was sie in ihrere Vergangheit so alles erleben mussten, konnte ich doch nachvollziehen warum sich Organisationen leicht etablieren können. So verspricht die Uno seit Jahren Besserung, doch kommt wohl nicht viel an. Dagegen versprechen z.B. Taliban nicht viel, sondern zeigen einfach, komm zu uns und du und deine Familie ist versorgt. Und dazu kommt noch der Glaube an die eigene Religion die so sicher nichts schlechtes ist, aber gerne dazu missbraucht wird, zu sagen danach kommt alles besser. Solange der “Westen” zuschaut und nicht wirklich unterstützt, wird es so weitergehen. Warum sollte jemand der 20 Jahre Krieg erlebt hat, glauben das sich morgen was ändert. Die Taliban machen sich ein leichtes daraus zu sagen viel versprochen nichts passiert. Und leider war auch das mein Eindruck. Es wurde zwar viel versprochen aber selbst heute, 6 Jahre danach(meinem Einsatz 2004) sieht es noch genau gleich aus. Die Leute wollen arbeiten, und müssen aber hoffen das sie den nächsten Tag überleben. Ich hab so viele Menschen dort kennen gelernt, die in Deutschland bzw. der ehemaligen DDR studiert haben und an ihr Land geglaubt haben und der UNO als Sprachmittler (Dolmetscher) weitergeholfen haben, aber trotzdem Angst haben mussten um Ihr Leben, weil sie der Uno halfen. Und was ist die Debatte in der BRD?! Zieht die Armee ab, es kommen Leute ums Leben. Ich könnte da noch viel erzählen aber die Leute in Deutschland sollten aufwachen. Ein Rückzug macht sicher nichts besser dort. Klar ist es hart, wenn ein Deutscher, Spanischer oder was auch immer für ein Landsmann dort sterben muss. Aber die Menschen dort haben es verdient, das Ihnen geholfen wird!!
Basti(Zitieren) (Antworten)
Ein Land das seit Jahrhunderten ständig überfallen und ausgebeutet worden ist, hat Bewohner die sich selbst regieren wollen. Die Taliban sind Afghanen die ihr Land verteidigen. Sie wollen keine evangelikalen Missionare die sich als Helfer tarnen. Sie möchten einfach nur in Ruhe gelassen und auf ihre Art glücklich werden.
Ich muss weder deren Glauben noch deren Lebensart mögen. Aber ich muss sie tolerieren. Sie haben das gleiche Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit wie jedes andere Land. Die USA sind der Angreifer. Sie haben in Afghanistan nichts zu suchen, brauchen das Land um die Bodenschätze zu stehlen und das Öl aus dem Nordiran abzuziehen.
Jochen Hoff(Zitieren) (Antworten)
@Jochen: Gegen den Krieg in Afghanistan bin ich auch. Die Geschichte Afghanistans mag ein wichtiger Grund dafür sein, dass es gegen jede Art von militärischer Intervention entsprechende Reaktionen gibt. Wir müssen nicht glauben, das unser westlicher Lebensstil der einzige Wahre ist. Leider tun wir das. Die Reaktionen verstehen wir nicht und schon ist eine Spirale in Gang.
Andererseits kann jeder Mensch zwischen gut und böse unterscheiden. Ich weiß auch, dass selbst diese simple Wahrheit unterschiedlich ausgelegt werden kann, denn wer sagt denn, was gut und böse ist? Würden wir, wie du schreibst, die Afghanen “in Ruhe” lassen, würde das weitergehen, was zwischen dem Abzug der Sowjets und der Invasion der Alliierten stattgefunden hat, seinen Fortgang nehmen. Ich glaube nicht, dass die Nachrichten, die uns damals erreicht haben, als bloße Propaganda abgetan werden können.
Soll man es tolerieren, wenn ein Volk die Sharia anwendet? Es steht uns nicht zu, die Handhabung geradezu archaischer Riten zu verurteilen? Ich hätte ein Problem damit, dabei zu stehen, wenn Menschen gesteinigt oder unter fadenscheinigen Begründungen sonstwie malträtiert werden. Verstehst du Stillhalten als Toleranz? Soweit kann ich nicht gehen.
Und zum Schluss und zur aktuellen Lage in Pakistan: Meinst du also, dass wir (weil vielleicht ein paar Missionare unter den Helfen sein könnten), unsere Hilfe einstellen und, wie die Taliban es fordern, abhauen? Ich hoffe mal, dass du das ironisch gemeint hast. Die meisten Leute, den Eindruck habe jedenfalls ich, sind (unabhängig davon, dass sie Ausländer vielleicht im Allgemeinen auch nicht gerade schätzen) in dieser Lage sehr dankbar für jede Hilfe, die sie kriegen können. Und meine Feststellung ist nicht als Erfolg für die imperialistische Propaganda zu werten, sondern eher doch meinem Empfinden als Mensch.
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
@Basti: Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich kann das inhaltlich gut nachvollziehen. Dennoch habe ich auch Verständnis für die Leute, die sich unter den Umständen, unter denen dieser Einsatz läuft, für einen Abzug aussprechen. Die Mehrheit in Deutschland ist gegen den Krieg und für einen Abzug unserer Leute. Sie machen sich die Gedanken nicht, die du dir gemacht hast. Afghanistan ist weit und im Zweifel sind uns die Menschen dort ziemlich gleichgültig. Wenn es zudem vermehrt zu Angriffen Soldaten und zivile Helfer kommt, verstärkt sich diese Haltung nochmals. Vielleicht hast du meinen Beitrag so gelesen, als wäre ich auch für einen Abzug. Nun, ich bin sehr unsicher. Einerseits glaube ich, dass es für die Menschen dort ein Fiasko und einen neuen Bürgerkrieg geben könnte, wenn die Alliierten abziehen, andererseits -auch unter dem Eindruck von weiteren Anschlägen- verstehe ich auch die Frage danach, warum wir uns dort engagieren. Wenn man dazu dann noch hört, dass die Bundeswehr nicht so ausgerüstet ist, wie es angebracht und wünschenswert wäre, verstärken sich meine Zweifel.
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
@Horst
Ich verstehe deine Intention und teile sie auch ein Stück weit. Aber du solltest wissen, dass alle sogenannten Hilfsorganisationen praktisch von Missionaren unterwandert sind oder nur zu Missionszwecken gegründet wurden.
Du weißt das ich grundsätzlich gegen körperliche Gewalt als Strafe bin. Deshalb halte ich auch nichts von der Sharia und würde sie in meinem Land bekämpfen. Aber Afghanistan ist nicht mein Land. Und Saudi Arabien mit dem wir beste Beziehungen pflegen wendet die Sharia genaus so an wie die Afghanen und niemand widerspricht. Bringen wir doch erst mal die Saudis dazu freiwillig auf diese Art der Bestrafung zu verzichten.
Vielleicht könnte die USA auch aufhören ihre Gefangenen zu ermorden.
Jochen Hoff(Zitieren) (Antworten)
@Jochen: Ich kenne die Aussagen zur Intention vieler Helfer. Unabhängig davon, dass ich das auch ablehne ist es sehr fahrlässig. Die Betreffenden gefährden damit die Leute, die dort nur die Absicht haben zu helfen. Ich hatte ja Gelegenheit, erst kürzlich meine Meinung (indirekt) kundzutun. http://www.querblog.de/2010/08/07/boese-aber-gut/
Horst Schulte(Zitieren) (Antworten)
Naja die Regierung muss sparen, also wo leichter als dort. Klar mangelt es zu erst an der Ausrüstung und dann überall. Aber bei solchen Anschlägen hilft auch die beste Ausrüstung nichts. Da sie immer hinterhältig und ungesehen passieren. Klar sollte man dann nicht einfach mal vorsorglich Bomben drauf werfen. Aber es werden immer Leute sterben solange die Uno dort aufschlägt. Was ganz klar nur nach hinten losgehen kann, wenn man noch Missionare irgendwo rumlaufen hat. Da darf ich eh nichts dazu sagen aber sollte so manche Institution lieber nicht mehr mit dem Finger auf andere zeigen. Ich selbst kann da nur von mir sprechen, aber ich verachte alles was sich gegen Menschen richtet und danach auf irgend eine Religion hinweisst. Und da sollte jeder wissen das wohl keine Religion mehr ein unbeschriebenes Blatt ist. Ich spreche hier auch nur von wenigen da ich mich sicher nicht mit allen auskenn oder überhaupt kenne. Will nur nicht selbst direkt darauf zeigen. Aber denke weiss jeder wer und was gemeint ist. Aber sorry Jochen , ich glaube die wenigsten können und wollen sich als Taliban idendifizieren. Da dies ja nur eine sehr radikale Sichtweise eines Krieges ist die heute auch überholt sein sollte. Und das wissen auch die Menschen dort. Man sollte nicht vergessen, das es eine Menge Menschen dort gibt die studiert haben, und das in westlichen Ländern. Die das zu schätzen wissen und nur deshalb dort leben weil die Familie an höchster Stelle steht und zu wenig Geld da ist um alle irgendwo hin zu holen. Selbst dort wollen die Menschen nur Leben und das beste rausholen. Wie wohl überall auf der Welt. Aber die Taliban scheren sich einen Dreck um Afghanen, Pakistanen oder wen auch immer. Sie haben dort nur leichtes Spiel die Leute zu überzeugen. Wenn keiner was hat und einer kommt und sagt: Hier hab ich dir einen Job und eigentlich ist es auch deine Pflicht und das beste, deine Familie ist auch versorgt. Während von der Regierung nur kommt. Wir bauen Brunnen.
Naja ich könnte hier noch ewig schreiben und es würde glaub trotzdem die Mehrzahl in Deutschland nicht verstehen.
Irgendwie lesen sich die Kommentare als ob die Taliban dort regieren. Und der “Westen” wirklich nur gehen sollte.
Wollte eigentlich nur sagen: Die Leute sollten die Wahl haben! Aber das ist dort einfach nicht der Fall. Dort geht es zu allererst mal um das einfach Überleben. Und somit werden es Radikale immer leicht haben.
Basti(Zitieren) (Antworten)