Statt danach zu streben, die Lage zu verbessern, also ernsthaft und nachdrücklich an den Defiziten unserer Integrationspolitik zu arbeiten, muss man Sätze von Thilo Sarrazin lesen. Von vielen Medien werden diese sogar als Klickstrecke im Internet präsentiert. Was soll man zu diesem Umgang mit dem Thema eigentlich noch sagen?
Sarrazin soll ruhig seinen Job behalten. Richtig froh scheint er damit ja nicht zu sein. Und Strafe muss sein. Vielleicht hat man ihm auch die Bezüge gekürzt, zuletzt, als man ihm einen Teil seiner Kompetenzen bei der Bundesbank entzogen hatte. Letzteres war ja als Sanktion gedacht. Wegen seiner vorherigen Ausfälle gegen Migranten.
Sein Buch wird, so wie er die Promotion gestaltet hat, ordentlich was einbringen. Er hat seine hinzugewonnene freie Zeit offensichtlich sehr effektiv genutzt. So ein Mann will ja auch beschäftigt werden. Außerdem könnte man mit dem Verlust an Kompetenzen durch die Jobbeschneidung auch das Ausmaß der Frustattacke erklären, die ihn zu seinen erneuten Ausfällen veranlasst hat.
Das ist die eine Seite. Die Reaktionen in der Öffentlichkeit ist die andere. Offensichtlich ist es so, dass Politiker glauben, dass alles wieder gut wird, wenn man ab und an die Empörungsspirale in Gang setzt. Viele Migranten wird das zu recht ankotzen und zwar deshalb, weil nicht die geringsten Bemühungen erkennbar sind. Nach Lösungen wird nicht gesucht. Auch Sarrazin hat keine.
Schuldzuweisungen, Diffamierungen und Beleidigungen entblößen Fremdenfeindlichkeit. Der Grad an Zustimmung in der Bevölkerung sollte uns erschrecken. In virtuellen Diskussionsrunden ist man weniger zurückhaltend als im realen Leben. Da pflegt man wenigstens noch den Anschein vornehmer Zurückhaltung. Im Internet wird seit Jahren Stimmung gegen Muslime gemacht und die “Fangemeinde” wächst unaufhörlich.
[note_box]«Integrationsdebatte – Roland Koch stärkt Thilo Sarrazin den Rücken – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost – Berlin»[/note_box]













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