Monatsarchiv: August 2010

Es ist Opportunismus gegen die Rente mit 67 zu sein

Es ist Opportunismus gegen die Rente mit 67 zu sein
August 15, 2010 1 Kommentar »

Den fünf Journalisten, die im “Presseclub” heute über die Rente mit 67 diskutierten, würde es vor einer Volksabstimmung über dieses heiße Eisen grauen. Sie gehen folgerichtig davon aus, dass Sigmar Gabriel (SPD) das Thema ausschließlich deshalb wieder auf die Agenda gesetzt hat, weil er seiner Partei Punkte verschaffen will. Man nennt das, nicht nur in diesen Kreisen, “blanken Opportunismus”.

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Ich schließe mich denen an, die diesen “Presseclub” für schwach besetzt hielten. Schönenborn beklagte, er habe keine Kollegen gefunden, die eine abweichende Meinung zu der in der Runde vertretenen eingenommen hätten. Folgerichtig war die Sendung langweilig und ohne Inspiration. Das Thema ist schon 1000x durchgekaut worden. Und doch zeigt sich das Volk uneinsichtig. Die Minderqualifizierten sollten nicht nach ihrer Meinung gefragt werden. Ich habe mal von einem Vorstand die Worte gehört: “Wer fragt schon die Frösche, wenn er einen Sumpf trocken legen will?”. Damit wurde damals eine Entscheidung begründet, die sich längst als falsch erwiesen hat.

Ein Rückhalt der von der SPD initiierten und bisher mitgetragenen Einführung der Rente mit 67, ist in der Bevölkerung nicht vorhanden. Die SPD – Mitgliedschaft will angeblich zu 95 %, dass sie rückgängig gemacht wird.

Der Tenor der einseitigen Diskussion war einhellig. Keine Änderung der Beschlüsse. Eher ist darüber nachzudenken, die Altersgrenze noch weiter nach hinten zu legen. Die demografische Entwicklung und die vernachlässigte Generationengerechtigkeit verlange dies. Alles, was man über das Thema bisher gehört, gelesen oder gesehen hat, scheint den Journalisten recht zu geben. Wir müssen länger arbeiten, weil das System angesichts des demografischen Wandels sonst kollabieren wird.

Warum aber ist die Zustimmung in der Bevölkerung trotzdem so gering? Die Journalisten förderten auch deshalb Widerspruch, weil innerhalb der Gruppe nicht eine andere, wenigstens ein wenig abweichende Meinung vorgetragen wurde. So entstand auch hier der Eindruck, dass da 5 Leute sitzen, die die Gedanken “normaler” Arbeitnehmer weder kennen, noch kennen wollen und sie geschweige denn nachvollziehen können. Sesselpupser, die sich im Grunde nur darüber mokieren, dass andere Menschen sich über ein bestimmtes Alter hinaus, keine Weiterarbeit in ihrem Beruf mehr vorstellen wollen und können.

Seit Jahrzehnten (besser seit fast 100 Jahren) gilt die Altersgrenze von 65 Jahren als Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand. Anfang 1916 wurde nämlich das allgemeine Renteneintrittsalter von 70 Jahren auf 65 Jahren abgesenkt. Auch das steckt tief in den Köpfen der Leute. “Alle konnten ab 65 ihre Rente genießen — wir nicht!”.

Das in der öffentlichen Diskussion vorherrschende Argument, dass es für ältere Arbeitnehmer schwer ist, einen Arbeitsplatz bis zur Erreichung der Altersgrenze zu behalten oder, falls der jetzige verloren ginge, noch einen neuen zu bekommen, wird es wohl auch nicht alleine sein.

Mich wundert es, dass gar nicht darüber diskutiert wird, welchen Anteil das heutige Arbeitsklima in vielen Unternehmen hat. Welchen Stellenwert haben Mitarbeiter in der heutigen Arbeitswelt? Human Capital. Eine Worthülse, die heute nicht mehr so oft benutzt wird, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Solche Vokabeln sind abgegriffen und sinnentleert. In die Unternehmen gelangten solche Vokabeln durch Heerscharen von Fuzzis irgendwelcher Jeden- und Allesberater. Aber — nicht Powerpoint-Folien überzeugen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern das Handeln und das Vorbild richtiger Menschen.

Solche Powerpoint-Folieninhalte bezeichnen nicht den Wert eines jeden Menschen im Unternehmen, sondern stehen für die Gleichsetzung der menschlichen Arbeitskraft mit  den anderen Ressourcen, die an der Wertschöpfung beteiligt sind. Wir haben es zugelassen, dass der Wert menschlicher Arbeit verliert. Er, der Mensch, ist ein Kostenfaktor. So wird er betriebswirtschaftlich betrachtet und eingeordnet. Wer den Regeln nicht entspricht, weil er älter und langsamer ist und/oder zu teuer, wird ersetzt oder gestrichen.

Meine Behauptungen werden Ärger und Widerspruch auslösen. Ja, die Situation ist nun einmal wie sie ist und einen besonderen Sinn für betriebswirtschaftliche oder auch volkswirtschaftliche Zusammenhänge konnte nicht entwickeln. Nicht mal die 43 Berufsjahre haben gelangt, um mir begreiflich zu machen, dass man an diesen Paradigmen nicht rütteln kann und es auch überhaupt nichts zu rütteln gibt. Aber ich bin nicht allein!

Wie oft höre ich, auch außerhalb meines persönlichen Kollegen- und Bekanntenkreises, Klagen über den Umgang miteinander, über das Klima, dem man sich ausgesetzt fühlt!? Diese Klagen haben einen Umfang und eine Dimension, die ich lange Zeit nicht für möglich gehalten habe. Ok, es sind keine jungen Leute, sondern eher solche ab Mitte 40. Junge Kollegen kennen es nicht anders und versuchen sich, in dieser Welt zu behaupten. Das ist gut und ich will ausdrücklich erwähnen, dass ich es für gut halte, dass das so ist.

Leute ab Mitte 40 sind diejenigen, die es schwer haben, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Auch wenn die Schönredner eine Entspannung am Arbeitsmarkt auch für ältere Arbeitnehmer ausmachen, die Realität sieht anders aus. Die Leute, die die graue Masse von in Wahrheit ca. 5 Mio. Arbeitslosen in unserem Land darstellen, sind nicht minderqualifiziert oder unwillig, eine Arbeit anzunehmen. Viele von diesen sind die, die Pech hatten. Pech, weil ihre Firmen pleite gegangen sind und sie zu diesem Zeitpunkt Mitte bis Ende 50 oder noch älter waren.

Immer wieder klingt an, dass in der Bevölkerung eine tiefe Verunsicherung herrscht. Angst vor Hartz IV oder dem Schrumpfen des Mittelstandes sind die Stichworte. Natürlich spielen diese Dinge eine große Rolle, weil es existenzielle Fragen sind. Jedenfalls für einfache Menschen. Die fünf Journalisten fühlten sich berufen, dem einfachen Volk Zusammenhänge näherzubringen, mit deren Konsequenzen sie selbst nicht rechnen müssen. Ich unterstelle, dass sie als Intellektuelle auch über das 65. Lebensjahr hinaus gern weiterarbeiten würden. Sollen sie. Kein Problem. Da unterscheiden sie sich kaum von Politikern. Aber letztere müssen für ihr Tun die Verantwortung übernehmen. Journalisten tragen in dieser Hinsicht null Verantwortung. Manchmal spürt man das.

Es war ein Kreuz

Es war ein Kreuz
August 15, 2010 2 Kommentare »

via wdr.de

Das Kreuzverhör mit Oberbürgermeister Sauerland hat keine neuen Erkenntnisse gebracht. In meinen Augen war das eine überflüssige Veranstaltung.

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Das Leben an sich ist mittlerer Durchschnitt

August 14, 2010 2 Kommentare »

Ja, besser kann man das nicht ausdrücken. Kann man eigentlich auch zu locker sein? Ich meine, für so alte Spießer wie mich, wirkt das inzwischen manchmal doch zu aufgesetzt. Aber… noch mag ich Lena.

Posted via email from Auf Krawall gebürstet

WDR-Interview mit Adolf Sauerland: “So etwas wollten wir nicht”

August 14, 2010 Kommentare deaktiviert

Es ist wirklich schon ziemlich ruhig um die Tragödie der Loveparade geworden. Andere Themen bestimmen längst die öffentliche Diskussion.

Überraschend ist das nicht. Angesichts der Empörung hätte ich allerdings erwartet, dass die Aufmerksamkeit länger anhalten und der Druck auf die vermeintlich Verantwortlichen aufrecht erhalten wird. Das Unglück liegt erst 3 Wochen zurück.

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Morgen wird im WDR – Fernsehen um 19.40 Uhr die Sendung “Kreuzverhör” ausgestrahlt. Dort werden Gabi Ludwig und Jörg Schönenborn erneut die Fragen stellen, die bisher unbeantwortet geblieben sind.

Einen sofortigen Rücktritt lehnte Sauerland weiterhin ab, schloss aber persönliche Konsequenzen nach der Aufklärungsarbeit nicht aus. "Natürlich stelle ich mir die Frage, ob man das Amt nach so einem tragischen Ereignis weiter ausüben kann. Aber diese Antwort werde ich erst dann geben, wenn ich die Antworten auf die uns alle bedrückenden Fragen habe."
Quelle: Interview mit OB Adolf Sauerland – Loveparade 2010 – WDR.de

Wenn Moral zur Waffe wird

Wenn Moral zur Waffe wird
August 13, 2010 3 Kommentare »

Manchmal sind Henryk M. Broders Zynismus und Bosheit überbordend. Mit seinem heutigen Artikel über Guido Westerwelles angeblichen “moralischen Harakiri” jedenfalls.

Mir kommt es so vor, als sei Guido Westerwelles Selbstbewusstsein angekratzt. Vielleicht glaube ich das, weil mir die Art und Weise, in der er kritisiert und vorgeführt wird, inzwischen richtig unangenehm geworden ist. Nein, ich mag den Mann nicht. Aber bei mir schlägt Antipathie gern einmal um, wenn die öffentliche Kritik an denjenigen, bei denen das so ist, überhand zu nehmen scheint.

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“Panorama” machte sich in dieser Woche über Westerwelles Auftritt als 18Minuten-Kanzler her:

Darauf muss er gewartet haben: Während die Kanzlerin im Urlaub weilt, nutzte Vizekanzler Westerwelle kürzlich die Gelegenheit für den ganz großen Auftritt. 18 Minuten Kanzler sein, immerhin.
Quelle: DasErste.de – [Panorama] – Endlich Kanzler: Der große Tag des Guido Westerwelle

Er fordert den Spott heraus. Den Vorwurf muss man ihm einfach machen. An Peinlichkeit nicht zu überbieten war, nach dem Ende der Koalitionsverhandlungen im Herbst letzten Jahres, seine Duz-Bruderschaftsgeschichte mit Horst Seehofer vor der Bundespressekonferenz. Das sind Geschichten, die sich vortrefflich für die Medien eignen, immer wieder hervorgeholt und präsentiert zu werden. Natürlich geht das grundsätzlich und immer zu Lasten des Guido Westerwelle.

Viele werden sagen, dass er es nicht besser verdient habe und ganz abstreiten mag ich das auch nicht.

imageAber zurück zur heutigen Broderei in Spiegel Online. Wir dürfen also alle stolz sein auf unsere schwulen Politiker. Eben – das toleranteste Schland, das ich kannt. Uns ist es egal, ob ein Regierender Bürgermeister oder unser Außenminister schwul sind. Broder wähnt nicht mit einem Satz die Möglichkeit, dass der Popularitätsverlust Guido Westerwelles vielleicht doch etwas mit seinem Schwulsein zu tun haben könnte. Ich kann mir bis heute jedenfalls nicht erklären, warum man (die Medien und die Öffentlichkeit) gerade über ihn in dieser Weise herfällt, obwohl es viele andere Politikerinnen und Politiker gibt, deren Arbeit Anlass zur Kritik gibt.

Broder nimmt Westerwelles Statement deshalb in dieser Form aufs Korn, weil es gegen islamische Staaten geht. Er führt sie namentlich auf und lamentiert darüber, dass in einigen der Staaten Männerliebe sogar mit dem Tode bestraft wird. Er beruft sich auf schreckliche Wahrheiten und macht Westerwelle implizit mitverantwortlich. Weil er sich nicht ostentativ gegen die betreffenden Regime stellt, in dem er seinen Lebenspartner auf seine Reisen in diese Staaten mitnimmt.

Seine Schlussfolgerung, dass Westerwelle durch seine Handlung die Positionen preisgibt, die er als liberaler Demokrat ganz zweifellos repräsentiert und lebt, ist eine Infamie, für die mir die Worte fehlen. Es lässt sich ermessen, wie groß der Hass dieses Mannes gegen die Feinde Israels sein muss, wenn er sich solcher Mittel bedient? Aber natürlich ist man von Broder einiges gewöhnt.

Westerwelle ist nicht bösartig oder dumm, aber spricht auf eine erschreckende Weise unüberlegt.
Quelle: Umgang mit Schwulenhass: Westerwelles moralisches Harakiri – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Politiker werden von den Medien attackiert, weil sie nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen die Verletzung von Menschenrechten protestieren. Gerd Schröder wurde, völlig zurecht, dafür kritisiert, dass er Vladimir Putin als “lupenreinen” Demokraten bezeichnete. Wenn Politiker sich feige verhalten, soll man sie dafür kritisieren.

 

Homophobie ist in Deutschland und in sehr vielen Ländern der Erde vielleicht fast überwunden. Gudio Westerwelle ist schwul, und er steht dazu. Das weiß jeder. Broder steht es nicht zu, ihn dafür zu kritisieren, dass er sein Schwulsein, eventuell aus rein politischen oder diplomatischen Gründen, bei seinen Auslandsbesuchen nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen will. Es besteht in meinen Augen keinerlei Veranlassung dafür, ihn dafür in einer solchen Art und Weise zu kritisieren. Umso mehr als Broders Motivation allzu deutlich wird. Seine Wortgewalt findet sich auch in diesem Artikel, aber der von mir so oft geschätzte Wortwitz ist ins Nirwana verschwunden. In diesem Fall wird dies Broder spezieller Intention geschuldet gewesen sein.

[box style="lavendel info rounded shadow"]SpOn-Artikel:  Umgang mit Schwulenhass: Westerwelles moralisches Harakiri – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik[/box]

Foto: Henryk M. Broder, Foto: Wikipedia, Sven Teschke, Büdingen

Klar, Soziologen sollten auch Brücken bauen lernen

Klar, Soziologen sollten auch Brücken bauen lernen
August 13, 2010 Kommentare deaktiviert

Die Zahl der Erwerbslosen im Alter von 15 bis 24 Jahren lag im Jahr 2009 deutlich über dem Niveau des Jahres 2000. Rund 540 000 junge Menschen haben 2009 aktiv eine bezahlte Tätigkeit gesucht, für die sie auch sofort zur Verfügung standen. Die Erwerbs­losenquote, also der Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose) lag bei 11%. Sie war damit deutlich höher als im Jahr 2000 (8,2%), lag aber unter dem Höchststand aus dem Jahr 2005 (15,2%). Die Erwerbslosenquote junger Menschen ist im internationalen Vergleich moderat, lag im Jahr 2009 aber dennoch deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung (7,7%).
Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland – Aktuell: Fast jeder zweite 15- bis 24-Jährige ist erwerbstätig

Sagt die beschriebene Situation nicht etwas darüber aus, wie ernst die deutschen Unternehmen ihre Verantwortung für die Aus- und Weiterbildung der Menschen im eigenen Land nehmen?

Weltweit gab es in 2009 81 Mio. arbeitslose Jugendliche. Da wirken die deutschen Zahlen bescheiden.

Dieser massive Anstieg der flexibleren Arbeitsverhältnisse betrifft nicht nur die Jugendlichen, den sehen wir am deutschen Arbeitsmarkt insgesamt. Das ist ein Ergebnis der Arbeitsmarktreform der letzten Jahre, zum einen und zum anderen der sich verändernden Wirtschaftsstruktur. Wir haben immer mehr Dienstleister, die flexible Beschäftigungsverhältnisse benötigen, und das macht sich dann eben auch in den Beschäftigungsformen bemerkbar. […]

Und die jungen Menschen, die jetzt aus dem Hochschulsystem kommen, die erfahren das eben schon und suchen möglicherweise auch solche flexiblen Karrieren, die wollen gar nicht mehr das ganze Leben eben in einem gesicherten Job verbringen.
Dr. Holger Bonin, Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung

Quelle: Deutschlandfunk – Campus & Karriere – "Das Bild der lebenslangen Stelle ist nicht mehr prägend für die Gesellschaft"

Man kann sich als junger Mensch eine Weile umschauen, das eine oder andere Praktikum durchlaufen, um zu sehen, welcher Beruf den Neigungen am ehesten entspricht und was einem gefällt. Aber was ist, wenn das mehrere Jahre andauert, weil man keinen festen Job findet? Eine Familiengründung und -Planung wird unter diesen Umständen wohl kaum die richtige Basis finden.

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Ich halte solche Aussagen für reines Geschwafel. Dass sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt geändert haben, stimmt schon. Kein Mensch erwartet eine lebenslange Anstellung bei einem Unternehmen. Das gab’s früher zwar auch aber es war schon vor 40 Jahren nicht die Regel, sondern die absolute Ausnahme.

Bonin klingt wie Horx. Schöne neue Welt. Oder: Man kann ja ohnehin nichts dagegen machen. Das sind Botschaften.

Was mir ganz besonders stinkt an diesem Beitrag des Herrn Dr. Bonin ist, dass Leute ohne Hochschulabschluss gar nicht vorkommen. Es wird allgemein von einem massiven Anstieg der flexibleren Arbeitsverhältnisse gesprochen. Gemeint sind vielleicht prekäre Arbeitsverhältnisse. Flexibel musste man nämlich auch (man glaubt es kaum) schon vor 40 Jahren sein. Auch wenn sich daran heute niemand mehr zu erinnern scheint.

«Audio Link: ILO Studie zu Jugendarbeitslosigkeit»

Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Rente mit 65: Und nicht 1 Tag mehr!

Rente mit 65: Und nicht 1 Tag mehr!
August 13, 2010 2 Kommentare »

Diese Rentendiskussion geht mir auf die Nerven. Allein bin ich nicht. Jedenfalls, wenn man sich das bisherige (und sehr deutliche) Ergebnis der “Welt-Online” – Umfrage ansieht:

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Ich bin 43 Jahre berufstätig – ohne Unterbrechung. Bisschen Urlaub, gut. Aber mehr Unterbrechung war nicht. Mein Freund wäre im nächsten Jahr in die Altersteilzeit gekommen. Er hätte es verdient gehabt und er hat sich schon darauf gefreut. Wir sind gleichaltrig. Falsch! Wir waren gleichaltrig. Er ist im März dieses Jahres verstorben. Jeder sollte doch noch ein bisschen von seiner Rente haben. Ist das wirklich zu egoistisch gedacht?

Erreicht man unsere Herzen nur noch mit Superlativen?

Erreicht man unsere Herzen nur noch mit Superlativen?
August 13, 2010 3 Kommentare »

Deutschland hat (bisher) für die Menschen in Pakistan 200.000 Euro gespendet. Das habe ich gestern so gehört. In der gleichen Zeit wurden bereits für die Opfer des Erdbebens in Haiti 10 Mio. € gesammelt.

Bezogen auf Deutschland meldet “Google trends” bei “Pakistan” folgendes:

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Bezüglich Haiti sah man (im Januar d.Js.) ganz andere Werte:

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[pullquote_right]Und von solchen Informationen sollte man sich nicht abhalten lassen!
«Pakistan: Christen bekommen als letzte Hilfe»[/pullquote_right]Einige machen sich Gedanken darüber, weshalb in Deutschland so wenig für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan gespendet wurde – jedenfalls bisher. Ich glaube nicht an die Theorie, dass unsere Zurückhaltung damit zu tun hat, dass Pakistan und der internationale Terrorismus auf eine Stufe gestellt werden.

Nein, die Geilheit nach Katastrophenbildern wie denen, die nach dem Erdbeben in Haiti überall zu finden waren, macht den Unterschied. Die Tragöde der Menschen in Pakistan ist nicht spektakulär genug, um unsere Herzen zu erreichen.

Vielleicht schafft es der Boulevard ja noch, die nötigen Bilder nachzuliefern.

[dropcap1]1[/dropcap1]«"Pakistan als Prüfstein für unsere Solidarität" | evangelisch.de»

[dropcap1]2[/dropcap1]«Ein Jahrhundertereignis | domradio.de – Katholische Nachrichten»


[note_box]«Flut & Überschwemmung Pakistan: Jetzt spenden! Aktion Deutschland Hilft – Das Bündnis der Hilfsorganisationen ist vor Ort»[/note_box]

Die klassische Lohnarbeit hat ausgedient…. ?

August 13, 2010 2 Kommentare »

In vielen Ländern entwickelt sich heute das so genannte “Cappuccino-Prinzip”: Der Staat zahlt nur eine Grundrente, während die “Sahne” eine privat angesparte, aber staatlich gesicherte Altersversicherung ist – und der “Kakao” eine weitere, rein private Versicherung. Wir könnten darüber hinaus neue Versicherungsformen finden, die den flexiblen Arbeitsbiografien entsprechen. Wenn Paare Familien gründen, haben sie einen höheren Zeitbedarf, jenseits der Lohnarbeit. In dem Fall kann man sich eine Versicherung vorstellen, die Transfers auf spätere Lebensphasen verschiebt, wenn man wieder mehr arbeiten kann. Wir müssen aus dem heute vorhandenen also ein sehr viel flexibleres und individuelleres Rentensystem schaffen.

Herr Horx hat den Trend erkannt, gibt ihm allerdings nicht den zutreffenden Namen. Die Entwicklung von der Lohn- zur Sklavenarbeit ist im Gange. Das hat er mal locker überschlagen und beschäftigt sich damit, welche Perspektiven sich aus den allgemeinen Entwicklungen für diejenigen ergeben, die nicht am Rand der Gesellschaft stehen. Das kann man tun aber, ob diese Gesellschaft den sich hieraus ergebenden Diskurs aushält lässt er offen.

Posted via email from Auf Krawall gebürstet

Der Feind in meinem Körper

August 13, 2010 2 Kommentare »

So ein blöder Hund.

Posted via email from Auf Krawall gebürstet