Monatsarchiv: September 2010
“Unter Verdacht: Tausend Augen” – zielgruppengerechte Drehbuchinhalte
“Unter Verdacht” mit Dr. Eva-Maria Prohacek, alias Senta Berger, ist für mich schon allein wegen ihr Pflichtprogramm – jedenfalls, wenn es irgendwie zeitlich passt. Dass die Folge “Tausend Augen” schon im November 2009 auf “Arte” ausgestrahlt wurde, hatte ich gar nicht mitbekommen.
Deshalb gab’s also am Samstag –wie in den Sommermonaten fast nur noch- endlich mal keine Wiederholung zu sehen, sondern einen richtig guten Krimi.
Interessant fand ich die erkennbare Mühe, die sich der Regisseur damit gab, die technischen Hintergründe etwas ausführlicher ins Bild zu setzen. Er ging wohl davon aus, dass die überwiegende Anzahl der Zuschauer ältere Menschen sind. Bei einem Samstagabendkrimi vermutlich eine richtige Annahme. Für jüngere Leute, die sich mit moderner Kommunikationstechnik tagtäglich auseinandersetzen, hätte es der für meine Begriffe ein wenig langwierig geratenen Detailerklärungen nicht bedurft.
Für die zuständige ZDF-Redakteurin Elke Müller erinnert der Krimi an den gläsernen Menschen, wie er in George Orwells Zukunftsroman „1984“ vorweggenommen wurde. Die modernen Kommunikationstechniken seien Fluch und Segen zugleich. „Die meisten Menschen nutzen selbst und zum Teil mit Begeisterung die Errungenschaften der neuen Technik, denn sie erleichtern einem vieles im Leben“, sagt Müller. „Wer kann sich heute noch vorstellen, ohne Handy unterwegs zu sein? Oder ohne Navigationssystem durch eine fremde Stadt zu kurven? Und seien wir mal ehrlich: Sind wir nicht auch erleichtert, wenn nach 25 Jahren ein Serienkiller gefasst wird, weil er achtlos ein Stück Pizza weggeworfen hat?“ Einer der beiden Drehbuchautoren war Hartmut Block, der sich immer von realen Geschichten inspirieren lässt, „besonders aus Spannungsfeldern, in denen Amtsträger gern mal ihre Befugnisse überschreiten“, wie er sagt. „Dann recherchieren wir, verbinden Geschichten, denken sie weiter, machen sie ein bisschen größer als das Leben und spitzen sie so zu, bis sie Leib, Leben und Integrität von Opfern und Helden bedrohen.“
Quelle: Tausend Augen – Märkische Allgemeine – Nachrichten für das Land Brandenburg
Besonders reizvoll finde bei den “Unter Verdacht”-Folgen das permanente gespannte Verhältnis zu ihrem Chef Dr. Claus Reiter, der von Gerd Anthoff exzellent dargestellt wird.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben, bedarf es anderer Zeugen als den PI-News
Der Islamhasser Geert Wilders war in New York und hat vor angeblich 40.000 (lt. PI) Amerikanern dagegen gewettert, eine Moschee in der Nähe des “Ground Zero” zu erbauen. Das hat natürlich die Sympathie der auch durch Sarrazin aufgewerteten Muslimhasser in unserem Land. Die große Sorge um unser Land treibt sie um, und da kann man schon mal ein paar Zahlen durcheinander bringen.
Was schreiben den unsere ein wenig seriöseren Medien so über den Demonstrationsauftritt des Hasspredigers aus Holland?
Nach Ende der Trauerfeiern versammelten sich in New York rund 1500 Befürworter des Baus eines muslimischen Gemeindezentrums mit Moschee. Später kamen in unmittelbarer Nähe rund 2000 Demonstranten zusammen, um gegen den Bau zu protestieren. An der Demonstration der Moschee-Gegner beteiligte sich auch der niederländische Rechtspopulist und Islamgegner Geert Wilders. (Quelle: SpOn)
Insgesamt waren es also 3.200 (wohlwollend gerechnet). Mal sehen, ob wir noch andere Quellen als den Spiegel im Netz finden.
…vor mehreren hundert Zuhörern erklärte er, der Bau einer Moschee nahe des Orts der Terroranschläge 2001 würde die Opfer der Terroranschläge verraten. (Quelle: Welt-Online)
Mehrere hundert Zuhörer belohnten Wilders markige Sprüche mit viel Applaus.
(Quelle: Blick)
Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich an der Demonstration gegen das islamische Gemeindezentrum mit Gebetsraum, das unweit der Stelle gebaut werden soll, an der das World Trade Center stand.
Einer der Hauptredner war der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders. New York dürfe nicht zum “Neuen Mekka” werden, rief er der jubelnden Menge zu. (Quelle: Reuters)
Die Amerikaner fühlen sich allerdings wohl weitaus weniger bedrängt, als es viele Holländer und Deutsche offenbar tun. Schließlich beträgt der Bevölkerungsanteil der Muslime in den USA gerade einmal 0,5 %. In den Niederlanden sind es 1,3 %. Da liegen wir mit 3,9% und Frankreich mit 9% aber deutlich darüber.
Warum soll eigentlich unter diesen Voraussetzungen, ein Mann wie Wilders den Amerikanern neue Erkenntnisse zum Stand ihrer eigenen Beziehungen zu “den” Muslimen bringen? Sie brauchen vielleicht einiges aber diesen Mann wohl ganz bestimmt nicht. Sie haben ja eigene Fanatiker, die ihre Sache für Gleichgesinnte sicher ganz prima machen. Jones ist ja nicht der einzige fanatische Spinner in den USA. Und Frau Palin gibt es schließlich auch noch.
Jedenfalls haben die Zahlen eher mit der Bedrohung zu tun, der sich offenbar mancher gegenüber sieht. Das furchtbare Verbrechen an 11. September 2001 ist geschehen, und es wurde von Muslimen verübt. Es war eine von vielen weiteren Gewalttaten, für die der Islam in kollektive Haftung genommen wird. Jedenfalls von Leuten, die offenbar vergessen haben, dass die Geschichte in vielen Facetten das Gegenteil nahegelegt hat.
Nichtsdestotrotz bestehen viele Hetzapostel (natürlich sind es nicht immer Christen!) in Deutschland darauf, eine ganze Religion für die Verbrechen einiger Extremisten verantwortlich zu machen? Und wohin soll das führen? Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen leben hier zusammen. Fast 4 Mio. Muslime sind darunter. Offensichtlich ist das problembeladen. Das soll nicht verschwiegen werden. Vielleicht ist die Zeit reif, jetzt die richtigen Schritte zu tun und die Probleme anzugehen. Sie wurden oft beschrieben. Nun muss man sie auch gehen.
Auf Leute wie Wilders und seine Anhänger in Deutschland sollten wir nicht hören. Sie werfen anderen gern die Neigung vor, in politischer Korrektheit zu verharren und als so genannte Gutmenschen die wirklichen Zustände nicht zur Kenntnis zu nehmen.
Dabei sind sie es, die nicht sehen wollen, dass wir seit Jahren eine unumkehrbare multiethnische Gesellschaft in Deutschland haben. Multi-Kulti kann scheitern. Aber wir alle leben in dieser multikulturellen Gesellschaft.
Nicht mal im Urlaub geben die Betrüger Ruhe
Was wohl erst an “unregelmäßigen Tätigkeiten” entdeckt werden könnte, wenn ich den Link ausführte und den folgenden Anweisungen folgen würde? Google Mail entsorgt solche Anfragen zum Glück gleich in den Spam-Ordner. Da kommt man normalerweise nicht mal in Versuchung.
Was würde passieren, wenn man solche Aktionen zur Anzeige brächte? Vermutlich gar nichts. Unsere Justiz befasst sich lieber mit Urheberechtsabmahnungen. Das bringt mehr und geht schneller.
Auch so könnte man den Islamisten begegnen
… und wieder hätte man auf einen imaginären, roten Knopf gedrückt. Dann brauchte man allerdings zuvor noch ein paar Pressefritzen, die auch was darüber schreiben. Bloggen reicht nicht – wegen der Reichweite.
Aber jetzt mal ehrlich… Ist das der richtige Weg? Vielleicht wollte er/sie zum Ground Zero?
Dann lassen wir doch das “Your” mal wech. Dann würden wenigstens die Atheisten Spaß haben.
Vielleicht haben die “Linken” ja doch recht?!
Diese Art der Öffentlichkeitsarbeit hängt sicher nicht nur mir am Halse heraus:
Die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ist ein großer Erfolg für die Energiekonzerne. Jetzt wollen sich andere Branchen diese Lobbyarbeit zum Vorbild nehmen. Lobbyismus: Die strahlenden Sieger der Atomlobby | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
Mir fiel da dieses Plakat ein, das seinerzeit beim NRW-Wahlkampf unmittelbar vor unserem Haus aufgehängt wurde und über das ich damals die Nase gerümpft habe. Das ist, wie ihr alle wisst, wirklich noch nicht lange her. Ich denke, ich habe dazu gelernt, … und ich möchte hier (in den Kommentaren) bitte nicht lesen, dass das Gegenteil der Fall sei. *lol*
Kommen wir also zurück zu den Brötchen
Das (der Titel) war ein Insider. Dieses Foto hier ist von mir (höchstpersönlich). Es fehlt der “klassische” schwarze Rahmen, der das Eigentum eines richtigen Fotografen explizit und bekanntermaßen ziert.
Also – keine Angst. Es geht nicht schon wieder um irgendwelche Abmahnungen, sondern um etwas ähnlich Verwerfliches. Die Brötchen auf dem Foto stammen nicht von einem Handwerksbäcker, sondern von einem so genannten Großbäcker. Großbäcker ist vielleicht übertrieben, jedenfalls handelt es sich um einen Filialbetrieb.
In den letzten 50 Jahren ist die Zahl der Bäcker von 55.000 auf 14.500 in Deutschland geschrumpft. Und jetzt betreten neue Wettbewerber die Bühne. Der Discounter Aldi hat inzwischen 600 Backautomaten installiert. 1780 sollen es bald sein. Und auch diese Entwicklung wird niemand aufhalten. Aller Erfahrung nach wird der Schrumpfvorgang also weitergehen.
Meine Frau und ich haben die Aldi-Brötchen probiert. Man kann einfach nichts dagegen sagen. Und natürlich sind die viel billiger als die vom Bäcker. Auch der Großbäcker kann da nicht mithalten. Man könnte sagen, dass der Markt doch groß genug wäre. Bei knapp 17 Milliarden Euro Umsatz jährlich machen davon aber schon jetzt die Großbäcker und Filialunternehmen mit 60% ihren Schnitt.
Welche Argumente sprechen eigentlich noch für den kleinen Handwerksbäcker? Sicher wird die hier vorzufindende Qualität im Normalfall wohl besser sein als die bei den Großbäckereien oder bei Aldi. Aber wer geht schon hin und wiegt oder misst die Inhalte der enthaltenen Cerealien und verwendeten Stoffe? Die meisten, so auch wir, achten darauf, ob das Brot oder die Brötchen schmecken. Tun sie das und stimmt der Preis, dann hat der kleine Bäcker schon verloren.
Die Bäcker sagen voraus, dass die Zahl der Handwerksbäckereien unter diesen Voraussetzungen auf 11.000 bis 12.000 zurückgehen wird und dass die einhergehende Konzentration zu einem Verlust der Produktvielfalt führe. Das lässt sich aber nicht bestätigen. Schließlich gab es doch vor 20 Jahren (also vor dem Einsetzen des Konkurrenzkampfes in diesem Bereich) deutlich weniger Brot- und Brötchensorten als heute. Auch das wird wohl jeder nachvollziehen.
Und so bleibt am Ende die deprimierende Feststellung zu treffen, dass auch in dieser Branche nichts mehr gut wird. Zudem gibt es Nachwuchssorgen. Das Bäckerhandwerk ist ein harter Job, den nicht mehr viele bereit sind, zu erlernen.
Auch in dieser Frage kann man das oft richtige Motto vom Besseren, das der Feind des Guten wäre, leider nicht anwenden. Es geht um Bequemlichkeit und es geht um den Preis. Nein, es geht immer nur um den Preis. Wir sind nicht bereit, für gute Lebensmittel mehr Geld auszugeben. Von dieser Illusion haben sich nach den unsäglichen Lebensmittelskandalen der Vergangenheit wohl auch die letzten längst verabschiedet.
Ach ja, um das (der Ordnung halber) festzuhalten: Meine Frau und ich sind ja auch nicht anders.
Ein Herz für Katzen
Sie war ein ganz besonders schönes Exemplar, das wir in Paguera gefunden haben. Die Zahl der wilden Katzen schien sich dort auffallend reduziert zu haben. Noch vor wenigen Jahren konnte man direkt an den Stränden oder in der Stadt an einigen Stellen viele (und leider oft hungrige) Katzen finden.
Wir hoffen, dass das daran liegt, dass auf der Insel eine Menge für die Tiere getan worden ist. Früher haben wir uns mit Katzenfutter “bewaffnet” und haben die vielen verwilderten Tiere gefüttert. Das war nicht ungefährlich, weil sie so ausgehungert waren, dass sie sich mit ihren Krallen über unsere Beine in bessere Positionen bringen wollen. Eine schmerzhafte und sogar beängstigende Situation.
Auch heute trifft auf Leute, die etwas für die verbliebenen Katzen tun wollen. An den Stellen, an denen wir waren, war jeden Tag eine ältere Dame anzutreffen, die das sozusagen koordinierend in ihre Hände genommen hat. Sie erhält von den Leuten ein bisschen Geld und füttert täglich ihre verbliebenen Schützlinge. Hauptsache, es tut überhaupt jemand.
Wir sind das Volk! Nicht die Lobbyisten.
Die 5000 Lobbyisten, die in Berlin “tätig” sind, leisten ganze Arbeit. Sie zerstören das letzte bisschen Vertrauen, das man (vielleicht) noch in die Politik hatte. Die Hoteliers, die Atomindustrie und jetzt die Pharmaindustrie. Von den Banken wollen wir gar nicht erst reden.
Es gibt Leute, die sich tatsächlich darüber wundern, dass die Menschen sich mehr und mehr abwenden von dem “dreckigen Geschäft”, als das die Politik seit langer Zeit ohnehin schon gegolten hat.
Ich könnte mir vorstellen, dass viele Damen und Herren in Berlin und in den Landeshauptstädten ihr Unverständnis über ihre “Untertanen” äußern. Gerade wenn es um die in letzter Zeit populärer werdenden Forderungen nach mehr Mitbestimmung ging, konnte man die nicht immer verhaltene Empörung mancher Politikerinnen und Politiker spüren. Dabei wäre genau dies das Gebot der Stunde.
Ich habe den Eindruck, dass viele der Meinung sind, dass unsere Demokratie längst für die nötigen Änderungen bereit wäre – auch wenn manche Entscheidung anders aussehen würde, als die, die heute für uns durch die Kaste der Politiker getroffen werden. Nicht wenige würden natürlich genau das begrüßen. Dass dieser Schritt letztlich eine Zunahme eigener Verantwortung zur Folge haben würde, könnte in dieser Beziehung auch als Regulativ wirken. Aber erst einmal müsste man natürlich die ersten Schritte machen. Dazu gehören dann wohl auch Änderungen unseres Grundgesetzes.
Vielleicht sehe ich zu schwarz, aber ich mache mir zunehmend Sorgen um Deutschland. Übrigens nicht deshalb, weil es angeblich hier zu viele Muslime gibt. Wir haben scheinbar unsere Fähigkeit verloren, uns über den richtigen Weg zu streiten. Auch die Politik redet seit einiger Zeit oft über die Konsensgesellschaft und wenn man sich die heutigen Parteiprogramme so anschaut und sich darüber wundert, dass diese sich kaum mehr voneinander unterscheiden, spricht auch dies wohl dafür.
Wenn man sich die heutigen Führungsriegen unserer Politiker anschaut, stellt man ernüchtert fest, dass es in keiner Partei richtige Persönlichkeiten zu geben scheint. Das mag ungerecht und oberflächlich sein aber viele, denke ich, werden es so sehen. Das ist ein Ergebnis der Entwicklung. Wir waren und sind über lange Jahre nicht mehr bereit gewesen, Streit auszuhalten. Nicht einmal mehr über den richtigen Weg. Die Konsequenzen sehen wir nun.








Ländern) war ich erfreut, als ich gleich nach Rückkehr aus dem Urlaub die neue Version (10.0) downloaden konnte. 




