Monatsarchiv: Oktober 2010
Obama verliert immer mehr an Zustimmung
In den 2 Jahren der Präsidentschaft Obamas ist die positive Stimmung für ihn und seine Visionen gekippt. Es ist das eingetreten, was viele Skeptiker vorausgesagt haben. Nur einige der Versprechungen hat Obama realisieren können. Allerdings gab es dafür (Stichwort: Gesundheitsreform) nicht nur Zuspruch.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse in den Vereinigen Staaten sind immer noch instabil, die Arbeitslosigkeit hoch. Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind für viele Amerikaner immer noch massiv. Ganz anders als hier in Deutschland. (weiterlesen …)
Loki Schmidt wurde 91 Jahre alt
Loki Schmidt ist gestorben. 91 Jahre wurde sie alt. Möge sie in Frieden ruhen.
Für Helmut Schmidt wird dieser Tag einer der schlimmsten, wenn nicht der schlimmste in seinem Leben sein. Seiner Tochter und ihm gehört mein aufrichtiges Mitgefühl. Ich kann nur ahnen, wie schwer es für einen Ehepartner nach so vielen gemeinsamen Jahren sein muss, Abschied zu nehmen.
Wer sollte nochmal für die Kindererziehung zuständig sein?
So viele sind der Meinung, dass Hartz-IV-Bezieher sich nicht genug um ihre Kinder kümmern. Wie immer werden wir festhalten können, dass es solche Fälle gibt.
Und wenn nur laut genug geschrien wird, steht diese Regierung nicht an, etwas zu unternehmen *haha*.
Jetzt wird es also Gutscheine geben, die die einen vorlegen und die anderen nicht. Deshalb wirken sie diskriminierend. Viele echauffieren sich, weil der Staat sich dazu aufschwingt, “Staatserziehung” zu etablieren. Es würde mich nicht wundern, wenn die Kritiker der Regierungsentscheidung überwiegend mit der Gruppe von Leuten identisch wären, die die öffentliche Meinung über die Unfähigkeit zur Kindererziehung von Hartz-IV-Empfängern mit geprägt haben.
Genauso funktioniert wohl die Gegenalles-Demokratie. Schizophrenie ist übrigens eine Krankheit.
Ich nehme das zu sehr auf die leichte Schulter
Datenschützer legt Finger in die Wunde
Facebook bricht Abkommen
Zwischen den USA und der EU gibt es ein Datenschutzabkommen über die Weitergabe persönlicher Angaben. Auch Facebook habe die Vereinbarung unterzeichnet – breche sie aber, sagt der Datenschutzbeauftrage der Bundesregierung.
Gerade habe ich gelesen, dass die Zugriffszahlen für Facebook erstmals höher waren als für Google.
Die Sicherheitsbedenken vieler Leute waren bei Windows immer viel höher als z.B. bei Linux-Systemen. Das lag wohl einfach daran, dass die Verbreitung von Windows in ganz anderen Dimensionen stattgefunden hat. Damit war dieses System für Hackerangriffe viel attraktiver als Linux. Obwohl dieser einfache Zusammenhang besteht, wurde vielfach so getan, als wäre Windows auch in Sicherheitsfragen ein schlechteres System.
Um die Parallele mit der neuen Facebook-Hysterie wieder aufzugreifen: Ich glaube nicht, dass Facebook sich von anderen Netzwerken in puncto Sicherheit und Umgang mit Daten so wesentlich unterscheidet. Man schaut nur genauer hin. Ich mag mich irren, aber mich beunruhigen andere Dinge mehr.
Vom Rock-and-Roll-Islam von al-Qaida und palästinensischen «Freiheitskämpfern»
Es geht um ethnische Kultur, um die doppelten und dreifachen Identitätsprobleme von Berbern, die aus Marokko in die Niederlande gekommen sind, um die Identifikation von Jugendlichen mit dem Rock-and-Roll-Islam von al-Qaida und palästinensischen «Freiheitskämpfern»
Quelle: Ein sanftmütiger, fröhlicher Mensch | Die Weltwoche – Juni 2006
Dies ist die Sicht von Leon de Winter. Er hatte sie in einem Artikel über den “sanftmütigen, fröhlichen Menschen” Geert Wilders dargelegt, über den er für die Weltwoche im Jahr 2006 geschrieben hatte. (weiterlesen …)
Direkte Demokratie: Gott, was alles möglich wäre
Die direkte Demokratie wird deutlich überbewertet bzw. die Gefahren werden insbesondere von grünen und linken “Bürgerrechtlern” nicht wahrgenommen. Oder würde jemand meiner These widersprechen, dass man auch Mehrheiten für folgende Volksabstimmung erhalten würde:
“Sollen Ausländer, die strafrechtlich aufgefallen sind, sofort aus der Bundesrepublik Deutschland ausgewiesen werden?”
Das den sog. Bürgerrechtlern solche Mehrheiten dann überhaupt nicht gefallen, hat man schon bei dem Thema Minarette in der Schweiz gesehen. Aber direkte Demokratie ist eben keine Einbahnstraße, auf die man nur links einbiegen kann.
Quelle: Media, F., 2010. Lesermeinungen – Mein FAZ.NET [Online] (Updated 18 October 2010)
Die “direkte Demokratie” wird also überbewertet?! Und das also vor allem von grünen und linken (in Anführungszeichen) Bürgerrechtlern. Dieser Leserbriefschreiber erhält in der FAZ für seine Darstellung eine hohe Zustimmung.
Die, die sich für mehr direkte Demokratie aussprechen sind nicht so dumm, wie das der Grad der Zustimmung bei FAZ-Lesern nahelegen könnte. Vielleicht ist es so, dass nicht wenige der Leute, die sich als FAZ-Leser der Elite dieses Landes zurechnen, ihre Mitbürgerinnen und Mitbürgern für blöd halten?
Der alte Mann und die Demokratie: Überzeugen und begründen
Ein weiser Mann, den viele Besserwisser in unserem Land nicht ernst nehmen wollen, weil er nicht (mehr) in ihr politisches Konzept passt, hat gestern Abend in Anne Wills Talkshow ein paar generelle Anmerkungen zu Entwicklungschancen unserer Demokratie vorgetragen.
Schon vorher wurde Heiner Geißlers Hinweis, die Zeit der ”Basta-Politik” sei vorbei, in den Medien zitiert. Heiner Geißler beschrieb (wieder völlig zutreffend) den Zustand unserer Gesellschaft und begründete so die Probleme, vor die die etablierten Parteien sich (mit Ausnahme der Grünen) im Moment gestellt sehen. Er sprach von einem massiven Vertrauensverlust und davon, wie sich die Wahrnehmung politischer Interessen der Bevölkerung auch durch die Nutzung moderner Kommunikationstechniken wie Facebook, Twitter etc. verändert hätten. “Die Menschen glauben uns nicht mehr”, sagt Geißler.
Geißler stellte fest, dass die Menschen mitbestimmen wollen. Es sei notwendig, nicht nur zu Beginn, sondern auch über die Zeit der Projektrealisierung (nicht nur bei Stuttgart21) ein permanenter Austausch mit dem Bürger notwendig ist.
Für mich heißt das auch: Volksentscheide müssen in größerem Umfang eingeführt werden!
WordPress Theme “The Style” von Elegantthemes.com
Vergangene Woche hat Elegantthemes.com erneut ein sehr attraktives WordPress-Theme herausgebracht, das ich gleich zum Testen installiert habe.

Es ist sicher nicht für jeden Blogger geeignet, zumal dann nicht, wenn viel geschrieben wird. Das Artikelangebot wird dafür aber in einer übersichtlichen und ansprechenden Form präsentiert.
Mit einem Plugin zeige ich einen Teil meiner Fotos über den Flickr-Account. Die Integration gelingt mit dem dunklen Hintergrund des Themes, finde ich, auch sehr schön. So sieht die Fotogalerie aus, die ich mit dem Plugin Flickr-Gallery von Dan Coulter:

Mein Deutschland ist… (eine persönliche Beziehung)
"Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht." Heinrich Heines erster Satz aus seinem Gedicht "Nachtgedanken" wird auch heute noch gern zitiert.
Allerdings in einem anderen Sinn. Man drückt damit nicht, wie Heine es tat, seine Sehnsucht nach und seine Verbundenheit mit Deutschland aus, sondern eher das Gegenteil. Das spezielle Verhältnis zu Deutschland, das einige Generationen wohl geprägt hat, trägt vielleicht mit dazu bei, dass insbesondere die Älteren unter uns in der Migrationsdebatte überkritische, abgrenzende Positionen einnehmen, die bei den Jüngeren so nicht vorhanden sind.
In einer alternden Gesellschaft herrschen weniger Optimismus und Veränderungswille. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Ja, auch Angst wird bei älteren Leuten häufiger anzutreffen sein als bei jungen. Und die jungen Leute sind bekanntlich in der Unterzahl. Sie kommen in der Debatte (von Lindner (FDP) mit seiner Deutschpflicht auf dem Schulhof und Missfelder bei der Jungen Union jetzt mal abgesehen) leider wenig zu Wort. Bei "Meinungsumfragen" vor Talkshows werden ältere Menschen befragt. Positive Seiten der Migration kommen gar nicht mehr vor. Und ich meine damit ausnahmsweise nicht die Pizzeria oder das türkische Lokal, in dem man ja so lecker essen kann.
Köln hat erst kürzlich den "Status" der Millionenstadt wiedererlangt. Dort ist es so, dass jedes 2. Kind "fremder Herkunft" ist.
"In Köln leben 77.000 junge Menschen mit Migrationshintergrund. Das macht 49 % aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren aus. Seit 2005 ist der Anteil um sechs Prozent gestiegen. Fast jeder fünfte Schulabgänger der Sekundarstufe I spricht zu Hause gar kein Deutsch. 28 Prozent aller vierjährigen Kinder haben sprachliche Defizite" (Quelle Kölner Stadtanzeiger).
Wie soll unter diesen Voraussetzungen bloß die Zukunft Kölns und Deutschlands aussehen, wenn Multi-Kulti doch angeblich gescheitert ist? Wir schließen uns folgerichtig der Forderung nach der deutschen Leitkultur an und schließen die Augen vor der Realität.
Mir hat es gut getan, von dieser grässlichen Debatte ein bisschen abgelenkt zu werden. Auch wenn es nur ein ganz kurzer Text ist, den ich bei Cicero Online gelesen habe, er ist so schön, dass ich ihn meinen Leserinnen und Lesern ans Herz legen möchte. Hätten wir (Deutsche und Migranten) nur einen Hauch dieser Gefühle für unser Land, wie Patricia Kaas sie so wunderbar beschreibt, wäre viel gewonnen.
"Mein Deutschland hat das Antlitz von Mama. Haare wie ein Weizenfeld, betörende Züge um den Mund und den etwas strengen Ausdruck eines unbeugsamen Willens, wie er mutigen Menschen zueigen ist. Sie hieß Irmgard. Mein Deutschland, das ist das saarländische „Platt", dieser eigentümliche Zungenschlag unserer Grenzregion, der Deutschland und Frankreich in ein und demselben Satz erklingen lässt." Cicero [Online] (Updated 17 October 2010)
Ausländer sind auch in der Schweiz und Österreich nicht gern gesehen
Die Überschrift provoziert. Schon wieder… Wie vieles in den Diskussionen dieser Tage. Egal aus welcher Perspektive man sich dem Thema annähert.
Wenn ich im Titel “auch” schreibe, dann deshalb, weil man die Liste der europäischen Länder, in denen zurzeit erbitterte Diskussionen zum Thema stattfinden, um diese und viele weitere Einträge ergänzen könnte. Die millionenfache Integration von Muslimen in Europa stellt nicht nur in Deutschland ein Streitthema dar.
Mich persönlich belastet die Art und Weise der Diskussion sehr, und ich frage mich immer wieder, wie sich wohl viele der Menschen fühlen, über die so vehement und teilweise wirklich abfällig diskutiert wird. Wenn wir in Talkshows vorgeführt bekommen, welche Äußerungen zufällig befragte Passanten über Muslime oder Türken und Araber machen, kriege ich offen gesagt das Kotzen. In mir steigt eine Aggressivität auf, die für mich eigentlich untypisch ist.
In der Diskussion vernehme ich, dass die, die sich lange vor der aktuellen Aufgeregtheit laut gegen die Integration von Muslimen in Stellung gebracht hatten, froh darüber sind, dass endlich Bewegung in die Debatte gekommen ist. Es ist ein bisschen so, als hätten wir die “Büchse der Pandora” geöffnet. Ich bin nicht sicher, ob das stimmt, aber ich habe den Eindruck, dass angeheizt durch die hiesigen Diskussionen auch die Schweiz und Österreich mit einem Male entdeckt haben, dass in Sachen Integration auch dort nicht alles zum besten steht. Vorhin habe ich mir eine Diskussion im Club2 (ORF) angesehen (s. Link). Es ist nicht überraschend, dass sie nach der gleichen Rezeptur ablief, wie viele hiesige Sendungen auch. Es wurden ein paar Wiener Bürger nach ihrer Meinung befragt. Die “offensichtliche” Mehrheitsmeinung wurde sicht- und fühlbar. Und das, obwohl viele der Befragten, ihre Meinung bei laufender Kamera nicht sagen wollten. Was die wohl über Ausländer denken? Man muss das verstehen. Die Türken stehen nicht mehr vor sondern in Wien. Da kann man es schon mal mit der Angst kriegen.
[info_box]Diskussion zum Stand der Migration in Österreich, | Dossier des schweizerischen Fernsehens [/info_box]
Und wir haben ein Recht zu fragen, welchen Beitrag Einwanderer leisten wollen, damit nicht nur sie, sondern das ganze Land einen Gewinn davon haben (Westerwelle)
Da faselt der erfolgreich von New York nach Hause geeilte Westerwelle, dass wir die Zuwanderung am Wert der Migranten für die Wirtschaft festmachen sollen. Das ist nicht überraschend, macht es doch allen deutlich, welches Menschenbild vorherrscht bzw. worin die heutigen Liberalen den Wert eines Menschen für die Gesellschaft sehen.
Missfelder (CDU) findet, dass Seehofer mit seinem “Beitrag” zum Thema Zuwanderung den Nerv der Leute getroffen habe. Stimmt, meinen auf jeden Fall! Die gehen mir alle so was von auf die Nerven. Merkel stellte sich (für mich überraschend) erneut hinter Seehofer und stellte fest, “Multikulti” sei gescheitert. Sie meint damit, wie übrigens dieser Vorzeigeschweizer Roger Köppel – Chefredakteur Weltwoche (Schweiz) auch immer wieder betont, dass das Bild eines harmonischen und erfolgreichen Miteinanders der deutschstämmigen Bevölkerungen mit zugewanderten Menschen nie eine Aussicht auf Erfolg hatte. Diese Leute können bis heute nicht verwinden, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und dass das Bild, das sie aus rein ideologischen Gründen unter “Multikulti” subsumieren bzw. diskreditieren, in diesem Land real existiert. Wir leben (zum Glück) in einer multikulturellen Gesellschaft! Man könnte anders herum genauso gut früheren konservativen Regierungen, die sich jahrzehntelang einem Erkenntnisgewinn widersetzt haben, vorwerfen, sie hätten damit alle Chancen auf ein Gelingen der Integration fahrlässig aufs Spiel gesetzt.
Den Liberalen, die sich besonders der Globalisierung und den Interessen der Geldsäcke verschrieben haben, will ich vorhalten, dass sie keinen Blick für die Veränderungen im eigenen Land hatten. Jede mit der rasanten Entwicklung einhergehenden Verlagerung von Fabriken und Arbeitsplätzen hatte die absehbare Folge, dass weniger und weniger Arbeitsplätze für ungelernte Arbeiter zur Verfügung standen. Zwangsläufig nahm die Zahl der auf die Sozialsysteme angewiesenen Menschen (auch unter den Migranten) zu. Alle Parteien haben versagt. Nicht die Bevölkerung hat, wie Politiker gern behaupten, von der Globalisierung profitiert. Es waren vielmehr die Leute, die uns zum Teil auch die Finanz- und Wirtschaftskrise eingebrockt haben. Und die Politik findet keine Mittel und Wege, dieser Entwicklung wirksam zu begegnen. Stattdessen lässt sie es zu, dass diese Gesellschaft sich immer mehr aufspaltet. Wer dagegen etwas hat, wird als unrealistischer Spinner oder Anhänger von Multikulti abgefertigt.
Wie dieser besserschweizerische Köppel stellen Politiker und andere Teilnehmer an der öffentlichen Diskussion fest, dass wir keinen Zuzug in die Sozialsysteme brauchen. Dieses Risiko besteht angesichts der realen Lage auch überhaupt nicht (mehr). Deshalb wird auch gleich ergänzt, wie sehr insbesondere bestimmte Migrantengruppen unsere Sozialsysteme belasten. Die Botschaft ist, dass diese Menschen zu uns gekommen sind, nicht um zu arbeiten, sondern nur, weil sie sich auf unsere Kosten ein bequemes Leben machen wollen. Wie weit sind wir eigentlich unter solchen Voraussetzungen noch von der Benutzung von Vokabeln wie “Volksschädling” oder “Parasit” entfernt?
Unser Land verfügt über rechtsstaatliche Mittel, jedweden Missbrauch zu unterbinden. Ich frage mich, wenn unsere Sozialsysteme denn angeblich so schamlos ausgenutzt und missbraucht werden, weshalb man die zur Verfügung stehenden Mittel nicht einsetzt. Es wird doch wohl nicht effektiver sein, den Mob gegen Menschen in Stellung zu bringen, die man hier nicht haben will?

