Ich weiß, ihr wird das nichts bedeuten. Aber Alice Schwarzer tut mir ein bisschen leid. Da kämpft sie nun jahrelang unverdrossen für die Emanzipation und hat uns Männer längst unterworfen (allen anderen Gerüchten zum Trotze) und nun kommt da so ein junges Ding und haut ihr -noch dazu völlig unideologisch- voll aufs Maul. Im übertragenen Sinne.
Und viele freuen sich darüber. Naturgemäß haben wohl vor allem Konservative diebischen Spaß daran, weil die alte Vorkämpferin der Frauenrechte, der sie am liebsten schon immer aufs übers Maul gefahren sind, ordentlich einen auf den Deckel bekommen hat. Nicht nur in der konservativen Presse wird Frau Schwarzer für ihre Attacken gegen die Bundesfamilienministerin hart kritisiert. Sie könne nicht einstecken, nur im Austeilen sei sie groß.
Andere nehmen die Auseinandersetzung Schröder/Schwarzer gar als dritten Beweis für ein sich änderndes Bewusstsein der Bevölkerung weg von der heute ach so verabscheuten political correctness. Sarrazinische Gedanken und selbst die angeblich veränderte Einstellung zum “Ökowahn” wären die beiden anderen Faktoren. Haben die Grünen wirklich schon wieder an Zustimmung verloren, weil sie sich (zum Glück) völlig eindeutig gegen den Atomwahnsinn dieser Regierung wehren? Vielleicht entspringen solche Behauptungen ja auch reinem Wunschdenken?!
Ich habe wahrgenommen, dass es in der Bevölkerung für die Probleme der Migration ein aufmerksames und kritisches Bewusstsein gibt und dass die Politik dieses nicht mehr mit Sonntagsreden überdecken kann. Menschen engagieren sich (zunehmend) für Projekte, deren Sinn und Zweck sie nicht verstehen und das ist ein gutes Zeichen. Nicht, wie vor allem die Konservativen uns weismachen möchten, eines, das in die “Dagegen-Republik” führt.
Und Frau Schröder? Die hat von Frau Schwarzer ein paar Takte gesagt bekommen. Ich möchte daran erinnern, was sich Alice Schwarzer im Laufe ihres Engagements um die Frauenrechte alles “gefallen” lassen musste. Sie hat es weggesteckt und weiter an ihrem Projekt gearbeitet. So dünnhäutig kann sie also nicht sein. Viele junge Frauen werden sich nicht vorstellen können, wie schwer es in früheren Jahrzehnten war, die heute selbstverständlichen Positionen zu Frauenrechten zu entwickeln und zu halten! Heute sind die Verhältnisse andere. Beide Positionen verdienen Respekt. Den wir entwickeln uns alle weiter.












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