Jeder hat sein “schwarzes Zimmer”

November 14, 2010 2 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 196 x aufgerufen.
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Jeder hat sein “schwarzes Zimmer”

Es gibt viele Filme, gerade auch us-amerikanische, die sich sehr kritisch mit der Todesstrafe auseinandergesetzt haben. Einer der ganz wenigen Filme zu diesem Thema, die ich sicher nicht vergessen werde, ist der nach Truman Capotes gleichnamiger Romanvorlage gedrehte Film “Kaltblütig“.

Zwei junge Männer, von denen der eine bereits wegen Totschlags vorbestraft ist, überfallen die Farm einer Familie und töten die Eltern und ihre beiden Kinder. Der 1967 gedrehte Film beruht auf einer wahren Begebenheit.

In der Anfangsphase des Films positioniert sich der Zuschauer eindeutig. Die Täter werden gefasst und folgerichtig zum Tode verurteilt. Dem eigenen Gerechtigkeitsempfinden ist Genüge getan. Zwischen dem Urteil und der Verhängung des Todesurteils vergehen Jahre. Es ist sehr erstaunlich, wie sich während dieser Zeit (der Film dauert ungefähr 2 Stunden) die eigene Haltung gegenüber den Tätern wandelt. Trotz der grauenhaften und brutalen Taten hatte ich Mitleid mit den Tätern und die vollstreckte Todesstrafe als unangemessen empfunden.

“Bella Block” – Das schwarze Zimmer (was für ein Krimi!) zwang die Zuschauer gestern Abend durch ein Wechselbad der Gefühle (dabei hätten wir es “einfacher” haben können – RTL – “Supertalent” = 8,51 Mio., ARD – “Hinterseer” = 4,43 Mio. und ZDF – “Bella Block” immerhin 6,01 Mio. Zuschauer- ). Der als Kurt Wallander in den ZDF-Folgen von Henning Mankells gleichnamigen Krimis bekannt schwedische Schauspieler Rolf Lassgård spielte einen ganz wunderbaren Part an der Seite von Hannelore Hoger.

Im gestrigen Krimi war Gunnar Andersson (Lassgård) verdächtig, seine Ehefrau getötet zu haben. Die einige Jahre zuvor durchgeführten Untersuchungen zu diesem Fall, der sich in Hamburg, also Bella Blocks früherem Zuständigkeitsbereich, zugetragen hatte, wurden eingestellt, weil die Leiche nicht gefunden werden konnte. Nun war diese aufgetaucht und der Staatsanwalt bat Bella Block, private Ermittlungen in Schweden durchzuführen. Dorthin hatte sich Gunnar Andersson inzwischen zurückgezogen. Während Bellas verdeckter Ermittlung kommen sich die beiden Hauptprotagonisten auch persönlich näher. Das hindert sie nicht daran, ihre Ermittlungen auszuweiten und so auf die schrecklichen Kindheitserinnerungen des Verdächtigen zu kommen. Seine Mutter hatte erneut geheiratet. Sie war nicht in der Lage zu verhindern, dass ihr Ehemann ihren Sohn aus erster Ehe (Gunnar) brutal und rücksichtslos misshandelte. Sie wusste sich nicht anders zu helfen, als den Jungen in ein Heim zu geben.

Die traumatischen Erfahrungen des Jungen und die daraus resultierenden Trennungsängste waren derart stark, dass er nicht in der Lage war, die Trennung von seiner Frau zu ertragen. Rolf Lassgård zeigte das Leiden und die Zerrissenheit, in der sich Gunnar Andersson befand, so überzeugend, dass sich trotz des grausamen Mordes an seiner Frau, zwar kein Verständnis für seine Tat aber eben für die Umstände seines Handelns entwickelte. Am Ende tötet Gunnar seinen Stiefvater und sich selbst. Klingt melodramatisch. Ich kann versichern, das war es ganz und gar nicht. Ich war jedenfalls schwer beeindruckt.

Gott sei Dank gibt es sie wieder. “Bella-Block” hat die Fernsehzuschauer erneut tief bewegt und nachdenklich zurückgelassen. Auch in diesem Film war wieder wenig vom Opfer die Rede. Die Handlung drehte sich fast ausschließlich um die das Leben und Motive des Täters. Der Mörder hat seinen beiden Kindern die Mutter genommen. Sowohl für die Kinder als auch für den Rest der Familie war klar, dass Gunnar Anderson der Mörder seiner Frau war. Am Ende hatten sie recht behalten.

Es gibt bei Youtube ein vielteiliges Hörspiel zum Buch von Truman Capote. Wer Lust hat:

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2 Kommentare

  1. JürgenHugo 14. November 2010 at 19:38 -

    Nö, ich hab mir doch Tom Clancy noch mal angeschaut auf Pro 7. sowas liegt mir mehr.
     
    Heute schau ich mir um 19:30 im ZDF “Die Deutschen ll” an, sowas interessiert mich. Danach Tatort (ich zapp aber bißchen rum). Dann is der Comp aus. So. jetzt ein paar Dödels: :verklaert: :schneemann: Aufs :klo: muß ich grad nich, aber :zigarette: is ne gute Idee.

  2. Horst Schulte 15. November 2010 at 21:51 -

    “Der Anschlag” hatte ich schon 2x gesehen. Den Block-Krimi aber nicht.