Wie man mit Leuten umgeht, damit sie ihre Arbeit vielleicht doch gern machen

Dezember 6, 2010 3 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 84 x aufgerufen.
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Zu “Anne Wills” heutigem Thema “Mobbing am Arbeitsplatz” fällt mir eine Geschichte ein, die mich in diesem Zusammenhang ziemlich beschäftigt hat. In meiner Abteilung (ich war zu dieser Zeit Innendienstleiter) waren so um die 10 Personen, überwiegend Frauen, beschäftigt. Das Klima war gut und darauf habe ich auch meinerseits großen Wert gelegt. Der Führungskräftecoach, der heute Abend die eine oder andere Schote zum besten gegeben hat und der immer wieder davon sprach, dass in zu vielen Betrieben ein “kuscheliges Klima” herrsche, würde mir meine Haltung bestimmt übelnehmen. Der Mann hat die falschen Bücher gelesen.

Ich habe mein Arbeitsleben lang immer davon “gelebt”, dass die Arbeit Spaß gemacht habe und deshalb versucht, zunächst einmal, diese Freude auch auf meine Mitarbeiter zu übertragen. Und natürlich herrschte nicht immer eitel Sonnenschein.

In der Abteilung gab es eine Kollegin, die sehr gut und sehr gewissenhaft arbeitete. Sie schaffte ihre Arbeit nicht in der normalen Arbeitszeit. Ich habe mir die Sache eine kleine Weile angesehen und dann Maßnahmen getroffen. Diese Maßnahmen habe ich mit allen Kolleginnen und Kollegen abgestimmt.

Das ging gut bis zu dem Tag, an dem sich zwei Leute bei mir beschwerten, weil sie die neue Arbeitsaufteilung als zusätzliche Belastung empfanden. Es ging nicht an, dass die Schwäche der Kollegin auf Dauer zu Lasten der anderen ausgeglichen würde. Ich fand, dieses Argument wäre plausibel gewesen, wenn die Voraussetzungen gestimmt hätten. Die beiden wussten nämlich nicht, dass ich inzwischen eine Auswertung durchgeführt hatte, die einen, wenn auch ein bisschen lückenhaften, Vergleich der Leistungen an den verschiedenen Arbeitsplätze ermöglichte. Ich habe nach diesem Gespräch alle Kolleginnen und Kollegen über das Ergebnis informiert und durch die anschließende Diskussion erreicht, dass es über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden über zu starke Arbeitsbelastungen, die aus der Reorganisation der Gebiete entstanden war, mehr gab.

Was ich damit sagen will und da halte ich es mit Herrn Roßmann (Drogeriemärkte): Die Mitarbeiter müssen mitgenommen, müssen ernst genommen werden. Nur, wenn man mit allen im Gespräch bleibt und die gemeinsamen Ziele formuliert und zudem immer wieder überprüft, stellt sich dauerhafter Erfolg ein und -das ist eigentlich das beste an diesem Vorgehen- es stellt sich eine Zufriedenheit ein, die man durch andere Methoden nur schwer erreichen kann. Ich habe den beiden, die sich über ihre Arbeitsbelastung zugunsten der Kollegin beschwert haben, übrigens auch gesagt, wie wichtig mir ein solidarisches Miteinander innerhalb der Abteilung wäre und was ich mir dazu von ihnen wünschen würde. Die Botschaft ist, glaube ich, angekommen.

Ich hatte einen Vorgesetzten, der mir erzählen wollte, wie ich meine Abteilung zu führen hätte. Er war einer von drei Bereichsleitern, die die Geschäftsleitung inne hatten. Wir sprachen über Personalführung und er kam dem in meinen Augen kruden Vorschlag, dass man die Mitarbeiter eines Bereiches oder in einer Abteilung in drei Drittel einteilen müsse. Das eine bestehe aus guten, das zweite aus mittelguten Leuten, denen man helfen und sie entwickeln müsse. Das dritte Dritte aber wären die Leute, von denen ich mich kurz oder lang trennen müsse, weil sie nicht ins Team passten. Ich erwiderte, dass ich diese These interessant fände und gern auch auf unsere dreiköpfige Geschäftsleitung anwendet sehen würde. Er bekam einen hochroten Kopf und beendete das Gespräch. Wir wurden nie Freunde.

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3 Kommentare

  1. JürgenHugo 6. Dezember 2010 at 02:38 -

    Na – DICH möcht ich aber nich als Untergebenen haben – als Chef vielleicht… :-)

  2. Wojti 7. Dezember 2010 at 11:01 -

    Gut gekontert gegenüber dem Vorgesetzten, bravo! ;) Zu den Mitarbeitern… ohne Solidarität geht meiner Meinung nach nichts und ist Voraussetzung für ein gutes Arbeitsklima. Dies wirkt sich dann wiederum auf die Arbeitsleistungen aus.

    • JürgenHugo 7. Dezember 2010 at 11:13 -

      Vorgesetzte mögen sowas aber nich…und viele haben ein RIESENgedächtnis.