England: Sollen die Eliten wieder unter sich bleiben?

Dezember 11, 2010 5 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 132 x aufgerufen.
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Jetzt stellt euch nur mal vor, hier bei uns wären die Studiengebühren wie jetzt in England auch um den Faktor 3 erhöht worden. Ich frage mich, ob die Geburtenrate in GB denn so viel besser ist als in Deutschland. So von wegen: «wir tun nix für die Jungen und die sind doch unsere Zukunft». Finanziell wird es den Briten wohl auch nicht besser gehen als uns. Schließlich hat dort die Finanzbranche nicht weniger brutal gewütet als im Rest Europas.

Vielleicht sind die Briten aber auch, ähnlich wie die Amis, bei denen die Studiengebühren ja noch höher sind, auch ein bisschen daran interessiert, dass die Eliten für sich bleiben. Die Regierung nutzt die Chance der schlechten Finanzlage und krempelt die Gesellschaft um. Die da oben bleiben unter sich und der Rest kann sehen, wo er bleibt. Aber vielleicht ist die Begründung ja wirklich “nur” in der Finanzkrise zu sehen und es stecken keine gesellschaftspolitischen Absichten dahinter.

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5 Kommentare

  1. Sven 11. Dezember 2010 at 22:18 -

    Naja in England die müssen das ja erst bezahlen, wenn sie dann auch einen Arbeitsplatz haben, wenn ich das richtig verstanden habe. Dann ist das natürlich immer noch eine Menge Geld und ich würde mir noch 100 mal Überlegen ob ich Studieren möchte und dann 30.000 bis 40.000 Euro Schulden am Hals zu haben oder ob ich es doch lieber lasse.

  2. Horst 12. Dezember 2010 at 14:18 -

    Es ist viel Geld, das von den Studenten verlangt wird. Noch mehr wird in den USA verlangt. Man kann auch diesen Aspekt beklagen: Viele der Leute, die hier zu Lasten der Allgemeinheit studieren, gehen später gut ausgebildet ins Ausland, weil sie dort viel mehr Geld verdienen können. Undank ist der Welt Lohn.

  3. Jan 12. Dezember 2010 at 17:09 -

    Das kann man mit Deutschland überhaupt nicht vergleichen. In Amerika gibts zum Einen eine ganz andere Stipendienkultur, die dazu führt, dass zwar nicht, wie bei uns, jeder Idiot studieren gehen kann, aber wenigstens diejenigen, bei denen es sich lohnt. Entsprechend besser ist das Niveau, dass man bei uns ja bekanntlich versucht, per Gesetz zu heben, indem man mit ein paar Millionen Euro irgendwelche Staatsunis zu “Eliteunis” erklärt und fertig.

    In anderen Ländern ist es eben Usus, dass einem der Staat nicht alles abnimmt und man zur Abwechslung auch mal selbst etwas tun muss, um etwas zu werden. Das kann man richtig oder falsch finden, nur vergleichen mit dem geschenkten Mittelmaß, dass wir hier Bildung zu nennen pflegen, kann mans eben nicht. Wobei deutsche Unis so schlecht wahrscheinlich auch nicht sind, weil Millionen von Asiaten sich schließlich gerne die praktisch kostenlosen deutschen Unis aussuchen, um auf meine Kosten später viel Geld verdienen zu können. Nennt man “soziale Gerechtigkeit”, glaube ich. Oder auch Entwicklungshilfe.

  4. Horst 12. Dezember 2010 at 18:49 -

    Es ist wirklich der totale Blödsinn und außerdem liberalen Denkmustern zuwiderlaufend, dass staatlicherseits versucht wird, so etwas wie Chancengleichheit herzustellen. Es wäre ja das Letzte, wenn jedes Arbeiter- oder Migrantenkind an eine Uni studieren gehen könnte. Da muss man einen Riegel vorschieben – notfalls die finanziellen Hürden so erhöhen, dass es wie von selbst misslingt.

    Am Ende könnte da noch jeder Idiot studieren gehen. Ich habe dich doch richtig verstanden? Ich kenne übrigens persönlich Leute, die aufgrund ihres familiären Hintergrundes heute keine akademische Laufbahn und keinen Abschluss auf dem 2. Bildungsweg erreicht hätten, wären Sichtweisen wie deine nach den 60er Jahren in Deutschland nicht reformiert worden. Da sieht man das ein wenig anders. Heute leben wir schon wieder in einer anderen Welt. Dennoch bin ich uneingeschränkt für Chanchengleichheit. Vermutlich wirst du jetzt sagen, dass du damit auch kein Problem hättest. Leider ist das aber gelogen, denn ohne die entsprechenden Geldmittel ist das nicht zu lösen. Dass dürftest du besser als ich wissen.

  5. Jan 12. Dezember 2010 at 20:13 -

    Ich bin selber auf dem zweiten Bildungsweg studieren gewesen, mein Bruder ebenso. Das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun. Ein Studium liesse sich auch über Stipendien finanzieren. Allerdings hätte dass eben die Folge, dass ein Studium wieder einen etwas realistischeren Stellenwert erhielte und das allgemeine Bildungsniveau wieder besser würde. Wenn ich mir ansehe, was für Hornochsen teilweise heutzutage mit einem Abitur durch die Gegend laufen, ist wenig verwunderlich, dass man mit Abschlüssen, wie z.B. ich ihn in der Schule gemacht habe, inzwischen als absoluter Looser gilt. Ich halte es nicht für einen Nachteil, auch untere Bildungsabschlüsse endlich wieder etwas aufzuwerten aber dazu müsste man sich eben von dem politischen Ziel, dass unbedingt jeder ein Abitur haben soll, ein Stückweit verabschieden.