“Fluchtpunkt Nizza” oder “Der Tourist”?

Dezember 11, 2010 7 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 178 x aufgerufen.
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Die Montagskrimis im ZDF beginnen zwar erst um 22:15 Uhr aber es lohnt sich -manchmal-, dafür aufzubleiben. Selbst dann, wenn man, wie ich, am nächsten Morgen um 5:00 Uhr aufstehen muss. Einer der besten dieser Krimis in 2010 war in meinen Augen -und das nicht nur wegen Sophie Marceau- “Fluchtpunkt Nizza” (Originaltitel: “Anthony Zimmer”). Ein extravaganter und witziger Krimi mit einem relativ überraschenden Ende. Das haben sich die Filmschaffenden Hollywoods auch wieder einmal gedacht und bringen nun das Remake mit zwei Superstars. Johnny Depp und Angelina Jolie spielen die Hauptrollen. Das allein dürfte den Film zum Erfolg machen. Der Deutsche Florian Henckel von Donnersmarck führt Regie. Er ist der oskarprämierte Regisseur des Meisterwerks «Das Leben der Anderen».

«Der Tourist» bekommt keine so tollen Kritiken. Und wer sich die Orginalversion im ZDF vor ungefähr einem Monat angesehen hat, der wird wohl auch gut daran tun, es für den Moment dabei zu belassen. Andernfalls sitzt man vielleicht im Kino und fragt sich, woher man die Story bloß kennt. Das ist mir schon einige Male passiert. Natürlich auch deshalb, weil ich nicht immer die Inhaltsangabe der Filme lese, bevor ich sie mir ansehe und außerdem gemeinerweise andere Filmtitel die Irreführung komplett machen. Angelina Jolie und Johnny Depp und schöne Bilder vor venezianischer Kulisse reichen in diesem Fall am Ende doch nicht aus, um einem diese Grübelei zu ersparen.

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7 Kommentare

  1. Andreas 11. Dezember 2010 at 15:32 -

    “Anthony Zimmer” habe ich vor Ewigkeiten auf DVD gesehen und in der Frühstücksrunde im Büro bereits einmal im Kreis verliehen. Ein ganz ausgezeichneter Film. Da mir die Jolie schon nicht gefällt, werde ich es wohl auch dabei belassen!

  2. Horst 11. Dezember 2010 at 15:33 -

    Es gibt also Männer, denen Angelina Jolie nicht gefällt! Ich werde immer noch überrascht. :-)

  3. Andreas 11. Dezember 2010 at 15:59 -

    Ne, echt nicht mein Fall. Eigentlich in keinem ihrer Filme. Sophie Marceau eigentlich auch nicht – bis auf obigen Film. Da sieht sieht sie super aus! :-)

  4. Francois 23. Dezember 2010 at 00:11 -

    “Fluchtpunkt Nizza” in einer Zeile mit “The Tourist” auch nur zu erwähnen suggeriert ja schon eine vermeintliche Vergleichbarkeit…Jolie&Co. spielen allerdings Kreisliganiveau und Nizza ist definitiv Championsleague….aber beide spielen Fußball! ;)

  5. harndt 3. Januar 2011 at 02:34 -

    Grüezi,

    ich lese Filmkritiken aus Prinzip nicht, bevor ich den Film gesehen habe, denn Kritiker sind nichts weiter als professionelle Nörgeler. Es kommt selten vor, dass ich mich über einen Film so ärgere, wie z.B. bei “Flight Plan” – fast zwei Stunden meines Lebens sinnlos verschwendet. Dabei waren die Kritiken für diesen Film gut. Aber meistens lohnt sich ein Kinobesuch auch dann, wenn die Kritiken mies sind, ausser ich mag das Genre überhaupt nicht (z.B. die “Saw”-Reihe).

    “Der Tourist” habe ich mir vor allem wegen Johhny Depp ansgesehen, er spielt oft gradios (diesmal halt nicht). Aber bereits nach wenigen Minuten, als der Velokurier verhaftet wurde und das Wort “Wirtschaftsverbrechen” fiel, wusste ich, welcher Film die Vorlage war. Ab da habe ich nur noch verglichen und das war für den Film tödlich. “Anthony Zimmer” ist eine ganz andere Liga und war beim ersten Mal ziemlich aufregend. Nur, wenn man diesen Film nicht kennt, kann man die Jolie/Depp-Kopie halbwegs geniessen…

    Gruss, Silvio

  6. festil 13. Januar 2011 at 17:47 -

    NÄchster
    Tourist
    Ich vergleiche das Remake ein wenig mit Solaris. Da war der erste Film in seiner unverwechselbaren Intensität dem Remake von Syberberg mit Glooney zwar überlegen aber dennoch hat mir das Remake sehr gut gefallen. Auch McElhone hat mir sehr gut gefallen. – So ähnlich geht es mir mit dem Tourist: Der Spannungsaufbau, die Kameraästhetik – das läßt sich wirklich sehen. Die Schauspieler haben vielleicht keine besonders guten Dialoge gehabt, ich weiß es nicht, woran es liegt, daß da noch was fehlt, aber sonst handwerklich – Bildästhetik, etc hat der Film mich nach der verheerenden Kritik eher positiv überrascht. Das mehr glaubwürdigere und dichtere in der Handlung gefühlte Original wird jetzt umso mehr geschätzt.
    Dagegen das Remake von dem ohnehin schon so meisterhaft gemachten Film “Nur die Sonne war Zeuge” mit Alain Delon hat mir noch besser gefallen als das Original. Matt Damon in “der talentierten Mr. Ripley” hat mich mit seinem verhaltenen konzentrierten Schauspiel ziemlich umgehauen. – also hier asymetrisch das Gegenteil aber alles sehr sehenswert.
    Da ja Hollywood scheinbar zu faul ist um neue gute Bücher zu lesen (um die Verfilmbarkeit zu prüfen) nichts besseres einfällt als ständig Remakes zu machen muß man jetzt schon fürchten, daß Stallone eine Remake von Conan der Barbar und Schwarzenegger ein Remake von Rambo I (natürlich aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus in beiderseitigem Einverständnis) über uns verhängt wird.
    So das wärs, es grüßt Euch der süchtige Filmgucker
    Festil

    • Horst 14. Januar 2011 at 18:17 -

      @Festil: Vielen Dank für deine tolle und interessante Beurteilung. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass Hollywood Europa oder Länder in anderen Erdteilen als Testküche nutzt, weil es die Risiken, neue Bücher zu verfilmen scheut. Jedenfalls halte ich das für durchaus im Bereich des Möglichen.