Sorgenfreies Leben mit Hartz IV???

Dezember 19, 2010 2 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 189 x aufgerufen.
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Provozierender kann man das wohl nicht ausdrücken!? Gut, Springer bleibt Springer – ganz egal, um welches “Organ” es sich handelt:

Mit kluger Lebensführung kann man mit Hartz IV sorgenfrei leben, die Dummen sind Arbeiter mit niedrigen Einkommen. Das zeigt sich auch in der Schule. [Quelle]

Die anschließende Lüge, die auch dadurch nicht besser wird, dass sie ständig von denen wiederholt wird, die offenbar das größte Interesse daran haben, die Bevölkerung für blöd zu verkaufen, macht mich noch wütender.

Man wollte sich nicht länger damit abfinden, dass Menschen in der Sozialhilfe verharren und für den Arbeitsmarkt verloren sind. Durch „Fordern und Fördern“ sollten die Arbeitslosen so motiviert werden, dass sie möglichst schnell wieder eine Arbeit aufnehmen. Ein großer Teil der Arbeitslosen hat dies geschafft und dadurch diese umstrittene Arbeitsmarktreform als erfolgreich bestätigt.

Das kranke Motto vom “Fordern und Fördern” ist wie alle wissen, gleich nach dem Start zum reinen Fordern (Erpressen und Entmutigen) mutiert. Auch wenn so genannte Experten enorme Kosten für alle möglichen Maßnahmen für Langzeitarbeitslose anführen, geändert hat das nichts.

Ich finde, es passt gut zu unserer verkommenen Gesellschaft, dass die Springer-Presse unmittelbar vor Weihnachten einen erneuten Anstoß zum Ausspielen der Gruppen unserer Gesellschaft gibt, an dem sich unsere Herzen erwärmen dürfen. Dass so getan wird, als würden Linke eine Antwort auf solche Fragen allein darin sehen, die Höhe der Hartz IV-Bezüge nach oben zu korrigieren ist eine platte und dreiste Lüge! Die Diskussion geht doch in Wahrheit darum, dass das Lohnabstandsgebot erreicht werden kann, in dem unsere Wirtschaft auskömmliche Löhne zahlt und zwar nicht, weil politischer Druck ausgeübt wird (das hat ohnehin keinen Sinn!), sondern weil die handelnden Personen und Verbände einsehen, dass motivierte und gut arbeitende Mitarbeiter auch fair bezahlt werden sollen. Die Profite der Unternehmen aber steigen immer schneller und steiler, auf der Seite der Einkommen aber passiert wenig. Wie lange brauchen unsere Politiker z.B. bis das Drehtürprinzip, dessen sich viele Unternehmer schamlos bedient haben, endlich per Gesetz unterbunden wurde?

Es wird unermesslich viel Geld zur Rettung von Banken eingesetzt, das am Ende bei einigen Großaktionären- und Investoren landet. Hätten die Verantwortlichen (Gerhard Schröders naive und falsche Politik sei hier ausdrücklich beklagt!) nicht den Primat der Politik aus der Hand gegeben, gäbe es vielleicht auch heute noch Handlungsspielräume, die dem Ganzen zugute kämen und nicht nur einigen wenigen Reichen. Dass manche Medien sich vor diesen stinkenden Karren spannen lassen ist das Allerletzte!

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2 Kommentare

  1. lifeday 19. Dezember 2010 at 16:14 -

    Hallo Horst, ein guter Artikel. Aber das Problem des Lohnabstandes gibt es nicht erst seit heute. 1995/96 wurde dieses bereits hier in Hamburg bei Firmen der FHH eingeführt. Also, die Löhne und Gehälter blieben gleich, die befristet beschäftigten Mitarbeiter, die für ein bis drei Jahre in Vollzeit angestellt waren, sollten danach künftig weniger Geld erhalten, damit der Abstand zwischen beiden Gruppen größer wird, jedoch nicht durch Lohn/Gehalts-Erhöhung der Festangestellten. Ich war damals Chefsekretärin der Geschäftsleitung und musste die Verhandlungen zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat protokollieren. Nach Beendigung der Verhandlungen und der Leistung der Unterschriften erklärte mir unsere damalige Juristin, sie hätte sich noch niemals so geschämt, ihre Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt zu haben.
    Maßgeblich an der Umsetzung dieser Verteilung in der rot/grünen Bundes-Regierung war der Staatsrat Scheele (SPD), der ein ausgeklügeltes Konzept bereithielt. Auch bei der CDU wird er gern gesehen.
    Hier in Hamburg stellt sich nun Scheeles und Schröders Kumpel Olaf Scholz als Bürgermeister zur Wahl. Meine Stimme bekommt er nicht, zumal er ebenfalls an solchen Gesetzen in der schwarz/roten Regierung mitgewirkt hat.

    Also, die Grundidee des Lohnabstands-Gebotes durch immer niedrigere Beträge an die Arbeitslosen und die niedrigschwelligen Tätigkeiten, ist schon vor langer Zeit geplant und in einigen Bereichen getestet worden, ehe man den großen Umbruch in Angriff nahm.

    Es hat damals nur die Betroffenen interessiert und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Medien hacken auf den Ärmsten der Armen herum und hetzen die restliche kleine Mittelschicht auf diese angeblichen Schmarotzer der Gesellschaft. Und es funktioniert. Während die Einen den Anderen die Schuld am Niedergang der BRD zuweisen, wird der Abbau auf der Lohnempfängerseite weiter fortgeschrieben und die Gewinne für die, die ohnehin schon genug haben, in ungeahnte Höhen gesteigert. Und keinen interessiert es wirklich.

    Seid meiner Tätigkeit als Chefsekretärin in diesem der freien und Hansestadt Hamburg zugehörigen Betrieb, habe ich mir abgewöhnt, meine Stimme bei irgendeiner Wahl abzugeben. Denn zwangsläufig bekommt man in solch einer Position Geheimnisse mit, die ich für meinen Teil besser niemals hätte erfahren müssen. Aber gelernt habe ich, dass keine Partei – wenn sie denn die Macht einmal genossen hat, sich weiterhin für ihre Wähler und deren Belange interessiert.

  2. Armin Fischer 26. Dezember 2010 at 18:39 -

    Sorgenfreies Leben mit Hartz IV ist auf jeden Fall Quatsch mit Soße.

    Die Leute mit Hatz IV leben in einer Randgruppe.

    Ich finde es beschämend für eine angeblich soziale Marktwirtschaft, daß Menschen, die keine Arbeit mehr haben, das vielleicht nicht einmal selbst verschuldet haben, derart diffamiert werden.

    Zählt denn heute nichts mehr außer arbeiten und Geld.

    wenn man mich fragt, leben wir eher in einer postdemokratischen Wirtschaftsmonarchie…

    Ja, wir müssen einen Milliardenrettungsschirm für unsere Banken aufspannen, damit es den Bankern, die es verbockt haben ja nicht schlechter geht.

    Ja, wir müssen große Unternehmen retten, die durch Mißwirtschaft und meist auch durch selber in die Tasche stopfen der Chefs an der Unternehmensspitze in Schieflage geraten sind.

    Unsere Politiker sind sehr sozial zu unserer Geldelite. Wie schaut es da mit dem Bürger aus.

    Ja, an denen, die eh nichts haben könnte man noch mehr sparen, die haben dann Gott sei dank eh kein Geld um sich zu beschweren.

    Armin Fischer
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